Fußball-Ticker

Rassismus-Eklat von Steffen Freund live im TV

Steffen Freund hat sich im Fernsehen rassistisch geäußert, später aber angegeben, es nicht so gemeint zu haben.

Steffen Freund hat sich im Fernsehen rassistisch geäußert, später aber angegeben, es nicht so gemeint zu haben.

Foto: imago / Revierfoto

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Sonntag, den 29. November 2020:

Steffen Freund äußert sich rassistisch

Rassistische Aussagen von Ex-Nationalspieler Steffen Freund im Sport1-„Doppelpass“ haben für reichlich Aufregung im Netz gesorgt. Der frühere Schalker Profi zog darin eine Verbindung zwischen Undiszipliniertheiten der Schalker Spieler Nabil Bentaleb und Amine Harit und deren Herkunft. Später entschuldigte Freund sich bei Twitter dafür, dass er sich „leider so missverständlich ausgedrückt“ habe.

Über Bentaleb sagte Freund: „Er ist einer der besten Spieler dann auch. Im Endeffekt bei Schalke gelandet. Aber ist französisch-algerischer Herkunft. Charakter ... Wenn sie einen Kaderplaner haben, muss man wissen, dass da auch eine Disziplinlosigkeit schnell kommt, wenn er nicht derjenige ist, der gesetzt ist.“ Es sei aber wichtig zu „malochen“ auf Schalke.

„Und dann bin ich eben bei Harit. Auch er kann das natürlich nicht mit seinen Wurzeln“, sagte Freund. Diese Aussagen beinhalten klaren Rassismus – unabhängig davon, ob dies auch Freunds Intention war. Harit ist ein in Frankreich geborener marokkanischer Nationalspieler. Beide Profis sind auf Schalke derzeit zum wiederholten Male suspendiert.

Freund und Schalke reagieren auf Rassismus-Eklat

In derselben Sendung versuchte Freund später seine Aussagen zu erklären. „Ich habe in den öffentlichen Medien gehört, dass das rassistisch rübergekommen ist. Das war so natürlich nicht gemeint“, sagte der 50-Jährige. Jedoch spiele die Herkunft eine Rolle, wie man als Mensch aufwachse. „Und wie deine Mentalität ist. In Tottenham, wenn ihm das Spiel nicht gefallen hat, hat er das Spielfeld einfach verlassen“, sagte Freund, der ebenso wie Bentaleb früher auch für die Spurs spielte.

Später schrieb Freund: „Jeder der mich und meine Karriere als Spieler und als Trainer ein wenig kennt, weiß, dass ich jede Form von Rassismus zutiefst verabscheue. Natürlich sind weder Hautfarbe, Glaube oder Herkunft für die Leistungen eines Spielers im Training und auf dem Platz entscheidend.“

Der FC Schalke 04 bezog später per Twitter Stellung zu den Aussagen Freunds: „Die Denkpause für #Harit und #Bentaleb hat nichts mit deren Wurzeln zu tun! Sowas hat für uns grundsätzlich nichts mit der #Herkunft zu tun.“

Zehn Hoffenheimer holen ein 1:1 bei Mainz

Mainz 05 und Hoffenheim kommen nicht aus der unteren Tabellenhälfte der Bundesliga. Zum Abschluss des 9. Spieltags trennten sich die beiden Vereine mit 1:1 (1:0). Mainz ist zwar nach der Pleitenserie zum Saisonstart seit drei Liga-Partien ungeschlagen, hätte aber gern mit einem weiteren Sieg einen großen Sprung aus dem Keller gemacht. Robin Quaison (33. Minute) und Ihlas Bebou (62.) erzielten die beiden Tore des Tages. Hoffenheims Dennis Geiger (80.) sah nach einem Foul die Rote Karte.

Leverkusen und Hertha trennen sich 0:0

In einer ereignisarmen Partie hat Bayer Leverkusen den Sprung auf Platz zwei verpasst. Beim 0:0 gegen Hertha BSC riss bei der Werkself die Serie von fünf Siegen im Oberhaus. Trotzdem bleibt die Mannschaft von Trainer Peter Bosz auch nach neun Spieltagen ungeschlagen. Durch den Punkt zog Leverkusen vorbei am BVB auf Rang drei. Die ambitionierte Hertha bleibt 13. und hinkt ihren eigenen Ansprüchen weiter hinterher. Mit dem Punkt in Leverkusen waren die Berliner aber zufrieden.

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Milan siegt weiter – Juve ohne Ronaldo nur 1:1

Zehn Jahre nach seinem letzten Scudetto dominiert der 18-malige italienische Fußball-Meister AC Mailand wieder die Serie A. Der Tabellenführer besiegte am Sonntag AC Florenz mit dem Ex-Münchner Franck Ribery 2:0 (2:0) und ist auch nach dem neunten Spieltag noch ungeschlagen. Alessio Romagnoli (17.) und Franck Kessie (27., Foulelfmeter) sicherten Milan den siebten Saisonsieg.

Schon sechs Punkte liegt Rekordmeister Juventus Turin zurück. Beim Aufsteiger Benevento Calcio kam die Alte Dame, bei der Superstar Cristiano Ronaldo geschont wurde, am Samstag über ein 1:1 (1:1) nicht hinaus.

Alvaro Morata (21.) hatte den Abonnementmeister in Führung gebracht, Gaetano Letizia (45.+3) markierte das 1:1. Es war das vierte Remis in den letzten sechs Serie-A-Spielen.

Höwedes kritisiert Favre, Effenberg widerspricht

Rio-Weltmeister Benedikt Höwedes hat nach dem 1:2 vom BVB gegen den 1. FC Köln Zweifel, ob Trainer Lucien Favre die Schwarz-Gelben zum Titel führen kann. „Aus meiner Sicht ist Lucien Favre kein Meistertrainer“, sagte Höwedes im „Sport1"-Doppelpass. „Ich glaube, dass ein anderer Trainer gefragt ist, der in Situationen mehr eingreift, wenn ein Sancho etwas aus der Reihe schlägt“, sagte Höwedes. Der langjährige Schalke-Kapitän schätzt Favre als „guten Trainer“. Allerdings brauche der BVB einen „Trainertypen, der offensiver denkt“.

Ex-Nationalspieler Stefan Effenberg ergriff indes Partei für Favre und traut diesem auch den Meister-Coup mit der Borussia zu: „Für mich ist Favre in der Entwicklung der jungen Spieler mit der Beste, wenn nicht sogar der Beste. Das Ergebnis wird ja kommen. Vielleicht in einem halben Jahr, vielleicht in eineinhalb Jahren. Da wird unter dem Strich die Meisterschaft stehen.“ Ausnahmetalente wie Jadon Sancho, Erling Haaland und Giovanni Reyna würden „über die gesamte Karriere davon profitieren, dass sie unter Favre trainieren konnten“, so Effenberg.

Khedira forciert Wechsel nach England

Der bei Juventus Turin aussortierte Rio-Weltmeister Sami Khedira hat offen mit einem Wechsel nach England geliebäugelt. „Ich schaue mal, was geht. Ich würde mich unheimlich freuen, wenn ich mich einem Premier-League-Klub anschließen könnte“, sagte der 77-malige Nationalspieler im ZDF-„Sportstudio".

Er sei ein „unheimlicher Fan“ der höchsten englischen Spielklasse. „Definitiv würde mich die Premier League reizen“, ergänzte Khedira und bestätigte zugleich laufende Gespräche. Er habe den Kontakt mit seinen ehemaligen Trainern Jose Mourinho, derzeit Teammanager bei Tottenham Hotspur, und Carlo Ancelotti, Coach des FC Everton, „unabhängig von meiner sportlichen Situation“ nie verloren.

Khedira spielt unter Trainer Andrea Pirlo bei Juve keine Rolle mehr. Für die Champions League wurde der 33-Jährige nicht gemeldet, auch in der Liga wurde Khedira in dieser Saison bisher nicht eingesetzt. Medienberichte, wonach Khedira eine Abfindung und eine vorzeitige Vertragsauflösung angeboten worden seien, wies er zurück: „Ich habe im Verein mit keiner einzigen Person über irgendwelche finanziellen Belange gesprochen. Das stimmt absolut nicht.“

Real Madrid verliert nach Courtois-Patzer

Real Madrid hat in La Liga den nächsten Tiefschlag kassiert. Die Königlichen verloren am 11. Spieltag mit Weltmeister Toni Kroos in der Startelf 1:2 (0:1) gegen Deportivo Alaves und warten seit nun drei Ligaspielen auf einen Sieg. Lucas Perez (5.) brachte die Gäste mit einem verwandelten Handelfmeter in Führung, begünstigt durch einen schlimmen Fehlpass des belgischen Nationaltorhüters Thibaut Courtois baute Joselu (49.) die Alaves-Führung kurz nach Wiederanpfiff aus. Casemiros (86.) Anschlusstreffer blieb ohne Folgen.

Im ersten Abschnitt war bereits Real-Stürmer Eden Hazard verletzungsbedingt ausgewechselt worden (28.). Kroos (39.) vergab kurz darauf eine sehr gute Chance zum möglichen 1:1. Der Titelverteidiger von Trainer Zinedine Zidane liegt nach der dritten Saisonniederlage bereits sechs Zähler hinter Spitzenreiter Real Sociedad San Sebastian.

Paris nur 2:2 gegen Bordeaux

Tuchel-Club Paris Saint-Germain ist im Heimspiel der Ligue 1 gegen Girondins Bordeaux nicht über ein Remis hinaus gekommen. Der französische Meister musste sich im Parc des Princes mit einem 2:2 (2:1) begnügen. Drei Tage nach dem 1:0 in der Champions League gegen RB Leipzig hatten Neymar per Foulelfmeter (27.) und Moise Kean (28.) den Weg zum achten Saisonsieg geebnet, nachdem Timothee Pembele mit einem Eigentor (10.) die Führung für Bordeaux erzielt hatte. Doch Yacine Adli (60.) entriss Tabellenführer Paris noch den angepeilten Sieg und sicherte den Gästen einen Punkt.