Fußball-Ticker

Wolfsburg schlägt Werder Bremen nach Acht-Tore-Spektakel

Wout Weghorst zeigt es an: Der Wolfsburger schoss zwei Tore.

Wout Weghorst zeigt es an: Der Wolfsburger schoss zwei Tore.

Foto: dpa

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Freitag, den 27. November 2020:

Wolfsburg schlägt Werder 5:3

Die Wolfsburger jubelten ausgelassen im Mannschaftskreis, die geschlagenen Gäste trotteten nach einem spektakulären Fight enttäuscht vom Platz. Der VfL Wolfsburg hat seine Erfolgsserie in einem furiosen Nordduell gegen Werder Bremen fortgesetzt und bleibt in dieser Bundesliga-Saison dank einer beeindruckenden Angriffsleistung weiter ungeschlagen. Die Mannschaft von Trainer Oliver Glasner besiegte den Fast-Absteiger der Vorsaison mit 5:3 (3:2).

Ridle Baku in der 22. Minute, John Anthony Brooks (25.), Wout Weghorst, der doppelt traf (37./76.), und Bartosz Bialek (90.+5) erzielten am Freitagabend die Tore für den VfL. Für Wolfsburg war es der dritte Sieg nacheinander. Die Mannschaft steht vorübergehend auf Platz fünf, Werder ist Zehnter.

Barça und Spieler über Gehaltsverzicht einig

Beim kriselnden FC Barcelona haben die Vertreter des Clubs und der Fußballprofis eine Grundsatzvereinbarung über einen Gehaltsverzicht von 122 Millionen Euro wegen der Corona-Krise erzielt. Das teilte der Verein mit. Zusätzlich sollen variable Zahlungen in Höhe von 50 Millionen Euro auf einen Zeitraum von drei Jahren verteilt werden. Es handele sich um eine Grundsatzvereinbarung, der die Spieler und die anderen Betroffenen noch zustimmen müssten.

Die Einsparungen waren dringend notwendig, ansonsten hätte dem Club im Januar der Konkurs gedroht, wie spanische Medien berichteten. Ursprünglich wollte Barca sogar eine Gehaltsanpassung in Höhe von 191 Millionen Euro erzielen. Zuletzt waren die Verhandlungen zwischen dem Club und den Spielern noch ergebnislos verlaufen.

Den Katalanen fehlen durch die Pandemie rund 300 Millionen Euro. Laut der Sportzeitung „Marca“ seien die Schulden von Juni 2019 bis Juni 2020 von 217 auf 488 Millionen Euro angestiegen. Zuletzt hatten Ex-Weltmeister Gerard Piqué (bis 2024), der deutsche Torhüter Marc-Andre Ter Stegen (2025), Clement Lenglet und Frenkie de Jong (jeweils 2026) ihre Verträge langfristig verlängert. Dabei waren auch ihre Gehälter angepasst worden.

3. Liga: Lübeck-Spiel wegen Corona abgesagt

Das Coronavirus führt in der 3. Liga erneut zu einer Spielabsage. Die für Sonnabend angesetzte Begegnung zwischen dem VfB Lübeck und Waldhof Mannheim kann nicht wie geplant stattfinden, nachdem ein Spieler der Norddeutschen positiv getestet wurde. Das zuständige Gesundheitsamt schickte die komplette Mannschaft in Quarantäne. Am vergangenen Mittwoch war bereits das Trainerteam des Aufsteigers isoliert worden.

Die Absage durch den DFB erfolgte auf Antrag der Lübecker, nun muss ein Nachholtermin gefunden werden.

Tolisso kehrt in Bayern-Kader zurück

Der FC Bayern kann gegen den VfB Stuttgart wieder auf Fußball-Weltmeister Corentin Tolisso zurückgreifen. Nach seinen muskulären Problemen steht der Franzose am Sonnabend (15.30 Uhr/Sky) wieder im Münchner Bundesliga-Kader. Offen ließ Hansi Flick am Freitag, ob Nationalspieler Niklas Süle nach Trainingsrückstand auch wieder zum Aufgebot gehört. Das wolle man erst nach dem Abschlusstraining entscheiden, sagte der Coach. „Niklas muss sein Potenzial ausschöpfen, dazu braucht er die notwendige Fitness.“

Der frühere VfB-Profi Benjamin Pavard kann nach seiner Auswechslung beim 3:1 in der Champions League am Mittwoch gegen RB Salzburg gegen Stuttgart mitwirken. Gegen die Österreicher hatte er einen Tritt auf den Knöchel bekommen.

Nach dem 1:1 zu Hause gegen Werder Bremen will Tabellenführer FC Bayern unbedingt den nächsten Punktverlust in der Liga vermeiden. „Wenn wir den Ball haben, dann ist es zu oft passiert, dass wir Fehler machen. Im Tennis sagt man unforced Error. Das müssen wir verbessern“, sagte Flick. „Es wird mit Sicherheit ein schweres Spiel für uns.“

WM-Qualifikation: Deutschland geht Topgegnern aus dem Weg

Deutschland gehört bei der Auslosung der Europa-Qualifikation zur Fußball-WM 2022 in Katar am 7. Dezember erwartungsgemäß zu den stärksten Mannschaften aus Topf 1. Damit geht der viermalige Weltmeister Topgegnern wie Frankreich, Belgien, England, Italien oder auch Spanien aus dem Weg.

Aus den Töpfen 2 bis 5 wird der deutschen Nationalmannschaft in Zürich jeweils ein Gegner zugelost. In Topf 2 befinden sich gemäß der aktuellen FIFA-Weltrangliste, in der Deutschland den 13. Platz belegt, Gegner der B-Kategorie wie die Schweiz, Schweden, die Türkei oder Serbien. Wahrscheinlich ist, dass die deutsche Gruppe eine Sechsergruppe wird – somit käme ein Team aus dem sechsten Topf mit Malta, Moldawien, Liechtenstein, Gibraltar und San Marino hinzu.

Nach jeweils einem Heim- und einem Auswärtsspiel gegen alle Gegner zwischen März und November 2021 qualifizieren sich die zehn Gruppensieger direkt für die WM-Endrunde. Die zehn Gruppenzweiten kämpfen mit zwei noch nicht qualifizierten Gruppensiegern der Nations League in Play-offs um die restlichen drei Europa-Startplätze.

Labbadia sieht Leverkusen auf Bayern- und BVB-Niveau

Trainer Bruno Labbadia von Hertha BSC geht mit größtem Respekt in das Auswärtsspiel bei Bayer Leverkusen. „Ich würde Leverkusen auf einer Stufe mit Dortmund und selbst mit Bayern München stellen“, sagte Labbadia vor dem Duell am Sonntag (15.30 Uhr/Sky): „Man merkt, dass sie schon eine ganze Zeit zusammen sind, dass Automatismen greifen und sie von Sieg zu Sieg mehr Selbstvertrauen bekommen.“

Dass Hertha in der vergangenen Saison einen Sieg bei Bayer eingefahren hatte, lasse keine zu großen Rückschlüsse auf die aktuelle Situation zu, betonte Labbadia. „Ich bin kein großer Fan davon, in die Vergangenheit zu schauen“, sagte der Coach, der auf die verletzten Jhon Cordoba und Santiago Ascacibar verzichten muss.

Auch Inter Mailand mit Gehältern in Verzug

Neben dem SSC Neapel ist auch Serie-A-Konkurrent Inter Mailand mit der Zahlung der Spielergehälter in Verzug. Inter, in Besitz des chinesischen Konzerns Suning, hat sich mit den Profis darauf geeinigt, die Gehälter von Juli und August erst im kommenden Februar auszuzahlen.

Der Club ist derzeit von Liquiditätsproblemen belastet. Laut der Tageszeitung "La Repubblica" wurde das Geschäftsjahr 2019/20 mit 100 Millionen Euro Verlust abgeschlossen. Auch Neapel, Ex-Verein des verstorbenen Idols Diego Maradona, steckt wegen der Coronakrise in großen Problemen. Laut eines Berichts der "Gazzetta dello Sport" haben die Spieler sowie Trainer Gennaro Gattuso und dessen Mitarbeiter seit Saisonbeginn kein einziges Monatsgehalt bezogen. Clubchef Aurelio De Laurentiis habe sich verpflichtet, den Spielern bis zum kommenden Dienstag zumindest ein Gehalt auszuzahlen.

Rückkehr ins Nationalteam? Ibrahimovic trifft Schwedens Trainer

Mehr als vier Jahre nach seinem Rücktritt aus dem schwedischen Nationalteam hat sich Superstar Zlatan Ibrahimovic mit Nationaltrainer Janne Andersson zu Gesprächen getroffen. Die beiden diskutierten dabei über Ibrahimovics jüngst geäußertes Interesse, wieder für die Auswahl zu spielen, wie der schwedische Verband am Donnerstagabend mitteilte. Dafür sei Andersson nach Mailand gereist, wo der 39 Jahre alte Ibrahimovic für den AC Mailand spielt.

„Als Zlatan sich für Spiele in der Nationalmannschaft geöffnet hat, hat es sich natürlich und wichtig angefühlt, sich zu treffen und das so bald wie möglich zu diskutieren“, wurde Andersson in einer Verbandsmitteilung zitiert. „Das Treffen war sehr gut und ergiebig, und wir sind uns einig, dass wir den Dialog fortsetzen.“

Ibrahimovic war vor wenigen Tagen zum zwölften Mal und erstmals seit 2016 als Schwedens „Fußballer des Jahres“ ausgezeichnet worden. In einem Interview hatte er gesagt, dass er das Nationalteam vermisse. Der Stürmer ist seit der Fußball-EM 2016 nicht mehr für die Schweden aufgelaufen. Mit 62 Toren in 116 A-Länderspielen ist er schwedischer Rekordschütze.

Sport1 überträgt Länderspiel der deutschen Frauen

Das abschließende Qualifikationsspiel der deutschen Frauennationalmannschaft zur Europameisterschaft 2022 gegen den Tabellenzweiten Irland wird am Dienstag (1. Dezember) ab 17.55 Uhr von Sport 1 übertragen. Auch im Stream auf „Sport1.de“ ist die zugleich letzte Partie der Elf von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg in diesem Jahr zu sehen.

Der Rekordeuropameister ist bereits für die EM qualifiziert. Am (heutigen) Freitag spielt die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes in der EM-Qualifikation gegen Griechenland.

Fans protestieren gegen Bayern-Boss "Pippi" Rummenigge

Der ein oder andere Münchner stutzt dieser Tage auf dem Weg zur Arbeit. „Ist das nicht Karl-Heinz Rummenigge?“, dürften sich die Bewohner beim Anblick eines der roten Plakate fragen, die jetzt in der bayerischen Landeshauptstadt hängen, „oder doch Pippi Langstrumpf?“

Die Poster, über die zuerst der „Münchner Merkur/tz“ berichtete, zeigen tatsächlich den Vorstandschef von Triple-Gewinner Bayern München; allerdings mit den legendären roten Zöpfen der schwedischen Kinderbuch-Heldin. Dazu die Zeile in Anlehnung an einen ihrer berühmtesten Sprüche: „Ich verteil das Fernsehgeld, wie es mir gefällt!“

Rummenigge scheint das Ziel einer Fan-Aktion zu sein. Zwar ist über die Urheberschaft der Plakate nichts bekannt. Die Gruppierung „Südkurve München“ veröffentlichte allerdings auf ihrer Internetseite eine „Stellungnahme der Fanszenen Deutschlands zur zukünftigen Verteilung der TV-Gelder“. Darin wird „eine deutlich gleichmäßigere“ Distribution der Erlöse angemahnt.

Die Bayern mit Rummenigge an der Spitze lehnen wie das Gros der anderen Bundesligisten eine Reform des Verteilungsschlüssels ab. Der deutsche Rekordmeister kassiert seit Jahren den größten Anteil aus dem TV-Topf.

Liverpool spielt nun doch nicht in Dortmund

Das Champions-League-Spiel von Jürgen Klopps FC Liverpool beim FC Midtjylland wird nun doch in Dänemark und nicht in Dortmund ausgetragen. „Das Spiel findet wie geplant in Herning, Dänemark, statt“, teilte ein UEFA-Sprecher am Freitag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Auch der FC Midtjylland bestätigte, dass das Spiel wie geplant in Herning ausgetragen werde.

Die englischen Behörden hätten die Reisebeschränkungen für Dänemark am Donnerstagabend gelockert, sodass Spitzensportler von der Quarantänepflicht nach der Einreise aus Dänemark befreit seien, teilte der Verein am Freitagvormittag mit. Zuvor habe man zusammen mit der UEFA und dem FC Liverpool nach alternativen Spielstätten Ausschau gehalten.

Dabei sei auch das Stadion in Dortmund im Spiel gewesen – zum einen wegen der geografischen Nähe, zum anderen wegen der Anforderung, dass der Spielort ein aktuelles Champions-League-Stadion sein müsse. Am Donnerstag hatte ein Sprecher der Stadt Dortmund noch bestätigt, dass der englische Fußballmeister mit Trainer Klopp an dessen alte Wirkungsstätte zurückkehren werde.

Argentinien-Idol Maradona beigesetzt

Argentiniens Fußballidol Diego Maradona hat seine letzte Ruhestätte an der Seite seiner Eltern gefunden. Der im Alter von 60 Jahren verstorbene Nationalheld wurde am Donnerstagabend auf dem Friedhof Jardin de Paz vor den Toren von Buenos Aires beigesetzt. Im „Friedensgarten“, 35 Kilometer vom Zentrum entfernt, ruhten bereits Maradonas Mutter Dalma Salvadora, genannt „Dona Tota“, und sein Vater Diego („Don Diego“). Dona Tota war schon 2011 verstorben, Don Diego 2015.

Am Mittwoch war Maradona, Weltmeister von 1986 und einer der besten Fußballer jemals, in seinem Anwesen in Tigre an den Folgen eines Herzinfarktes gestorben. Sein Sarg wurde anschließend im Präsidentenpalast „Casa Rosada“ an der Plaza de Mayo in der argentinischen Hauptstadt aufgebahrt.

Zehntausende Trauernde nahmen dort Abschied, darunter Staatspräsident Alberto Fernandez und zahlreiche frühere Weggefährten. Vor dem Palast kam es zwischenzeitlich zu Ausschreitungen zwischen Wartenden und der Polizei. Die Aufbahrung musste deswegen rund zwei Stunden früher als geplant beendet werden.

Krise auf Schalke: Fans hängen Protestplakate auf

Nach den Querelen beim Krisen-Club FC Schalke 04 haben die Fans der Königsblauen ihren Unmut mit Spruchbändern kundgetan. „Beschämende Außendarstellung, planloser Vorstand und charakterlose Mannschaft. Das Ergebnis eurer jahrelangen Misswirtschaft“ sowie „Eins ist sicher, ihr werdet sehen: Kampflos lassen wir unseren Verein nicht untergehen!“, war auf Plakaten am Arena-Gelände zu lesen.

Schalke ist seit 24 Spielen sieglos und aktuell Tabellenletzter der Bundesliga. Am Dienstag hatte sich der Verein vom Technischen Direktor und Kaderplaner Michael Reschke getrennt. Außerdem wurde der Vertrag mit dem erst im Sommer verpflichteten Stürmer Vedad Ibisevic zum 31. Dezember aufgelöst. Dazu wurden seine Kollegen Nabil Bentaleb und Amine Harit wieder einmal suspendiert.

Kaiserslautern prangert rassistische Fan-Sticker an

Drittligist 1. FC Kaiserslautern hat sich entschieden gegen die Verbreitung von Aufklebern mit rassistischen und diskriminierenden Inhalten gewehrt und in einem offenen Brief an seine Fans appelliert. „Solche Parolen werden wir nicht tolerieren, und hiergegen werden wir mit aller Härte vorgehen“, schrieben die Pfälzer und distanzierten sich im Namen von Ehrenrat, Aufsichtsrat, Vorstand, Beirat, Geschäftsführung und Fanbeirat. Der Klub hat bereits Strafanzeige erstattet.

Auslöser war, „dass Aufkleber mit eindeutig antisemitischen, homophoben und nationalistischen Bildern und Parolen verbreitet werden, die durch die Nutzung unseres Vereinslogos einen Bezug zum 1. FC Kaiserslautern enthalten“, wie es in dem Brief hieß. Auf den Aufklebern wird der nächste Drittliga-Gegner vom Sonntag (14.00 Uhr), der 1. FC Saarbrücken, verunglimpft.

Zwar sei allen Verantwortlichen klar, „dass es unter Fußballfans oftmals etwas emotionaler zugeht“, jedoch sei bei Antisemitismus, Rassismus und Homophobie „eine Grenze überschritten. Wer diese Aufkleber verbreitet, widerspricht allem, wofür unser Verein seit über 100 Jahren steht.“ Der Club hoffe deshalb, „dass sich auch die Fans der Roten Teufel von solchen Inhalten distanzieren und deutlich machen, dass für Hass und Ausgrenzung am Betze kein Platz ist“.