Fußball-Ticker

Köln und Gisdol erkämpfen sich ersten Punkt gegen Frankfurt

Lesedauer: 12 Minuten
Ex-HSV-Trainer Markus Gisdol ballt die Faust nach seinem ersten Punkt mit dem 1. FC Köln in dieser Saison.

Ex-HSV-Trainer Markus Gisdol ballt die Faust nach seinem ersten Punkt mit dem 1. FC Köln in dieser Saison.

Foto: Mika Volkmann/Getty Images

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Sonnabend und Sonntag (17./18. Oktober 2020):

Schalke zum 20. Mal sieglos: 1:1 gegen Union Berlin

Der FC Schalke 04 bleibt auch im 20. Bundesliga-Spiel saisonübergreifend ohne Sieg. Beim 1:1 (0:0) gegen den 1. FC Union Berlin erkämpften die Gelsenkirchener bei der Heimpremiere von Trainer Manuel Baum aber zumindest den ersten Punkt in dieser Saison und sind nun Tabellen-17.. Marvin Friedrich brachte das Gäste-Team von Urs Fischer in der 55. Spielminute in Führung, der eingewechselte Goncalo Paciencia (69.) rettete das Remis für Schalke. Bei den Berlinern erhielt weiter Andreas Luthe vor Loris Karius den Vorzug auf der Torhüterposition.

Corona: Parma meldet sieben infizierte Profis

Beim italienischen Erstligisten FC Parma sind sieben Spieler positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der Club trat dennoch am Sonntag zum Auswärtsspiel gegen Udinese Calcio an. Die infizierten Spieler wurden unter Heimisolation gestellt. Zwei positive Spieler wurden auch beim FC Turin gemeldet, der am Sonntag 2:3 gegen Cagliari Calcio velor.

Bundesliga: Köln erkämpft ersten Punkt

Der 1. FC Köln hat sich den ersten Punkt der neuen Saison erkämpft. Die Mannschaft von Trainer Markus Gisdol kam jedoch nicht über ein 1:1 (0:1) gegen Eintracht Frankfurt hinaus und ist damit saisonübergreifend seit 14 Spielen in Serie ohne Sieg. Die Eintracht von Trainer Adi Hütter verpasste durch das Remis den möglichen Sprung auf Rang zwei. André Silva hatte die Hessen per Foulelfmeter in Führung gebracht (45.+2 Minute), Ondrej Duda gelang der Ausgleich (52.). Frankfurt ist damit neuer Tabellenvierter, Köln bleibt mit einem Punkt aus vier Partien auf Rang 16 der Tabelle.

2. Bundesliga: Kiel wieder Tabellenführer

Holstein Kiel hat die Tabellenführung der 2. Bundesliga behauptet. Die Kieler setzten sich bei Aufsteiger Würzburger Kickers 2:0 (1:0) durch und bleiben durch den Sieg beim Schlusslicht ungeschlagen (drei Siege, ein Remis).

Dagegen kommt Erstliga-Absteiger Düsseldorf nicht vom Fleck.Die defensiv schlampigen Rheinländer holten beim 2:2 (0:2) gegen die Blitzstarter von Jahn Regensburg zwar einen Zwei-Tore-Rückstand auf, laufen den eigenen Ansprüchen mit nur einem Sieg nach vier Spieltagen aber weiter hinterher.

Der zweite Absteiger, SC Paderborn, hat derweil den ersten Sieg gefeiert. Die Ostwestfalen bezwangen das stark eingeschätzte Hannover 96 mit 1:0 (1:0) und verließen die Abstiegsplätze. Erzgebirge Aue bleibt dagegen ungeschlagen. Das Team von Trainer Dirk Schuster gewann mit 2:1 (0:0) gegen den 1. FC Heidenheim und hat nun sieben Punkte aus drei Spielen auf dem Konto.

Beißattacke in Frankreich: Keeper mit Wunde im Gesicht

In der zweiten französischen Liga ist ein Spiel blutig zu Ende gegangen. Jerome Prior, Torhüter des FC Valenciennes, hatte eine Wunde auf seiner Wange, nachdem ihm nach Angaben seines Vereins Mittelfeldspieler Ousseynou Thioune vom FC Socheaux gebissen hatte. „Jermome hat eine richtig große Bisswunde auf der Wange, er hat geblutet“, sagte Valenciennes Präsident Eddy Zdziech der Nachrichtenagentur AFP.

Nach dem Schlusspfiffs der torlosen Partie gab es zwischen beiden Mannschaften ein Handgemenge auf dem Platz. TV-Bilder zeigen, wie Thioune auf Prior zugeht und ihn anspricht, von diesem dann aber weggeschubst wird. Socheaux' Trainer Omar Daf verteidigte unterdessen den mutmaßlichen Beißer: „Ein Spieler spielt nicht verrückt, ohne dass vorher etwas passiert ist. Ich habe Beleidigungen gehört“, sagte er.

Quartett wirbt um mehr Geld für 2. Bundesliga

Ein Quartett um drei Erstligisten wirbt einem Bericht der „Bild am Sonntag“ zufolge für eine Umverteilung der Fernsehgelder im Profifußball. Es handelt sich um die Vereine 1. FSV Mainz 05, VfB Stuttgart, Arminia Bielefeld und Zweitligist Jahn Regensburg. Zentrale Forderung der Vereine sei, dass alle nationalen und internationalen TV-Einnahmen von der Saison 2021/22 an in einen Topf für die 36 Proficlubs der 1. und 2. Bundesliga wandern.

Aus der internationalen Vermarktung erwartet die DFL künftig 250 Millionen Euro pro Saison. Diese Gelder sollen nach dem Willen der vier Clubs zu 20 Prozent an die Zweite Liga gehen, was statt bislang acht Millionen Euro jährlich fürs Unterhaus 50 Millionen bedeuten würde – auf Kosten der Europacup-Teilnehmer.

Watzke glaubt an DFB-Comeback von Hummels

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke glaubt weiterhin an ein Comeback von Dortmunds Abwehrchef Mats Hummels in der Nationalmannschaft. Der 31-Jährige, der von Bundestrainer Joachim Löw im März 2019 aussortiert worden war, habe „immer noch eine gute Chance“ bei der EM im kommenden Sommer dabei zu sein, sagte Watzke im ZDF-„Sportstudio“. „Er spielt seit langer Zeit auf Topniveau.“ Je näher es auf das Turnier zugehe, desto wahrscheinlicher werde es, dass Hummels doch wieder eingeladen werde.

Bayern-Profi Thomas Müller, der wie Hummels von Löw nicht mehr berücksichtigt wird, äußerte sich im ZDF vielsagend. Über das Thema eines Comebacks „wurde sich schon viel unterhalten“, sagte der 31-Jährige im ZDF nach dem 4:1-Sieg des Münchner Rekordmeisters bei Arminia Bielefeld, bei dem er überragend gespielt und zwei Tore erzielt hatte. „Dass ich mich in guter Verfassung befinde, sieht jeder. Da brauchen wir nicht mehr Worte drüber verlieren. Das lassen wir schön ruhig angehen und schauen, was passiert.“

Augsburg: Finnbogason fällt länger aus

Der FC Augsburg wird wieder für einige Zeit ohne Mittelstürmer Alfred Finnbogason auskommen müssen. Der isländische Nationalspieler hat sich bei einem Länderspieleinsatz vor einer Woche doch etwas schwerer am Oberschenkel verletzt als zuerst angenommen. „Vielleicht braucht er länger, bis er wieder bei uns ist“, sagte Trainer Heiko Herrlich.

In der Diagnostik habe sich herausgestellt, dass die Verletzung längerfristig ein Problem sein könnte, berichtete Herrlich. Manager Stefan Reuter konkretisierte, dass es sich wohl nicht um einen einfachen Muskelfaserriss handeln würde. Der 31-jährige Finnbogason könne darum durchaus vier oder sechs Wochen ausfallen.

Werner und Havertz treffen bei Chelsea-Remis

Trotz der ersten Premier-League-Tore der deutschen Nationalspieler Timo Werner und Kai Havertz hat der FC Chelsea einen Heimerfolg gegen den FC Southampton verpasst. Beim 3:3 (2:1) verspielte die Mannschaft von Trainer Frank Lampard den Sieg erst in der Nachspielzeit.

Werner war zuvor ein Doppelpack (43./57. Minute) gegen das Team seines früheren Trainers bei RB Leipzig, Ralph Hasenhüttl, gelungen. Nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich für die Gäste aus Southampton durch Danny Ings (43.) - nach Ballverlust von Havertz - und Che Adams (57.) schoss Havertz (59.) die Blues erneut in Führung. Doch der frühere Gladbacher Jannik Vestergaard (90.+2) glich kurz vor dem Abpfiff aus.

Corona-Pause? Watzke malt Schreckensszenario

BVB:Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hat sich den Warnungen von Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge vor fatalen Folgen der Corona-Krise für die Bundesliga angeschlossen. „Es ist klar, dass das in dieser Form wirtschaftlich nicht mehr ewig gut gehen kann“, sagte Watzke der „Bild". Für den Fall einer erneuten Corona-Pause malt er ein Schreckensszenario auf. „Sollte es noch einmal eine große Unterbrechung geben, dann könnten bei manch einem die Lichter ausgehen.“

Für Watzke ist Fortsetzung der Saison trotz der steigenden Infektionszahlen Voraussetzung für das wirtschaftliche Überleben der Vereine: „Ich denke, dass wir diese Saison hinbekommen – zumindest der Großteil der Vereine, wenn es denn keine Unterbrechungen mehr gibt.“ Falls doch, droht einigen Bundesligisten die Insolvenz.

Mertesacker stärkt Löw den Rücken

Für Per Mertesacker ist Joachim Löw nach wie vor der richtige Bundestrainer für die deutsche Nationalmannschaft. „Ich war lange genug dabei, um zu wissen, dass sowohl Joachim Löw als auch Oliver Bierhoff die Besten sind, um den Neuanfang hinzubekommen, mit einem klaren Konzept. Ich finde, diese Chance haben die beiden verdient“, sagte der Weltmeister von 2014 dem„Sportbuzzer“. Nach den zuletzt eher holprigen Partien des DFB-Teams war von mehreren Seiten Kritik an Löw aufgekommen. Er selbst habe „erlebt und gesehen, welches Topniveau sie haben. Deshalb ist mein Appell, ihnen zu vertrauen.“

Dennoch habe die Nationalmannschaft und der DFB etwas an Kredit bei den Fans verspielt. „Dinge wie der unnötige Flug nach Basel oder jetzt der Verdacht der Steuerhinterziehung helfen natürlich nicht dabei, das Image des DFB zu verbessern“, sagte der 36-Jährige. Man müsse wieder eine Begeisterung und Unterstützung bei den Fans entfachen. „Und das geht nur über Erfolge auf dem Platz und eine Mannschaft, die Spaß macht und vermittelt. Sich wieder mit dem DFB zu identifizieren, muss jetzt der nächste Schritt sein.“

Santos setzt Vertrag mit Robinho schon wieder aus

Am Freitag veröffentlichte Details aus Whatsapp-Botschaften und Telefon-Mitschnitten der Beteiligten an einer Gruppenvergewaltigung im Jahre 2013 haben den deswegen in erster Instanz bereits verurteilten Fußballprofi Robinho für seinen brasilianischen Club FC Santos unhaltbar gemacht. Der erst am vergangenen Sonnabend geschlossene Vertrag wurde angesichts der wachsenden Welle von Empörungen aus allen Richtungen nun auf Eis gelegt.

Der 36 Jahre alte Ex-Nationalspieler, der zu Karrierestart zweimal mit Santos Meister geworden war, gewann nach Zwischenstationen u.a. bei Real Madrid, Manchester City und dem AC Mailand, wo das vermeintliche Verbrechen stattfand, jüngst mit Istanbul Basaksehir erstmals in der Clubgeschichte die türkische Meisterschaft. Vor vier Jahren war Robinho wegen des Vergehens in Italien zu neun Jahren Haft verurteilt worden. Gegen das Urteil läuft noch Einspruch, Robinho beteuert seine Unschuld.

Dennoch sprang nach der Vertragsunterzeichnung am vergangenen Sonnabend, die Robinho ein symbolisches Monatssalär von 1500 Real (etwa 230 Euro), aber schon nach zehn Einsätzen einen Bonus von 300.000 Real (etwa 45.000 Euro) garantierte, der erste Sponsor, eine Zahnklinik-Kette, ab. Und als am Freitag die pikanten Mitschnitte an die Öffentlichkeit kamen, wuchs auch bei den übrigen Sponsoren, in der Fanlandschaft und vor allem in den Medien der Druck dermaßen, dass dem Klub und Robinho keine andere Wahl blieb.

Paris Saint-Germain mit klarem Sieg

Auch ohne den Brasilianer Neymar hat Paris Saint-Germain sein Auswärtsspiel bei Olympique Nimes gewonnen. Das Team von Trainer Thomas Tuchel setzte sich mit 4:0 (1:0) durch. Kylian Mbappé (32./83.), Alessandro Florenzi (78.) und Pablo Srabia (88.) erzielten die Tore für die Franzosen. Die Gastgeber spielten nach 15 Minuten (Rote Karte gegen Verteidiger Loick Landre) in Unterzahl. Nach dem siebten Spieltag ist Paris zumindest vorübergehend mit 15 Punkte Spitzenreiter der Ligue 1. Die beiden deutschen Nationalspieler Julian Draxler und Thilo Kehrer fehlten im Tuchel-Team verletzt.