FC St. Pauli

Sturm-Not zum Ligastart: Makienok und Tashchy fehlen

Boris Tashchy (l.) und Simon Makienok sind derzeit verletzt.

Boris Tashchy (l.) und Simon Makienok sind derzeit verletzt.

Foto: TayDucLam / WITTERS

Die beiden einzigen Mittelstürmer werden die Reise zum VfL Bochum verletzungsbedingt gar nicht erst antreten. Kyereh erster Kandidat als Ersatz.

Hamburg. Am Sonntagmorgen verkündete Timo Schultz das, was sich schon zum Ende der vergangenen Trainingswoche angekündigt hatte. Beim Zweitliga-Auftakt an diesem Montag gegen den VfL Bochum muss der Trainer des FC St. Pauli auf seine beiden Mittelstürmer Boris Tashchy (27) und Simon Makienok (29) verzichten.

Während der Deutsch-Ukrainer mit hartnäckigen Adduktorenproblemen zu kämpfen hat, muss der aus Dresden verpflichtete Däne mit Knöchelproblemen passen. „Es ist natürlich ärgerlich, dass wir die einzigen beiden Ausfälle auf einer Position haben, aber wir werden das kompensieren. In drei Testspielen haben wir auch ohne etatmäßigen Stürmer gespielt, wir werden das mit Tempo in der vordersten Linie auffangen“, sagte Schultz ganz pragmatisch. Ausreden will der 43-Jährige nicht gelten lassen. Der Doppel-Ausfall offenbart aber einmal mehr St. Paulis aktuelle Achillesferse im Aufgebot.

Zu wenig personelle Tiefe in der Offensive

Nach dem Weggang von Henk Veerman (29, SC Heerenveen), Dimitrios Diamantakos (27, Hajduk Split) und Viktor Gyökeres (22), der nach dem Ende des Leihgeschäfts zurück zu Brighton & Hove Albion musste, fehlt es dem Kiezclub vor allem in der Offensive an personeller Tiefe.

Gegen den VfL Bochum muss Neuzugang Daniel-Kofi Kyereh (24), der eher auf den Flügeln und als hängende Spitze eingeplant war, als Mittelstürmer aushelfen. Auf kurzfristige Verstärkung aus der U-23-Mannschaft kann Trainer Schultz nicht hoffen. Da die Regionalliga-Spieler nicht regelmäßig auf das Coronavirus getestet werden, können nicht einfach Spieler zwischen Zweitliga-Team und Nachwuchsmannschaft hin- und hergeschoben werden. In der Vorbereitung hatte Stürmer Serkan Dursun (19) unter anderem im Testspiel gegen Werder Bremen (0:1) mitgewirkt.

Keine neue Spieler für Bochum

Bis zum Ende der Transferfrist am 5. Oktober will Sportdirektor Andreas Bornemann (48) im Sturm in jedem Fall noch einmal nachrüsten. Eine erneute Leihe von Gyökeres scheint unwahrscheinlich. Der 22 Jahre alte Schwede traf in der vergangenen Woche im Ligapokal gegen den FC Portsmouth (4:0) zum ersten Mal für das Premier-League-Team und darf sich Hoffnungen machen, einen Platz Kader zu bekommen. Und wenn nicht? Dem Vernehmen nach will Brighton künftig seine Talente nur noch innerhalb Großbritanniens verleihen, damit sie sich besser an den englischen Fußball gewöhnen können.

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Gegen Bochum wird Schultz auf neue Spieler noch verzichten müssen. Nach dem 2:4 im DFB-Pokal gegen Regionalligaclub SV Elversberg steht die über den Sommer mühsam aufgebaute Aufbruchstimmung gleich auf dem Prüfstand.

„Ich glaube, dass wir die Stimmung in der Woche gedreht haben und wir optimistisch und mit einer Portion Selbstvertrauen nach Bochum fahren, um da ein gutes Spiel hinzulegen“, sagt der St.-Pauli-Trainer. Auf die Unterstützung der eigenen Anhänger wird St. Pauli in Bochum wegen der Corona-Hygieneregeln weiterhin verzichten müssen.

Dennoch werden am Montagabend 5000 Fans im Stadion an der Castroper Straße anwesend sein. „Grundsätzlich freut man sich über jeden Fan, das ist klar. Es ist ein schwieriges Thema: Auf der einen Seite möchtest du zurück in den Alltag und Fans im Stadion haben, auf der anderen Seite spielt die Gesundheit eine sehr große Rolle. Die sollte über allem stehen“, sagte Schultz.

VfL Bochum: Riemann – Gamboa, Lampropoulos, Leitsch, Danilo Soares – Losilla, Tesche – Zoller, Zulj, Holtmann – Ganvoula.

FC St. Pauli: Himmelmann – Avevor, Knoll, Buballa – Ohlsson, Aremu, Benatelli, Paqarada – Daschner, Dittgen – Kyereh.