DFB-Pokal

Norderstedt will Bayers Trainer zum Schimpfen bringen

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Jan Lüneburg soll für Norderstedt die Tore schießen.

Jan Lüneburg soll für Norderstedt die Tore schießen.

Foto: Witters

Der Regionalligist freut sich auf das DFB-Pokal-Abenteuer beim Bundesligisten Leverkusen und will dem Favoriten ein Bein stellen.

Norderstedt. Die entscheidende Nachricht für den Hamburger Pokalsieger Eintracht Norderstedt vor dem DFB-Pokal-Erstrundenspiel bei Bundesligist Bayer Leverkusen (So., 15.30 Uhr, Bay­Arena) kam am Freitag um 17 Uhr. Auch die vierte verpflichtende und vom DFB bezahlte Corona-Testreihe war komplett negativ. „Ein gutes Signal. Nun wissen alle Spieler: Sie können mitfahren“, freute sich Eintrachts Trainer Jens Martens.

Bereits am Sonnabend um 9 Uhr startet das verletzungsgebeutelte Team (sieben Ausfälle) per Mannschaftsbus als großer Außenseiter in sein DFB-Pokal-Abenteuer. Der weitere Zeitplan: Ankunft 16 Uhr. Abschlusstraining am Stadion um 17 Uhr. Danach Videostudium. Übernachtung. Frühstück. Teambesprechung. Mittagessen. Und dann als Krönung Bayer Leverkusen in deren eigener Arena das Fürchten lehren. So der Plan.

Die Eintracht verbreitet Zuversicht

Um die Realisierbarkeit vor allem des letzten Punktes realistisch einzuschätzen, genügen zwei Zahlen. Den Marktwert des Bayer-Kaders schätzte statista.de im August 2020 auf 407 Millionen Euro, Regionalligist Eintracht Norderstedt schafft es knapp über die Marke von einer Million. Dass Leverkusens Teams durch die Abgänge von Mittelfeldgenie Kai Havertz (für 100 Millionen Euro zu Chelsea) und Angreifer Kevin Volland (für 15 Millionen Euro zu AS Monaco) nun „nur“ noch 300 Millionen Euro wert ist, erscheint bei diesen Dimensionen unwesentlich.

Trotzdem verbreitet die Eintracht Zuversicht. „Wir wollen lange die Null hinten halten und vorne unser Tor machen“, sagt Kapitän Jordan Brown. Sechser Philipp Koch tippt 2:1 für die Eintracht, und Coach Martens will keinesfalls Verstecken in der BayArena spielen. „Wir wollen unseren Stürmer Jan Lüneburg in Szene setzen“, sagt Martens. „Und nicht nur lange Bälle schlagen. Wir wollen Fußball spielen.“ Das ungewohnte Szenario, als drei Klassen tieferer Club im DFB-Pokal auswärts antreten zu müssen (die Eintracht gab ihr Heimrecht aus Kostengründen ab), soll nicht hinderlich sein. „Für uns als Amateure ist das eine Riesenchance, in einer solchen Arena spielen zu dürfen“, sagt Eintrachts Mittelfeldspieler Evans Nyarko.

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Wie man einen Favoriten ins Wanken bringt, weiß sein Trainer. Am 11. August 1996 spielte Martens mit Holstein Kiel im Pokal gegen Eintracht Frankfurt. „Die Eintracht hat erst in letzter Sekunde das 4:2 geschossen. Mein Trainerkollege Dragoslav Stepanovic hat ganz schön viel gemeckert“, sagt Martens. Nun soll Bayer-Chefcoach Peter Bosz zum Schimpfen gebracht werden.