Trendsport

SC Condor freut sich auf Bundesligapremiere im Padeltennis

Tim Neidhardt mit Ehefrau Bernadett auf der Condor-Anlage.

Tim Neidhardt mit Ehefrau Bernadett auf der Condor-Anlage.

Foto: Marcelo Hernandez

Der Trendsport hat auch in Deutschland Fuß gefasst. Hamburg ist erster Ausrichter des Regional-Nord-Entscheids.

Hamburg. Er wird wieder ganz in seinem Element sein am Wochenende. Schließlich ist das, was am Sonnabend und Sonntag von 9 bis 18 Uhr auf der Anlage am Berner Heerweg geboten wird, eine nationale Premiere. Und weil Tim Neidhardt die Rolle als Pionier in seiner noch jungen Sportart gern übernimmt, freut er sich trotz all der Arbeit, die auf ihn wartet, sehr auf das erste Bundesligaturnier im Padeltennis.

Vier Jahre ist es her, dass der aus Buchholz in der Nordheide stammende 33-Jährige beim SC Condor die ersten Hamburger Padel-Meisterschaften auf die beiden damals neu gebauten, zehnmal 20 Meter großen Plätze brachte, die an den Stirnseiten und hälftig an den Längsseiten mit bis zu drei Meter hohen Spezialglaswänden umgeben sind. Als BWL-Student war er 2012 bei einem Auslandssemester in Madrid erstmals mit dem Rückschlagsport in Berührung gekommen, der in Spanien Tennis als Breitensport überholt hat, am besten als eine Mischung aus Tennis und Squash beschrieben werden kann und nur im Doppel gespielt wird. 2016 hatte die Padel-Sparte beim SC Condor 42 Mitglieder, in der ganzen Stadt gab es keinen anderen Anbieter. In Deutschland gab es 22 Standorte mit rund 40 Courts.

Squash kann in Corona-Zeiten nicht gespielt werden

Vier Jahre später kann Tim Neidhardt die Entwicklung des Trendsports mit Zahlen belegen. Zwar gibt es mit dem Club an der Alster, der seine beiden am Rothenbaum neu errichteten Plätze nur Vereinsmitgliedern zur Verfügung stellt, nur einen weiteren Anbieter in Hamburg. „Aber unsere Sparte ist mittlerweile 135 Mitglieder groß“, sagt der Abteilungsleiter. Und weil am Berner Heerweg auch Nichtmitglieder Spielzeiten buchen können, „sind wir in den Sommermonaten komplett überrannt worden. Auch weil Squash in Corona-Zeiten nicht gespielt werden kann“. Ein dritter Court, der überdacht wird und deshalb auch bei schlechtem Wetter genutzt werden kann, ist für kommendes Jahr in Planung. „Wir brauchen diese Kapazitäten dringend“, sagt Neidhardt.

Deutschland zählt mit seinen aktuell 35 Anlagen und nicht einmal 100 Courts zwar immer noch zu den Padel-Ent­wicklungsländern. Im deutlich kleineren Dänemark gibt es 87 Anlagen mit fast 200 Plätzen, Schweden bietet sogar rund 1000 Courts an. Spanien, Nord- und Südamerika und auch die Commonwealth-Staaten sind noch deutlich weiter enteilt. Dennoch sieht Tim Neidhardt die Installation eines Ligenspielbetriebs als ein weiteres Zeichen dafür an, dass Padeltennis auch hierzulande aus den Kinderschuhen herauswächst. Eine nationale Turnierserie gibt es seit einigen Jahren, 2019 richtete der SC Condor erstmals auch ein internationales Ranglistenturnier aus.

Großes Potenzial

Nun Gastgeber für den ersten Bundesligaspieltag zu sein, der sich wegen Corona verzögerte, sei für den Verein Ehre und Verpflichtung zugleich. Gespielt wird in den Altersklassen Herren und Herren 30 in Turnierform in zwei Vierergruppen. Condor trifft dabei in jeweils auf drei Doppel angesetzten Gruppenmatches auf GreenTEC Campus Enge-Sande, den HTC Halle und die Reinickendorfer Füchse aus Berlin. Die beiden Gruppensieger des sogenannten Regional-Nord-Entscheids qualifizieren sich, wie auch die beiden Siegerteams der weiteren drei Regionalturniere, für das Finalturnier, das im November in Köln ausgetragen wird. Die Domstadt beherbergt die größte deutsche Indoor-Anlage, während Karlsruhe mit fünf Außenanlagen der deutsche Padel-Hotspot ist.

Beim SC Condor planen sie indes längst über das Wochenende hinaus. Am 10./11. Oktober bestreiten die Damen, Herren 40 und Herren 50 ihren Regionalentscheid am Berner Heerweg, im kommenden Jahr sind weitere nationale und internationale Turniere vorgesehen, die man auch in Kooperation mit dem Club an der Alster austragen möchte. Allerdings sind die beiden Courts dort noch nicht wettkampftauglich. „Wir hoffen sehr, dass weitere Vereine nachziehen. Das Potenzial ist groß“, sagt Tim Neidhardt. Er ist zwar gern Pionier. Aber Konkurrenz belebt das Geschäft, und das kann nie schaden.