Corona-Krise im Sport

Hockeyliga e. V. und Verband streiten um Selbstvermarktung

Tobias Hauke ist Führungsspieler beim Harvestehuder THC. (Archivbild)

Tobias Hauke ist Führungsspieler beim Harvestehuder THC. (Archivbild)

Foto: Witters

Vorm Restart der Saison der Feldhockey-Bundesligen der Damen und Herren stocken die Verhandlungen über eine Ausgliederung.

Hamburg. Es könnte ein historischer Tag werden, wenn die Feldhockey-Bundesligen der Damen und Herren an diesem Sonnabend den Spielbetrieb wieder aufnehmen. Und das nicht nur, weil die Saison 2019/20 aufgrund der Corona-Krise auf das Frühjahr 2021 ausgedehnt wird und die je zwölf Clubs mit den in der Hinrunde im Herbst 2019 erzielten Punkten und Toren starten. Sondern vor allem, weil es die letzte Saison unter Federführung des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) sein könnte.

Das zumindest ist die Zielsetzung des Hockeyliga e. V., der sich im Mai 2019 im Anschluss an den DHB-Bundestag in Grünstadt gegründet hatte. Der Interessenverein der Bundesligaclubs strebt an, den Spielbetrieb in den Ersten und Zweiten Ligen eigenständig zu organisieren und zudem die Vermarktung der Topligen in eigene Hände zu nehmen. Diese Ziele wurden am vergangenen Sonnabend auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung in Köln, auf der ein neuer Markenauftritt und die Internetpräsenz bundesliga.hockey vorgestellt wurden, noch einmal bekräftigt.

Verhandlungen über einen Grundlagenvertrag sind ins Stocken geraten

Horst Müller-Wieland, Präsident des Uhlenhorster HC und einer der Gründer des Vereins, sagt: „Der Satzungszweck ist nicht die Ausgliederung, sondern die Bundesligen zu einem möglichst guten Produkt zu machen und damit das Hockey als Ganzes nach vorn zu bringen. Wir glauben aber, dass das am besten funktioniert, wenn wir uns selbst verwalten.“ Der Dachverband scheint das allerdings weiterhin grundlegend anders zu sehen. Im November 2019 hatte sich das DHB-Präsidium gegen eine Eigenständigkeit der Ligen ausgesprochen.

Die Verhandlungen über einen Grundlagenvertrag, der die Zusammenarbeit zwischen DHB und Hockeyliga e. V. regeln soll, sind ins Stocken geraten. Zuletzt hatte der neue DHB-Generalsekretär Heiko von Glahn zwar ein Gespräch zur Professionalisierung der Bundesligen angeboten, aber, so Müller-Wieland, „gleichzeitig Forderungen aufgestellt, die uns weit zurückgeworfen hätten. Das hat uns gezeigt, dass uns der DHB nicht entscheidend einbinden will.“

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Bis zum nächsten Bundestag im Mai 2021 will der Hockeyliga e. V. nun weitere Überzeugungsarbeit leisten, um die in Grünstadt verfehlte Zweidrittelmehrheit für eine Ausgliederung erreichen zu können. Das dies notwendig ist, unterstreicht der Fakt, dass sich von insgesamt 57 Bundesligaclubs bislang erst 30 dem Interessenverein angeschlossen haben. Selbst aus den beiden Ersten Ligen fehlen noch vier Vereine, darunter die Hamburger Clubs Großflottbeker THGC und Club an der Alster. Alsters Hockeyvorstand Tim Jessulat sagt: „Wir finden die Idee gut und werden auch beitreten. Aber uns fehlen noch ein paar Details zum Finanzierungskonzept. Deshalb warten wir noch ab.“ Historisches braucht eben manchmal Zeit.