Fußball-Ticker

"Freue mich sehr": Besondere Bayern-Ehre für Serge Gnabry

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Montag, den 31. August 2020:

Gnabry übernimmt Ribérys alte Nummer

Den enormen Stellenwert von Serge Gnabry (25) bei Bayern München kann man künftig auf dem Trikot des Nationalspielers ablesen. Der Außenstürmer, der in der abgelaufenen Spielzeit nicht zuletzt wegen seiner neun Champions-League-Tore maßgeblichen Anteil am Gewinn des Triples hatte, läuft fortan mit der prestigeträchtigen Rückennummer sieben auf.

Diese gehörte von 2007 bis zu seinem Karriereende im Sommer 2019 dem französischen Publikumsliebling Franck Ribery. „Ich freue mich sehr, künftig mit dieser Rückennummer aufzulaufen“, sagte Gnabry: „Franck hat die Fans immer begeistert – das motiviert mich umso mehr.“ Bislang trug Gnabry die 22.

Von der Vergabe fester Trikotnummern in der Bundesliga vom Jahr 1995 an bis 2007 hatte beim FC Bayern Edeltechniker Mehmet Scholl die sieben auf dem Jersey. Zuvor waren auch der heutige Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge und Erfolgstrainer Hansi Flick zu aktiven Zeiten zumindest phasenweise mit dieser Nummer aufgelaufen.

Drei Corona-Fälle bei Atalanta Bergamo

Bei Atalanta Bergamo sind drei Spieler positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das gab der Verein des Deutschen Robin Gosens (siehe auch früherer Eintrag) auf der Homepage bekannt. Die Namen der Betroffenen nannte der Club nicht. Die positiv getesteten Spieler des Champions-League-Viertelfinalisten seien alle symptomfrei, hieß es. Sie befänden sich in Isolation.

In der vergangenen Woche hatte auch der AS Rom von positiven Corona-Tests bei seinen Spielern berichtet. In Italien soll die neue Saison der Serie A am 19. September starten.

Der 26 Jahre alte Atalanta-Profi Gosens ist derzeit bei der deutschen Nationalmannschaft. Der Abwehrspieler könnte im Nations-League-Spiel gegen Spanien am Donnerstag in Stuttgart seine Premiere im DFB-Trikot geben.

Bruder von Lewis Holtby nach Münster

Drittliga-Absteiger Preußen Münster hat vier Tage vor dem Saison-Eröffnungsspiel der Regionalliga West bei Vorjahres-Meister SV Rödinghausen einen Offensivspieler mit prominentem Namen verpflichtet. Joshua Holtby (24), jüngerer Bruder von Ex-Nationalspieler Lewis Holtby, kommt von der MVV Maastricht.

Beim niederländischen Zweitligisten war der in der Jugend von Borussia Mönchengladbach ausgebildete Holtby Stammspieler, er kam in 35 Spielen seit Januar 2019 auf drei Tore und 13 Vorlagen. Sein Bruder Lewis Holtby spielt nach Erstliga-Stationen auf Schalke, in Bochum, Mainz und beim HSV inzwischen bei den Blackburn Rovers in der englischen Heimat des Vaters der beiden Brüder.

Rakitic von Barça wieder nach Sevilla?

Der frühere Schalker Ivan Rakitic verlässt nach Medienberichten den FC Barcelona und kehrt zum FC Sevilla zurück. Der 32 Jahre alte Mittelfeldspieler aus Kroatien habe am Montag bereits die zum Wechsel obligatorische medizinische Untersuchung absolviert, berichteten die Fachblätter „Marca“, „Mundo Deportivo“ und andere Medien unter Berufung auf das Umfeld des Spielers.

Mit Europa-League-Sieger FC Sevilla wird Rakitic nächste Saison auch um den Champions-League-Titel spielen. Die Katalanen würden für den in der Schweiz geborenen Profi „eine kleine Ablösesumme“ erhalten, schrieb „Mundo Deportivo“. Der Vertrag von Rakitic in Barcelona lief noch bis Juni 2021.

Beim 2:8-Debakel der Katalanen um Weltfußballer Lionel Messi und Nationaltorwart Marc-André ter Stegen gegen den FC Bayern München im Viertelfinale der Champions League war Rakitic nicht zum Einsatz gekommen. Der nach der Pleite von Barça verpflichtete neue Trainer Ronald Koeman habe dem Spieler gesagt, dass er beim Neuaufbau des Teams nicht mit ihm zähle, berichteten Medien. Neben Rakitic stehen nach diesen Berichten andere Routiniers wie Luis Suárez und Arturo Vidal auf der Verkaufsliste des Vereins.

Nach seiner Zeit bei Schalke (2007-2011) hatte Rakitic drei Jahre für Sevilla gespielt, bevor er im Sommer 2014 für 18 Millionen Euro nach Barcelona wechselte. In der andalusischen Hauptstadt lernte er seine Frau Raquel kennen. Das Ehepaar hatte nie einen Hehl daraus gemacht, dass man irgendwann nach Sevilla zurückkehren und sich dort endgültig niederlassen wolle.

Werder: Rashica und Chong doch zu Länderspielen

Die Verantwortlichen von Werder Bremen haben im Streit um die Abstellungen ihrer Nationalspieler Milot Rashica und Tahith Chong eine Lösung gefunden. Nach Rücksprache mit Vertretern des kosovarischen und des niederländischen Fußballverbandes dürfen die Akteure zu ihren Mannschaften reisen, nehmen an den Länderspielen in Risikogebieten mit Rücksicht auf die dann obligatorische fünftägige Quarantäne aber nicht teil.

„Wir haben nun einen Kompromiss mit den Verbänden gefunden. Beide Spieler werden jeweils zu den Spielen reisen, die nicht in Risikogebieten stattfinden“, sagte Werders Geschäftsführer Frank Baumann via Vereinsmitteilung: „Somit müssen sie nachher auch nicht in Quarantäne und stehen uns direkt wieder zur Verfügung.“

Unabhängig von einem negativen Covid-19-Test besteht das Gesundheitsamt Bremen bei Reisen in Corona-Risikogebiete auf einer fünftägigen Quarantäne. Dies hätte im Fall von Rashica und Chong bedeutet, dass sie für den Bremer Pflichtspielauftakt im DFB-Pokal bei Carl-Zeiss Jena (12. September) nicht zur Verfügung gestanden hätten.

Rashica reist in dieser Woche nach Italien, wo er mit der kosovarischen Auswahl am Donnerstag (3. September) in Parma gegen Moldau antritt. Es wird dann aber auf die zweite Partie in Pristina gegen Griechenland verzichtet. Chong wird voraussichtlich noch im Test am kommenden Wochenende gegen Hannover 96 zum Einsatz kommen und anschließend in die Niederlande reisen, wo am Dienstag (8. September) die Partie gegen Norwegens U21 auf dem Programm steht.

Deutsche Fans lehnen Nations League ab

Die Nations League stößt vor ihrer zweiten Auflage bei den deutschen Fans auf wenig Gegenliebe. Von den 5145 Teilnehmern der Online-Umfrage „Bundesliga-Barometer“ gaben 74,7 Prozent an, sie hielten den Wettbewerb „grundsätzlich“ für nicht sinnvoll.

Sogar 80,6 Prozent sehen die Nationenliga als „unnötige Belastung für die Profis der großen Fußball-Nationen“, auch sei der Modus zu komplex (79,6 Prozent Zustimmung). Folgerichtig wollen 56,2 Prozent der Befragten die Spiele gar nicht erst in den Medien verfolgen.

Die deutsche Nationalmannschaft trifft in der Liga A der Nations League am Donnerstag in Stuttgart auf Spanien und drei Tage später in Basel auf die Schweiz (beide 20.45 Uhr/ZDF). Nicht dabei ist Rio-Weltmeister Thomas Müller, für dessen Comeback in der DFB-Auswahl sich 61,7 Prozent der Befragten aussprachen. Mats Hummels will jeder Dritte zurück (34,3 Prozent), bei Jerome Boateng sind es 29,2 Prozent.

Ibrahimovic bleibt wohl beim AC Mailand

Der schwedische Stürmer Zlatan Ibrahimovic hat laut Medienberichten einen neuen Einjahresvertrag beim AC Mailand unterschrieben. am Montag. Nachdem er ein negatives Ergebnis des Corona-Tests erhalten habe, sei er am Montag zur Unterschrift zum Verein gekommen, schrieb die Agentur Adnkronos.

In einen Video des AC Mailand mit Bildern vom Flughafen Linate ist Ibrahimovic zu sehen - Titel „IZ BACK“ (IZ zurück). Dort kündigte er an, er wolle die neuen Aufgaben anpacken. „Alles ist in Ordnung“, sagte der Spieler. Er kehre dahin zurück, wo er sich zu Hause fühle. „Wir müssen arbeiten. Wie ich schon immer gesagt habe, ich bin nicht hier, um ein Maskottchen zu sein, sondern um Resultate zu bringen.“

In den Monaten zuvor hatte es Gerüchte gegeben, dass sich Ibrahimovic zurückziehen wolle. Dem war der Spieler, dessen alter Vertrag mit dieser Saison auslief, schon im Juli entgegengetreten. Nach Medienberichten wurde er bereits am Montagnachmittag beim Training erwartet.

DFB-Neuling Gosens: "Gesamtpaket" als Vorteil

DFB-Neuling Robin Gosens sieht sich gegenüber seinen Kontrahenten bei der deutschen Nationalmannschaft aufgrund seiner Fähigkeiten als Allrounder im Vorteil. „Für mich spricht vielleicht das Gesamtpaket. Ich habe die Qualität, die ganze linke Seite zu übernehmen, dass ich offensiv wie defensiv einen Wert habe“, sagte Gosens dem "Kicker".

Der Senkrechtstarter vom italienischen Überraschungsteam Atalanta Bergamo gehört zum Auftakt der EM-Saison mit den Nations-League-Spielen am Donnerstag in Stuttgart gegen Spanien und drei Tage darauf in Basel gegen die Schweiz (beide 20.45 Uhr/ZDF) erstmals zum DFB-Kader. In Marcel Halstenberg fehlt ein Konkurrent für die linke Seite, der Leipziger wird geschont. Jonas Hector (1. FC Köln) wurde nicht nominiert, Nico Schulz von Borussia Dortmund dagegen ist dabei.

„Oft wird den “Wingbacks', also den offensiveren Außenverteidigern, nachgesagt, dass sie die Defensivarbeit vernachlässigen„, sagte Linksfuß Gosens (26) über seine Position: “Ich glaube aber schon, dass ich meine Seite hinten vernünftig zubekomme.„

Löw wisse „um meine Offensivqualitäten und sieht mich deshalb vor allem in einem System mit Dreierkette, in dem ich die ganze Seite beackern kann“, ergänzte er: „Theoretisch, das hat der Bundestrainer mir gesagt, wäre ich auch für eine Viererkette geeignet. Das habe ich früher in Holland nur gespielt. Ich muss es nicht komplett neu lernen.“

Mertesacker neuer TV-Experte beim ZDF

Per Mertesacker wird neuer TV-Experte beim ZDF und tritt damit die Nachfolge von Oliver Kahn an. Der Weltmeister von 2014 hat seinen ersten Einsatz am Donnerstag beim Nations-League-Spiel der deutschen Auswahl gegen Spanien in Stuttgart, wie der Sender mitteilte. Der frühere Abwehrspieler wird außerdem Spiele der Bundesliga analysieren und ist bei der ins kommende Jahr verschobenen EM dabei.

„Ich freue mich auf diese neue Herausforderung und die Zusammenarbeit mit den ZDF-Sportkollegen. Ich hoffe, die Fußball-Berichterstattung im Zweiten mit meiner Erfahrung und meinem Wissen ein Stück weit bereichern zu können“, sagte Mertesacker (35), der zuvor zwei Jahre beim Streamingdienst Dazn unter Vertrag stand.

„Per Mertesacker ist ein ausgezeichneter Kenner des nationalen und internationalen Fußballs. Er ist kompetent, authentisch und passt mit seiner gradlinigen Art ideal zum ZDF-Sport“, sagte ZDF-Sportchef Thomas Fuhrmann.

Der gebürtige Hannoveraner Mertesacker spielte in der Bundesliga für Hannover 96 und Werder Bremen. Von 2011 bis 2018 stand er beim FC Arsenal in der Premier League unter Vertrag und leitet dort nach seinem Karriereende die Nachwuchsakademie.

Anfang August wurde bekanntgegeben, dass Kahn als Vorstandsmitglied des FC Bayern München und der öffentliche-rechtliche Sender keinen neuen Vertrag abgeschlossen haben. Der bisherige Kontrakt galt bis zur für dieses Jahr geplanten EM. Der 51 Jahre alte Ex-Nationalspieler war mehr als ein Jahrzehnt für das ZDF im Einsatz.

Bierhoff zu Corona-Krise: "Es ist anstrengend"

Oliver Bierhoff sieht die Nationalmannschaft und den DFB durch die Corona-Krise weiter vor riesigen Aufgaben. Besonders der enge Spielkalender in den Herbstmonaten ist für der DFB-Direktor problematisch. „Wenn wir dann natürlich im Oktober, November drei Länderspiele innerhalb von acht oder zehn Tagen durchführen müssen, dann ist das körperlich eine Herausforderung. Es ist eine Herausforderung für die Trainer. Sie haben kaum Trainingsmöglichkeiten mit der Mannschaft“, sagte Bierhoff in einem ARD-Interview.

Die Auswahl von Bundestrainer Joachim Löw beendet mit den Spielen der Nations League am Donnerstag in Stuttgart gegen Spanien und am Sonntag in Basel gegen die Schweiz ihre fast zehnmonatige Auszeit. Im Oktober und November tritt sie neben je zwei Spielen der Nations League auch noch zu Testspielen gegen die Türkei und Tschechien an. Das hatte zuletzt auch Löw als „grenzwertig“ bezeichnet. Bierhoff erläuterte die ökonomischen Zwänge: „Aber wir verstehen natürlich die Notwendigkeit der Uefa, wir verstehen auch die wirtschaftlichen Notwendigkeiten und gehen das deswegen positiv an.“

Der DFB ist selbst auf die Länderspieleinnahmen angewiesen, um die Auswirkungen der Corona-Krise abzumildern. Diese seien „schon heftig gewesen.“ Bierhoff macht sich zudem Gedanken, wie sich der Fußball für Fans interessant halten kann. „Es ist anstrengend, gerade jetzt in den schwierigen Zeiten, wo die Menschen andere Sorgen haben, dass wir den Sport auch weiter attraktiv machen“, sagte er.

Da sieht Bierhoff auch die Profis in der Pflicht. „Am Ende kommt man natürlich immer dahin, neben all den Nebensächlichkeiten, ob die Currywurst passt oder ob der Sitzplatz gut ist, es geht um die Leistung auf dem Platz und es geht um ein emotionales, authentisches, ehrliches Auftreten der Mannschaft“, meinte Bierhoff. Darum müsse sich der DFB in den kommenden Monaten „ernsthaft kümmern.“

Streich lobt Proteste in den USA: "Unabdingbar"

Freiburgs Trainer Christian Streich hat die jüngste Protestwelle gegen Rassismus und Polizeigewalt in den USA gelobt. Es sei „unabdingbar“, dass Profisportler politisch seien, sagte der 55-Jährige im SWR-Interview. „Was sollen die Menschen machen? Bei der politischen Situation, die in diesem Land herrscht, das ist ein Desaster, was da passiert ist. Eine Tragödie. Da sind Menschen an der Macht, gegen die man natürlich aufstehen muss, weil das Leben von ganz vielen Menschen bedroht ist - sowohl corona-mäßig, als auch was du für eine Hautfarbe hast. Von dem her ist es unabdingbar. Es geht gar nicht anders.“

Ausgelöst wurden die jüngsten Proteste zahlreicher Profisportler durch Schüsse von Polizeibeamten auf den schwarzen Familienvater Jacob Blake, bei denen dieser vor einer Woche im US-Bundesstaat Wisconsin schwer verletzt wurde. Die Basketballer der Milwaukee Bucks waren daraufhin nicht zu ihrem NBA-Playoff-Spiel gegen die Orlando Magic angetreten. Etliche Teams aus anderen Sportarten wie Baseball, Football, Fußball oder Eishockey schlossen sich den Protesten an.

Baumjohann holt vor 7500 Fans den Titel

Der langjährige Bundesligaspieler Alexander Baumjohann (33) hat mit dem Sydney FC seinen ersten Meistertitel in der australischen A-League geholt. Im Grand Final setzte sich der Hauptrundensieger gegen Melbourne City mit 1:0 (0:0, 0:0) nach Verlängerung durch. Nach dem fünften Triumph ist Sydney nun alleiniger Rekordsieger.

Baumjohann, der in der Bundesliga unter anderem für Gladbach, Schalke und Hertha BSC auflief, wurde in der 87. Minute eingewechselt. Für die Entscheidung sorgte vor 7500 Zuschauern Verteidiger Rhyan Grant (101.). Vor der Saison standen Titelverteidiger Sydney und Melbourne Victory in der zur Saison 2005/06 eingeführten A-League als gemeinsame Rekordsieger bei vier Titeln.

Sydney hatte die Hauptrunde überlegen mit 53 Punkten gewonnen und sich damit wie auch der Tabellenzweite Melbourne City (47) für das Halbfinale der Play-offs qualifiziert. Im Endspiel setzte sich der Favorit durch. Mittelfeldspieler Baumjohann war vor der Saison von den Western Sydney Wanderers zum Sydney FC gewechselt.

Ailton will dauerhaft zurück nach Bremen

Comeback für Ailton in Bremen: 16 Jahre nach seiner erfolgreichsten Saison beim SV Werder will der einstige Torjäger der Norddeutschen dauerhaft in die Hansestadt zurückkehren. Dies verriet der mittlerweile 47-Jährige als Gast bei einem Testspiel der Grün-Weißen in Lohne gegen den FC Groningen (5:0).

„Ich habe hier immer noch viele Termine, warum also nicht ganz zurückkommen“, sagte der Brasilianer, der zurzeit noch mit seiner Familie in Dallas/Texas lebt. Ailton gewann mit den Bremern in der Saison 2003/04 das Double, war damals auch Torschützenkönig und wurde als erster ausländischer Profi in Deutschland zum Fußballer des Jahres gewählt.

Bosz hat Havertz und Volland aufgegeben

Kai Havertz wird Bayer Leverkusen höchstwahrscheinlich in den nächsten Tagen in Richtung FC Chelsea verlassen. Das bestätigte Trainer Peter Bosz auf einer Pressekonferenz am Montag. Der Niederländer erwarte, dass Havertz nach der Länderspielpause „nicht mehr zurückkommt“. Gleiches gilt laut Bosz auch für Stürmer Kevin Volland, der mit dem französischen Erstligisten AS Monaco in Verbindung gebracht wird.

„Es kann im Fußball immer so sein, dass das am Ende nicht klappt. Aber ganz ehrlich, weil schon so lange verhandelt wird, gehe ich davon aus, dass die Wahrscheinlichkeit größer ist, dass Kai weggeht, als das er noch bleibt“, sagte Bosz.

Dass der Verhandlungspartner Chelsea ist, bestätigte Bosz. Angesprochen auf die hohen Ablösesummen trotz der Corona-Krise antwortete der Trainer: „Das sind Vereine und Personen, in diesem Fall wahrscheinlich Roman Abramowitsch (Finanzier von Chelsea, d. Red.), die das zahlen können und wollen. Die werden das schon durchrechnen, denn der Kai ist auch nicht der einzige Spieler, der dieses Jahr nach Chelsea geht“, sagte Bosz.

Die Blues haben in der Sommerpause erheblich aufgerüstet und mit Timo Werner von RB Leipzig bereits einen Bundesligaspieler für geschätzte 53 Millionen Euro unter Vertrag genommen. Für Havertz sollen die Bayer-Bosse eine Ablösesumme von mindestens 100 Millionen Euro fordern.

Bei Volland zeichnete Bosz ein ähnliches Bild. „Im Fußball ist alles möglich, aber wenn sie mich fragen ob ich damit rechne, dass er zurückkommt, muss ich klar sagen: Nein“, so Bosz.

Eintracht plant mit maximal 20.000 Zuschauern

Eintracht Frankfurt plant für den Fall einer Teilzulassung von Zuschauern offenbar mit bis zu 20.000 Fans. Dies gehe aus dem Hygienekonzept der Hessen hervor, das der Verein nach Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ bereits den Fanclubs vorgestellt hat. Demnach enthalte der etwa 40-seitige Maßnahmenkatalog konkrete Pläne, wie eine Fan-Rückkehr ab November gestaltet werden könne.

Die Eintracht kalkuliere laut „FAZ“ nur mit Sitzplätzen, die Anzahl der möglichen Zuschauer sei von den jeweils geltenden Abstandsregeln abhängig. Bei einem Sicherheitsabstand von eineinhalb Meter plane der Verein mit etwa 11.500 Fans. Wäre ein Abstand von einem Meter zulässig, sei eine Auslastung mit rund 20.000 Zuschauern denkbar. Der Bundesligist selbst hat sich dazu bisher nicht geäußert.

Größtes Problem sei die An- und Abreise zum Stadion. Daher plane der Verein nach Informationen des Blattes, den Einlass in mehrere Slots zu unterteilen, damit sich der Andrang von Zuschauern zeitlich auf mehrere Stunden verteilen könne. Da das Infektionsgeschehen lokal unterschiedlich sei, hätten die Eintracht-Verantwortlichen vor den Fanvertretern von einer dynamischen Lage gesprochen, wegen der von Spiel zu Spiel neu entschieden werden müsse.

Bundestrainer? Flick ist „aktuell sehr zufrieden“

Bayern Münchens Triple-Trainer Hansi Flick hat derzeit keine Ambitionen, seinen früheren Chef Joachim Löw abzulösen. „Ich bin aktuell mit dem Vereinsfußball sehr zufrieden, weil ich sehe, dass man tagtäglich so viel entwickeln kann“, sagte Flick angesprochen auf den vermeintlichen „Lebenstraum“ Bundestrainer dem "Kicker": „Ich weiß nicht, wie Jogi Löw und die anderen Nationaltrainer in der Corona-Pause klarkamen ohne Training und Spiele.“

Löw (60) selbst hatte in der vergangenen Woche betont, er halte seinen Assistenten beim WM-Triumph 2014 „selbstverständlich“ für den Posten geeignet. Der Vertrag des Bundestrainers läuft bis zur WM 2022, Flick (55) ist bis 2023 an den FC Bayern gebunden.

Nach dem Triple hat Flick schon die nächsten Ziele ins Auge gefasst. „Wir alle beim FC Bayern müssen uns weiterentwickeln und können jetzt nicht sagen, in den kommenden Monaten machen wir weniger“, betonte er: „Du kannst dich nicht ausruhen, in keinem Beruf. Ziel gesetzt, Ziel erreicht, zack, kommt das nächste Ziel.“ Das sei mindestens das Double, obwohl es in der Bundesliga „enger“ geworden sei.

Flick hofft deshalb und wegen des anspruchsvollen Programms offenbar noch auf weitere Zugänge. „Wir müssen da immer wieder rotieren. Deshalb brauchen wir einen Kader mit einer gewissen Qualität in der Breite“, sagte er. Zumal die Bayern durch Abgänge „Qualität verlieren“ und sich die Neuen „erst an unsere Philosophie gewöhnen müssen“.

Ciro Immobile bindet sich "fürs Leben"

Der Ex-Dortmunder Ciro Immobile wird weiter bei Lazio Rom auf Torejagd gehen. Der 30-jährige Süditaliener habe einen neuen Fünfjahresvertrag bis 2025 unterschrieben, verkündete Lazios Medienchef Stefano De Martino auf Facebook. Damit binde er sich „fürs Leben“ an den Club, sagte De Martino im Vereinskanal „Lazio Style Channel“.

Immobiles ursprünglicher Vertrag lief bis Mitte 2023. Er war Anfang August mit insgesamt 36 Toren in der Serie A als bester Torjäger Europas mit dem „Goldenen Schuh“ geehrt worden.

Der Stürmer spielt seit Mitte 2016 in Rom. Immobile kam 2014 vom BVB, konnte sich da aber nicht durchsetzen. Später wurde er zum FC Sevilla sowie FC Turin ausgeliehen, ehe er nach Rom wechselte.

Lewandowski noch acht Jahre im Dienst?

Deutschlands Fußballer des Jahres Robert Lewandowski hat noch lange nicht genug. „Der jetzige Vertrag ist nicht mein letzter. Ich will noch länger spielen. Und ich will noch mehr erreichen, meine Kollegen in München denken genauso“, sagte der 32-Jährige dem kicker.

Er fühle sich besser als mit 26, sagte der Ausnahmestürmer, der noch bis 2023 an den deutschen Rekordmeister Bayern München gebunden ist. Kann er dann sogar noch zehn Jahre spielen? „Zehn Jahre? Vielleicht acht“, sagte er.

Ein Karriereende bei den Bayern sei dabei „eine Option, klar“, betonte der polnische Nationalspieler: „Aber ich habe noch so viele Jahre vor mir, ich denke nicht an das Ende meiner Karriere.“

Van Gaal: Zum dritten Mal Bondscoach?

Ex-Bayern-Coach Louis van Gaal ist nach Medienberichten nicht abgeneigt, zum dritten Mal Nationaltrainer der Niederlande zu werden. Sollte der Fußballverband KNVB auf ihn zukommen, „werde ich ernsthaft darüber nachdenken“, zitierte der TV-Sender NOS van Gaal am Sonntagabend. Die Niederlande suchen nach dem plötzlichen Wechsel von Ronald Koeman zum FC Barcelona nach einem neuen Auswahlcoach - zunächst für die EM 2021.

Der heute 69-jährige van Gaal war bereits zweimal Bondscoach. Bei der WM von 2014 erreichte Oranje unter seiner Führung den dritten Platz. Von 2000 bis 2001 war es ihm dagegen nicht gelungen, sich mit der Mannschaft für die WM in Südkorea und Japan zu qualifizieren.

Seit seinem Abschied bei Manchester United 2016 hatte van Gaal keine Vereinsmannschaft mehr trainiert. Nach Ajax Amsterdam und dem FC Barcelona war van Gaal auch Trainer des FC Bayern München. Im vergangenen Jahr hatte er eigentlich angekündigt, nicht mehr als Trainer arbeiten zu wollen.

Der bisherige Assistent Dwight Lodeweges wird bei den kommenden Länderspielen in der Nations League am 4. September gegen Polen und am 7. September gegen Italien als Interim-Bondscoach fungieren.

Marco Rose erotischster Bundesliga-Trainer

Trainer Marco Rose hat seinen ersten Titel seit seinem Amtsantritt beim Fußball-Bundesligist Borussia Mönchengladbach gewonnen. Mit 26,5 Prozent ist der 43-Jährige vor dem Leipziger Julian Nagelsmann (16,4) zum erotischsten Trainer der vergangenen Bundesliga-Saison gewählt worden. Das ergab eine Umfrage unter 10.000 Mitgliedern der Erotik-Community JOYclub. Dritter ist Bayer Leverkusens Peter Bosz (14,9).

Auch vor einem Jahr hatte sich Nagelsmann mit Platz zwei begnügen müssen - hinter Ex-Bayern-Coach Niko Kovac. Da hatte der 33-Jährige eigentlich angekündigt, Kovac anrufen zu wollen, „um ihn zu fragen, was ich verbessern muss“. Offenbar ohne Erfolg. Zumindest schlug Nagelsmann Bayern Münchens Triple-Trainer und Kovac-Nachfolger Hansi Flick auf Platz fünf, dem der nächste Titel im Jahr 2020 damit zunächst verwehrt bleibt.

DFB-Trost für Wolfsburgerinnen

DFB-Präsident Fritz Keller hat den Fußballerinnen des VfL Wolfsburg trotz des verlorenen Champions-League-Finales gratuliert. Die Wölfinnen könnten „sehr stolz auf eine herausragende Saison sein, in der sie neben den Erfolgen in der Meisterschaft und im DFB-Pokal auch in der Champions League überzeugt haben und erst im Finale zu stoppen waren“, sagte der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes nach dem 1:3 (0:2) am Sonntagabend gegen Titelverteidiger Olympique Lyon auf der DFB-Homepage.

Diese Erfolge seien auch deswegen möglich, „weil der VfL Wolfsburg sich seit vielen Jahren vorbildlich für den Frauenfußball engagiert und ihn ganz selbstverständlich bei allen Aktivitäten mitdenkt. Er ist fest verankert in den Strukturen und der DNA des Clubs.“

Für Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg macht allein die Finalteilnahme deutlich, „welch hervorragende Arbeit in Wolfsburg seit Jahren geleistet wird. Das Team ist ein Vorbild an Leidenschaft und Siegeswillen.“

Nationalspielerin Dzsenifer Marozsan, die mit Lyon seit 2017 zum vierten Mal in Serie in der Königsklasse triumphierte, bekam ein Extralob. „Das ist eine unglaubliche Leistung, die ihresgleichen sucht“, sagte Keller. Voss-Tecklenburg ergänzte: „Dzseni ist eine herausragende Spielerin, die an den Champions-League-Titeln von Lyon großen Anteil hatte.“

Ex-HSVer Peters folgt Pfannenstiel

Der neue Sportchef Lutz Pfannenstiel baut beim künftigen MLS-Club St. Louis City SC zumindest abseits des Spielfelds schon ein schlagkräftiges Team auf. Die Franchise teilte am Montag mit, dass der frühere Hockey-Bundestrainer und HSV-Nachwuchschef Bernhard Peters zum Verein stoßen wird. Er soll sich wie schon in Hamburg und während seiner Zeit bei der TSG Hoffenheim um den Nachwuchs kümmern.

Zudem wird St. Louis, das ab 2022 in die nordamerikanische Major League Soccer (MLS) einsteigt, künftig mit Mike Forde zusammenarbeiten. Er soll seine 20-jährige Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Teams in den Vereinigten Staaten und Europa bei der Entwicklung der Franchise einbringen.

„Mit Bernhard und Mike an meiner Seite bin ich zuversichtlich, dass wir einen Club aufbauen, der zukünftig von der Jugend bis zum Profi über eine Vielzahl an Talenten verfügen und jedes Jahr von neuem auf höchstem Niveau mitspielen wird“, sagte Pfannenstiel.

Der ehemalige Sportvorstand des Bundesligisten Fortuna Düsseldorf hatte zuletzt unter anderem geäußert, dass er „auch Spieler wie Götze (Mario Götze, d.Red.) auf dem Schirm hat“.

Bornauw hofft auf Fans: "Sind Teil von uns"

Sebastiaan Bornauw (1. FC Köln) will so schnell wie möglich wieder in einem ausverkauften Stadion spielen. „Die Fans sind ein Teil von uns, und ich hoffe, dass es bald so weit sein wird“, sagte der 21 Jahre alte Innenverteidiger am Rande einer Trainingseinheit: „Es muss natürlich sicher sein für alle.“

Der belgische U21-Nationalspieler setzt sein Vertrauen vor allem in deutsche Sicherheitskonzepte. Schon das DFL-Hygienekonzept zum Restart sei der Grund gewesen, „dass in ganz Europa wieder Fußball gespielt werden konnte. Wenn nicht die Deutschen, wer hätte es sonst gemacht? Ich mag diese Mentalität, wenn die Deutschen etwas wollen, dann setzen sie es auch um“, sagte Bornauw.

In der kommenden Spielzeit will Bornauw mit den Kölnern eine „stabile Saison abliefern. Wir müssen auf uns gucken und dann sehen, wie das läuft.“ Er selbst will sich mit guten Leistungen für die belgische A-Nationalmannschaft empfehlen. „Ich versuche, nicht zu viel darüber nachzudenken, aber ich hoffe, dass, wenn ich in Köln einen guten Job mache, irgendwann dafür belohnt werde. Es ist mein Traum.“ Auch die Weltmeisterschaft 2022 „ist in einer kleinen Ecke in meinem Kopf“.

Löw: Neuer wäre würdiger Weltfußballer

Bundestrainer Joachim Löw hat sich für DFB-Kapitän Manuel Neuer als nächsten Weltfußballer ausgesprochen. „Manu ist eine Klasse für sich. Wahnsinn, unglaublich“, schwärmte Löw im "Kicker": „Ich habe nichts gegen Robert Lewandowski, er ist ein Torjäger der Superklasse, aber für mich wäre der Weltfußballer in diesem Jahr: Manuel Neuer.“

Der 34-Jährige habe bei der Finalrunde der Champions League bärenstarke Leistungen gebracht und „den Laden hinten dicht gehalten“. Überhaupt sei Triple-Held Neuer „die ganze Saison 2019/20 in einer Superform“ gewesen, betonte Löw: „Wie er dasteht, diese Ruhe, diese Ausstrahlung, du hast das Gefühl, er ist omnipräsent.“

Neuers Clubchef Karl-Heinz Rummenigge hatte sich zuletzt mehrfach für Lewandowski ausgesprochen, der gerade zu Deutschlands "Fußballer des Jahres" gewählt wurde. Der polnische Angreifer (32) erhielt dabei 276 Stimmen – Neuer eine einzige. Dabei habe der Torhüter „einen ganz großen Anteil am Gewinn der Champions League“, sagte Löw.

Der Bundestrainer erkannte allerdings auch Lewandowskis Leistungen an. Es sei „auch super, natürlich klasse, wenn du wie Lewandowski 15 Tore schießt. Aber: Gegen Lyon und Paris war Manuel in schwierigen Situation zur Stelle, sonst steht es vielleicht 0:1 oder 1:1.“

Bei der 1991 eingeführten Fifa-Wahl war Rekordnationalspieler Lothar Matthäus, damals bei Inter Mailand angestellt, der erste und bis heute einzige deutsche Sieger. Ein Torhüter gewann noch nie. Oliver Kahn war 2002 Zweiter, Neuer selbst im Jahr des WM-Triumphs 2014 Dritter.