Rudern

Die Ruder-EM ist für Oktober bestätigt – Naske im Zwiespalt

Tim Ole Naske (24) ist Schlagmann im Doppelvierer.

Tim Ole Naske (24) ist Schlagmann im Doppelvierer.

Foto: imago sport / imago images / Eibner

Die verschobenen Europameisterschaften können zum geplanten Termin 9. bis 11. Oktober im polnischen Posen stattfinden.

Hamburg. Mit großer Freude und Erleichterung haben die deutschen Ruderer die Nachricht aufgenommen, die der Weltverband Fisa am Sonnabend kommunizierte. Die im Juni verschobenen Europameisterschaften können zum geplanten Termin 9. bis 11. Oktober auf dem Maltasee im polnischen Posen stattfinden. Nachdem alle drei Weltcups und die für 24. Juli bis 9. August geplanten Olympischen Spiele in Japans Hauptstadt Tokio abgesagt worden waren, sind die kontinentalen Titelkämpfe das einzige internationale Kräftemessen, das in der Saison 2020 möglich ist.

„Für uns ist das eine sehr wichtige Entscheidung“, sagte der dreimalige Achter-Weltmeister Torben Johannesen (25/RC Favorite Hammonia), der auch in dieser Saison seinen Platz im Paradeboot des Deutschen Ruderverbands (DRV) sicher hat. „Ohne Ziel ist es sehr schwierig, sich zu motivieren. Jetzt trainieren wir auf dieses Wochenende hin. Das ist der Jahreshöhepunkt und unsere Chance zu zeigen, wo wir international stehen.“

Wichtig für die Vorbereitung, ein Trainingsziel zu haben

Auch Marcus Schwarzrock (53), leitender Bundestrainer für den männlichen Skull-Bereich, hob die psychologische Bedeutung der Entscheidung hervor. „Für die Sportler ist es wichtig, ein Trainingsziel für den Herbst zu haben, bevor es wieder ins Wintertraining und in die Olympiavorbereitung geht. Deshalb freuen wir uns auf diesen internationalen Wettkampf“, sagte der Hamburger, dessen Athleten seit 14 Tagen und noch für diese Woche im Urlaub sind.

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Die gute Nachricht erreichte Tim Ole Naske deshalb, als er auf Sylt beim Bäcker in der Schlange wartete. Der 24-Jährige von der RG Hansa, der in dieser Saison vom Doppelzweier als Schlagmann in den Doppelvierer gewechselt war, fand bei aller Freude auch differenzierende Worte. „Es ist schon die Frage, ob es zum jetzigen Zeitpunkt das richtige Zeichen ist, schließlich steigen die Corona-Zahlen wieder“, sagte er. Dennoch verspüre er andererseits „eine wahnsinnige Freude“, endlich mit seinen neuen Teamkameraden an den Start gehen zu dürfen. „Auch ich will endlich wieder das tun, was mir am meisten Spaß bringt: Gegen Gegner antreten und mich an die Schmerzgrenze pushen“, sagte er.