Fußball-Ticker

Goldener Schuh: Ciro Immobile überholt Robert Lewandowski

Lazio Roms Ciro Immobile jubelt über sein 35. Saisontor in der Serie A.

Lazio Roms Ciro Immobile jubelt über sein 35. Saisontor in der Serie A.

Foto: Paolo Bruno / Getty Images

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Mittwoch, den 29. Juli 2020:

Trabzon jubelt über türkischen Pokal

Trabzonspor hat zum neunten Mal den türkischen Pokal gewonnen. Der Vizemeister der abgelaufenen Saison in der Süper Lig besiegte am Mittwoch im Finale in Istanbul vor leeren Rängen den Underdog Alanyaspor mit 2:0 (1:0). Die Treffer erzielten Abdülkadir Ömür (25.) und Alexander Sörloth (90.+10)

Alanya stand erstmals im Endspiel, der Club aus dem Badeort hatte im Halbfinale Antalyaspor mit Rio-Weltmeister Lukas Podolski das Nachsehen gegeben.

Goldener Schuh: Immobile überholt Lewandowski

Der ehemalige Dortmunder Bundesligastürmer Ciro Immobile hat im Fernduell mit Cristiano Ronaldo um die Torjägerkrone in der italienischen Serie A nachgelegt. Beim 2:0 (1:0) von Lazio gegen Brescia Calcio am vorletzten Spieltag erzielte Immobile (82.) sein 35. Saisontor. Zudem bereitete er das 1:0 durch Joaquín Correa (25.) stark vor.

Damit überflügelte Immobile im Rennen um den Goldenen Schuh Bayern Münchens Torjäger Robert Lewandowski. Bis Mittwochabend hatten beide mit jeweils 68 Punkten gleichauf an der Spitze gelegen, nun steht Immobile bei 70 Zählern. Juve-Star Ronaldo steht bei 31 Treffern (62 Punkte). Der Portugiese blieb beim unerwarteten 0:2 gegen Cagliari Calcio am Abend ohne weiteren Treffer. Im ersten Spiel seit der neunten Meisterschaft in Serie war Turin in guter Besetzung angetreten, verlor aber dennoch.

Immobile könnte am letzten Spieltag den Serie-A-Rekord von Gonzalo Higuaín knacken. Der Argentinier hatte in der Saison 2015/16 für den SSC Neapel 36-mal getroffen.

Ibrahimovic trifft doppelt für Milan

Unterdessen trumpfte der AC Mailand vor allem dank Zlatan Ibrahimovic erneut groß auf: Der schwedische Stürmerstar, der jüngst Rücktrittsgerüchte vehement zurückgewiesen hatte, traf beim 4:1 (1:0) bei Sampdoria Genua doppelt (4., 58.). Zudem waren der ehemalige Bundesligaprofi Hakan Calhanoglu (54.) und Rafael Leao (90.+4) erfolgreich.

Im Tabellenkeller gelang US Lecce ein extrem wichtiger Sieg. Das Team von Trainer Fabio Liverani gewann 2:1 (1:1) bei Udinese Calcio und liegt vor dem letzten Spieltag nur noch einen Punkt hinter dem CFC Genua, der den ersten Nichtabstiegsplatz belegt, am Mittwoch aber mit 0:5 (0:2) bei Sassuolo Calcio unterging.

Vor Euro League: Corona-Fall beim FC Sevilla

Ein Spieler des spanischen Erstligisten FC Sevilla ist wenige Tage vor dem Achtelfinale der Europa League positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie der Verein am Mittwoch mitteilte, sei der Betroffene in häuslicher Quarantäne und zeige keine Symptome. Den Namen des Spielers gab Sevilla nicht bekannt.

Der Club trifft am 6. August auf den AS Rom, das Achtelfinal-Hinspiel war aufgrund der Corona-Pandemie ausgefallen und wird nicht nachgeholt.

Dynamo Dresden: Becker holt Becker

Drittligist Dynamo Dresden hat mit dem früheren Braunschweiger Robin Becker seinen achten Neuzugang für die kommende Spielzeit verpflichtet. Die Sachsen nahmen den Defensivspieler am Mittwoch bis zum 30. Juni 2022 unter Vertrag. Der Rechtsverteidiger spielte zuletzt in der Aufstiegssaison für die Eintracht und kam dort in der vergangenen Saison in 31 Spielen zum Einsatz. Der 23-Jährige verlor allerdings nach der Corona-Pause seinen Stammplatz.

Becker stammt aus der Jugend von Bayer Leverkusen und war vor der Station in Braunschweig beim 1. FC Heidenheim aktiv. „Robin Becker ist ein junger, aber bereits erfahrener Profi, der sich durch ein gutes Stellungsspiel und eine starke Zweikampfführung auszeichnet. Er ist in erster Linie auf der Position des Rechtsverteidigers zuhause, kann in der Verteidigung aber auch variabel eingesetzt werden“, sagte Sportchef Ralf Becker.

Ende des Rechtsstreit zwischen Münster und DFB

Die juristischen Auseinandersetzungen zwischen Drittliga-Absteiger Preußen Münster und dem DFB sind nach mehreren Wochen zu ihrem Ende gekommen. Das DFB-Bundesgericht hat im schriftlichen Verfahren die Berufung des Clubs gegen das Urteil des DFB-Sportgerichts hinsichtlich der Wertung des Spiels gegen den SV Meppen (0:3) als unbegründet zurückgewiesen. Nach diesem Urteil ist bei den Rechtsinstanzen des DFB derzeit kein Münsteraner Fall mehr anhängig.

Münster hatte seit dem Corona-Restart erfolglos gegen vier Partien Einspruch eingelegt. Hinzu kamen drei Verwaltungsbeschwerden gegen die Spieltagsansetzungen sowie ein Widerspruch gegen die Fortsetzung der Saison. Der Club war aufgrund behördlicher Vorgaben erst am 26. Mai ins Mannschaftstraining eingestiegen und beklagte deshalb Verstöße gegen die Grundsätze des Fairplay und der Chancengleichheit.

Neururer neuer Cheftrainer bei Spielergewerkschaft

Der frühere Bundesliga-Coach Peter Neururer wird neuer Cheftrainer des Proficamps der Vereinigung der Vertragsfußballspieler (VDV). Das teilte die Spielergewerkschaft am Mittwoch mit.

Unter der Leitung des 65-Jährigen sollen vereinslose Spieler die Möglichkeit bekommen, sich im Mannschaftstraining fit zu halten und sich für neue Arbeitgeber zu empfehlen. Die 18. Auflage des Proficamps startet am 3. August in der Sportschule Wedau in Duisburg.

Neururer leitet das Camp bereits zum dritten Mal und folgt auf Jürgen Kramny, der nun die U19 von Eintracht Frankfurt trainiert.

Heidenheims Kleindienst vor Wechsel nach Gent

Zweitligist 1. FC Heidenheim droht nach dem knapp verpassten Aufstieg der nächste Abgang. Stürmer Tim Kleindienst (24) absolviert beim belgischen Erstligisten KAA Gent einen Medizincheck. Sein Vertrag in Heidenheim läuft noch bis Juni 2023.

Vor Kleindienst war bereits Mittelfeldspieler Niklas Dorsch nach Gent gewechselt. Heidenheim war in der Relegation an Bundesligist Werder Bremen (0:0, 2:2) gescheitert.

Wegen Corona: Werder plant mit Krisen-Klausel

Werder Bremen plant im Zuge der Coronavirus-Pandemie zukünftig mit einer Art Krisen-Klausel für Spielerverträge. „Es gibt Bestrebungen, eine solche Klausel einzubauen, um das finanzielle Risiko nach einem unvorhergesehenen Ereignis abzufedern“, sagte Sportchef Frank Baumann dem "Weser-Kurier": „Ich gehe davon aus, dass wir das bei allen Spielern mit in die Verträge nehmen werden.“

Da Baumann nicht davon ausgeht, dass eine solche Klausel in die DFL-Musterverträge eingebaut wird, müssten die Hanseaten den Passus mit jedem Profi und seinem Berater individuell verhandeln. „Wir müssen schauen, ob es eine einheitliche Regel gibt oder Unterschiede“, sagte Baumann: „Bei dem einen reduziert es sich um zehn Prozent, bei dem anderen um 20. Das müssen wir sehen.“

Wie viele andere Clubs war auch Werder wegen der Corona-Krise in finanzielle Schwierigkeiten geraten und hatte angekündigt, in der Not Kredite bei der staatlichen KfW-Bank beantragen zu wollen.

Hansa-Schock: Ahlschwede beendet Karriere

Drittligist Hansa Rostock muss einen unerwarteten Abgang hinnehmen. Abwehrspieler Maximilian Ahlschwede beendet überraschend seine Karriere. Nach Angaben des Vereins kehrt der 30-Jährige in seine Heimatstadt Hamburg zurück und arbeitet künftig im Familienbetrieb. Ahlschwede hatte noch einen Vertrag bis zum 30. Juni 2021. „Mir ist dieser Schritt sehr schwer gefallen und ich hätte mir gerade nach unserer starken Rückrunde und den aktuellen Umständen einen anderen Abschied gewünscht“, sagte der Verteidiger.

Sportvorstand Martin Pieckenhagen zeigte Verständnis für den Schritt. „Es gibt Situationen im Leben, in denen sich Prioritäten verschieben und die Familie über dem Fußball steht“, sagte er. Dennoch bedauerte Pieckenhagen den Abschied: „Mit ihm geht einer unserer Leistungsträger, der bei den Fans, Mitarbeitern und innerhalb der Mannschaft gleichermaßen beliebt und anerkannt war und auf dem Platz immer alles für den FCH gegeben hat.“

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Ahlschwede spielte erstmals von Januar 2015 bis Juni 2017 für Hansa. Anfang 2019 kam er von den Würzburger Kickers an die Küste zurück. Insgesamt absolvierte er 132 Drittliga-Partien für die Rostocker und erzielte sieben Treffer. Zuletzt hatte es Gerüchte um ein Interesse des Hamburger Oberligisten TuS Dassendorf an Ahlschwede gegeben.

Schwabl holt Haching-Trainer "von der Linie"

Claus Schromm ist nicht mehr Trainer beim Drittligisten SpVgg Unterhaching - wird allerdings seinen Nachfolger selbst aussuchen. „Wir haben ganz ehrliche, offene Gespräche geführt. Und sind gemeinsam zur Entscheidung gekommen, dass jetzt der Zeitpunkt der Richtige ist, dass der Claus weg von der Linie geht“, sagte Vereinspräsident Manfred Schwabl. Schromm soll die sportliche Leitung des früheren Bundesligisten übernehmen und in dieser Funktion einen neuen Trainer finden.

Die Hachinger hatten die vergangene Saison auf Rang elf in der 3. Liga beendet, nachdem sie lange Zeit auf einem Aufstiegsplatz gestanden hatten. Es war nach dem Aufstieg aus der Regionalliga Bayern 2017 unter Schromm das dritte Mal in Serie, dass die Mannschaft in der Rückrunde eine hervorragende Ausgangsposition für den angestrebten Aufstieg in die 2. Bundesliga verspielte. „Zuerst muss man vor der eigenen Tür kehren und das habe ich gemacht“, sagte Schromm zum Rückzug als Trainer.

VfB Stuttgart: Auch Bundesligist will Gonzalez

Der wechselwillige Stürmer Nicolas Gonzalez vom VfB Stuttgart weckt offenbar nicht nur Interesse im Ausland, sondern auch in der Bundesliga. „Ich sehe sowohl aus Italien als auch aus England ernsthaftes Interesse kommen, auch von einem Club aus Deutschland“, sagte VfB-Sportdirektor Sven Mislintat am Mittwoch: „Aber eine konkrete Anfrage gab es noch nicht.“

Gonzalez hat vor, die Schwaben trotz Vertrags bis 2023 diesen Sommer zu verlassen. Wie der „Kicker“ jüngst berichtete, sollen mehrere italienische Topclubs und der englische Erstliga-Aufsteiger Leeds United ein Auge auf den 22-jährigen Argentinier geworfen haben.

Größere Einkäufe hat der Aufsteiger nach den Verpflichtungen von Torhüter Gregor Kobel (TSG 1899 Hoffenheim) und Verteidiger Waldemar Anton (Hannover 96) dagegen vorerst nicht mehr geplant. „Unsere grundsätzlichen Themen haben wir erledigt“, sagte Mislintat. Möglich ist aber, dass die Schwaben sich noch nach Perspektivspielern umsehen. Ein Kandidat soll Offensivtalent Mohamed Sankoh (16) vom englischen Zweitligisten Stoke City sein.

Investoren reichen Angebot für den FC Turin ein

Ein Bündnis italienischer Unternehmer hat ein Angebot über 100 Millionen Euro für den Kauf des Erstligisten FC Turin eingereicht. „Wir wollen für den Club eine Zukunft auf Niveau seiner glorreichen Vergangenheit“, hieß es in einem Schreiben von drei Beratern des Bündnisses. Der Klub blieb in dieser Saison hinter den Erwartungen zurück, hat den Klassenerhalt aber sicher.

Meppen verpflichtet Dortmund-Talent Bünning

Drittligist SV Meppen hat Innenverteidiger Lars Bünning von der zweiten Mannschaft von Borussia Dortmund verpflichtet. Der 22 Jahre alte Abwehrspieler hat nach Club-Angaben einen Zweijahresvertrag unterschrieben. Über die Ablösemodalitäten machten die Niedersachsen keine Angaben.

„Ich bin sehr froh, dass wir Lars Bünning für uns gewinnen konnten. Lars ist ein junges Talent, das sich noch enorm entwickeln wird“, sagte Meppens neuer Trainer und ehemaliger BVB-Profi Torsten Frings. „Er wird beim SV Meppen seinen nächsten Karriereschritt machen – davon bin ich überzeugt.“

Leistner fordert Klarheit von Gisdol und Köln

Toni Leistner fordert von seinem Leihverein 1. FC Köln eine Entscheidung zu seiner unklaren Vertragssituation. „Ich möchte gerne beim FC bleiben“, sagte der 29-Jährige der Bild-Zeitung: „Aber ewig kann ich nicht auf eine Zusage von Köln warten. Wenn ein anderes Angebot kommt, das zu 100 Prozent passt, würde ich woanders zusagen.“

Laut dem Innenverteidiger, der in seinem halben Jahr in Köln 13 Bundesligaspiele absolvierte, gab es bereits vor Wochen eine Übereinkunft mit dem Club. Seitdem habe er aber „nichts mehr vom FC gehört“. Zwar hat Köln sein Eigengewächs Yann-Aurel Bisseck am Mittwoch zum portugiesischen Erstligisten Vitoria Guimaraes verliehen, dennoch stehen Trainer Markus Gisdol für die kommende Saison weiterhin sieben Innenverteidiger zur Verfügung.

Leistner zeigte Verständnis dafür, „dass man aufgrund der Corona-Situation sehr viel Geduld haben muss. Wichtig ist für mich ein offener Umgang und klare und ehrliche Worte“. Stand jetzt werde er ab dem 12. August wieder beim englischen Zweitligisten Queens Park Rangers ins Training einsteigen, dort läuft sein Vertrag noch ein Jahr. „Meine Zukunft sehe ich dort eher nicht“, sagte Leistner.

St. Pauli holt Kyereh aus Wehen

Der FC St. Pauli hat Stürmer Daniel-Kofi Kyereh verpflichtet. Der 24-Jährige kommt ablösefrei vom Zweitliga-Absteiger SV Wehen Wiesbaden und erhält einen Vertrag bis zum 30. Juni 2023.

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Für die Hessen hatte der Deutsch-Ghanaer in der vergangenen Saison in 28 Spielen sechs Treffer erzielt. Der Kontrakt des Angreifers beim SVWW war ausgelaufen. St. Paulis neuer Cheftrainer Timo Schultz meinte: „Kofi ist eine absolute Bereicherung für unser Offensivspiel.“

Nach Schürrle: Auch Reck kritisiert Profi-Fußball

Der langjährige Bundesligatorhüter Oliver Reck hat das Geschäft des Profifußballs kritisiert. „Ich sage immer dazu: Das ist das größte Hurengeschäft, das es gibt“, sagte der 55 Jahre alte frühere Bremer und Schalker im Podcast „Im Kopf des Trainers“. „Ich glaube einfach, dass da so viele Intrigen gesponnen werden oder irgendwelche Leute sich in den Vordergrund schieben oder auch gestellt werden, wo man sich hinterher fragt: Wie kann das passieren?“

Reck, der derzeit den niedersächsischen Regionalligisten SSV Jeddeloh trainiert, betonte, dass er immer nur seinen „Weg geht und das auch weiter tut“. „Man muss seinen eigenen Kopf haben, seinen eigenen Weg finden“, erklärte er. Daher kann Reck auch die kritischen Worte rund um das frühe Karriereende von Ex-Weltmeister André Schürrle nicht nachvollziehen. „Dann haben das alle so zu akzeptieren“, monierte der frühere Keeper. „Er wird schon wissen, was er tut. Das Leben endet nicht mit 29 Jahren für ihn. Vielleicht fängt es jetzt erst richtig an.“

Reck kam in der Bundesliga für Werder Bremen (345 Spiele) und dem FC Schalke 04 (112) auf 457 Einsätze und wurde mit den Bremern zweimal deutscher Meister. Zudem bestritt er ein Länderspiel für die deutsche Nationalmannschaft.

Klopps nächste Titelchance am 29. August

Teammanager Jürgen Klopp kann seine Titelsammlung mit dem FC Liverpool im August weiter ausbauen. Das Spiel um den Community Shield, das englische Äquivalent zum deutschen Supercup, wird am 29. August ausgespielt, teilte der Fußballverband FA am Mittwoch mit.

Als Meister steht Liverpool bereits als erster Teilnehmer fest. Der Gegner für die Reds wird im FA-Cup-Finale am Sonnabend (18.30 Uhr/DAZN) zwischen dem FC Arsenal und dem Londoner Stadtrivalen FC Chelsea ermittelt.

Zwei Wochen nach dem Community Shield ist der Start der neuen Premier-League-Saison geplant. Die Partie soll laut englischen Medien auch ein Testlauf für die Teil-Rückkehr von Zuschauern sein. Im vergangenen Jahr zogen Klopp und Liverpool gegen Manchester City um Trainer Pep Guardiola im Elfmeterschießen den Kürzeren.

Füllkrug begrüßt Verbleib von Kohfeldt

Werder Bremens Stürmer Niclas Füllkrug hat den Verbleib von Sportchef Frank Baumann und vor allem den von Trainer Florian Kohfeldt begrüßt. „Ich möchte handelnde Personen, denen ich zutraue, mich zu verbessern. Unter denen ich die Chance sehe, etwas mit dem Verein zu erreichen“, sagte der 27-Jährige der „Sport Bild“. „Und bei denen sehe ich, dass sie für den Verein kämpfen und nicht für sich. Das erfüllt niemand besser als die beiden.“

Die Gründe für den Absturz seien vielschichtig, sagte Füllkrug. „Eine Saison ist ein Abbild unterschiedlichster Faktoren“, erklärte er. Vor allem die vielen Verletzungen „waren kaum wettzumachen“.

Für die neue Saison kündigte Füllkrug eine verbesserte Kommunikation innerhalb der Mannschaft an. „Dafür ist es aber wichtig, dass wir auch unangenehme Dinge ansprechen und Lösungen finden, wie beispielsweise wenn man eine Einstellung oder einen Auftritt kritisch sieht“, sagte er.

Bayern loben Salihamidzics Verhandlungsgeschick

Nach den Verpflichtungen von Leroy Sané, Tanguy Nianzou und Alexander Nübel sehen sich die Bosse des FC Bayern darin bestätigt, auf Sportchef Hasan Salihamidzic gesetzt zu haben. Der ehemalige HSV-Profi ist seit 2017 Manager in München, Anfang Juli 2020 stieg er vom Sportdirektor zum Sportvorstand auf. „Mit den bisher getätigten Transfers hat Hasan bewiesen, dass er sein Geschäft beherrscht“, sagte Karl-Heinz Rummenigge der „Sport Bild“. Der Vorstandschef lobte den 43-Jährigen zudem für dessen Arbeit beim Nachwuchs. „Bei diesem Zwei-Säulen-System sind wir dank Hasan wieder auf einem sehr guten Weg“, sagte er.

Salihamidzic war zunächst von einigen Experten belächelt worden. Die Verpflichtung von Nationalspieler Sané von Manchester City, der mit kolportierten rund 50 Millionen Euro deutlich weniger kostete als noch vor einem Jahr, aber war ein großer Erfolg für den Bosnier.

Laut „Sport Bild“ war es Salihamidzic, der Torhüter Manuel Neuer und Verteidiger David Alaba bei deren hohen Gehaltsforderungen abblitzen ließ. Damit habe er sich Respekt und Anerkennung an der Säbener Straße verschafft. Neuer verlängerte dann seinen Vertrag bis zum Sommer 2023. Bei Alaba, dessen Kontrakt 2021 ausläuft, ist noch keine Entscheidung gefallen.