Fußball-Ticker

Perfekt! Kovac trainiert künftig im Fürstentum

Niko Kovac trainierte zuletzt Bayern München. Nun will er den AS Monaco in Frankreich zum Topteam formen

Niko Kovac trainierte zuletzt Bayern München. Nun will er den AS Monaco in Frankreich zum Topteam formen

Foto: dpa

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Sonntag, den 19. Juli 2020:

Kovac unterschreibt Vertrag beim AS Monaco

Vor der Glitzerkulisse der Côte d’Azur feiert Niko Kovac sein Trainer-Comeback. Mehr als acht Monate nach seinem Aus beim FC Bayern wird der 48-Jährige neuer Coach von AS Monaco und soll den französischen Fußball-Erstligisten wieder zu einem Spitzenteam formen. Nach der Trennung vom bisherigen Coach Robert Moreno erhielt der Münchner Double-Gewinner von 2019 einen Dreijahresvertrag bei den Monegassen. Das bestätigte der Club am Sonntagabend, schon am Montag soll Kovac sein erstes Training leiten.

„Seine Energie, seine Arbeitsweise und sein Blick auf das Spiel machen ihn zu dem Trainer, den der Club zur Verwirklichung seiner Ziele und zum Aufbau einer soliden Grundlage für nachhaltigen Erfolg in der Zukunft benötigt“, ließ sich Sportdirektor Paul Mitchell zitieren. Vizepräsident Oleg Petrow lobte die „Erfahrung und Persönlichkeit“ von Kovac. Wenige Stunden zuvor hatte der AS Monaco die Trennung von dem erst zum Jahreswechsel angetretenen Spanier Moreno besiegelt.

Rund um das Engagement von Kovac, über das zuerst die französische Zeitung „L'Equipe“ berichtet hatte, ranken sich auch Spekulationen über Mario Götze als möglichen spektakulären Neuzugang. Dazu äußerte sich der Meister von 2017 nicht. „Die heißesten Spuren führen nach Florenz und Monaco“, schrieb die „Bild“ über die mögliche Zukunft des 28 Jahre alten Siegtorschützen aus dem WM-Finale 2014 gegen Argentinien. Götze musste und wollte Borussia Dortmund verlassen.

Chelsea schlägt Manchester United und zieht ins FA-Cup-Finale ein

Der englische Fußballclub FC Chelsea ist Rekord-Pokalsieger FC Arsenal ins Finale des FA Cups gefolgt und hat damit ein Endspielduell der Londoner Lokalrivalen perfekt gemacht. Die Mannschaft von Trainer Frank Lampard gewann das zweite Halbfinale am Sonntagabend im Wembleystadion gegen den Ligakonkurrenten Manchester United mit 3:1 (1:0). Treffer unmittelbar vor und nach der Pause brachten den Champions-League-Gegner des FC Bayern auf die Siegerstraße.

Chelsea ging in der langen Nachspielzeit des ersten Durchgangs durch Olivier Giroud (45.+11) in Führung. Kurz nach Wiederanpfiff erhöhte Mason Mount auf 2:0 (46.). Nach einem Eigentor von Harry Maguire (74.) war die Partie zugunsten der Londoner entschieden; das Team von Trainer Ole Gunnar Solskjaer kam durch einen Foulelfmeter von Bruno Fernandes nur noch zum 1:3 (85.). Das Finale im FA Cup bildet am 1. August den Schlusspunkt der englischen Fußball-Saison.

Rangnick dürfte in Mailand auf große Shoppingtour gehen

Der italienische Fußball-Erstligist AC Mailand will für Ralf Rangnick tief in die Tasche greifen. 100 Millionen Euro will der Club nach einem Bericht der "Gazzetta dello Sport" für neue Spieler zur Verfügung stellen, damit der künftige Trainer und Sportdirektor den Traditionsverein wieder an die Spitze der Serie A führt.

Zu den Wunschkandidaten Rangnicks zählen laut dem Blatt der Tscheche Patrick Schick, der in den letzten Monaten leihweise bei RB Leipzig gespielt hatte, sowie Stürmer Milot Rashica von Werder Bremen und Salzburgs Mittelfeldspieler Dominik Szoboszlai. Rangnick soll mit den Milan-Managern Henrik Almstadt und Geoffrey Moncada bei Neuverpflichtungen zusammenarbeiten. Die Manager müssen außerdem über Vertragsverlängerungen unter anderem von Zlatan Ibrahimovic entscheiden.

Laut italienischen Medien verhandelt der frühere Bundesliga-Trainer Rangnick mit Red Bull über die Auflösung seines Dreijahresvertrages als „Head of Sport and Development Soccer“. Einigen sich beide Seiten, wäre der Weg für einen Wechsel nach Mailand frei. Der Transfer könnte noch vor Ende der Serie-A-Meisterschaft am 2. August bekannt gegeben werden.

Seit Monaten wird über einen Wechsel des 62 Jahre alten RB-Architekten zu Milan spekuliert. Der Renommierklub will Rangnick sowohl als Trainer als auch als Sportdirektor einsetzen. Milan, das derzeit von Stefano Pioli gecoacht wird, kämpft noch um die Qualifikation für die Europa League.

Ex-Bayern-Profi Sanches an Corona erkrankt

Ex-Bayern-Star Renato Sanches hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Sanches befinde sich in seiner Heimat Portugal und müsse erst zweimal negativ auf das Virus getestet werden, bevor er wieder reisen dürfe, sagte der Trainer des französischen Fußball-Erstligisten OSC Lille, Christophe Galtier, am Sonnabend der Sportzeitung „L'Équipe“.

Neben Sanches seien auch Jonathan Bamba und Jonathan Ikoné positiv getestet worden. Beide befinden sich laut Galtier aber in Frankreich und können voraussichtlich früher wieder trainieren. Galtier erinnerte demnach an die Wichtigkeit der Einhaltung der Abstandsregeln. Er beobachte genau, wie sich die Lage in seinem Heimatland entwickle, sagte der Franzose. Frankreich war mit mehr als 30 000 Todesfällen von der Coronavirus-Pandemie hart getroffen worden.

Leipzig startet in die Saisonvorbereitung

Mit einem Corona-Test starten die Profis von Fußball-Bundesligist RB Leipzig in die Saison-Vorbereitung. Am Sonntagabend wird im Trainingszentrum die erste Testreihe durchgeführt, am Dienstag folgt die zweite. Für Mittwoch ist das erste Mannschaftstraining geplant, zuvor finden an zwei Tagen sportmedizinische Untersuchungen statt.

Neben Neuzugang Hee-chan Hwang werden auch Tyler Adams und Emil Forsberg dabei sein. Einreisende aus deren Heimatländern USA und Schweden müssen sich normalerweise in eine 14-tägige Quarantäne begeben, da diese zu den Risikogebieten zählen. In Sachsen kann darauf jedoch verzichtet werden, wenn ein ärztliches Zeugnis vorgelegt wird.

Politik stellt Rückkehr der Fans in die Stadien in Aussicht - Hoeneß warnt

Zwei Monate vor der geplanten Saisoneröffnung in der Fußball-Bundesliga sendet die Politik zunehmend starke Signale für eine Rückkehr der Fans in die Stadien. „Mit Abstand und Hygienekonzept können Sportveranstaltungen mit Zuschauern durchgeführt werden“, sagte Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) der „Bild am Sonntag“ und befeuerte damit zugleich die Hoffnungen der anderen großen Ligen im Handball, Basketball und Eishockey.

Zwar gilt noch bis Ende Oktober ein Verbot von Großevents, doch Braun stellte Ausnahmen in Aussicht. „Wenn ein gutes Hygienekonzept vorliegt und Abstand zwischen den Besuchern gewährleistet ist, können Veranstaltungen stattfinden - auch mit einer größeren Zahl an Zuschauern“, sagte der 47-Jährige. Dies gelte sowohl für kulturelle Events wie Oper, Theater und Konzerte als auch für den Sport.

Bayern Münchens Ehrenpräsident Uli Hoeneß will dagegen eine Stadion-Rückkehr der Fans nicht mit aller Macht durchziehen. Er wisse, „dass unsere Leute beim FC Bayern ein gültiges Konzept erarbeiten. Ich wünsche mir das, aber die Gesundheit der Menschen ist das oberste Gebot. Wir dürfen kein Risiko eingehen“, sagte Hoeneß beim Sonntags-Stammtisch des "Bayerischen Rundfunks".

Beim derzeit viel diskutierten Thema, wem der Fußball eigentlich gehöre, äußerte sich Hoeneß diplomatisch. „Der Fußball gehört allen. Es ist sehr wichtig, dass die Ultras begreifen, dass sie ein wichtiges Element sind, aber dass sie nicht alleine entscheiden können. Ich bin für eine Kooperation“, sagte der 68-Jährige, fügte aber auch deutlich an: „Die Ultras müssen aber auch wissen, dass der Fußball auch ohne Ultras funktioniert.“

Zum CAS-Urteil im Fall Manchester City hielt sich Hoeneß ebenfalls mit Kritik zurück. Er habe sich zwar „auch gewundert. Aber das aus der Distanz zu beurteilen, ist schwierig. Das maße ich mir nicht an.“