Fußball-Ticker

Ex-HSV-Talent schießt Trares auf den Aufstiegsrang

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Dienstag, den 2. Juni 2020:

Ex-HSV-Talent schießt Hansa und Opoku ab

Die SpVgg Unterhaching hat die Rückkehr auf Rang eins der Dritten Liga verpasst, Waldhof Mannheim schloss indes zur Spitzengruppe auf: Unterhaching unterlag am 29. Spieltag dem Verfolger FC Ingolstadt mit 1:2 (1:1) und liegt damit weiter hinter dem punktgleichen MSV Duisburg (47) auf Rang zwei. Exakt punkt- und torgleich mit den Bayern ist nun Waldhof: Der Aufsteiger gewann bei Hansa Rostock mit 1:0 (0:0) und teilt sich den zweiten Platz mit Haching.

Das ehemalige HSV-Talent Arianit Ferati (mehrmals verliehen zwischen 2016 und 2019) nutzte einen höchst umstrittenen Foulelfmeter (85.) spät zum Sieg der vom früheren HSV-Co-Trainer Bernhard Trares betreuten Mannheimer. Bei Rostock konnte der erst in der 82. Minute eingewechselte HSV-Leihspieler Aaron Opoku nichts mehr an der Niederlage ändern.

Premier League: Testspiele unter Auflagen

Die Clubs der Premier League dürfen vor dem Neustart der Saison am 17. Juni Freundschaftsspiele bestreiten, sofern sie bestimmte strenge Regeln erfüllen. Laut der britischen Zeitung The Daily Telegraph dürfen Clubs aber nicht länger als 90 Minuten reisen, und die Spieler müssen in ihren eigenen Autos und möglicherweise bereits in ihrer eigenen Ausrüstung reisen.

Nur in Ausnahmefällen dürfen Vereine möglicherweise länger als 90 Minuten reisen dürfen, falls es keine andere Option gibt. Die Spieler müssen zudem negativ auf Covid-19 getestet sein, hieß es in dem Bericht.

Ukraine: 25 Corona-Fälle bei Erstligist Lwiw

Der Saison-Neustart in der Ukraine wurde von massenweise Coronafällen bei einem Erstligisten überschattet. In den Reihen des Traditionsvereins Karpaty Lwiw wurden gleich 25 Personen bei der obligatorischen Testreihe vor dem Restart positiv auf das Virus getestet. Die meisten der Infizierten haben nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP keine Symptome.

Alle betroffenen Spieler und Betreuer befinden sich alleine in Isolation, auch die wenigen verbliebenen gesunden Mitarbeiter mussten sich für zwei Wochen in häusliche Quarantäne begeben. Dementsprechend wurden die kommenden beiden Begegnungen in der Premier Liga abgesagt. Nach ersten positiven Tests war bereits die für das vergangene Wochenende geplante Partie gegen FK Mariupol gestrichen worden.

Fall George Floyd: McKennie appelliert an Profis

Schalke-Profi Weston McKennie will seinen Protest gegen Rassismus und Polizeigewalt fortführen. In einem Interview des US-Magazins Forbes kündigte der 21-Jährige ein Video an, das er über die sozialen Netzwerke verbreiten wolle. Darin soll brutales Vorgehen gegen Schwarze zu sehen sein.

Darüber hinaus schilderte der US-Nationalspieler, dass er bei einem Pokalspiel bei einem unterklassigen Verein selbst Rassismus erlebt habe. Dort habe ihn ein Heimfan einen "Affen" genannt und mit Affenlauten und -Gesten verunglimpft und provoziert. Er hasse es, über solche Vorfälle zu sprechen, betonte McKennie. "Aber wenn ich nicht darüber spreche, wenn ich nicht sage, was mit mir und meiner Familie passiert ist und ich nicht darauf aufmerksam mache, werden wir niemals die Kraft haben, etwas zu ändern", sagte McKennie.

In einem "Sport1"-Interview rief McKennie alle dazu auf, den Kampf gegen Rassismus zu unterstützen. "Es wäre großartig zu sehen, wenn auch weiße Fußballer demnächst mitmachen und auf dem Feld ein Zeichen setzen. Niemand sollte sich davor scheuen, seine Stimme zu erheben. Es ist nämlich völlig egal, ob Weißer oder Schwarzer – die Botschaft bleibt die gleiche."

Der Mittelfeldspieler hatte beim Heimspiel gegen Werder Bremen eine Armbinde mit der Aufschrift "Justice for George" (Gerechtigkeit für George) getragen. Damit dokumentierte McKennie seine Solidarität mit dem zuvor in den USA bei einem brutalen Polizeieinsatz getöteten Afroamerikaner George Floyd. Dem Schalker war nach eigenen Angaben vorher bewusst, dass ihm eine Strafe durch den DFB drohen könnte, weil politische Botschaften auf dem Fußballplatz eigentlich nicht erlaubt seien.

Gleichwohl glaubt er nicht, dass er bestraft wird: "Das hier ist keine politische Botschaft. Es ist mehr als das. Das ist etwas, wofür ich mit jeder Faser meines Körpers einstehe, woran ich tief und fest glaube", so McKennie zu "Sport1". "Ich glaube, dass die Fifa und der DFB diesen Gedanken auch unterstützen. (…) Es braucht die ganze Welt, um Änderungen herbeizuführen. Das hier ist größer als Fußball. Es geht um ein globales Problem: Rassismus."

Piqué beklagt offenbar "verfrühten" Neustart

Barça-Star Gerard Piqué hat sich nach Medienberichten bei einem Gespräch mit dem spanischen Gesundheitsminister über einen verfrühen Neustart der Primera División nach der dreimonatigen Corona-Zwangspause beklagt. Das Verletzungsrisiko werde aufgrund der kurzen Vorbereitungszeit größer sein, habe Piqué am Dienstag bei einer Videokonferenz mit mehreren Teilnehmern zu Minister Salvador Illa gesagt, berichteten der katalanische Fernsehsender TV3 und anderen Medien. Die Primera División kehrt am 11. Juni mit Geisterspielen zurück. Die spanischen Profis trainieren erst seit dem 18. Mai in der Gruppe.

An der Videokonferenz nahmen neben Piqué und Minister Illa unter anderen die Chefin der Obersten Sportbehörde CSD, Irene Lozano, sowie drei weitere Profis teil: Der frühere Leverkusener Dani Carvajal (Real Madrid), Koke von Atlético Madrid und Asier Illarramendi von Real Sociedad San Sebastián. Die Politiker bedankten sich bei den Spielern und sagten laut Medien, die Rückkehr des Fußballs werde im einstigen Corona-Hotspot für viele Spanier eine "wichtige Moralspritze" sein. Der Fußball diene nicht nur der Unterhaltung, sondern sei als Wirtschaftsfaktor wichtig.

Die spanische Liga nimmt am 11. Juni den Spielbetrieb wieder auf. Die letzten Begegnungen sollen am 26. Juli stattfinden.

Minge bedauert Trennung von Dynamo

Sportgeschäftsführer Ralf Minge bedauert, dass die Zusammenarbeit mit Dynamo Dresden nicht in gegenseitigem Einvernehmen per 30. Juni endet. In einer Erklärung sagte Minge: "Ich hätte mir gern ein anderes Ende, einen anderen Abschied als Verantwortungsträger des Vereins gewünscht. Aber ich persönlich kann in den Spiegel schauen und das war mir in meinem Leben schon immer wichtig.“

Der Aufsichtsrat des Zweitliga-Clubs hatte am Montagabend das Ende der Zusammenarbeit mit dem 59-Jährigen bekanntgegeben, da man nach mehr als sechs sportlich und finanziell als historisch zu betrachtenden, aber auch kräftezehrenden Jahren beiderseits nicht mehr die volle Überzeugung habe, den bisherigen Weg in der bestehenden Form gemeinsam fortzusetzen.

Minge erklärte, er habe am 27. Dezember im Aufsichtsrat die Vertrauensfrage gestellt, über diese wurde aber nicht abgestimmt. Daher entschied er sich wegen des deutlich gewordenen Vertrauensverlustes, nicht über den 30. Juni den Posten des Sportgeschäftsführers auszuüben.

In den folgenden Monaten habe es mehrfach Gespräche gegeben, die Zusammenarbeit bis zur Bestellung eines Nachfolgers fortzuführen. Der Verein gab den 31. Dezember 2020 als Enddatum an, um es vor wenigen Tagen auf den 30. September vorzuziehen. "Ich habe dem Aufsichtsrat dann vorige Woche mitgeteilt, dass diese kurzzeitige und so auch nicht besprochene Verlängerung für mich keine Option sei", sagte Minge. Daraufhin kam es nun zur Trennung zum 30. Juni.

Gattuso trauert um seine Schwester

Der ehemalige italienische Nationalspieler und aktuelle Neapel-Trainer Gennaro Gattuso trauert um seine Schwester Francesca. Sie verstarb im Alter von 37 Jahren nach viermonatigem Krankenhausaufenthalt an den Folgen einer seltenen Erkrankung. Der SSC Neapel und auch der AC Mailand, für den Francesca Gattuso viele Jahre als Sekretärin arbeitete, sprachen dem 42 Jahre alten Weltmeister von 2006 ihr Mitgefühl aus.

„Francesca Gattuso ist dieser Krankheit mit all ihrer Stärke und Energie entgegengetreten“, schrieb der AC Mailand auf seiner Website: „Rino (Gennaro Gattusos Spitzname, d. Red.), der Schmerz, den du und deine Familie spüren, ist auch unserer. Ruhe in Frieden, liebe Francesca.“

1. FC Köln: Entwarnung bei Cordoba

Vorsichtige Entwarnung in der Offensive des 1. FC Köln: Die Rheinländer können im nächsten Spiel beim FC Augsburg am Sonntag (18 Uhr/Sky) wohl wieder auf seine Stürmer Jhon Cordoba und Mark Uth zurückgreifen. Uth hatte am Montag beim 2:4 gegen RB Leipzig wegen muskulärer Probleme gefehlt, Cordoba musste in der 22. Minute wegen einer Knieverletzung ausgewechselt werden.

„Jhon hat eine Prellung. Das ist schmerzhaft, aber nichts, was nachhaltig Probleme bereiten sollte“, sagte Sportchef Horst Heldt am Tag nach der Begegnung: „Ich gehe davon aus, dass wir es bis zum nächsten Spiel hinbekommen werden.“ Gleiches gelte für Uth. „Es ist eine leichte Zerrung. Aber das wird sicherlich“, sagte Heldt: „Ich bin kein Arzt, aber ich bin optimistisch.“

Klopp plant coronagerechte Meisterfeier

Jürgen Klopp erwartet eine ausgelassene Meisterfeier unter Corona-Bedingungen, wenn sich der FC Liverpool den Premier-League-Titel sichert. „Dann feiern wir so, wie das eben möglich ist“, sagte Klopp dem Fernsehsender BBC, „als Mannschaft intern, und mit all unseren Fans, wenn es wieder erlaubt ist.“ Der Coach kündigte an, dass es – mit Verspätung – auch eine Parade geben werde, wenn die Reds Meister werden. „Wann auch immer, wen kümmert das“, sagte Klopp gut gelaunt. „Wir brauchen nur einen Tag, an dem jeder kommen darf, und dann machen wir das auch.“

Davon, dass im entscheidenden Moment voraussichtlich keine Fans dabei sein werden, will sich Klopp die Laune nicht verderben lassen. „Man feiert immer, egal wo das ist“, sagte er und erinnerte an den Triumph in der Champions League vor einem Jahr. Da habe er „erst in Madrid gefeiert, dann im Hotel“, so Klopp. „Und dann waren so viele Leute da, dass man keine Zeit für die Familie hatte. Wenn man will, findet man immer einen Makel an der Situation.“

Bierhoff für eine Gehaltsobergrenze

Nationalmannschaftsdirektor Oliver Bierhoff befürwortet Forderungen nach einer Gehaltsobergrenze für Profis. „Wenn es rechtlich umsetzbar ist und sich auch europaweit gemeinsam dazu Gedanken gemacht werden – ja. Denn am Ende sollte es unser aller Interesse sein, dass wir einen interessanten, gut funktionierenden Wettbewerb haben“, sagte er „t-online.de".

Bierhoff plädiert dafür, zu „überlegen, wie wir beispielsweise Ablösesummen, Gehälter oder Beraterhonorare eindämmen können“. Der 52-Jährige glaubt dabei nicht, dass sich Fans am Gehalt der „Topverdiener“ stören: „Messi, Cristiano Ronaldo oder Jo Kimmich sind nicht das Problem. Das Problem ist die Masse an Mittelmaß, die in diesem Sog mitschwimmt und in Anführungszeichen “überbezahlt' ist." Ein solcher Spieler müsse damit rechnen, “dass er demnächst weniger vom Verein angeboten bekommt".

In der Corona-Pandemie ist eine Gehaltsobergrenze laut Bierhoff auch international ein Thema: „Es ist der Moment gekommen, an dem viele dazu bereit sind, zumindest darüber zu diskutieren – auch die, die es vor der Krise nicht waren. Speziell von den großen Vereinen in Spanien, England und Frankreich“, sagte der Europameister von 1996. Um finanzielle Unterschiede zwischen den Vereinen auszugleichen, sei beispielsweise bezüglich der Verteilung der TV-Gelder auf europäischer Ebene „mehr Ausgeglichenheit möglich“.

Real will Heimspiele in Mini-Stadion austragen

Real Madrid plant, seine verbleibenden Heimspiele in der Meisterschaft im vereinseigenen Trainingsstadion auszutragen. Vereinspräsident Florentino Perez soll die 61.000 Dauerkarteninhaber in einem Brief über diese Entscheidung informiert haben.

Real möchte seine Geisterspiele im 6000 Zuschauer fassenden Estadio Alfredo di Stefano in Valdebebas vor den Toren der spanischen Hauptstadt austragen. Dadurch würde man zugleich die Umbauarbeiten am 81.044 Zuschauer fassenden Estadio Santiago Bernabeu im Stadtzentrum beschleunigen, wie Perez in dem Schreiben an die Dauerkartenbesitzer erläuterte. Diesen wurde vom Verein ein Recht auf anteilsmäßige Erstattung eingeräumt.

Trotz Klausel: Messi bleibt Barça treu

Die Fans des FC Barcelona dürfen aufatmen: Lionel Messi bleibt wohl mindestens eine weitere Saison beim spanischen Meister. Der 32 Jahre alte Argentinier hat eine Vertragsklausel, die ihm den ablösefreien Wechsel im Sommer ermöglicht hätte, nicht aktiviert, wie spanische Medien unter Berufung auf den Club und auf Kreise des Spielers berichten. Die Frist zur Aktivierung der Klausel lief am Sonntag ab.

Die katalanische Sportzeitung „Mundo Deportivo“ schrieb, Messi hoffe, nächste Saison an der Seite seines Landsmannes Lautaro Martínez stürmen zu können und setze sich deshalb für den Wechsel des 22 Jahre alten Stürmers von Inter Mailand zu Barça ein. Der sechsfache Weltfußballer soll mit der Einkaufs- und Verkaufspolitik der Katalanen seit Jahren unzufrieden sein.

Hasenhüttl verlängert in Southampton

Teammanager Ralph Hasenhüttl (52) und der FC Southampton haben ihre Zusammenarbeit bis 2024 verlängert. Wie der Premier-League-Club mitteilte, unterzeichnete der frühere Trainer von RB Leipzig einen neuen Vierjahresvertrag. „Das war für mich eine einfache Entscheidung“, sagte der Österreicher: „Wegen der Beziehung, die ich zu dem Club, den Spielern und den Fans aufgebaut habe, und auch wegen der Beziehung, die sie zu mir aufgebaut haben.“

Hasenhüttl hatte den Posten bei den Saints im Dezember 2018 von Mark Hughes übernommen. Im vergangenen Oktober war Hasenhüttl nach einem 0:9 gegen Leicester City heftig in die Kritik geraten und stand vor dem Aus. In der Folge brachte er den Club aber wieder auf Kurs. Southampton steht vor dem geplanten Restart der Liga am 17. Juni mit sieben Punkten Vorsprung auf die Abstiegsränge auf dem 14. Platz.