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Ivan Klasnic: "Da bringe ich ja mit 40 noch mehr"

| Lesedauer: 15 Minuten
Der frühere St. Pauli und Werder-Profi Ivan Klasnic.

Der frühere St. Pauli und Werder-Profi Ivan Klasnic.

Foto: Witters

Relegation um die Bundesliga? HSV-Fans müssten sich eine App herunterladen. Dresden fürchtet neue Corona-Fälle im Team.

Hamburg. Hat die Bundesliga die Corona-Krise nach einem Spieltag mit Geisterspielen und frei empfangbarer TV-Konferenz bei Sky im Griff? Wohl kaum. Auch jetzt geht die Diskussion um Abbruch oder Unterbrechung der Saison 2019/2020 weiter. Zumal, wenn neue Fälle von Covid-19-Erkrankungen oder Infektionen mit dem Sars-CoV-2-Virus in der Bundesliga oder der 2. Liga auftauchen sollten. Davon wäre auch der HSV betroffen mit seinen Plänen zum Aufstieg in die Bundesliga.

Doch in der Premier League (England) mit seinem Spitzenreiter FC Liverpool und Trainer Jürgen Klopp, in der Primera División (Spanien) und der Serie A (Italien) schaut man genau auf die Bundesliga und die Bewältigung der Corona-Krise sowie die Maßnahmen und Hygieneregeln. Helfen permanente Tests, den Spielbetrieb bis zu einem Saisonende aufrechtzuerhalten?

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Dynamo Dresden: Neue Corona-Fälle befürchtet

Neun Spiele in 29 Tagen, fast 5000 Reisekilometer in Bus und Bahn bis zum Ende der Saison: Dynamo Dresden blickt nach der Rückkehr aus der zweiwöchigen Quarantäne einem Mammutprogramm im Abstiegskampf der Zweiten Liga entgegen. „Das ist Wettbewerbsverzerrung“, schimpfte der frühere Torjäger Ulf Kirsten in der "Sport-Bild". Wegen zweier positiver Tests auf das Coronavirus im Kreis der Mannschaft war Dresden in eine zweiwöchige Quarantäne geschickt worden. Wie der Verein am Donnerstag mitteilte, ergab die fünfte Testreihe auf das Virus eine weitere infizierte Person im Mannschaftskreis. Zudem sei eine Kontaktperson eines Mitglieds des Betreuerstabs ebenfalls positiv getestet worden. Alle drei Personen müssen nun für weitere 14 Tage in Quarantäne. „Wir mussten damit rechnen, dass in der fünften Testreihe weitere Fälle ans Tageslicht kommen werden“, sagte Dynamo-Sportchef Ralf Minge.

Ivan Klasnic nimmt sich Werder-Profis zur Brust

Der ehemalige Top-Stürmer Ivan Klasnic hat harsche Kritik an den Werder-Profis geübt. „Die Spieler müssen sich schämen. Da bringe ich mit 40 ja noch eine bessere Leistung“, wird der Hamburger von der „Bild“ zitiert. „Ich sehe schwarz!“ Klasnic, der bei St. Pauli großwurde und nach seinen Nierentransplantationen zuletzt noch hobbymäßig spielte, sagte: „Ich höre ständig irgendwelche Ausreden. Jeder muss sich fragen, ob er wirklich 100 Prozent gibt und zu diesem Verein steht“, sagte Klasnic, der mit Bremen 2004 die Meisterschaft und den DFB-Pokal gewann.

Von einer Freistellung von Trainer Florian Kohfeldt hält der frühere Nationalspieler nichts. „Das ist immer die einfachste Lösung." Klasnic forderte: "Eier zeigen und sich endlich den Arsch aufreißen“.

DFB startet 3. Liga – Klagen drohen

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat im Streit um die Fortsetzung der 3. Liga ein Machtwort gesprochen – nun droht der Gang vor das Gericht. Der Verband legte den 30. Mai als Termin für den Neustart fest und informierte die Clubs per E-Mail am Mittwochabend. Die elf Spieltage werden in englischen Wochen durchgezogen, die Saison soll am 4. Juli, die Relegation bis zum 11. Juli beendet sein. Demnach müssen die Drittligisten bereits am Wochenende das im Hygienekonzept festgelegte, siebentägige Quarantäne-Trainingslager beziehen. Nach mehr als zwei Monaten Wettkampfpause würden viele Clubs mit nur einer Woche Mannschaftstraining in die Verlängerung der Spielzeit gehen.

Bensebaini durch Ramadan geschwächt?

Trainer Marco Rose (Borussia Mönchengladbach) muss gegen Bayer Leverkusen unter Umständen auf Leistungsträger Ramy Bensebaini (25) verzichtet. „Wir dürfen nicht außer Acht lassen, dass der Junge am Ende vom Ramadan ist, was bedeutet, dass er sich anders ernährt.“ Der muslimische Fastenmonat endet am Sonnabendabend, also erst nach dem Heimspiel gegen Leverkusen (15.30 Uhr/Sky). Beim Auswärtssieg gegen Eintracht Frankfurt (3:1) hatte Bensebaini das 2:0 vorbereitet und das 3:0 per Elfmeter erzielt. Kurz darauf musste er mit Krämpfen ausgewechselt werden.

Wolfsburg Trainer Glasner wurde "lauter"

Wolfsburgs Trainer Oliver Glasner fordert von seiner Mannschaft trotz des Sieges beim FC Augsburg eine Leistungssteigerung gegen Borussia Dortmund. „Ich denke, dass die Leistung im Spiel gegen Augsburg uns gegen Dortmund nicht reichen wird“, sagte der 45-Jährige mit Blick auf das Heimspiel des Tabellensechsten gegen den Zweiten BVB am Sonnabend (15.30 Uhr/Sky). Mit der Arbeit seiner Mannschaft war Glasner in dieser Woche nicht immer einverstanden. „Ich bin gestern im Training mal etwas lauter geworden, weil ich nicht ganz so zufrieden war“, sagte er. Jeder müsse auf seinem „obersten Level“ arbeiten: „Den Eindruck hatte ich gestern nicht und das habe ich der Mannschaft mitgeteilt.“ Top-Torjäger Wout Weghorst ist nach seiner Sperre zurück. Kapitän Josuha Guilavogui fehlt noch.

St. Pauli düst nach Darmstadt

Die Mannschaft des FC St. Pauli nutzt an diesem Freitag einen Charterjet nach Frankfurt und von dort zwei Busse, um nach Darmstadt zu kommen. Anpfiff ist am Sonnabend um 13 Uhr in Darmstadt (live bei Sky und bei abendblatt.de)

HSV twittert Bild von Rafael van der Vaart

Borussia Dortmund verlängert mit Lukasz Piszczek

Lukasz Piszczek (34) hat bei Borussia Dortmund seinen Vertrag bis zum 30. Juni 2021 verlängert. Dann will Piszczek, seit zehn Jahren in Dortmund, seine aktive Karriere beenden. „Lukasz Piszczek ist absoluter Führungsspieler in unserem Team, außerdem ist er auch körperlich in einer Top-Verfassung. Daher war es folgerichtig, den Vertrag mit ihm um ein weiteres Jahr zu verlängern“, sagte Sportdirektor Michael Zorc. „Ich habe schon mehrmals gesagt, dass ich mich noch fit fühle. Zum Glück haben die Verantwortlichen erkannt, dass ich noch Spaß am Fußball habe, dass ich es noch liebe“, sagte Piszczek.

Sky: Bundesliga und 2. Liga einmal frei – DAZN zeigt Relegation

Corona hat die Bezahlschranke beim TV-Sender Sky aufgehoben. Doch damit ist bald Schluss. Nur noch an diesem Wochenende zeigt Sky die Geisterspiele der Bundesliga in der Konferenz sowie die Zweite Liga live für alle frei empfangbar auf Sky Sport News HD. Zusätzlich sind die Live-Übertragungen auch im freien Livestream auf skysport.de sowie in der Sky Sport App abrufbar. Die Sky-Kunden können wie gewohnt neben der Konferenz auch die Einzelspiele sowie alle Konferenzen und Einzelspiele der 2. Bundesliga sehen.

An den verbleibenden Spieltagen der Saison wird Sky die Höhepunkte-Sendungen exklusiv für seine zahlenden Kunden zeigen und nicht mehr auf seinem Free-TV-Kanal Sky Sport News HD.

Der Streaminganbieter DAZN wird die verbleibenden Freitags- und Montagsspiele sowie die Sonntagsspiele um 13.30 Uhr übertragen. Zusätzlich werden dort in den beiden Englischen Wochen die Spiele mittwochs um 18.30 Uhr gezeigt. Auch die Relegationspartien der Bundesliga und 2. Bundesliga laufen bei DAZN.

12.000 Pappkameraden im Stadion

Ausverkauft wird der Borussia-Park am Sonnabend im Spiel Borussia Mönchengladbach und Bayer Leverkusen (15.30 Uhr/Sky) nicht sein. Aber bislang sind für das Geisterspiel bereits mehr als 12 000 „Pappkameraden“ auf den Tribünen im Gladbacher Stadion aufgestellt, 20.000 sind derzeit bestellt. „Das ist fantastisch. Man hat tatsächlich das Gefühl, dass man nicht allein ist, wenn man im Stadion trainiert“, sagte Borussias Trainer Marco Rose. Die Idee hatte das Fan-Projekt Mönchengladbach. Zum Preis von 19 Euro kann man mit einem Foto von sich auf den Pappfiguren den Platz wählen, den man auch sonst im Stadion hat. Auch einige Gladbacher Profis haben sich bereits einige „Pappkameraden“ gesichert.

HSV gegen Holstein Kiel am Montag

Im Volksparkstadion findet das Nordderby zwischen dem HSV und Holstein Kiel am Montag (8. Juni, 20.30 Uhr) statt. Auch die weiteren noch verbleibenden Termine der Zweitligasaison stehen fest:

  • Sonntag, 24. Mai (13.30 Uhr) HSV vs. Arminia Bielefeld
  • Donnerstag, 28. Mai (20.30 Uhr) VfB Stuttgart vs. HSV
  • Sonntag, 31. Mai (13.30 Uhr) HSV vs. Wehen Wiesbaden
  • Montag, 8. Juni (20.30 Uhr) HSV vs. Holstein Kiel
  • Freitag, 12. Juni (18.30 Uhr) Dynamo Dresden vs. HSV
  • Dienstag, 16. Juni (18.30 Uhr) HSV vs. VfL Osnabrück
  • Sonntag, 21. Juni (15.30 Uhr) Heidenheim vs. HSV
  • Sonntag, 28. Juni (15.30 Uhr) HSV vs. Sandhausen

"Werder Bremen braucht ein Wunder"

Werder Bremens langjähriger Verteidiger Sebastian Prödl sieht die Bundesliga-Chancen des stark abstiegsbedrohten Vereins als sehr gering an. „Ich bin ein positiv denkender Mensch, ich bin Optimist. Ich hoffe es noch, aber wenn man realistisch an die Sache herangeht, braucht man schon ein Wunder“, sagte der 32-Jährige in der „NDR 2 Bundesligashow“ (Donnerstag). Prödl (2008 bis 2015 bei Werder) spielt mittlerweile für Udinese Calcio.

Acht Spieler positiv auf Corona getestet

Beim mexikanischen Erstligisten Santos Laguna sind acht Spieler positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das Ergebnis gefährdet die Überlegungen der mexikanischen Profiliga (Liga MX), die wegen der Corona-Pandemie seit zwei Monaten unterbrochene Spielzeit fortzusetzen. Ursprünglich sollte die Entscheidung über die Wiederaufnahme des Spielbetriebs am Ende dieser Woche getroffen werden. Mexiko verzeichnete seit dem Ausbruch des Coronavirus über 56.000 positive Fälle und mehr als 6000 Tote.

Marco Reus bangt, Erling Haaland trifft

Marco Reus (30) schien einer der Gewinner der Corona-Pause zu werden, doch stattdessen ist er auf der Jagd nach seinem großen Meistertraum zum Zuschauen verdammt. Der Kapitän von Borussia Dortmund fürchte das Saison-Aus wegen seiner hartnäckigen Adduktorenverletzung. Ein Einsatz gegen Bayern München am Dienstag (18.30 Uhr/Sky) scheint vollkommen ausgeschlossen.

Aber: Auch ohne Reus produzierte die Angriffsreihe des BVB um Erling Haaland, Jadon Sancho, Julian Brandt und Thorgan Hazard zuletzt Tore am Fließband. Fünf von sechs Bundesligaspielen gewannen die Westfalen während seiner Abwesenheit und erzielten dabei im Schnitt fast drei Treffer pro Partie.

HSV verdrängt VfB: Stuttgart erhebt Einspruch

Kann der HSV wieder von seinem Aufstiegsplatz abrutschen? Der VfB Stuttgart, den der HSV am vergangenen Sonntag auf den Relegationsplatz drei der 2. Liga verdrängt hatte, hat Protest gegen seine Last-Minute-Niederlage bei Wehen Wiesbaden eingelegt. Grund für den Einspruch beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) sei, „dass das Verhalten des Schiedsrichters bei der Entstehung des Siegtreffers für den SV Wehen Wiesbaden nach unserer Überzeugung einen Regelverstoß darstellt, der einen unmittelbaren Einfluss auf das Endergebnis des Spiels hatte“, sagte Sportdirektor Sven Mislintat.

Wehen hatte durch Philip Tietz in der Nachspielzeit per Handelfmeter (90.+7) den Siegtreffer erzielt. In der fraglichen Szene war VfB-Stürmer Hamadi Al Ghaddioui der Ball im eigenen Strafraum an die Hand gesprungen. Schiedsrichter Sascha Stegemann hatte das Spiel zunächst weiterlaufen lassen, wurde aber von Video-Assistent Robert Kampka auf das vermeintliche Vergehen hingewiesen.

Jürgen Klopp: Corona-Botschaft an die Profis

Für Jürgen Klopp von Champions-League-Sieger FC Liverpool steht die Gesundheit der Spieler bei einer möglichen Fortführung der Premier League an oberster Stelle. „Wir würden niemanden in Gefahr bringen, um das zu tun, was wir tun wollen. Ja, wir lieben Fußball, ja, es ist unser Job, aber er ist nicht wichtiger als unser Leben oder das Leben anderer Menschen“, sagte der frühere BVB-Trainer bei Sky Sports.

Sollten die Spieler der Reds Bedenken aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus haben, müssen sie laut Klopp keine Konsequenzen befürchten. Liverpool könnte im Juni wieder spielen. Das Team steht als souveräner Tabellenführer unmittelbar vor dem ersten Titelgewinn seit 30 Jahren.

Der Verein übergab 25.000 Gesichtsmasken an die eigene Stiftung LFC Foundation. Diese wird in Zusammenarbeit mit der Liverpool Clinical Commissioning Group (CCG), die Gesundheitsdienste für die Stadt plant, die Masken kostenlos an Bedürftige in der näheren Umgebung verteilen.

Manuel Neuer verlängert trotz oder wegen Nübel

Neuer bleibt Bayer: Bayern München hat Torwart und Kapitän Manuel Neuer (34) nach langwierigen Verhandlungen langfristig gebunden. Neuer verlängerte seinen Vertrag vorzeitig um zwei Jahre bis zum 30. Juni 2023. Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge sagte: "Manuel ist der beste Torhüter der Welt und unser Kapitän.“ Neuer meinte, er sehe "mit großem Optimismus in die Zukunft. Ich fühle mich in Bayern sehr wohl und heimisch.“

Neuer ist seit 2011 Bayer (kam von Schalke 04 für 30 Millionen Euro. Die Vertragsverlängerung ist auch ein Signal an Alexander Nübel (23). Der ehemalige U-21-Nationaltorhüter wechselt im Sommer ablösefrei ebenfalls vom FC Schalke zu den Bayern (Vertrag bis 2025).

Sexpuppen auf der Tribüne

Der südkoreanische Erstligist FC Seoul wird für die Platzierung von Sexpuppen auf der Tribüne zur Kasse gebeten. Die nationale K-League belegte den Verein mit der Ligarekordstrafe von umgerechnet knapp 75.000 Euro. Am vergangenen Sonntag beim Geisterspiel gegen den FC Gwangju hatte Seoul die Sexpuppen als „Zuschauerersatz“ auf den Rängen positioniert.

Dies habe die „weiblichen Fans zutiefst gedemütigt und verletzt und die Integrität der Liga nachhaltig geschädigt“, hieß es in der Urteilsbegründung. Der Verein entschuldigte sich. Man habe nicht gewusst, dass es sich bei den Puppen um Sexspielzeuge handele. Offenbar ist der Verein auf einen reklamebewussten Hersteller reingefallen.

Norwegen hat kuriosen Vorschlag

Die norwegische Fußballliga will zum Saisonstart am 16. Juni offenbar auch Zuschauer in die Stadien lassen - und zwar bis zu zehn. Die ungewöhnliche Personenzahl geht aus einem kuriosen Vorschlag von Verbandsdirektor Nils Fisketjönn im Sender NRK hervor. „Wir möchten die Clubs auffordern, Konzepte auszuarbeiten." Insgesamt sollen sich während eines Spiels aufgrund der Corona-Pandemie maximal 200 Personen im Stadion aufhalten, dazu gehören unter anderem Spieler, Betreuer und Medienvertreter. Ab dem 15. Juni sind in Norwegen wieder Veranstaltungen in der Größenordnung bis zu dieser Personenzahl erlaubt. Ursprünglich hätte die Saison im April beginnen sollen.

( HA/sid/dpa )

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