Corona-Krise im Sport

Neustart nach Corona-Pause: Sky-Pannen verärgern Fans

Sky legte beim Wiederanpfiff der Bundesliga nach zehn Wochen Corona-Pause einen technischen Fehlstart hin.

Sky legte beim Wiederanpfiff der Bundesliga nach zehn Wochen Corona-Pause einen technischen Fehlstart hin.

Foto: Karl-Josef Hildenbrand / dpa

Lübeck erklärt sich zum Drittliga-Aufsteiger. Union-Trainer verpasst Bayern-Spiel. Streit mit Eurosport – Blackout beim Montagsspiel?

Hamburg. Nach zehn Wochen Corona-Pause rollte an diesem Sonnabend der Fußball in den Bundesligen wieder. Ein erster Schritt – doch ein Ende der Krise ist noch lange nicht im Sicht. Der Sport leidet weltweit unter den Folgen der Pandemie.

Die Entwicklungen am Sonnabend, den 16. Mai 2020:

Neustart nach Corona-Pause: Sky-Pannen verärgern Fans

Der TV-Neustart in die 2. Fußball-Bundesliga ist für den Pay-TV-Sender Sky etwas holprig gelaufen. Während der Einzelübertragungen einiger Spiele am Sonnabend brach die Liveberichterstattung ab. Beim Spiel von Erzgebirge Aue gegen den SV Sandhausen wurden Bilder von einem Spiel des FC Augsburg gezeigt, die Zuschauer der Begegnung des Karlsruher SC gegen Darmstadt 98 sahen unvermittelt, wie Torjäger Erling Haaland für Borussia Dortmund gegen Union Berlin traf.

Nach einigen Minuten waren die „technischen Probleme“, von denen ein Sky-Sprecher sprach, gelöst. Die Konferenz aller Zweitliga-Spiele lief die gesamte Zeit indes normal weiter. Später entschuldigte sich der Sender für die Panne bei seinen Zuschauern.

Es blieb allerdings nicht die einzige. Später blendete Sky noch eine Bundesliga-Tabelle ohne Punktzahl ein.

Corona: Tönnies für Absteiger im Abbruchsfall

Schalkes Aufsichtsratsvorsitzender Clemens Tönnies hat sich nach der 0:4-Niederlage seines Team bei Borussia Dortmund klar zum Szenario eines möglichen Saisonabbruchs in der Fußball-Bundesliga positioniert. „Wenn wir abbrechen, müssen die, die unten stehen, die Konsequenzen tragen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir abbrechen und keine Absteiger haben“, sagte er in der Sendung „Wontorra – der Fußball-Talk“ im TV-Sender Sky Sport News HD. Allerdings sehe er im Moment dieses Szenario nicht. „Ich bin seit heute sehr zuversichtlich, dass die Saison nicht abgebrochen wird“, sagte Tönnies.

Auch in Corona-Zeiten soll die Ausgliederung der Fußball-Abteilung beim FC Schalke 04 weiter vorangetrieben werden. „Ziel ist es aber, dabei alle mitzunehmen. Die 153.000 Mitglieder seien der Souverän. „Wir werden nichts gegen den Willen der Mitglieder entscheiden.“, sagte Tönnies, der sich auch noch nicht zu einem Zeitplan der möglichen Ausgliederung äußern wollte: „Es wäre verfrüht, jetzt einen Zeitrahmen herauszugeben.“

Stefanidi verliert Stabhochsprung-Gartenduell knapp

Stabhochsprung-Olympiasiegerin Katerina Stefanidi war auch im „Garten“ nicht zu schlagen, den Quervergleich mit den männlichen Topstars hat die Griechin aber knapp verloren. Beim vom Leichtathletik-Weltverband World Athletics initiierten „Garden Clash“ übersprang Stefanidi im Fernduell mit der zweimaligen US-Hallenmeisterin Katie Nageotte und der Kanadierin Alysha Newman am Sonnabend 34-mal binnen 30 Minuten vier Meter, Nageotte (30) und Newman (21) mussten sich geschlagen geben.

Knapp zwei Wochen zuvor hatten sich Weltrekordler Armand Duplantis (20) und London-Olympiasieger Renaud Lavillenie (33) bei den Männern den Sieg geteilt. Sowohl der Schwede Duplantis als auch der Franzose Lavillenie überflogen innerhalb von 2x15 Minuten mit kurzer Pause 36-mal die 5-Meter-Marke. Der dritte Teilnehmer des Fern-Wettstreits, Ex-Weltmeister Sam Kendricks (USA), kam auf 26 Lattenüberquerungen in der Zeit.

Anders als bei den Männern, die eine Stabhochsprung-Anlage auf ihrem Grundstück besitzen und damit wahrhaftig im Garten sprangen, waren die drei Frauen auf ihren Trainingsanlagen aktiv. Den Wettkampf der Männer hatten 250.000 Menschen live im Internet verfolgt, binnen 24 Stunden verzeichnete die Übertragung in den Sozialen Medien rund eine Million Zuschauer aus mehr als 90 Ländern.

Klopp dämpft Erwartungen an sein Team

Teammanager Jürgen Klopp von Champions-League-Sieger FC Liverpool hat seiner Überzeugung Ausdruck verliehen, dass die Reds im Falle des Wiederbeginns in der Premier League nach der Corona-Pandemie-Zwangspause nicht die „allerbeste“ Leistung abrufen müssen, um den ersten Meistertitel seit 30 Jahren einzufahren. „Fußball ist ein Spiel, in dem sich alle in derselben Situation befinden. Wir spielen gegen ein anderes Team und müssen nicht die beste Leistung der Geschichte abrufen. Wir müssen die beste Leistung, die möglich ist, zeigen“, sagte der ehemalige Dortmund-Coach der BBC.

Noch ist allerdings nicht sicher, wann die Premier League fortgeführt wird. Klopp: „Wann immer es weitergeht, werden wir dieselbe Zeit zur Vorbereitung haben wie andere Teams. Unser Job war es immer und wird es auch immer sein, das Beste daraus zu machen. Wir werden so gut drauf sein wie möglich.“

Im Augenblick deutet es in der Premier League auf einen Restart frühestens Mitte Juni hin. Am 13. März war die Liga aufgrund der Corona-Pandemie unterbrochen worden. „Ein Lockdown ist nicht unbedingt das, was ich mir vorstelle. Aber es war nicht anders möglich, so müssen wir das Beste daraus machen“, betonte der Erfolgscoach.

Abbruch wegen Corona – Lübeck erklärt sich zum Aufsteiger

Die Streit in der Fußball-Regionalliga Nord um den Aufstieg in die 3. Liga spitzt sich zu. Während sich bei einer Befragung acht der 18 Vereine für eine Relegation zwischen Tabellenführer VfB Lübeck und dem Zweiten VfL Wolfsburg II aussprachen, lehnt Lübeck dieses Ansinnen strikt ab. Sechs Vereine sind für die Anwendung der Quotientenregel, vier enthielten sich der Stimme. Die Schleswig-Holsteiner haben zwar ein Spiel mehr als Wolfsburg II ausgetragen, verfügen aber über einen Vorsprung von fünf Punkten. Auch bei Nutzung der Quotientenregel wären die Lübecker vorn. Entschieden werden soll bei einem Verbandstag des Norddeutschen Fußball-Verbandes (NFV) Ende Juni.

„Das Ding ist absolut wasserdicht, es wird keine Relegation mit Wolfsburg geben. Der NFV wird einen Saisonabbruch beschließen, wir werden aufsteigen“, sagte VfB-Vorstandssprecher und Rechtsanwalt Thomas Schikorra. In einer Mitteilung wiesen die Lübecker darauf hin, dass es bei Abbruch einen Aufsteiger nur geben könne, wenn die Saison auch gewertet werde. Daraus resultiert die Schlussfolgerung des VfB: „Nach allen denkbaren objektiven und rechtlich vertretbaren Wertungskriterien kann der Aufsteiger nur VfB Lübeck heißen.“

Deshalb kündigten die Lübecker an: „Wir werden vor diesem Hintergrund unsere Planungen für die 3. Liga konsequent vorantreiben. Dies bedeutet, dass wir die bereits begonnenen infrastrukturellen Maßnahmen am Stadion, die für den Spielbetrieb in der 3. Liga erforderlich sind, fortsetzen und bis zum 30.06.2020 beenden werden. Darüber hinaus werden wir in den kommenden Wochen unseren Kader für die 3. Liga zusammenstellen.“

Zweitliga-Neustart: Trainer fährt Spieler zum Stadion

Begleitet von kuriosen und ungewöhnlichen Umständen hat am Sonnabend die 2. Fußball-Bundesliga den Spielbetrieb nach der Corona-Pause wiederaufgenommen. Zwischenfälle waren bis zum Anpfiff keine bekannt. Die Fans in Bochum, Regensburg, Aue und Karlsruhe verhielten sich diszipliniert und hielten sich nicht im direkten Stadion-Umlauf auf.

In Bochum fuhr Heidenheims Trainer Frank Schmidt einige Spieler ins Stadion. „Wir sind mit Kleinbussen mit maximal vier Spielern gefahren“, sagte Schmidt bei Sky: „Da hat es keinen Sinn gemacht, wen dazu zu holen. Und da wir alle den Führerschein haben, haben wir gesagt, wir machen das selbst. Und wir sind gut und sicher in Bochum angekommen.“

In Regensburg kamen die Jahn-Profis zum Spiel gegen Holstein Kiel in ihren Privatwagen einzeln zur Arena. Die Gäste fuhren mit zwei Bussen vor. Beim Aufwärmen lief im leeren und ansonsten stillen Jahn-Stadion Musik. Damit sollte wenigstens für etwas Normalität gesorgt werden, wie es vonseiten des Gastgebers hieß.

In Karlsruhe zogen sich die Profis des KSC in verschiedenen Räumen um. Einige etwa in den eigentlich für die Physiotherapeuten vorgesehenen Räumen, andere wie sonst auch in der Mannschaftskabine. Zuvor waren Spieler und Trainerteam getrennt voneinander zu der Partie gegen den SV Darmstadt 98 ins Wildparkstadion gekommen.

Theis von Corona-Fall bei Gobert geschockt

Der positive Corona-Test bei Rudy Gobert, dem ersten infizierten Spieler in der nordamerikanischen Profiliga NBA, hat bei Basketball-Nationalspieler Daniel Theis von den Boston Celtics für einen Schock gesorgt. Das bestätigte Theis rückblickend in einem „Sportbuzzer“-Interview. Die Celtics hatten wenige Tage vor der Bekanntgabe des positiven Ergebnisses Mitte März noch gegen Goberts Utah Jazz gespielt. Die Nachricht habe Theis vor dem geplanten Auswärtsspiel bei den Milwaukee Bucks erreicht.

„Ich war mit einigen Mitspielern essen. Einer davon war Vincent Poiree, der Gobert kennt, weil beide Franzosen sind. Wir saßen beim Essen, Vincent war am Telefon, legte auf und meinte: 'Rudy Gobert wurde positiv getestet.' Alle am Tisch dachten, er macht einen Witz. Aber Vincent meinte, dass es ernst sei“, schilderte Theis.

„Und dann hat“s bei mir im Kopf angefangen: Wir haben vor fünf Tagen gegen Utah gespielt, ich habe gegen Rudy Gobert verteidigt, hatte den engsten Kontakt zu ihm auf dem Feld. Ja, wenn jemand positiv ist, dann ich“, erklärte Theis. Der 28-Jährige wurde später aber nicht positiv getestet, anders als sein Mitspieler Marcus Smart.

Bach: Corona zeigt Bedeutung des Sports

Mit einer gemeinsamen Absichtserklärung wollen das Internationale Olympische Komitee und die Weltgesundheitsorganisation die Rolle des Sports im Kampf gegen Pandemien stärken. IOC-Chef Thomas Bach rief die „Regierungen der Welt“ am Sonnabend bei der Unterzeichnung der Vereinbarung dazu auf, die stärkere Unterstützung körperlicher Betätigung in ihre Förderprogramme aufzunehmen. Die Corona-Krise mache „noch offensichtlicher, wie wichtig Sport für die generelle Gesundheit ist“, sagte Bach.

WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus kündigte einen gemeinsamen Aktionsplan an. „Sport hilft den Menschen, gesund zu bleiben. Jeder sollte aktiv bleiben“, sagte er. Das IOC sei daher ein „natürlicher Partner“ für die WHO.

Die Organisation berät das IOC auch bei der Neuorganisation der um ein Jahr verschobenen Olympischen Spiele in Tokio. Zweifel, dass die Sommerspiele im Juli 2021 wie geplant ausgetragen werden können, wies Bach zurück. „Wir sind ein Jahr und zwei Monate entfernt. Wir werden die richtigen Entscheidungen zur richtigen Zeit treffen“, sagte der 66-Jährige.

Sörgel hält Fußballspiele mit Fans für denkbar

Der Nürnberger Pharmakologe Fritz Sörgel hält eine schrittweise Zulassung von Zuschauern in Fußballstadien trotz der Corona-Pandemie bald wieder für denkbar. „Der Zugang von Menschen zum Stadion kann so geregelt werden wie der Zugang der Kunden zum Ikea, und es wäre möglich, im Stadion die notwendigen Abstände einzuhalten, dann wüsste ich ehrlich gesagt nicht, was dagegen einzuwenden wäre, Spiele vor reduziertem Publikum zuzulassen“, sagte Sörgel im Interview mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Die Fußball-Bundesliga setzt ihren Spielbetrieb mit Geisterspielen fort, an dieser Situation sollte sich in der aktuellen Coronakrise vorläufig nichts ändern. Sörgel betonte jedoch, er wisse nicht, wie realistisch eine solche Öffnung von Stadien sei.

Die Rückkehr des Spielbetriebs begrüßt Sörgel aber grundsätzlich. „Ein solches Konzept, rund 1700 Personen in einer Hygiene-Zone inmitten einer Pandemie konsequent zu testen, ist so noch nie irgendwo durchgeführt worden“, sagte er. Für ihn habe dieses Vorgehen den „Charakter einer wissenschaftlichen Studie“.

Corona kostet Bambergs Basketballer Gesellschafter

Brose und der Bundesliga-Basketball in Bamberg: Das gehört seit Jahren untrennbar zusammen. Auch dank der finanziellen Pferdestärken des Automobilzulieferers fuhren die Franken seit 2010 sieben Meisterschaften und fünf Pokalsiege ein. Doch die Corona-Krise führt nun an dem Traditionsstandort der BBL zu nachhaltigen Einschnitten.

Brose steigt zum 1. Juli als Gesellschafter der Bamberger Basketball GmbH aus. Kurz vor der Entscheidung der zuständigen Behörden über eine Saisonfortsetzung der Bundesliga wird damit noch einmal ersichtlich, wie schwer die deutsche Eliteklasse getroffen wird – auch wenn Brose als Haupt- und Namenssponsor bleibt.

„Die massiven Veränderungen in der Automobilindustrie, verstärkt durch die Nachfrageeinbrüche als Folge der Coronavirus-Maßnahmen, haben bei der Brose-Unternehmensgruppe zu erheblichen Ergebniseinbrüchen geführt“, sagte Michael Stoschek, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung bei Brose und Aufsichtsratschef beim Bamberger Bundesligaclub.

EM 2021 zur Not in weniger Ländern

UEFA-Präsident Aleksander Ceferin hat eine Reduzierung der Gastgeberländer für die ins Jahr 2021 verlegte Fußball-EM nicht ausgeschlossen. „Prinzipiell ist die Idee, dass wir bei den gleichen Städten bleiben. Mit neun Städten ist alles geregelt. Bei drei Städten haben wir einige Probleme, daher werden wir weiter diskutieren“, sagte der 52-Jährige in einem Interview des Senders Bein Sports. „Prinzipiell werden wir es in zwölf Städten machen, aber wenn nicht, sind wir bereit, es in zehn, neun oder acht zu tun“, sagte Ceferin.

Die EM hätte zum 60-jährigen Turnierjubiläum in diesem Sommer erstmals gleich in zwölf Ländern stattfinden sollen. Wegen der Coronavirus-Pandemie hatte die UEFA entschieden, das Turnier nun vom 11. Juni bis 11. Juli 2021 auszurichten. Einige Gastgeberstädte wie Bilbao (Spanien) hatten zuletzt Bedenken geäußert, den neuen Termin gewährleisten zu können.

Der deutsche Spielort München, wo die DFB-Elf in der Vorrunde auf Frankreich, Portugal und einen noch nicht qualifizierten Play-off-Sieger treffen soll, hat seine Bereitschaft für die Gastgeberrolle 2021 bereits bestätigt.

Streit mit Eurosport – Blackout beim Montagsspiel?

Die Situation spitzt sich zu. Nur zwei Tage vor der letzten Begegnung des Re-Start-Spieltages droht der Fußball-Bundesliga ein TV-Blackout. Die Liveübertragung der Partie Werder Bremen gegen Bayer 04 Leverkusen am Montagabend ist gefährdet. Der Zeitdruck steigt, doch am Wochenende ist keine Entscheidung zu erwarten. Die Liga hofft am Tag des Spiels auf eine juristische Lösung.

Die Situation ist äußerst vertrackt und juristisch heikel. Der Streamingdienst DAZN, der die bisherigen Montagsspiele übertrug, will auch aus Bremen übertragen, darf aber nicht. Grund ist die Auseinandersetzung des Konzerns Eurosport/Discovery und der Deutschen Fußball-Liga (DFL): Das Medienunternehmen beruft sich auf ein Sonderkündigungsrecht des TV-Vertrages wegen der Corona-Krise.

Eurosport hatte sich die Liverechte für insgesamt 40 Punktspiele gesichert: für die 30 Bundesliga-Partien am Freitag, jeweils fünf am Sonntag und Montag. Glücklich wurde der Spartensender damit nicht. Er verkaufte nach den zwei Spielzeiten mit mäßigem Zuschauererfolg in diesem Sommer eine Sublizenz an DAZN. Direkter Vertragspartner der DFL ist aber weiterhin Eurosport.

DAZN stände bereit für die Übertragung, ist aber auf Eurosport/Discovery angewiesen. Das Problem: Der Streamingdienst muss pro Saison nur einen Teil der geschätzten 70 Millionen Euro an Eurosport zahlen, den der Spartensender als DFL-Vertragspartner an die Liga abführen muss.

Union-Trainer Fischer soll im Derby zurückkehren

Fußball-Bundesligist 1. FC Union Berlin rechnet mit einer Rückkehr von Trainer Urs Fischer rechtzeitig vor dem Derby gegen Hertha BSC am Freitag kommender Woche. Wie der Hauptstadt-Club mitteilte, gehe man derzeit davon aus, dass der Schweizer im Olympiastadion auf der Bank sitzen werde.

Fischer fehlt den Eisernen am Sonntag (18.00 Uhr) zum Neustart der Fußball-Bundesliga im Heimspiel gegen den FC Bayern München. Der 54-Jährige muss noch zwei negative Corona-Tests abliefern. Gegen die Bayern wird die Mannschaft von Co-Trainer Markus Hoffmann betreut.

Fischer hatte das Quarantäne-Trainingslager von Union in Barsinghausen in dieser Woche verlassen, um zu seiner Familie in die Schweiz zu reisen. Nach dem Tod seines Schwiegervaters wurde er am Sonnabend in Berlin zurückerwartet.

Union hatte zunächst gehofft, dass ein weiterer negativer Corona-Test am Sonnabend ausreichen würde, damit Fischer das Team gegen die Bayern betreuen kann. Die Entscheidung sei nun in Absprache mit der DFL Taskforce Sportmedizin/Sonderspielbetrieb getroffen worden.

Michael Rummenigge stärkt Herrlich den Rücken

Der frühere Bayern- und Dortmund-Profi Michael Rummenigge hat in einem Kommentar beim RedaktionsNetzwerk Deutschland deutlich Partei für Augsburgs Trainer Heiko Herrlich ergriffen. „Dass er nun nicht auf der Bank sitzt, halte ich persönlich für komplett übertrieben, ja sogar für blödsinnig“, schrieb der 56-Jährige im am Sonnabend veröffentlichten Beitrag. „Andere Menschen dürfen doch auch einkaufen gehen, warum also die Fußballer nicht? Auch, dass sie einkaserniert wurden wie Verbrecher, finde ich wahnsinnig.“

Herrlich hatte das Teamhotel des Fußball-Bundesligisten während des Quarantäne-Trainingslagers des Vereins für einen Einkauf von Zahnpasta und Hautcreme verlassen und damit gegen das DFL-Hygienekonzept in der Corona-Krise verstoßen. Der 48-Jährige sitzt deshalb bei seinem geplanten Augsburg-Debüt gegen den VfL Wolfsburg an diesem Sonnabend freiwillig nicht auf der Bank.

„Ich schätze ihn, habe ihn immer als ehrlichen Typen kennengelernt, und so hat er sich auch jetzt verhalten“, sagte Rummenigge. Der Ex-Profi und -Nationalspieler lobte Herrlich dafür, dass er selbst vom Fauxpas erzählt hatte: „Allein für diese Ehrlichkeit hätte ich ihn belohnt und am Samstag bei seinem ersten Spiel als Augsburg-Trainer auf der Bank sitzen lassen – natürlich nur, wenn sein Test negativ ausgefallen wäre.“

Erster Corona-Test bei Herrlich negativ

Der erste Corona-Test bei Heiko Herrlich nach dem Verstoß gegen die Quarantäne-Regeln ist negativ ausgefallen. Dies teilte der FCA kurz vor dem Spiel am Sonnabendnachmittag gegen den VfL Wolfsburg mit. Herrlich verfolgte die Partie im VIP-Bereich im Stadion.

Der 48-Jährige hatte den Trainerjob in Augsburg im März kurz vor der Corona-Pause von Martin Schmidt übernommen. Herrlich wurde von seinem Assistenten Tobias Zellner vertreten.

RB Leipzig installiert Flugzeug-Gangway

Für die Erweiterung der Ersatzbank auf die Tribüne hat sich Fußball-Bundesligist RB Leipzig Hilfe beim Flughafen geholt. Da in der Red Bull Arena der Höhenunterschied zwischen Tribüne und Spielfeld etwa drei Meter beträgt, bekam der Club eine Gangway geliefert. Über die Flugzeugtreppe kommen Betreuer und Spieler in den Innenraum. Das berichtet die „Bild“-Zeitung. Zur Einhaltung des Mindestabstands muss die Personenanzahl auf den Ersatzbänken reduziert werden, sodass auf die Zuschauerränge ausgewichen wird. RB Leipzig trifft am Sonnabend (15.30 Uhr/Sky) auf den SC Freiburg.

„Besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen. Wir helfen gern“, sagte Uwe Schuhardt, Sprecher des Flughafens Halle/Leipzig. Die Gangway war am Freitag angeliefert und im Stadion in Position gebracht worden.

Trainer Julian Nagelsmann hat unterdessen die Fans aufgefordert, nicht zum Stadion zu kommen. „Bleibt bitte zu Hause, wir möchten die Bundesliga erfolgreich zu Ende spielen. Ihr könnt gern von euren Balkonen jubeln und schreien, vielleicht hören wir davon etwas im Stadion“, sagte Nagelsmann in einer Videobotschaft des Clubs.

NFL-Teams dürfen Einrichtungen wieder öffnen

Die Teams der US-Football-Profiliga NFL können im Zuge der Coronakrise am kommenden Dienstag ihre Einrichtungen wieder öffnen. Das teilte Ligachef Roger Goodell den Clubs mit. Demnach sei eine Öffnung der Räumlichkeiten gestattet, wenn dies durch die lokalen Behörden erlaubt wird.

Allerdings dürfen sich zunächst nur 50 Prozent der Mitarbeiter in den Einrichtungen aufhalten und nie mehr als 75 Personen gleichzeitig. Spielern und Trainern ist der Zutritt weiter untersagt, es sei denn, es handele sich um eine medizinische Behandlung.

Am 25. März hatten die Teams im Zuge der Pandemie ihre Anlagen schließen müssen. Die teilweise Öffnung folgt der ersten Phase der Rückkehr zum normalen Betrieb. Goodell erwarte eine zweite Phase, die weiteren Personen den Zutritt zu den Räumlichkeiten gewährt, in „relativ kurzer Zeit“. Die neue Saison in der NFL soll am 10. September beginnen.

Gagelmann: Schiedsrichter bewerten Torjubel nicht

Der ehemalige Schiedsrichter Peter Gagelmann sieht seine Kollegen bei Verstößen der Fußball-Profis gegen Hygienevorschriften nicht in der Verantwortung. Zu reagieren, „wenn jemand jubelt oder sich in den Armen liegt, das obliegt nicht den Schiedsrichtern“, sagte der 51-Jährige dem TV-Sender Sky Sport News HD.

Die Spieler sind beim Bundesliga-Neustart dazu angehalten, sich bei einem Tor nicht zu umarmen oder abzuklatschen. In einem solchen Fall „könnte theoretisch das Ordnungsamt oder das Gesundheitsamt auf den Platz kommen und sagen: 'So wir brechen jetzt das Spiel ab!' Aber das ist nicht die Sache der Schiedsrichter“, sagte Gagelmann.

Hitzlsperger: Corona legt Fehlentwicklungen offen

Für Thomas Hitzlsperger sind durch die Coronavirus-Krise Fehlentwicklungen im Profifußball verdeutlicht worden. „Es ist an der Zeit, anzuerkennen, dass fast alle Beteiligten den sportlichen Erfolg über nachhaltige Entwicklung gestellt haben“, sagte der Vorstandsvorsitzende des VfB Stuttgart im Interview von „Stuttgarter Zeitung“ und „Stuttgarter Nachrichten“. „Für eine positive Bilanz auf der Mitgliederversammlung gibt es eben weniger Applaus als für die Champions-League-Teilnahme. Die Gier nach Anerkennung und Erfolg hat über die Vernunft gesiegt“, ergänzte der 38-Jährige mit Blick auf die wirtschaftliche Notlage vieler Clubs.

Auch der VfB befindet sich laut Hitzlsperger in einer ernsten Lage. „Wir stecken nach wie vor in einer heiklen Situation, und wir sind weit weg von der Normalität. Bei uns wird weiterhin Kurzarbeit praktiziert. Dieser Zustand wird noch einige Zeit anhalten, denn wir müssen derzeit davon ausgehen, dass in diesem Jahr keine Spiele mehr mit Zuschauern stattfinden werden.“ Der Zweitligist nimmt den Spielbetrieb am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) beim SV Wehen Wiesbaden wieder auf.

Beeinflusst Corona das Hopp-Verfahren?

Die juristische Aufarbeitung der Schmähungen gegen Dietmar Hopp könnte in der Corona-Krise eine ungeahnte Wendung erfahren. Der 1. FC Köln hat beim Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes die Einstellung seines Verfahrens beantragt, wie der Bundesligist bestätigte. Diesem Vorgehen haben sich weitere Clubs angeschlossen. Unmittelbar vor dem Bundesliga-Stopp war es zu mehreren Spielunterbrechungen in der Liga gekommen, unter andere bei Köln – FC Schalke 04 und TSG 1899 Hoffenheim – FC Bayern München.

Derzeit ruht der Betrieb beim DFB-Sportgericht. „Sportgericht und Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes haben aufgrund der Corona-Pandemie alle offenen Verfahren ausgesetzt. Über das weitere Vorgehen in diesen Fällen wird zu einem späteren Zeitpunkt entschieden“, hatte der DFB diese Woche auf Anfrage mitgeteilt.

Offenbar ist man sich beim für Sportgerichtsverfahren zuständigen DFB noch uneins, wie mit den schlagzeilenträchtigen Fällen umgegangen werden soll. In der Corona-Zeit sind die Fans durch die Geisterspiele ohnehin gestraft, Zuschauerausschlüsse würden wohl die nächste Protestwelle hervorrufen. Zudem würden Geldstrafen nach dem Strafenkatalog des Verbandes die Clubs derzeit besonders hart treffen, da sie massive finanzielle Probleme haben. Da die Geldstrafen in seine gemeinnützige Stiftungen fließen, würde der DFB aber ungern darauf verzichten.

Köln-Chef Wehrle kritisiert Lauterbach

Geschäftsführer Alexander Wehrle vom 1. FC Köln hat die Kritik des SPD-Gesundheitspolitikers Karl Lauterbach am Re-Start der Fußball-Bundesliga zurückgewiesen. „Also erstmal bin ich froh, dass Herr Lauterbach das Konzept verstanden hat, dass wir eben engmaschig testen“, sagte Wehrle am Freitagabend in der ARD. „Ich glaube, das hat er nicht vorher verstanden.“

Wehrle erklärte: „Wir haben Labore beauftragt, die unabhängig und objektiv diese Tests durchführen.“ Der Geschäftsführer des Erstligisten fügte an, dass die Hygienebeauftragten der Clubs alle Ärzte seien: „Die haben eine Approbation, und ich glaube, kein Mediziner will seine Approbation verlieren.“

Lauterbach gehört zu den größten Kritikern des Neustarts an diesem Wochenende und des Hygienekonzepte des Liga. Der Gesundheitsexperte hatte vor zwei Wochen auch beklagt, dass der 1. FC Köln trotz drei Corona-Fällen das Training fortgesetzte hatte. „Wer mit Covid-19 trainiert, riskiert Schäden an Lunge, Herz und Nieren. Ich wundere mich, dass Spieler das mit sich machen lassen“, schrieb er damals bei Twitter.

Corona: Saisonabbruch in Belgien offiziell

Die erste belgische Fußball-Liga hat eine wochenlange Hängepartie beendet und als dritte große Meisterschaft Europas ihre Saison abgebrochen. Das teilte die Pro League am Freitagabend mit. Seit Anfang April war diese Entscheidung viermal vertagt worden. Die Generalversammlung der Liga stimmte nun für die Wertung der Tabelle nach dem 29. Spieltag als Endklassement, damit holt der Club Brügge zum 16. Mal die belgische Meisterschaft.

Brügge erhält auch das Recht, in der Gruppenphase der Champions League zu starten, Verfolger KAA Gent darf an der Qualifikationsrunde zur Königsklasse teilnehmen. Waasland-Beveren steigt als Tabellenletzter in die zweitklassige Division 1B ab.

Zuvor waren bereits die Ligen in den Niederlanden und Frankreich wegen der Coronakrise abgebrochen worden. Auch Zypern erklärte am Freitag seine Saison für beendet. Eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs schien zuletzt bereits unmöglich, da die belgische Regierung die Aussetzung aller Sportwettkämpfe bis zum 31. Juli angeordnet hatte.

Coronavirus: Verhaltensregeln und Empfehlungen der Gesundheitsbehörde

  • Reduzieren Sie Kontakte auf ein notwendiges Minimum, und halten Sie mindestens 1,50 Meter Abstand zu anderen Personen
  • Achten Sie auf eine korrekte Hust- und Niesetikette (ins Taschentuch oder in die Armbeuge)
  • Waschen Sie sich regelmäßig die Hände gründlich mit Wasser und Seife
  • Vermeiden Sie das Berühren von Augen, Nase und Mund
  • Wenn Sie persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das Coronavirus im Labor nachgewiesen wurde, sollten Sie sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen an Ihr zuständiges Gesundheitsamt wenden