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Nach 20 Jahren: Quarterback-Ikone Brady verlässt New England

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Star-Quarterback Tom Brady (42) verabschiedet sich nach 20 Jahren und sechs Super-Bowl-Siegen von den New England Patriots.

Star-Quarterback Tom Brady (42) verabschiedet sich nach 20 Jahren und sechs Super-Bowl-Siegen von den New England Patriots.

Foto: Frank Victores / dpa

Der sechsmalige Super-Bowl-Gewinner will aber weiterspielen. Zwei NFL-Teams werden jetzt besonders heiß gehandelt.

Foxborough. Eine der prägendsten Sport-Epochen in den USA ist zu Ende. American-Football-Superstar Tom Brady verlässt die New England Patriots und sucht zum Ende seiner langen Karriere eine neue Herausforderung. Das gab der 42-Jährige am Dienstag über die Sozialen Netzwerke bekannt und beendete damit ein monatelanges Rätselraten um seine Zukunft.

„Ich weiß nicht, wie meine Football-Zukunft aussehen wird, aber es ist Zeit für eine neue Bühne in meinem Leben und meiner Karriere“, schrieb der Ausnahme-Quarterback, der als einzige Spieler der Geschichte sechsmal den Super Bowl gewann und als einer der besten Ballverteiler in der Historie der US-Eliteliga NFL gilt.

Seit seinem Durchbruch und dem ersten Titelgewinn 2001 prägte der gebürtiger Kalifornier mit dem Team aus Massachusetts die Liga. Zu seinen Erfolgen gehören neben den sechs Triumphen im Super Bowl (2001, 2003, 2004, 2014, 2016, 2018) drei weitere Finalteilnahmen und vier Auszeichnungen als wertvollster Spieler des Super Bowls.

Nachdem er sich mit dem Team von Erfolgscoach Bill Belichick nach dem Ende seines Vertrages auf keinen neuen Kontrakt einigen konnte, darf er von nun an offiziell mit anderen Teams verhandeln. Die Tampa Bay Buccaneers und die Los Angeles Chargers galten zuletzt als Interessenten für die Dienste des erfahrenen Quarterbacks. Es dürfte nun vor allem darum gehen, wer Brady das beste Gesamtpaket bei Gehalt und sportlichen Chancen bieten kann.

Brady dankt den Patriots

„Auch wenn sein Weggang immer als Möglichkeit erschien, ist es nun ein Schock, dass seine Zeit in New England zu Ende geht“, schrieben die Patriots in einer ersten Reaktion auf ihrer Homepage. „Es ist schwer, sich ihn in einem anderen Trikot vorzustellen.“

Der Familienvater dankte dem Verein für zwei einmalige Jahrzehnte. „Ihr habt mir alle erlaubt, mein Potenzial zu maximieren, und das ist alles, was sich ein Spieler erhofft“, schrieb er. „Ich wäre nicht der Mann, der ich heute bin, ohne die Beziehungen mit euch.“

Dass Brady zu einem der markantesten Sportler der US-Geschichte aufstieg und für viele Experten der größte Footballer aller Zeiten ist, war um die Jahrtausendwende nicht abzusehen. Die Patriots holten ihn im Jahr 2000 erst als 199. Spieler der jährlichen Talenteschau Draft ins Team, wo er als Quarterback Nummer vier anfing. Im Jahr darauf war er immerhin erster Ersatz von Routinier Drew Bledsoe, wurde wegen einer Verletzung von Bledsoe zum Stammspieler und krönte das Jahr mit dem ersten Super-Bowl-Triumph für die Patriots.

Geht Brady jetzt nach Florida oder Kalifornien?

„Obwohl meine Football-Reise irgendwo anders weitergeht, schätze ich alles, was wir erreicht haben und ich bin dankbar für unsere unglaublichen TEAM-Erfolge“, schrieb Brady.

In Tennessee wurde Brady lange heiß gehandelt, die Titans verlängerten aber am Sonntag mit Ryan Tannehill. Am verlockendsten für viele US-Experten sind deshalb nun die Tampa Bay Buccaneers. Mit 81 Millionen US-Dollar (ca. 72,8 Millionen Euro) haben die sie so viel Gehaltsspielraum wie kaum ein anderes NFL-Team und könnten Brady nicht nur einen fürstlichen und seinem Status angemessenen Lohn zum Karriereende anbieten, sondern wohl auch mit ihren Offensivspielern punkten. Mike Evans und Chris Godwin zählen zu dem absolut Besten, was an Passempfängern in der Liga derzeit aktiv ist – etwas, was Brady bei den Patriots zuletzt vermisste. Außerdem gibt es in Florida keine Einkommenssteuer.

Gehandelt werden außerdem die Los Angeles Chargers, die bald in ein neues Stadion ziehen und mit dem großen Namen Bradys Tickets verkaufen könnten. Brady kommt aus Kalifornien und hat ein Haus in Los Angeles.

( dpa/HA )

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