Sport in Hamburg

Nur die Towers haben sich um Ausnahmegenehmigung bemüht

Marvin Willoughby, der Sportliche Leiter von Basketball-Bundesligist Hamburg Towers (Archivbild).

Marvin Willoughby, der Sportliche Leiter von Basketball-Bundesligist Hamburg Towers (Archivbild).

Foto: Michael Rauhe

Viele Hamburger Vereine wollen Allgemeinverfügung zum Sportverbot bis 30. April befolgen. Neuer Termin für Handball-Pokalendrunde.

Hamburg.  Wie gehen Hamburger Vereine mit dem behördlichen Sportverbot bis 30. April um? Ein Überblick.

Amateurfußball: Exemplarisch erklärten Regionalligaclub Altona 93 und Oberligist SC Victoria, derzeit keine Ausnahmegenehmigung anzustreben. „In dieser ernsten Lage spielt Fußballtraining in der Gruppe eine absolut zu vernachlässigende Rolle“, sagt Altonas Pressesprecher Andy Sude. Ronald Lotz, Präsident des SC Victoria, sagt: „Wir wollen unseren Beitrag leisten, die Lage zu entspannen.“ Die Regionalliga unterbricht den Spielbetrieb zunächst bis 19. April.

American Football: Die Zweitligamänner der Hamburg Huskies verzichten bis auf Weiteres auf Teamtraining, führen stattdessen vermehrt Videokonferenzen zur Schulung von Spielzügen durch. Die Saison startet frühestens im Mai.

Baseball: Die Bundesligamänner der Hamburg Stealers sehen zunächst von der Beantragung einer Ausnahmeregelung ab. „Wir betrachten uns als Amateursportler und wollen unsere gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen, indem wir uns an die vorgegebenen Regeln halten“, sagt Sven Huhnholz, Erster Vorsitzender des Clubs. Der für 4. April vorgesehene Saisonstart wird frühestens im Mai erfolgen.

Basketball: Die Bundesligamänner der Hamburg Towers haben sich um eine Ausnahmegenehmigung bemüht, diese aber noch nicht erhalten. „Die Jungs sollen sich fit halten, davon leben sie, das ist ihr Beruf“, sagt Geschäftsführer Marvin Willoughby (42). Sobald die edel-optics.de Arena wieder freigegeben ist, werden freiwilliges Training in kleinen Gruppen sowie Individualtraining angeboten. Noch ist die Saison nur unterbrochen, im Gegensatz zur 2. Bundesliga ProA, die vorzeitig beendet wird. Der aktuelle Tabellenführer Niners Chemnitz und der Zweitplatzierte Eisbären Bremerhaven erhalten ein sportliches Aufstiegsrecht für die Bundesliga. Auch die 2. Bundesliga ProB, in der Towers-Kooperationspartner Rist Wedel spielt, wird die Saison vorzeitig beenden.

Boxen: Die Profiställe EC Boxing und Universum haben ihre Gyms für mindestens zwei Wochen geschlossen und auch ihre dort geplanten Veranstaltungen (EC an diesem Sonnabend, Universum am 4. April) abgesagt.

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Handball: Bei den Zweitligamännern des HSV Hamburg will man der behördlichen Anordnung vollumfänglich folgen. Das Mannschaftstraining war bereits in der vergangenen Woche bis mindestens 30. März ausgesetzt worden. „Sollte die Behörde entscheiden, dass wir früher als geplant zurück in den Alltag gehen können, dann gern. Sollte dies nicht der Fall sein, werden wir keine Ausnahmegenehmigung fürs Training beantragen“, betont Geschäftsführer Sebastian Frecke. Bei den Bundesligafrauen des Buxtehuder SV, deren Spielbetrieb vorerst bis 19. April ruht, gibt es in dieser Woche im geschlossenen Schulzentrum kein Hallentraining. Die Spielerinnen halten sich individuell fit. „Wir haben beantragt, vom 23. März an die Halle zumindest für das Bundesligateam wieder nutzen zu dürfen“, sagt Geschäftsführer Peter Prior. Die Final-Four-Endrunde um den DHB-Pokal der Männer in der Barclaycard Arena wurde vom 4./5. April vorerst auf 27./28. Juni verlegt.

Hockey: Die Feld-Bundesligisten Club an der Alster, Harvestehuder THC, Uhlenhorster HC, Großflottbeker THGC (alle Damen und Herren) sowie Hamburger Polo Club (nur Herren) haben bislang keine Ausnahmegenehmigungen gestellt. Da die Bundesliga nicht vor Mai startet, gebe es aktuell keine Dringlichkeit für Teamtraining. Die Aktiven halten sich individuell fit.