Krise im Breitensport

Coronavirus: Im Hamburger Sport bewegt sich nichts mehr

Lüneburg-Volleyballcoach Stefan Hübner hofft auf Solidarität.

Lüneburg-Volleyballcoach Stefan Hübner hofft auf Solidarität.

Foto: FrankPeters / WITTERS

Amateurfußball macht bis 31. März Pause, Hockey und Schwimmen bis Ende April. Auch Boxkämpfe fallen aus.

Volleyball: Vor dem Training am Donnerstagabend gingen sie noch davon aus, an diesem Sonnabend in Eltmann antreten zu dürfen. Nach der Übungseinheit musste Cheftrainer Stefan Hübner (44) den Bundesligamännern der SVG Lüneburg die Nachricht des sofortigen Saisonendes überbringen. „Natürlich waren alle enttäuscht. Trotz der acht Niederlagen in Folge war die Stimmung im Team gut, wir hätten gern den Turnaround geschafft. Nun müssen wir das Beste aus der Situation machen“, sagte Hübner.

Welche wirtschaftlichen Auswirkungen das vorzeitige Saisonende für die Lüneburger hat, müssen die kommenden Wochen zeigen. „Keiner weiß, wie es weitergeht, aber mit diesen Folgen müssen alle leben. Vielleicht wird das auch dazu führen, dass der Sport und die Gesellschaft nach dieser kritischen Zeit näher zusammenrücken“, hofft Hübner.

Fußball: Die Partien aller Spiel- und Altersklassen fallen bis einschließlich 31. März aus. Diese Entscheidung traf der Hamburger Verband (HFV) am Freitag. Zuvor hatten bereits die übrigen norddeutschen Landesverbände die Spiele ausgesetzt. Hamburg hat die längste Spielpause verfügt, am kürzesten (bis 16. März) soll vorläufig die vom norddeutschen Verband organisierte Regionalliga Nord pausieren. Der HFV richtete zudem einen Appell an die Vereine. „Wir raten davon ab, in der aktuellen Situation den Trainingsbetrieb fortzuführen.“ Dieser Forderung schloss sich der Hamburger Sport-Bund an.

Hockey: Die für 26. März auf der Anlage des Uhlenhorster HC geplanten Pro-League-Länderspiele der Damen und Herren gegen Belgien wurden endgültig abgesagt. Der für 4. April geplante Rückrundenstart in den Feldbundesligen wird frühestens im Mai stattfinden. Damit muss auch die Endrunde in Mannheim (23./24. Mai) verschoben werden.

Eishockey: Nach dem erzwungenen Saisonende haben die Oberligamänner der Crocodiles Hamburg ihre für Sonnabend geplante Abschlussfeier abgesagt.

Floorball: Die Bundesligamänner der ETV Piranhhas hätten am Sonnabend gegen die Red Hocks Kaufering um die Teilnahme an den Play-offs kämpfen sollen. Diese Partie wurde, wie der gesamte letzte Hauptrundenspieltag, abgesagt. Über eine Fortführung des Spielbetriebs wurde noch nicht abschließend entschieden. Der Gesamtverein Eimsbütteler TV stellt seinen Betrieb bis 29. März ein.

Handball: Nachdem der Spielbetrieb in den Bundesligen bis zum 22. April ausgesetzt wurde, haben die Zweitligamänner des HSV Hamburg das Teamtraining für zwei Wochen ausgesetzt. Die Spieler halten sich individuell fit, die Geschäftsstelle bleibt bis 30. März geschlossen.

Boxen: Der für 4. April im „Work your Champ“-Gym an der Großen Elbstraße geplante Kooperations-Kampfabend der Profiställe Universum und Sauerland fällt aus. Abgesagt wurde auch der für diesen Sonnabend vorgesehene Amateurkampfabend an selber Stelle.

Schwimmen: Der Hamburger Verband stellt den Trainingsbetrieb in allen Bädern inklusive des Olympiastützpunkts in Dulsberg bis zum 13. April und den Wettkampfbetrieb bis zum 30. April ein. Dies gilt nicht für Bundeskaderathleten in der Olympiavorbereitung.

Segeln: Die bis 21. März angesetzte 470er-WM vor Palma de Mallorca ist verschoben worden. Sie war im deutschen Verband als erste Qualifikationsregatta für die Olympischen Spiele in Tokio (24. Juli bis 9. August) angesetzt. Die Juniorenweltmeisterinnen Luise (22) und Helena Wanser (21) vom Norddeutschen Regatta Verein (NRV) hatten gemeldet. Aus der nationalen Tokio-Ausscheidung fallen zudem in allen Bootsklassen die Trofeo Princesa Sofía (Mallorca/27. März) sowie der Weltcup vor Genua (Italien/13. April). Auch der J/70-Saisonauftakt des NRV am 21./22. März auf der Außenalster fällt aus.