Folgen für Sport-Events

Coronavirus: HSV in Fürth ohne Fans – aber es gibt Hoffnung

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DEL bricht Saison ab. Bayern untersagt alle Groß-Events, Hamburg weicht dagegen von Spahn ab. Mehrere Geisterspiele.

Der deutsche und internationale Sport zittert vor dem Coronavirus: Nahezu im Minutentakt wird bekannt gegeben, dass Großveranstaltungen ohne Publikum stattfinden müssen. Paukenschlag am Abend in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) – in dieser Saison wir kein Deutscher Meister mehr ausgespielt. Im Profifußball werden die Derbys zwischen Gladbach und Köln sowie Dortmund und Schalke ohne Zuschauer stattfinden.

Viele Bundesländer halten sich an die Empfehlung von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), Events mit mehr als 1000 Besuchern abzusagen. Einzig Hamburg hält bislang dagegen und macht dem HSV Hoffnung. Das anstehende Auswärtsspiel in Fürth wird aber erst einmal ohne Fans ausgetragen. Verfolgen Sie die aktuellen Entwicklungen:

Deutsche Eishockey Liga beendet Saison vorzeitig

Die Deutsche Eishockey Liga (DEL) hat die aktuelle Saison mit sofortiger Wirkung vorzeitig beendet. Die anstehenden Playoffs zur Ermittlung des Deutschen Meisters werden nicht mehr gespielt. Die DEL folgt damit auch den offiziellen Empfehlungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie Gesundheitsminister Jens Spahn. Als Hauptrundensieger wird der EHC Red Bull München gemeinsam mit den Adlern Mannheim, den Straubing Tigers und den Eisbären Berlin die DEL in der Champions Hockey League (CHL 2020/21) vertreten.

„Dass wir die Entscheidung so treffen müssen, tut uns für alle Clubs, Partner und insbesondere Fans in ganz Deutschland unheimlich leid. Wir haben aber angesichts der aktuellen Entwicklungen die Pflicht, verantwortungsvoll mit der Situation umzugehen. Wir als DEL stellen die Gesundheit von unseren Fans, Spielern und Mitarbeitern in den Fokus“, sagte Gernot Tripcke, Geschäftsführer der DEL.

Bayern untersagt alle Groß-Events – HSV betroffen

Wegen des Coronavirus' untersagt der Freistaat Bayern Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen. Diese werden „nicht mehr zugelassen, das betrifft auch die ganzen Sportveranstaltungen“, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Damit findet auch die Zweitligapartie des HSV bei Greuther Fürth wie erwartet ohne Zuschauer statt. Auch die Erstligisten FC Bayern und Augsburg sowie das Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft am 31. März in Nürnberg gegen Italien sind von dieser Maßnahme betroffen.

Für Veranstaltungen mit 500 bis 1000 Personen empfiehlt die Staatsregierung die Absage, jeweils nach Rücksprache mit den Behörden.

Der HSV bedauert in jedem Fall die Entscheidung, die Partie ohne Zuschauer auszutragen. „Wir finden es aus sportlicher, atmosphärischer und wirtschaftlicher Sicht extrem schade, dass es nun zu solchen Geisterspielen kommt und wir in Fürth auf unsere treuen und lautstarken Fans verzichten müssen. Wir hoffen aber natürlich im Sinne der Bevölkerung, dass diese Maßnahmen zur Verringerung einer weiteren Ausbreitung des Virus‘ beitragen können", sagte Clubboss Bernd Hoffmann.

Lässt Hamburg Publikum bei Großveranstaltungen zu?

Hoffnung für den HSV und den FC St. Pauli? Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) sagte am Dienstag auf der Landespressekonferenz, dass Großveranstaltungen in Hamburg nicht pauschal wegen der Besucherzahl abgesagt werden müssen. "Es handelt sich um einzelfallbezogene Entscheidungen, bei denen mehrere Faktoren eine Rolle spielen."

Die Teilnehmerzahl sei nur ein Kriterium, aber nicht das alleinige, sagte Prüfer-Storcks. Auch der Ort der Veranstaltung werde berücksichtigt, ob es sich etwa um eine Freiluftveranstaltung oder einen schlecht belüfteten Raum handelt. Und auch die Art der Veranstaltung sowie die Möglichkeit, Teilnehmer zu registrieren, sei ausschlaggebend.

Damit weicht die Senatorin von der Empfehlung des Gesundheitsministers Jens Spahn (CDU) ab, der dafür plädierte, Events ab 1000 Besuchern abzusagen. Was die Aussagen von Prüfer-Storcks im Einzelnen für den HSV und den FC St. Pauli, denen Geisterspiele drohen, bedeuten, ist noch unklar. Eine einheitliche Regelung der DFL gilt aber als realistisch.

Union Berlin gegen FC Bayern mit Fans!

Das Bundesligaspiel zwischen Union Berlin und dem FC Bayern München am Sonnabend (18.30 Uhr) wird mit Publikum ausgetragen. Dies teilte der Berliner Club nach Rücksprache mit den örtlichen Behörden mit. "Nach umfangreicher Prüfung der aktuellen Risikobewertung wurde entschieden, keine Anordnung über einen Ausschluss von Zuschauern für das Heimspiel zu erlassen“, teilte Union mit.

Sportevents im Norden ohne Publikum

Zahlreiche Sportveranstaltungen in Schleswig-Holstein müssen vor leeren Rängen ausgetragen werden.Schleswig-Holsteins Landesregierung hat beschlossen, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen bis zum 10. April zu untersagen. Betroffen sind unter anderem die Bundesliga-Handballer des THW Kiel und der SG Flensburg-Handewitt sowie die Zweitliga-Fußballer von Holstein Kiel.

Coronavirus: Wird die Fußball-EM verschoben?

Die Ausbreitung der Coronavirus-Pandemie sorgt für zunehmende Spekulationen um eine mögliche Verschiebung der Fußball-EM um ein Jahr in den Sommer 2021. Wie mehrere internationale Medien berichten, wachse der Druck auf Uefa-Chef Aleksander Ceferin. Hintergrund ist die Sorge nationaler Verbände und Ligen, dass sie ihre Meisterschaftswettbewerbe nicht wie geplant bis Mitte Mai beenden können.

Außerdem vermutet der renommierte Virologe Christian Drosten im NDR-Podcast, dass die große Infektionswelle erst zwischen Juni und August zu erwarten sei. In diesen Zeitraum fallen sowohl die Fußball-EM als auch Olympia.

Geisterspiel! Dortmund vs. Schalke ohne Zuschauer

Auch das Revierderby in der Bundesliga zwischen Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04 an diesem Sonnabend (15.30 Uhr/Sky) findet ohne Zuschauer statt. Das entschied die Stadt Dortmund wegen der Auswirkungen durch das Coronavirus. Den Einnahmeausfall bei einem Heimspiel ohne Fans beziffert BVB-Sportchef Michael Zorc auf mindestens drei Millionen Euro.

Bremen gegen Leverkusen ohne Fans

Das für Montagabend angesetzte Bundesligaspiel zwischen Werder Bremen und Bayer Leverkusen (20.30 Uhr) darf wegen des Coronavirus nur vor leeren Rängen stattfinden. Wie Bremens Innensenator Ulrich Mäurer mitteilte, könne das Spiel nur als Geisterspiel ausgetragen werden „oder gar nicht“. Veranstaltungen mit über 1000 Personen werden verboten. „Sicher ist, dass am Montag keine Zuschauer im Weserstadion sein werden“, sagte Mäurer.

Gladbach gegen Köln wird ein Geisterspiel

Das Nachholderby Borussia Mönchengladbach gegen den 1. FC Köln wird am Mittwoch ohne Fans stattfinden. Grund dafür ist die rasante Entwicklung des Coronavirus'. Die Stadt folgt damit den Vorgaben des Landes Nordrhein-Westfalen, das der Forderung von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nachkommen will, Veranstaltungen ab einer Größe von 1000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern bis auf Weiteres abzusagen.

Damit ist das erste Geisterspiel in der Bundesliga perfekt. Zuvor hatten nur Spiele der Zweiten Liga ohne Zuschauer stattgefunden. Das Rheinderby sollte ursprünglich am 9. Februar angepiffen werden, wurde aber wegen des Sturmtiefs „Sabine“ verschoben. „Wir bedauern es sehr, dass es zu dieser Entwicklung gekommen ist, folgen aber selbstverständlich den Vorgaben des Landes, das sich diese Entscheidung sicher nicht leicht gemacht hat“, sagte Mönchengladbachs Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners (CDU).

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Gegen Basel: Bekommt Frankfurt zwei Heimspiele?

Nach der Absage des Europa-League-Rückspiels zwischen dem FC Basel und Eintracht Frankfurt in der Schweiz könnten die beiden Vereine nun auch zweimal in Frankfurt gegeneinander spielen. Dies nannte Eintracht-Sprecher Jan-Martin Strasheim ausdrücklich als Option. Wegen des Coronavirus' hatte die Kantonspolizei Basel-Stadt eine Austragung am 19. März in Basel verboten.

Für das Hinspiel an diesem Donnerstag (18.55 Uhr/DAZN) in der Frankfurter Arena rechnet die Eintracht derzeit nicht mit Einschränkungen. „Gegenwärtig gibt es seitens des Gesundheitsamts keinen Grund, das Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit auszutragen“, teilte Frankfurts Vorstandsmitglied Axel Hellmann mit.

Coronavirus: So können Sie sich vor Ansteckung schützen

  • Niesen oder husten Sie am besten in ein Einwegtaschentuch, das sie danach wegwerfen. Ist keins griffbereit, halten Sie die Armbeuge vor Mund und Nase. Danach: Händewaschen
  • Regelmäßig und gründlich die Hände mit Seife waschen
  • Das Gesicht nicht mit den Händen berühren, weil die Erreger des Coronavirus über die Schleimhäute von Mund, Nase oder Augen in den Körper eindringen und eine Infektion auslösen können
  • Ein bis zwei Meter Abstand zu Menschen halten, die Infektionssymptome zeigen
  • Schutzmasken und Desinfektionsmittel sind überflüssig – sie können sogar umgekehrt zu Nachlässigkeit in wichtigeren Bereichen führen

Wolfsburgs Europa-League-Partie ohne Fans

Das Europa-League-Achtelfinale des VfL Wolfsburg gegen Schachtjor Donezk findet am Donnerstagabend (21 Uhr) wegen des Coronavirus' ohne Zuschauer statt.

Österreich sagt alle Spiele komplett ab

Als Reaktion auf den Notfallplan der Regierung hat Österreichs Bundesliga die Spiele der 1. und
2. Liga vorerst ausgesetzt. Über die Nachholtermine wird kommende Woche entscheiden. „Ziel ist es, alle Spiele mit Zuschauern durchzuführen. Deshalb haben wir uns in einem ersten Schritt für die Verschiebung und gegen mögliche Geisterspiele entschieden“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Liga, Christian Ebenbauer.

Die österreichische Regierung hatte wegen der Ausbreitung des Coronavirus am Dienstag alle Veranstaltung im Freien mit mehr als 500 Menschen bis Anfang April untersagt.

Geisterspiele auch in Spanien

Die Coronakrise hat den spanischen und portugiesischen Fußball erreicht. In Spanien werden die kommenden beiden Spieltage unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgetragen. Besonders betroffen von den Geisterspielen ist Real Madrid, das gegen SD Eibar und den FC Valencia gleich in zwei Heimspielen ohne die Unterstützung ihrer Anhänger auskommen muss. In Portugal finden die Ligaspiele bis auf Weiteres ohne Fans statt, die Dauer ist somit offen.

Coronavirus: DEL-Abbruch droht

Die Deutsche Eishockey Liga (DEL) denkt ernsthaft darüber nach, die Play-offs abzusagen und die Saison vorzeitig abzubrechen. Neuer deutscher Meister wäre dann Hauptrundensieger Red Bull München. „Es stimmt, dass es dazu Beratungen gibt“, sagte Wolfgang Gastner, Geschäftsführer der Nürnberg Ice Tigers, der "Bild". Es wäre ein Novum in der 26-jährigen Geschichte der Liga.

Coronavirus: Barça vs. Neapel ohne Publikum

Nach Paris gegen den BVB findet nun das nächste Achtelfinal-Rückspiel der Champions League vor leeren Rängen statt. Die Begegnung zwischen dem FC Barcelona und dem SSC Neapel wird am Mittwoch nächster Woche im Camp Nou ohne Publikum ausgetragen werden. Das Hinspiel in Italien endete 1:1.

Neuseeland sagt Hockey-Spiele in Hamburg ab

Der Ausbruch des Coronavirus' hat nun auch Auswirkungen auf die Heimspiele der deutschen Hockey-Nationalteams in Hamburg. Die für 28. und 29. März auf der Anlage des Uhlenhorster HC geplanten Pro-League-Duelle der Damen und Herren gegen Neuseeland können nicht stattfinden, nachdem der neuseeländische Verband am Montagabend die Europareisen seiner Teams absagte.

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Ursprünglich war geplant, dass die deutschen Mannschaften je zweimal gegen die „Black Sticks“ antreten. Ob die Partien zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden können, ist noch unklar. Die Spiele der Damen und Herren gegen Belgien am 26. März, ebenfalls auf der UHC-Anlage am Wesselblek, sind aktuell nicht gefährdet.

US-Ligen: Die Kabine bleibt zu

Die großen nordamerikanischen Sportligen haben erste weitreichende Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Epidemie beschlossen. In einem gemeinsamen Statement teilten die Eishockey-Profiliga NHL, die Basketball-Liga NBA, die Baseball-Profiliga MLB sowie die Fußball-Liga MLS mit, dass die Umkleideräume der Teams sowie die Clubhäuser ab sofort nur noch für Spieler und notwendiges Personal zugänglich sind. Diese Regelung gelte bis auf Weiteres.

Im US-Sport ist es normalerweise gängige Praxis, dass Journalisten in die Kabinen dürfen und dort Interviews mit den Spielern führen. Aufgrund der Ansteckungsgefahr sind Interviews ab sofort aber nur noch an „festgelegten Stellen außerhalb der Umkleidekabinen“ gestattet.

Coronavirus: 1. FC Köln stoppt Ticketverkauf

Im Zuge der anhaltenden Diskussion um mögliche Geisterspiele aufgrund des Coronavirus' hat der 1. FC Köln den Ticketverkauf für alle kommenden Heimspiele gestoppt. Der für Dienstag geplante Mitgliedervorverkauf für die Partie gegen RB Leipzig (11. April) wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Zuvor hatten bereits weitere Vereine, wie auch der HSV, den Ticketverkauf wegen der Pandemie gestoppt.

Geisterspiele? HSV-Supporters-Chef kritisiert ausstehende Entscheidung:

Formel 1 will Quarantänestellen einrichten

Wegen des Coronavirus' will die Formel 1 auch Quarantänestellen einrichten. Diese würden von den Veranstaltern der jeweiligen Rennen für Verdachtsfälle geschaffen. Zu dem vorgestellten Maßnahmenkatalog gehören auch Expertenteams, die an Flughäfen, Transitzonen und Rennstrecken eingesetzt werden. Sie sollen unter anderem bei der Diagnose von Verdachtsfällen mithelfen.

Die Formel 1 veranstaltet am 15. März in Melbourne ihren Auftakt-Grand-Prix. Das Wochenende soll trotz der Krise durch das Coronavirus wie geplant mit Zuschauern stattfinden. Der für den 19. April geplante Grand Prix von China wurde schon verschoben. Die Formel 1 steht nach eigenen Angaben in „konstantem Austausch“ mit den Gesundheitsbehörden und versucht, „angemessene Schritte“ zu unternehmen, um „Risiken zu minimieren“.