Werder Bremen

Baumann schließt Trainerwechsel auch nach dem 0:3 aus

| Lesedauer: 4 Minuten
Die nächste Maßnahme ist verpufft: Auch ein Kurztrainingslager führte nicht zum Erfolg, Florian Kohfeldt und Werder Bremen verloren bei RB Leipzig mit 0:3.

Die nächste Maßnahme ist verpufft: Auch ein Kurztrainingslager führte nicht zum Erfolg, Florian Kohfeldt und Werder Bremen verloren bei RB Leipzig mit 0:3.

Foto: Imago/Jan Hübner

Werder präsentiert sich sich bei RB Leipzig wie ein Absteiger, Florian Kohfeldt und die Spieler selbst ärgern vor allem die Standards.

Leipzig. Im Stile eines Titelkandidaten hat RB Leipzig die Abstiegssorgen von Werder Bremen weiter vergrößert. Die abgezockten Sachsen gewannen am Samstag mit 3:0 (2:0) gegen die Norddeutschen und sicherten sich in der Fußball-Bundesliga zumindest für 24 Stunden die Tabellenführung vor dem FC Bayern. Nationalspieler Lukas Klostermann (18.), Patrik Schick (39.) und Nordi Mukiele (46.) sorgten vor 41.308 Zuschauern für eine gelungene Generalprobe für das Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League am Mittwoch (21.00 Uhr/DAZN) bei Tottenham Hotspur in London.

Bremen taumelt dagegen der Zweitklassigkeit entgegen. Die Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt hat nun acht ihrer vergangenen neun Ligapartien verloren. Die Bilanz eines Absteigers. "Wir hatten einen guten Plan, dann bekommen wir zwei Standard-Gegentore", sagte Werders Kapitän Niklas Moisander hinterher. Und Maximilian Eggestein meinte: "Wir sind nicht fokussiert genug."

Baumann schließt Kohfeldt-Entlassung aus

"Es ist schon frustrierend, weil wir in der ersten Halbzeit gar nicht so schlecht gespielt und wenig zugelassen haben", sagte Kohfeldt, der sich vor allem über die ersten beiden Gegentreffer nach Standardsituationen ärgerte. Vor dem ersten Tor sah er ein "Aufmerksamkeitsdefizit" bei Yuya Osako: "Er muss durchlaufen."

Mit 17 Punkten nach 22 Spieltagen ist die statistische Abstiegs-Wahrscheinlichkeit für Werder nach dem Spiel auf 78 Prozent gestiegen. "Die Situation ist jetzt noch einmal schwieriger geworden", sagte Bremens Sport-Geschäftsführer Frank Baumann bei "Sky". Einen kruzfristigen Trainerwechsel schloss er aber erneut aus.

Werder zu Beginn etwas ballsicherer

Die Gastgeber brauchten allerdings ein paar Minuten, um sich auf zunächst hoch verteidigende Bremer einzustellen. Werder war bereits am Mittwoch nach Leipzig gereist, um sich auf das schwere Auswärtsspiel vorzubereiten – und die Kohfeldt-Elf zeigte sich zu Beginn tatsächlich etwas ballsicherer als zuletzt. Sobald Leipzig aber das Tempo anzog, wurde es gefährlich: Dani Olmo scheiterte mit einem Heber (7.), Nationalspieler Timo Werner suchte von der Strafraumgrenze etwas überhastet den Abschluss (11.).

Die Leipziger Führung fiel jedoch nach einer Standardsituation. Beim Freistoß von Angeliño standen die Bremer zu weit weg von ihren Gegenspielern, der Ball gelangte über Schick zu Klostermann, der ohne Gegenwehr keine Mühe hatte. RB-Trainer Julian Nagelsmann klatschte energisch an der Seitenlinie, Kohfeldt war der Ärger überdeutlich anzusehen.

Bremen offensiv zu ausrechenbar

Offensiv blieb Werder über die gesamte Spielzeit ausrechenbar, spielte zu statisch. Den gelbgesperrten, aber dennoch als Zuschauer auf der Bank sitzenden Stürmer Davie Selke hatte Kohfeldt nicht positionsgetreu ersetzt. Stattdessen waren der gelernte Innenverteidiger Milos Veljkovic und der zuvor lange verletzte Außenverteidiger Theodor Gebre Selassie in die Startelf gerückt, wohl um das Bremer System flexibler zu machen.

Ein Fernschuss von Marco Friedl am Leipziger Tor vorbei (33.) blieb aber lange die beste Chance der Gäste, die sich auch in der zweiten Halbzeit nicht entscheidend steigern und wehren konnten. Und die Uhr tickte: Schon vor der Partie waren 606 Bundesliga-Minuten ohne selbst erzieltes Werder-Tor vergangen. Die Leipziger, die nach vier Pflichtspielen ohne Sieg - darunter allerdings auch das 0:0 in München - ebenfalls unter einem gewissen Druck standen, blieben hingegen in der Offensive gnadenlos.

Nach einigen vergebenen Chancen köpfte der in die Startelf zurückgekehrte Schick den Ball nach einer von Olmo getretenen Ecke ins Tor. Der dritte Leipziger Treffer unmittelbar nach dem Wiederanpfiff durch Mukiele nach einem durchdachten Pass von Konrad Laimer verschärfte die Situation der angeschlagenen Gäste nochmals. Die RB-Profis konnten sich dagegen schon auf das Highlight in der Königsklasse am Mittwoch bei den Spurs einstimmen.

( dpa/HA )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Sport