Fußball-Ticker

Mit 28 Jahren: Olympiasiegerin muss Karriere beenden

Rio de Janeiro 2016: Tabea Kemme posiert mit der olympischen Goldmedaille für die Fans.

Rio de Janeiro 2016: Tabea Kemme posiert mit der olympischen Goldmedaille für die Fans.

Foto: picture alliance / GES/Markus Gilliar

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Der Fußball-Ticker am Dienstag, den 14. Januar 2020:

Olympiasiegerin Kemme muss Karriere beenden

Olympiasiegerin Tabea Kemme beendet ihre von Verletzungspech geprägte Karriere vorzeitig. Das gab ihr Verein FC Arsenal am Dienstag bekannt. „Für mich war das eine schwere Entscheidung“, sagte die 28-jährige Kemme bei dfb.de: „Dennoch bin ich auch erleichtert, denn jetzt habe ich nach fast zwei Jahren, die immer wieder von meiner Verletzung und intensiver Reha geprägt waren, auch Klarheit.“

Die langjährige Spielerin des 1. FFC Turbine Potsdam hatte im August 2019 einen kleinen Meniskusriss erlitten und war operiert worden. Zuvor hatte sie aufgrund eines Knorpelschadens im Knie bereits zahlreiche Spiele verpasst. Wegen ihrer Verletzungen hatte die 47-malige Nationalspielerin bereits im vergangenen Sommer offen von einem möglichen vorzeitigen Karriereende gesprochen.

Den größten Erfolg ihrer Karriere feierte Kemme mit den DFB-Frauen beim Olympiasieg 2016 in Rio de Janeiro. In ihren zwölf Jahren in Potsdam gewann sie vier Meisterschaften sowie einen Champions-League-Titel.

Merkel empfängt Schweinsteiger im Kanzleramt

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den ehemaligen deutschen Nationalspieler Bastian Schweinsteiger (35) und dessen Frau Ana Ivanovic (32) im Kanzleramt empfangen. „Ich kann bestätigen, dass Ana Ivanovic und Bastian Schweinsteiger heute auf Einladung der Bundeskanzlerin zu einem Gespräch bei ihr waren“, sagte ein Regierungssprecher der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung über den Besuch berichtet.

Der Weltmeister von 2014 und die ehemalige Tennis-Weltranglisten-Erste wurden am Dienstagabend bei einer Veranstaltung auf der Berliner Modewoche erwartet.

Rafinha bietet Bayern Rückkehr an

Der Brasilianer Rafinha hat seinem Ex-Klub Bayern München aufgrund der akuten Personalnot eine Rückkehr angeboten. „Ich bin glücklich in Brasilien, aber mein Herz schlägt für Bayern München. Wenn Bayern Hilfe braucht, dann können sie mich anrufen“, sagte der 34 Jahre alte Außenverteidiger von Copa-Libertadores-Gewinner Flamengo aus Rio de Janeiro der "Sport-Bild".

Rafinha hatte zwischen 2011 und 2019 für den deutschen Rekordmeister gespielt, war aber vor der laufenden Saison nach seinem Vertragsende in München in seine Heimat zurückgekehrt. Neben der südamerikanischen Champions League gewann Rafinha mit Flamengo auch die Meisterschaft. Sein aktueller Vertrag, so "Sport-Bild", lasse eine Rückkehr nach München zu.

Müller zu Olympia? Bierhoff ist angetan

Oliver Bierhoff könnte eine Nominierung von Rio-Weltmeister Thomas Müller für die Olympischen Sommerspiele in Tokio durchaus nachvollziehen. Der Mittelfeldspieler des FC Bayern habe sich schließlich "nicht nur in Deutschland einen Namen“ gemacht,"„sondern weltweit. Da ist dann sofort Aufmerksamkeit da“, sagte der Nationalmannschaftsdirektor am Dienstag beim Neujahrsempfang der DFL.

Zudem nannte Bierhoff weitere Faktoren, die für eine Berufung des 30 Jahre alten Offensiv-Allrounders sprechen könnten. „Es macht unter verschiedenen Aspekten Sinn, ältere Spieler mitzunehmen. Da geht es um die sportliche Qualität, um Erfahrung, um Persönlichkeit“, sagte Bierhoff: „Letztlich kommt es aber darauf an, welche Personen man im Team benötigt und welche Rollen sie ausfüllen sollen.“

Der Ex-Nationalspieler Müller gilt als Kandidat des deutschen U21-Trainers Stefan Kuntz für einen der drei Kaderplätze, die von Spielern eingenommen werden dürfen, die vor dem Stichtag (1. Januar 1997) geboren wurden. Am Mittwoch muss Kuntz der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA) seine „Longlist“ möglicher Tokio-Fahrer vorlegen.

Hoffenheim holt Esser aus Hannover

1899 Hoffenheim hat sich auf der Torhüterposition mit Schlussmann Michael Esser verstärkt. Damit reagierte die TSG auf die Ausfälle von Stammtorwart Oliver Baumann (Meniskus-OP) und dessen Vertreter.

Der 32-jährige Esser kommt ablösefrei vom Zweitligisten Hannover 96 und erhält einen Vertrag bis zum Saisonende. Esser hat für Hannover, Darmstadt und Bochum insgesamt 63 Bundesliga- und 25 Zweitligaspiele bestritten.

"Wir reagieren damit auf eine durchaus anspruchsvolle Situation auf der Torhüter-Position und haben dafür in Michael eine ideale Lösung gefunden", sagte Hoffenheims Sportchef Alexander Rosen.

Schmadtke gibt Ex-Club Köln Struktur-Tipps

Der frühere FC-Sportchef Jörg Schmadtke gibt sich vor seiner ersten Rückkehr nach Köln als Sport-Geschäftsführer des VfL Wolfsburg völlig gelassen. "Ich mache mir über andere Dinge mehr Gedanken als darüber, wie es sein könnte, wenn ich am Samstag in Köln ins Stadion komme“, sagte der ehemalige Kölner Manager vor der Rückrundenauftakt der Niedersachsen beim 1. FC Köln.

Seit seinem Ausscheiden beim FC im Oktober 2017 hat sich der frühere Torhüter nicht weiter zu den Vorkommnissen geäußert. In der "Kölnischen Rundschau/Bonner General-Anzeiger" erklärte der 55-Jährige aber, warum der Club in einem schwierigen Umfeld steckt.

"Die Hauptproblematik ist für mich, dass dem Club eine Struktur übergestülpt wurde, durch die keine Ruhe einkehren kann. Es muss klar umrissene Aufgabengebiete geben, für die Leute zuständig sind, andere aber nicht. In Köln sind es relativ große Gruppen, die informiert werden müssen und mitsprechen wollen. Da jeder dieser Teilnehmer für sich noch einmal eine Vernetzung in der Stadt hat, sitzt man mit einer relativ großen Öffentlichkeit am Tisch. Das erschwert die Führung des Clubs“, sagte Schmadtke.

Funktionieren könne es nur, wenn sich alle an die Spielregeln halten, meinte der gebürtige Düsseldorfer. Das sei aber meist nicht von langer Dauer. „Dann fangen die Probleme an, vor allem wenn es Krisensituationen gibt. Solange es einigermaßen läuft, herrscht etwas mehr Gelassenheit. Da kann man auch manche Dinge weglächeln. In der Krise wird es schwierig mit dem Weglächeln“, meinte Schmadtke.

Kauczinski bekommt Champions-League-Spieler

Dynamo Dresden treibt seine Transfer-Offensive weiter voran. Das Schlusslicht der 2. Bundesliga vermeldete am Dienstag die Verpflichtung des tschechischen Nationalspielers Josef Husbauer. Der 29 Jahre alte defensive Mittelfeldspieler wechselt zunächst auf Leihbasis inklusive Kaufoption bis zum 30. Juni 2020 von Slavia Prag zu Dynamo und nahm bereits am Dienstagmorgen am Mannschaftstraining im spanischen Mijas teil.

Husbauer ist nach Marco Terrazzino und Patrick Schmidt bereits der dritte Leihspieler, der Dynamo und dem neuen Trainer Markus Kauczinski (ehemals FC St. Pauli) im Abstiegskampf helfen soll. In dieser Saison kam der 21-malige Nationalspieler neben 18 Liga-Spielen (fünf Tore) auch in der Königsklasse gegen den FC Barcelona, Inter Mailand und Borussia Dortmund zum Einsatz.

Satter Audi-Geldsegen für Bayern München

Der FC Bayern München hat ein bedeutsames Sponsorengeschäft fix gemacht. Die Stars des deutschen Rekordmeisters werden noch lange mit Audi fahren, was dem Club laut Spekulationen eine Einnahme von einer halben Milliarde Euro bringen soll. Wie der Verein am Dienstag mitteilte, wurde der bis zum 30. Juni 2025 datierte Sponsorendeal um vier weitere Jahre bis 2029 verlängert.

„Ich freue mich sehr über die vorzeitige Verlängerung unserer Partnerschaft mit Audi. Für den FC Bayern ist diese Vereinbarung ein wichtiger strategischer Schritt in die Zukunft“, sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.

Seit 2002 ist die VW-Tochter Sponsor des FC Bayern. Zudem ist Audi mit 8,33 Prozent am FC Bayern beteiligt. Seit 2009 findet in der Saison-Vorbereitung auch der Audi-Cup mit internationalen Topteams als weiterer Punkt der Zusammenarbeit statt.

„Der FC Bayern und Audi arbeiten nun bereits seit mehr als eineinhalb Jahrzehnten vertrauensvoll, seriös und zum Vorteil beider Marken zusammen. Nun ist sichergestellt, dass diese Partnerschaft auch in den kommenden knapp zehn Jahren weitergeführt wird“, sagte Rummenigge. Durch die vorzeitige Vertragsverlängerung verdient der FC Bayern nicht nur mehr Geld, die Partnerschaft wird laut Mitteilung auch inhaltlich ausgebaut.

Zahlen wurden nicht verraten, die „Bild“ schätzt die Einnahmen für die nächsten zehn Jahre auf 500 Millionen Euro. Ähnlich waren Spekulationen Mitte dieses Jahres gewesen. Seitdem hatte sich auch Vertragsverlängerung abgezeichnet. Zuvor hatten die Münchner aber auch mit BMW über eine mögliche Partnerschaft gesprochen. Diese Gespräche waren im Mai abgebrochen worden.

Ein positives Zeichen soll die ausgedehnte Partnerschaft mit dem exklusiver Automobilpartner auch für die Umwelt setzen: Künftig bekommen alle Profis ein Elektroauto.

Energie Cottbus für ein Scheitern gerüstet

Regionalliga-Tabellenführer Energie Cottbus könnte ein Scheitern im Kampf um den Aufstieg in die 3. Liga in dieser Saison zumindest finanziell verkraften. „Wir stehen bei einem verpassten Aufstieg nicht vor der Insolvenz“, sagte Vereinspräsident Matthias Auth der „Märkischen Allgemeinen Zeitung“ und ergänzte: „Es gibt unterschiedliche Szenarien, die wir durchspielen, und wir werden im März natürlich die Lizenzierungsunterlagen für die 3. Liga einreichen. Und es sind alle im Verein gefordert, die wirtschaftlichen Voraussetzungen dafür zu schaffen.“

Mittelfristig verfolgen die Lausitzer die sogenannte „Vision 2022“. „Wir wollen bis 2022 die Voraussetzungen schaffen, dass wir dann dauerhaft im Profifußball spielen können, das heißt 3. Liga und im Idealfall auch höher“, sagte Auth, der den Präsident-Posten gerade erst von Werner Fahle übernommen hatte.

Fahle hatte sein Amt zum 31. Dezember 2019 auf eigenen Wunsch niedergelegt. „Unterschiedliche Auffassungen innerhalb des Vereins“ waren der Grund dafür. Auth war zuvor Verwaltungsratsvorsitzender des ehemaligen Bundesligisten.

Cruyff-Sohn Jordi ist jetzt Nationaltrainer

Jordi Cruyff statt Jürgen Klinsmann: Der Sohn der niederländischen Fußball-Legende Johan Cruyff übernimmt das Traineramt der Nationalmannschaft Ecuadors und soll die Südamerikaner zur WM 2022 führen. Das gab der Verband FEF am Montag (Ortszeit) bekannt. Im vergangenen Jahr war zunächst Klinsmann als neuer Chefcoach gehandelt worden, ehe der frühere Bundestrainer schließlich bei Hertha BSC einen Vertrag bis zum Saisonende unterschrieb.

Cruyff tritt die Nachfolge des Kolumbianers Hernan Dario Gomez an, der mit Ecuador im Sommer bei der Copa America in der Vorrunde ausgeschieden war. Große Erfolge als Coach kann der 45-Jährige aber noch nicht vorweisen. Cruyff war zwischen 2012 und 2018 bei Maccabi Tel Aviv tätig, wo er als Sportdirektor und zeitweise als Trainer angestellt war. Danach trainierte er den chinesischen Club Chongqing Lifan. Als Spieler hatte er unter anderem für den FC Barcelona und Manchester United gespielt, an die Erfolge seines 2016 verstorbenen Vaters konnte er aber nicht anknüpfen.

Für Ecuador beginnt am 26. März mit einem Auswärtsspiel beim zweimaligen Weltmeister Argentinien die WM-Qualifikation. Für die WM 2018 hatten sich die Südamerikaner nicht qualifiziert.

Stürmer hatte Todesangst um seine Tochter

Der Erwartungsdruck im Profi-Fußball ist für Stürmer Terrence Boyd vom Drittligisten Hallescher FC nicht die größte Belastung. „Ich habe eine Tochter, die hatte schon zehn Fieberkrämpfe und beim ersten habe ich gedacht, die stirbt in meinen Armen weg. Wenn du so etwas erlebst, gehst du mit dem Druck im Fußball ganz anders um“, sagte der 28 Jahre alte Deutsch-Amerikaner in einem Interview der „Mitteldeutschen Zeitung“.

Der Angreifer, der bislang zehn Treffer in 17 Spielen erzielte, geht als Familienvater viel gelassener ins Spiel. Das versucht er auch, seinen Teamkollegen zu vermitteln: „Entscheidend ist, dass wir nicht mehr so verkrampfen und Angst vor Fehlern haben. Es ist der Weg zum Glück, wenn du bereit bist, Fehler zu machen“, sagte Boyd und erinnerte an sein Traumtor mit einem Fernschussvolley: „Dann passieren geile Sachen, wie das Tor gegen Duisburg.“

Boyds Traumtor gegen den MSV Duisburg