Golf

Esther Henseleit schreibt in Kenia deutsche Sportgeschichte

Esther Henseleit hat die europäische Golftour gewonnen.

Esther Henseleit hat die europäische Golftour gewonnen.

Foto: TimGroothuis / WITTERS

Die 20-Jährige vom Hamburger Golf-Club Falkenstein siegt mit Platzrekord und gewinnt die European-Tour-Wertung.

Mombasa/Hamburg.  Das Beste zum Schluss! Esther Henseleit kam aus dem Strahlen und Lachen und Jubeln gar nicht mehr heraus nach diesem Traumfinale ihres ersten Profijahres. „Die Saison mit einem Turniersieg zu beenden ist das beste Gefühl, das man sich vorstellen kann“, sagte die 20-Jährige vom Hamburger Golf-Club Falkenstein, „Rookie des Jahres und Tour-Gesamtsiegerin zu werden ist wirklich unglaublich.“

Sie wusste, dass sie das letzte Turnier auf der europäischen Frauentour LET gewinnen musste, um noch ihre Chance auf den Gesamtsieg zu wahren. Realistisch war das vor der Schlussrunde der Kenya Ladies Open in der Nähe von Mombasa nicht mehr. Sieben Schläge Rückstand hatte sie auf die führende Schwedin Julia Engström. „Es wird schwer, aber ich werde es versuchen“, kündigte sie nach der dritten Runde an.

Hamburgerin schreibt Sportgeschichte

Am Sonntag dann zauberte sie mit 64 Schlägen ohne Bogey auf dem Par-72-Kurs einen neuen Platzrekord auf die Anlage und holte mit insgesamt 274 Schlägen (14 unter Par) ihren ersten Sieg auf der Tour nach acht Top-Ten-Platzierungen. „Auf den ersten neun Löchern habe ich unbeschwert gespielt, weil es so unwahrscheinlich war, dass ich noch etwas schaffen kann“, sagte Henseleit, „dann habe ich gesehen, dass es nur noch zwei Schläge Rückstand waren, und ich dachte: Okay – da geht doch noch was.“ Engström zeigte Nerven und wurde am Ende mit 277 Schlägen nur Dritte hinter der Inderin Aditi Ashok (275).

Die Hamburgerin hat damit auch deutsche Sportgeschichte geschrieben. Noch nie konnte eine deutsche Golferin die Gesamtwertung der European Ladies Tour für sich entscheiden. Und schon gar nicht im ersten Anlauf. Schon bei ihrem ersten Profiturnier im Februar in Australien wurde sie starke Neunte, viermal in diesem Jahr erreichte sie einen zweiten Platz, „aber natürlich will ich Turniere gewinnen“. Das ist nun gelungen – „mein Eisenspiel war sehr gut“ –, ein Preisgeld von 45.000 Euro war neben einer bunten Giraffenskulptur der Lohn, insgesamt hat sie damit in diesem Jahr 209.671 Euro eingenommen.

Für 2020 hat sie bereits die Qualifikation zur US-Tour sicher, die Olympischen Spiele locken. Esther Henseleit kann sich neue, große Ziele setzen. Aber erst einmal genießt sie ihr Megajahr: „Damit habe ich nie gerechnet.“