Kampfsport

Hamburger Kung-Fu-Team glänzt bei Turnier in Hongkong

Die Hamburger Kung-Fu-Gruppe in China.

Die Hamburger Kung-Fu-Gruppe in China.

Foto: Privat

Hamburg. Sie wollten Erfahrungen sammeln, Kontakte knüpfen und im Herkunftsland ihres Sports bei einem Einladungsturnier in Hongkong zur Feier des 70-jährigen Bestehens der Volksrepublik China viel über die Tradition des Kung Fu lernen. Doch am Ende waren sie diejenigen, die gefeiert und bestaunt wurden. Mit 17 Pokalen im Gepäck – je vier pro Person in den Disziplinen Hand- und Waffentechnik solo und im Paar plus dem des Grand Champions – landeten vier Hamburger Kampfkünstler am Dienstag wieder in der Heimat. „Wir hätten niemals gedacht, dass wir als Ausländer in China so bewertet werden würden. Die Resonanz war überwältigend“, sagt Dennis Drosse.

Der 32 Jahre alte Wirtschaftsberater, 2011 Weltmeister im Vollkontakt-Kung-Fu, leitet die im Niendorfer TSV der Turnsparte angeschlossene Kung-Fu-Abteilung mit rund 60 Mitgliedern. Gemeinsam mit seinen Abteilungsleiterkollegen Sascha Strehlow (Oststeinbeker SV), Tim Gerken (TV Lokstedt) und Shehzad Bulut (Kung Fu Hamburg e. V.) war er der Einladung des chinesischen Großmeisters Lee Kam Wing (73) gefolgt, im 300 Sportler umfassenden Teilnehmerfeld des Jubiläumsturniers anzutreten.

Hamburger Quartett muss am Flughafen Übergepäck für die 17 Pokale zahlen

Die Unruhen in der Sonderverwaltungszone Hongkong, die die Feierlichkeiten überstrahlten, hatten auch Auswirkungen auf den Sport. Weil kein medizinisches Personal abgestellt werden konnte, durfte nicht im Vollkontakt gekämpft werden, sondern nur verschiedene Techniken vorgeführt werden.

Darin jedoch zeigte sich das Hamburger Quartett derart versiert, dass sich Videos der Aufritte im Internet verbreiteten und einheimische Meister sich mit Lob überschlugen. „Einer hat gesagt, wir hätten die Coolness in das Turnier gebracht. Das hat uns dann doch überwältigt“, sagt Drosse. Das dicke Ende folgte am Flughafen. Weil eine Verschiffung der 17 Pokale nicht möglich war, wurden rund 500 Euro Gebühr für Übergepäck fällig. Drosse: „Das war es definitiv wert. Diese Erinnerung bleibt für immer.“