Handball

Hamburg droht der Verlust eines sportlichen Großereignisses

Titelverteidiger THW Kiel könnte im nächsten Jahr statt in Hamburg in Düsseldorf jubeln.

Titelverteidiger THW Kiel könnte im nächsten Jahr statt in Hamburg in Düsseldorf jubeln.

Foto: Witters

Final-Four-Turnier um DHB-Pokal könnte im Düsseldorfer Fußballstadion ausgetragen werden. Kretzschmar kritisiert "Gigantismus".

Hamburg. Active-City-Stadt Hamburg gegen Sportstadt Düsseldorf: Wie Frank Bohmann, Geschäftsführer der Handball-Bundesliga (HBL), in der „Sportbild“ berichtete, gibt es Überlegungen, das seit 1994 in Hamburg ansässige Final-Four-Turnier um den DHB-Pokal für ein Jahr vor bis zu 50.000 Zuschauern im Düsseldorfer Fußballstadion austragen zu lassen. Im bis 2022 geltenden Vertrag zwischen HBL, Hansestadt und der Barclaycard-Arena gibt es die Option auf „einen Freischuss an einem anderen Standort“, sagte Bohmann. Jeweils 13.200 Zuschauern bevölkerten am vergangenen Sonnabend und Sonntag die Endrunde in der ausverkauften Barclaycard Arena. „Wir hätten doppelt so viele Tickets verkaufen können“, sagte Bohmann.

Final Four soll nach Hamburg zurückkehren

Die Stadt Düsseldorf hat ein millionenschweres Interesse am Handballsport. Im städtischen ISS-Dome wird seit 2018 der Supercup zwischen dem Meister und Pokalsieger ausgetragen, im August kamen 8000 Fans. Zudem ist die Fußballarena von Fortuna Düsseldorf, die mit einem Dach geschlossen werden kann, für das Eröffnungsspiel der Heim-EM 2024 vorgesehen.

Kretzschmar äußert Kritik an "Gigantismus"

Beim zeitlich noch nicht festgelegten Weggang aus Hamburg handele es sich um „ein einmaliges Event“, so Bohmann. Die Rückkehr sei geplant. Die Verlängerung des Vertrags über 2022 hinaus verband Bohmann allerdings mit Modernisierungsarbeiten in der Barclaycard-Arena. Der HBL-Chef monierte, „Sound und Videowürfel sind technisch nicht mehr zeitgemäß“. Die Spieler hatten sich am Wochenende für Hamburg als Standort ausgesprochen. TV-Experte Stefan Kretzschmar kritisierte Handballspiele in Fußballstadien als „Gigantismus“.