Fußball-Ticker

Machtdemonstration: Bayern spielt 6:0 gegen Mainz

James Rodriguez (2.v.r.) vom FC Bayern München jubelt über seinen Treffer zum 2:0 während der Mainzer Torhüter Florian Müller (r) am Boden kniet.

James Rodriguez (2.v.r.) vom FC Bayern München jubelt über seinen Treffer zum 2:0 während der Mainzer Torhüter Florian Müller (r) am Boden kniet.

Foto: dpa

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Bayern gut erholt: Machtdemonstration mit James-Dreierpack gegen Mainz

Angeführt vom überragenden Dreifach-Torschützen James hat Bayern München die Enttäuschung über den ungewohnt frühen K.o. in der Champions League abgeschüttelt und mit einer Machtdemonstration wieder die Tabellenführung in der Bundesliga übernommen. Die turmhoch überlegene Mannschaft von Trainer Niko Kovac zerlegte ihren hilflosen Sparringspartner FSV Mainz 05 beim 6:0 (3:0) nach allen Regeln der Fußball-Kunst und überflügelte damit wieder Titelrivale Borussia Dortmund.

Der Kolumbianer James war mit seinem ersten Bundesliga-Dreierpack (33., 51., 55.) der Garant für den sechsten Bayern-Sieg im deutschen Oberhaus hintereinander und wurde bei seiner Auswechslung mit stehenden Ovationen bedacht. Auch Torjäger Robert Lewandowski (3.) mit seinem 18. Saisontreffer, Kingsley Coman (39.) und Winterzugang Alphonso Davies (70.) ließen die Münchner vier Tage nach dem ernüchternden Achtelfinal-Aus in der Königsklasse gegen den FC Liverpool wieder jubeln. Für Mainz war es die höchste Saisonniederlage.

Die Bayern waren vor 75.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz Arena sofort bemüht, den jüngsten, schlechten Eindruck wegzuwischen. Mainz machte es ihnen aber auch leicht, stand viel tiefer als zuletzt Liverpool, attackierte deutlich später und weniger griffig. So ergaben sich früh gute Möglichkeiten für den Rekordmeister. Lewandowski traf kaum bedrängt nach Flanke von David Alaba per sehenswerter Direktabnahme zur Führung.

Dass Kovac, der auf Javi Martinez (Schädelprellung) und Serge Gnabry (Erkältung) verzichten musste, gleich fünf Wechsel vorgenommen hatte, machte sich nicht negativ bemerkbar - im Gegenteil: die Neuen wie der gegen Liverpool gesperrte Joshua Kimmich oder Coman brachten frischen Wind. Lewandowski (5.) hätte nach feinem Kimmich-Pass frei vor Torhüter Florian Müller erhöhen müssen, Coman traf den Pfosten (13.).

Doch dann schlichen sich ein paar Nachlässigkeiten ins Münchner Spiel ein, das phasenweise fast ein bisschen arrogant wirkte. Mainz wurde mutiger, kam auch zu Abschlüssen. Kaum zogen die Bayern das Tempo wieder an, erhöhte James allerdings nach Brustvorlage von Leon Goretzka auf 2:0. Als Karim Onisiwo kurz darauf im Mittelfeld den Ball an Thiago verlor und dieser den schnellen Coman schickte, der knallhart vollendete, war Mainz erledigt.

Das hielt die Bayern jedoch nicht davon ab, auch nach dem Seitenwechsel Gas zu geben. James stellte mit einem schönen Schlenzer von der Strafraumgrenze auf 4:0, drei Mainzer standen Spalier. Und der 27-Jährige hatte noch nicht genug: Sein dritter Treffer nach Zuspiel von Thomas Müller, ein gefühlvoller Lupfer, war allein das Eintrittsgeld wert.

Kovac konnte sich jetzt sogar personelle Experimente leisten. Er brachte Davies, eigentlich ein Offensiver, zwischenzeitlich als Linksverteidiger. Der Kanadier traf trotzdem und Kovac schmunzelte an der Seitenlinie.

Die Europapokalhelden vom Main können auch im Alltag siegen

Die Euro-Mohikaner von Eintracht Frankfurt bahnen sich scheinbar unaufhaltsam ihren Weg in die Königsklasse. Trotz einer ungewohnt schwachen Chancenverwertung gewann der einzige deutsche Europacup-Viertelfinalist am 26. Spieltag der Fußball-Bundesliga 1:0 (1:0) gegen Schlusslicht 1. FC Nürnberg. Damit hat Frankfurt nur noch einen Punkt Rückstand auf die Champions-League-Plätze. Der Club kann dagegen für die Zweite Liga planen. Verteidiger Martin Hinteregger (31.) traf für den seit 13 Pflichtspielen ungeschlagenen Pokalsieger, der den vierten Ligasieg in Folge feierte. Der Club, der auswärts diese Saison noch keinen Dreier eingefahren hat, baute seinen Negativrekord auf 20 Partien ohne Sieg in Folge aus. Die Nürnberger haben sieben Punkte Rückstand auf den Relegationsrang.

Werder darf nach Sieg in Leverkusen von Europa träumen

Werder Bremen hat Bayer Leverkusen im Kampf um die Champions-League-Plätze einen herben Dämpfer versetzt und seinen eigenen Traum von der Europacup-Teilnahme am Leben erhalten. Der Pokal-Viertelfinalist von der Weser blieb durch einen verdienten 3:1 (2:0)-Erfolg bei der Werkself in diesem Jahr ungeschlagen und rückte bis auf drei Punkte an Bayer heran.

Kapitän Max Kruse (13., 90.+5) und Milot Rashica (37.) trafen für die Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt zum fünften Auswärtssieg in dieser Saison. Bayer kassierte seinerseits unter Trainer Peter Bosz nach dem 0:1 zum Einstand des Niederländers gegen Mönchengladbach die zweite Heimpleite, daran änderte auch der Anschlusstreffer von Leon Bailey (75.) nichts. Der Rückstand auf die Champions-League-Plätze beträgt fünf Punkte.

Vor 30.210 Zuschauern in der ausverkauften BayArena startete Bayer ohne Nationalspieler Kai Havertz, der wegen Magenbeschwerden nur auf der Bank saß. Dafür meldete sich Kapitän Lars Bender nach auskurierter Oberschenkelblessur zurück. Werder musste auf Philipp Bargfrede und Routinier Claudio Pizarro (beide Oberschenkelprobleme) verzichten. Bremen kam besser aus den Startlöchern und hatte bereits in der vierten Minute eine gute Möglichkeit durch Johannes Eggestein, die Bayer-Torwart Lukas Hradecky vereitelte. Bayer versuchte immer wieder, über die Flügel in die Gefahrenzone zu kommen, agierte dabei aber viel zu umständlich.

Die Norddeutschen, die im Hinspiel eine bittere 2:6-Pleite kassiert hatten, setzten ihrerseits mit ihren überfallartigen Kontern immer wieder Nadelstiche. Kruse fasste sich dann nach gutem Zuspiel von Maximilian Eggestein, der am Montag erstmals zur Nationalmannschaft reist, ein Herz und ließ Hradecky mit einem Schuss aus zwölf Metern keine Chance. Zudem stellte er damit einen Vereinsrekord ein, denn Werder traf in der Liga zum 27. Mal in Folge, was zuvor nur in der Saison 2004/2005 gelungen war.Leverkusen fand zunächst keine passende Antwort und lief sich immer wieder in der Werder-Defensive fest. Nachdem Bailey (35.) und Kevin Volland (36.) innerhalb von 60 Sekunden jeweils eine dicke Chance zum Ausgleich verpasst hatten, vollendete wenig später nach Zuspiel von Kruse Rashica eiskalt zum 2:0. Für den Nationalspieler des Kosovo war es der siebte Saisontreffer.

Die Werkself agierte nach der Pause auch dank der eingewechselten Havertz und Paulinho druckvoller und hatte durch Bender (64.) eine erste gute Chance. Werder blieb bei Kontern gefährlich, Nuri Sahin hatte zudem mit einem Freistoß an die Latte Pech (59.). Doch nach dem 1:2 durch Bailey per Freistoß drängte Leverkusen auf den Ausgleich. Bailey verpasste ihn knapp (86.). In starke Kruse sorgte in der Nachspielzeit mit seinem achten Saisontor für die Entscheidung.

Doll gibt Schiedsrichter Gräfe die Schuld für Niederlage

Den Schuldigen hatte Thomas Doll sofort ausgemacht. „Er kam zu mir und sagte: Deinetwegen haben wir verloren, deinetwegen haben wir verloren“, schilderte Schiedsrichter Manuel Gräfe den heftigen Disput mit dem Trainer von Hannover 96 direkt nach Schlusspfiff. Wild gestikulierend ließ Doll Gräfe irgendwann stehen, auch frustriert von der Tatsache, dass der Bundesliga-Klassenverbleib wieder unwahrscheinlicher geworden war. „Arrogant“ habe sich Doll verhalten, „höhnisch und ironisch“ auf das 1:3 (1:0) seiner Mannschaft beim FC Augsburg reagiert, meinte Gräfe über das Gespräch: „Ich fand das despektierlich, man kann ja wenigstens vernünftig miteinander reden.“ Das tat Doll auch später noch nicht, als er auf Jens Lehmann, Co-Trainer der Augsburger, in den Katakomben des Stadions traf. „Das ist arrogant“, ereiferte sich Gräfe lautstark, der mitbekam, wie Doll mit Lehmann abfällig über ihn redete.

Manager Horst Heldt hat Trainer Doll indes das Vertrauen ausgesprochen. „Bei mir ist das komplett ausgeschlossen“, sagte Heldt auf die Frage, ob Doll angesichts des nahenden Abstiegs und einer Bilanz von bisher nur drei Punkten in seiner Amtszeit infrage gestellt werde. Doll (52), dessen Mannschaft in den sieben Spielen unter seiner Führung eine Tordifferenz von 6:20 aufweist hat, sei „mega engagiert und gibt nicht auf. Es ist für mich kein Thema“, ergänzte Heldt. Auch für den Fall des Abstiegs betrachtet Heldt den Ex-Nationalspieler als beste Lösung: „Wir wollen mit ihm im Worst Case auch wieder aufsteigen. So ist es besprochen, und ich halte mich daran.“ Doll besitzt bei Hannover einen Vertrag bis Juni 2020, seit dem 28. Januar trainiert er den Tabellenvorletzten.

Stevens schmeißt Bentaleb auf Schalke raus

Trainer Huub Stevens greift beim krisengeschüttelten Fußball-Bundesligisten Schalke 04 durch. Der niederländische Interims-Coach versetzte den algerischen Nationalspieler Nabil Bentaleb (24) bis auf Weiteres aufgrund einer disziplinarischen Verfehlung in die U23. Welche Verfehlung sich der Mittelfeldspieler erlaubt hat, gaben die Königsblauen nicht bekannt. Eine zeitliche Begrenzung der Maßnahme besteht laut Clubangaben nicht, "für eine Rückkehr in den Profikader ist die Tür selbstverständlich offen", hieß es. Wegen Leistenproblemen kann Bentaleb derzeit ohnehin lediglich Reha-Maßnahmen absolvieren.

Juventus kassiert erste Saisonniederlage ohne Ronaldo

Juventus Turin hat in der Serie A ohne seinen geschonten Fußball-Superstar Cristiano Ronaldo überraschend die erste Saisonniederlage kassiert. Fünf Tage nach der Champions-League-Gala gegen Atletico Madrid unterlag der Tabellenführer beim FC Genua 93 mit 0:2 (0:0). Der achte Titelgewinn in Serie scheint für Juve dennoch lediglich Formsache, der Vorsprung auf Verfolger SSC Neapel betrug vor dem 28. Spieltag 18 Punkte. Der frühere Juve-Akteur Stefano Sturaro (72.) und Goran Pandev (81.) schossen Genua, das insgesamt die deutlich bessere Mannschaft war und sich etliche Chancen erarbeitete, zum Sieg. Kurz zuvor war Juves vermeintlicher Führungstreffer (57.) nach Videobeweis zurückgenommen worden. Deutschlands Nationalspieler Emre Can, der 90 Minuten durchspielte, hatte bei seiner Vorarbeit knapp im Abseits gestanden. Ronaldo hatte in der Partie nach seinem Gala-Auftritt im Champions-League-Achtelfinale gegen Madrid (3:0) derweil eine Pause erhalten.

Zidane feiert erfolgreiches Comeback bei Real Madrid

Ein Aufschrei ging durch das in die weißen Vereinsfarben getauchte Madrider Bernabéu-Stadion, als der Sprecher vor der Partie gegen Celta Vigo seinen Namen ins Rund rief: «Zinédine...», setzte er an, und Zehntausende Real-Fans vollendeten mit einem ohrenbetäubenden „ZIDANE!“. Wie ein Stoßgebet klang das, ein Seufzer der Erleichterung nach einer Saison, die das aus allen großen Turnieren gekickte Starensemble so schnell wie möglich vergessen machen möchte. «Im makellosen Anzug, mit seiner charakteristischen Ernsthaftigkeit und von Spielbeginn an auf den Füßen - Zinédine Zidane kehrt ins Stadion Santiago Bernabéu zurück, als wäre er nie fort gewesen», schwärmte die Zeitung “El Mundo“. Die Rückkehr des beliebten Franzosen auf die Real-Trainerbank nach nur neun Monaten war erst in der vergangenen Woche bekannt geworden. „Viel hat sich nicht verändert, ich fühle mich hier immer wie zu Hause“, betonte Zidane, der den Rekordmeister von 2016 bis 2018 zu drei Champions-League-Titeln in Folge geführt hatte.

Für ihn war es ein Comeback nach Maß, zumindest was das Ergebnis betrifft: Mit 2:0 besiegten die Königlichen die abstiegsbedrohten Gäste aus Galicien. Ausgerechnet Isco, der unter Ex-Coach Santiago Solari überwiegend auf der Bank saß und erstmals seit Oktober wieder in der Startelf stand, erzielte in der 62. Minute den Führungstreffer. Für den 2:0 (0:0)-Endstand sorgte in der 80. Minute Gareth Bale. Aber wirklich überzeugen konnte das Team von Toni Kroos nach wie vor nicht. „Madrid hat gewonnen, aber ohne Fanfaren, auch wenn das Spiel ein Gefühl von Hoffnung hinterlassen hat“, schrieb ein Kommentator im Sportblatt “AS“ Zidane weiß das. «Nicht alles war perfekt, aber es gab positive Dinge», sagte der 46-Jährige nach dem Abpfiff. «Wir hatten aber ja auch erst drei Trainingseinheiten. Ich hoffe, dass die nächste Partie besser wird als diese.» Sicher zwischen den Pfosten stand überraschend wieder Keylor Navas, und nicht der zuletzt bevorzugte belgische Nationaltorhüter Thibaut Courtois. „Für Zidane gibt es keine Diskussionen: Navas ist sein Torwart. Das Vertrauen in ihn ist absolut“, meinte die Zeitung „Marca“ und fügte hinzu, es scheine „ZZ“ nicht zu stören, dass diese Entscheidung im Club vermutlich heftige Debatten auslösen werde. Zidane betonte später beschwichtigend, Courtois werde künftig auch wieder eingesetzt: «Ich habe eine Mannschaft mit 25 Spielern und werde auf jeden einzelnen von ihnen zählen.»

Schweinsteiger verliert erneut mit Chicago Fire

Ex-Weltmeister Bastian Schweinsteiger (34) hat in der nordamerikanischen Fußball-Profiliga Major League Soccer (MLS) mit Chicago Fire die zweite Niederlage im dritten Spiel kassiert. Im Heimspiel gegen die Seattle Sounders unterlag Chicago trotz Aufholjagd 2:4 (0:2) und wartet weiter auf den ersten Saisonsieg. In der Vorwoche hatte die Mannschaft aus dem Bundesstaat Illinois in der Nachspielzeit ein 1:1 gegen Orlando City geholt. Victor Rodriguez (8.), Jordan Morris (15.) und Nicolas Lodeiro (49.) brachten Seattle deutlich in Führung. Raheem Edwards (56.) und der Deutsche Fabian Herbers (84.), der von Philadelphia Union nach Chicago gewechselt war, sorgten noch einmal für Spannung. Raul Ruidiaz (89.) sorgte aber kurz vor Schluss für die Entscheidung. Schweinsteiger spielte im zentralen Mittelfeld durch.

Podolski-Tor reicht nicht für Kobe

Trotz des ersten Saisontors von Lukas Podolski hat Vissel Kobe in der japanischen J-League den dritten Sieg nacheinander verpasst. Das Team des früheren Fußball-Weltmeisters musste am Sonntag daheim mit einem 1:1 (0:0) gegen Shimizu S-Pulse zufrieden sein. Podolski sorgte gegen die in der neuen Saison noch sieglosen Gäste in der 49. Minute zwar für die Führung, der einst auch in Deutschland aktive Chong Tese glich in der 88. Minute aber aus. Mit sieben Punkten aus vier Spielen liegt Kobe im Vorderfeld der Tabelle.

Guardiola entgeht Blamage, Manchester United scheitert im FA-Cup

Schalke-Peiniger Manchester City darf dank der Treffsicherheit seines argentinischen Torjägers Sergio Agüero weiter von seinem ersten Triple im englischen Fußball träumen. Der Tabellenführer der Premier League erreichte durch ein mühevolles 3:2 (0:2) bei Zweitligist Swansea City erstmals seit 2017 wieder das Halbfinale im FA Cup. Ausgeschieden ist hingegen Citys Stadtrivale Manchester United. Die Red Devils unterlagen beim Ligakonkurrenten Wolverhampton Wanderers 1:2 (0:0) und müssen auch die letzte nationale Titelchance begraben. Dem Team von Interims-Teammanager Ole Gunnar Solskjaer, dessen Verbleib über das Saisonende hinaus weiter unklar ist, bleibt somit noch die Chance auf den Gewinn der Champions League. Dort trifft United im Viertelfinale auf den FC Barcelona. Matt Grimes per Foulelfmeter (20.) und Bersant Celina (29.) hatten Swansea zunächst von der ersten Halbfinalteilnahme im ältesten Pokalwettbewerb der Welt träumen lassen. Bernardo Silva (69.) brachte die Gäste Mitte der zweiten Hälfte wieder ins Spiel, ehe der in der 63. Minute eingewechselte Agüero (79.) per Elfmeter zunächst am Innenpfosten scheiterte. Der Ball sprang anschließend Swansea-Torwart Kristoffer Nordfeldt in den Rücken und von da ins Tor. Per Kopfball bewahrte Agüero dann kurz vor Schluss (89.) den Favoriten vor einer Blamage. In Wolverhampton sorgten Raul Jimenez (70.) und Diogo Jota (76.) für den ersten Halbfinaleinzug der Wolves seit 21 Jahren. United präsentierte sich trotz hochkarätiger Aufstellung mit Stars wie Paul Pogba und Marcus Rashford über weite Strecken ungefährlich. Pokal-Torwart Sergio Romero rettete mehrfach glänzend. Rashfords Anschlusstreffer (90.+5) kam viel zu spät. Auch Manchester City enttäuschte trotz des Sieges über weite Strecken des Spiels. Das Team um die beiden deutschen Nationalspieler Leroy Sane, der in der 57. Minute ausgewechselt wurde, und Ilkay Gündogan hatte dem Premier-League-Absteiger lange Zeit wenig entgegenzusetzen.

Rummenigge spricht sich für Club-WM aus, kritisiert aber Infantino

Bayern Münchens Vorstands-Chef Karl-Heinz Rummenigge hat sich überraschend positiv über die umstrittene Reform der Klub-WM geäußert und sich damit gegen die Europäische Fußball-Union (Uefa) und die Europäische Klubvereinigung ECA gestellt. „Die bisherige Klub-WM jedes Jahr im Dezember ist ein Nonsens-Wettbewerb. Ich verstehe die Fifa, dass dieser Wettbewerb jetzt reformiert werden soll“, sagte Rummenigge der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Am Freitag hatte das Council des Weltverbandes FIFA die Reform der Klub-WM ab 2021 abgesegnet. Die Uefa-Vertreter stimmten mit Unterstützung der ECA dagegen. Allerdings übte der langjährige ECA-Chef Rummenigge Kritik an der Verhandlungsführung von Fifa-Boss Gianni Infantino. „Ich denke, Gianni Infantino hat verpasst, sich im Vorfeld der Entscheidung auch mit der ECA und insbesondere Andrea Agnelli als Vorsitzender der ECA abzustimmen. Das führt dann schon mal zu einer Abwehrhaltung in der Öffentlichkeit“, betonte Rummenigge. Er bedaure das, „und es gefällt mir nicht, dass zwischen Fifa, Uefa und der ECA in dieser Sache kein positiver Diskussionsfaden besteht. Das gilt es zu korrigieren“, äußerte der ehemalige Nationalmannschaftskapitän. Der Bayern-Boss sprach sich bei der Einnahmeverteilung des neuen Wettbewerbs für das Solidaritätsprinzip aus, will die Gelder allerdings unter den Ligen verteilen. „Solidaritätszahlungen sind unabdingbar und wichtig. Ich habe aber gehört, dass diese vorgesehenen Zuwendungen an die Nationalverbände gehen sollen. Das halte ich nicht für gegeben. Die Solidaritätszahlungen müssen an die Ligen und deren Vereine ausgeschüttet werden, das liegt doch auf der Hand. Schließlich ist es ein Wettbewerb, der von Vereinen gespielt wird“, sagte der 63-Jährige. Rummenigge sprach sich für die weiteren Diskussionen dafür aus, dass die Fifadie Stakeholder wie ECA (Klubs), FIFpro (Spieler) und die WLF (Ligen) mit deren Präsident Christian Seifert von der Deutschen Fußball Liga (DFL) zu den anstehenden Entscheidungen seriös mit einbeziehen sollte. „Und da die Mehrzahl der Teilnehmer europäische Klubs sind, muss ein Konsens zwischen FIFA und UEFA gefunden werden. Nur so wird man Streitereien verhindern können“, sinnierte Rummenigge.

Frankreich verbietet Babynamen „Griezmann Mbappe

Rote Karte für den kombinierten Baby-Vornamen „Griezmann Mbappe“ im Land von Fußball-Weltmeister Frankreich. Nach Angaben der Stadtverwaltung von Brive-la-Gaillarde untersagte ein Gericht die Absicht der offensichtlich fußballverrückten Eltern, ihren Nachwuchs nach den WM-Champions Antoine Griezmann (Atletico Madrid) und Kylian Mbappe (Paris St. Germain) zu nennen. Der kleine Junge heißt stattdessen nun Dany Noe. Ein Standesbeamter hatte bei der Anmeldung des Babys das Gericht informiert. Das ist in der Grande Nation üblich, wenn der Standesbeamte der Auffassung ist, dass ein Vorname den Interessen des Kindes schaden könnte. Die Angreifer Griezmann und Mbappe gehörten beim französischen WM-Triumph vor Jahresfrist im Endspiel gegen Kroatien in Russland zu den auffälligsten Akteuren der Equipe Tricolore.

Trapattoni warnt vor Werteverfall im Fußball

Kulttrainer Giovanni Trapattoni hat zu seinem 80. Geburtstag am Sonntag vor den wirtschaftlichen Auswüchsen des Fußballs gewarnt und fürchtet einen weiteren Werteverfall. „Fußball ist immer mehr zum Geschäft geworden. Es ist immer mehr Geld im Spiel - und wo viel Geld im Spiel ist, können die Werte ganz leicht verloren gehen“, sagte der ehemalige Münchner und Stuttgarter Bundesliga-Trainer dem Nachrichtenportal „t-online.de“. Trap würde sich wünschen, „dass Spieler ihre Social-Media-Accounts verantwortungsbewusst nutzen, wichtige Werte transportieren und positive Botschaften senden“. Spieler „und Trainer sollten ihre Vorbildfunktion nutzen, um der Jugend ein gutes Beispiel zu sein und die nachkommenden Generationen zu inspirieren“, betonte der Grandseigneur der Trainer-Gilde. Der italienische Fußballlehrer blickt zufrieden auf seine Trainerkarriere zurück: „Ich bin dankbar und unbeschreiblich glücklich über die vielen Jahre, in denen ich meinen Traum leben konnte.“ Er habe sein ganzes Leben im Fußball verbracht, „also ist es unmöglich, dass mir die Trainerarbeit nicht fehlt. Aber wissen Sie was? Im Schlaf träume ich davon, dass ich noch immer Trainer oder Spieler bin“, so Trap.