Sommerspiele 2024

Hipper, jünger, cooler: Breakdance soll olympisch werden

Martin Lejeune aus Frankreich gewann bei den Olympischen Jugendspielen 2018 in Buenos Aires Silber.

Martin Lejeune aus Frankreich gewann bei den Olympischen Jugendspielen 2018 in Buenos Aires Silber.

Foto: Philippe Millereau / picture alliance / DPPI Media

Gastgeber Paris will die Spiele "urbaner" machen. Vier Sportarten sollen dafür neu ins Programm. Andere haben keine Chance.

Paris/Frankfurt.  Erst ein "Baby Freeze", dann ein "Air chair", vielleicht noch eine "Turtle" – und dafür am Ende Olympia-Gold? Wettbewerbe im Breakdance könnten bei den Sommerspielen 2024 in Paris ihre olympische Premiere feiern. Die Hip-Hop-Tanzform mit den kuriosen Figurenbezeichnungen gehört zu den vier Sportarten, die das Pariser Organisationskomitee dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) am Donnerstag zur Aufnahme in sein Programm vorgeschlagen hat. Olympia soll "urbaner" werden.

Zwar ist noch unklar, wie viele der vorgeschlagenen Sportarten am Ende tatsächlich zugelassen werden. Diese Entscheidung wird erst auf der IOC-Session im Dezember 2020 getroffen. Für die Sommerspiele im kommenden Jahr in Tokio hatte das IOC allerdings alle fünf Empfehlungen der Organisatoren akzeptiert. Neben Sportklettern, Skateboard und Surfen, die auch von Paris wieder vorgeschlagen wurden, werden in Japan auch in den dort populären Sportarten Karate und Baseball/Softball Medaillen vergeben.

Erneut außen vor bleibt Squash, trotz einer Kampagne für die olympische Zukunft der Sportart. "Wir sind fest davon überzeugt, dass sich Squash mit minimalen Kosten und einem optimierten Teilnehmerpool nahtlos in das Olympia-Programm integrieren lässt", teilten der Weltverband WSF und die Vereinigung PSA in einer gemeinsamen Stellungnahme enttäuscht mit.

Kaum Chancen für Teamsportarten

Die Veranstalter der Spiele in Paris wollen sich durch die Neuaufnahmen "mit den Sportarten dieser Welt verbinden, um den Spielen eine urbanere Dimension zu verleihen", sagte OK-Chef Tony Estanguet bei der Präsentation im Administrationsviertel La Defense. Das Ziel seien "mehr Sport in der Natur" sowie "mehr Kunst und Artistik". Weil die Organisatoren die Athletenanzahl bei den Spielen dabei insgesamt auf 10.500 begrenzen wollen, hatten Teamsportarten diesmal geringere Chancen.

Breakdance hatte zuletzt bereits bei den Olympischen Jugendspielen 2018 in Buenos Aires erstmals zum Programm gehört. Die Teilnehmer mussten sich dabei in sogenannten "Dancebattles" messen, die von einer Jury bewertet wurden. Qualifizieren konnten sich die Tänzer durch die Einsendung eines Online-Videos. Als Sportart ist Breakdance offiziell der Welttanzsportvereinigung (WDSF) zugeordnet, die seit Langem für eine Aufnahme diverser Tanzsport-Disziplinen ins Olympia-Programm kämpft.

Der Weg für eine Erweiterung des Disziplinen-Angebots war durch die Agenda 2020 von IOC-Präsident Thomas Bach im Dezember 2014 geebnet worden. Das bisherige Limit von 28 Sommersportarten wurde de facto aufgehoben, die Olympia-Gastgeber können seitdem Vorschläge für weitere Sportarten machen. Das leicht angestaubte Image der Spiele soll damit aufpoliert werden. Hipper, jünger, cooler statt höher, schneller, weiter. SID