Eishockey-Eklat

Eisbahnpersonal erzwingt Abbruch von Jugendspiel

Die Kunsteisbahn Stellingen wird sowohl für Eishockeyspiele als auch für öffentliche Laufzeiten genutzt.

Die Kunsteisbahn Stellingen wird sowohl für Eishockeyspiele als auch für öffentliche Laufzeiten genutzt.

Foto: Maximilian Attila Bartsch

Spieler werden in Stellingen fünf Minuten vor Schluss vom Eis zitiert. Eltern und Betreuer sehen einen Skandal, Bezirksamt schweigt.

Hamburg.  Als „Active City“ versucht die Hansestadt Hamburg seit geraumer Zeit, sich als besonders sportaffin zu profilieren. Dazu gehört auch die besondere Förderung des Sports für Kinder und Jugendliche. Am vergangenen Wochenende wurde jedoch auf der Eisbahn in Stellingen, die vom Bezirksamt Eimsbüttel betrieben wird, deutlich, dass diese Idee längst noch nicht bei allen Bediensteten der Stadt angekommen ist.

Der Vorfall, der in der Hamburger Eishockeyszene seit Tagen das Thema Nummer eins ist, ereignete sich am vergangenen Sonnabend beim U-15-Meisterschaftsspiel zwischen der Hamburger Spielgemeinschaft Musketeers/Crocodiles/Molot und der Spielgemeinschaft Adendorf/Harsefeld. Wie es bei solchen Nachwuchsspielen üblich ist, war bereits um 7.30 Uhr offizieller Spielbeginn.

„Es hätte zu schweren Verletzungen kommen können“

In der Schlussphase des Matches, es waren von den insgesamt angesetzten 60 Minuten laut Schiedsrichterbericht nur noch 5:55 Minuten zu absolvieren, öffneten mitten im Spiel Bedienstete der Eisbahn die große Tür in der Bande, um mit der Maschine zur Eisaufbereitung auf das Eis zu fahren. „Zum Glück befanden sich zu diesem Zeitpunkt fast alle Spieler vor dem Tor, sonst hätte es auch zu schweren Verletzungen kommen können“, sagt Andreas Schröder als Vertreter des Gastgebervereins Hamburg Musketeers.

„Die Spieler und Schiedsrichter wurden vom Eisbahnpersonal mit harschen Worten aufgefordert, sofort das Eis zu verlassen. Die Begründung war, dass das Eis für die nachfolgende öffentliche Laufzeit aufbereitet werden müsse. Die Bitten beider Teams und der beiden Schiedsrichter, die kurze Restzeit noch absolvieren zu können, wurden strikt abgelehnt“, berichtet Schröder weiter.

Den Schiedsrichtern blieb somit nichts anderes übrig, als das Spiel für abgebrochen zu erklären und einen entsprechenden Bericht an den zuständigen niedersächsischen Verband zu schicken. Der Verband wertete das Spiel, in dem das Hamburger Team mit 3:2 in Führung lag, mit 0:5. „Ich weiß gar nicht, wie ich meinen Jungs jetzt erklären soll, warum sie dieses Spiel ohne eigene Schuld verloren haben“, sagt er weiter.

Eltern verärgert über Eisbahn-Mitarbeiter

Tatsächlich war es während des Spiels zu unnötigen Verzögerungen gekommen. Diese hatten allerdings die Eismeister, die später das Spiel abrupt beendeten, selbst verursacht, weil sie bei der Eisaufbereitung in den Drittelpausen zu viel Wasser auf die Eisfläche auftrugen. Dies hatte zur Folge, dass die Schiedsrichter mit der Fortsetzung des Spiels länger als normal warten mussten, bis die Eisfläche wieder bespielbar war.

Das bestätigt auch Dana Ahrens, die als Spieler-Mutter das Geschehen vor Ort verfolgt hatte. „Uns ärgert nicht nur das Auftreten der zuständigen Mitarbeiter der Eisbahn Stellingen, wir als Verein müssen auch die Eiszeiten anmieten und somit finanziell tragen“, sagt sie weiter.

Das Bezirksamt Eimsbüttel als Betreiber der Eisbahn ließ die bereits am Dienstagvormittag vom Abendblatt gestellten Fragen zu diesem Vorfall bis Mittwochabend unbeantwortet.