Champions League

Handschlag-Streit: Jürgen Klopp ärgert sich über Niko Kovac

"Wie ein Ochs vor dem Berg": Jürgen Klopp (l.) und Niko Kovac nach dem Abpfiff des Achtelfinal-Hinspiels in der Champions League.

"Wie ein Ochs vor dem Berg": Jürgen Klopp (l.) und Niko Kovac nach dem Abpfiff des Achtelfinal-Hinspiels in der Champions League.

Foto: Imago/Ulmer

Nach dem 0:0 kam es zwischen den Trainern des FC Liverpool und des FC Bayern zu einem Ärgernis. Rummenigge erinnert an Historie.

Liverpool. Eine Diskussion nach dem Handschlag der Trainer Niko Kovac und Jürgen Klopp hat nach dem Champions-League-Duell des FC Bayern München beim FC Liverpool für Wirbel gesorgt. "Es war ein reines Missverständnis", sagte Liverpool-Coach Klopp über die Situation nach dem Schlusspfiff. Der Ex-BVB-Trainer hatte seinem Kollegen Kovac die Hand schütteln wollen, musste aber warten, weil dieser nach dem 0:0 am Dienstag erst mit den Spielern des deutschen Fußball-Rekordmeisters abklatschte.

Kovac entschuldigte sich bei Klopp

"Es war alles ok. In England ist es üblich, dass man sich erst nach dem Schlusspfiff die Hand gibt", sagte Kovac nach dem torlosen Remis im TV-Sender Sky über die Situation. "Ich allerdings bin erst zur Bank und habe mit meinen Jungs abgeklatscht und dafür habe ich mich aber entschuldigt", ergänzte der 47 Jahre alte Kroate mit Blick auf die anschließende Diskussion mit seinem Trainer-Kollegen.

"Er musste erst einmal ganz Bayern die Hand geben"

Für den vier Jahre älteren Klopp war die Situation unangenehm. "Ich habe ihm gesagt, er soll sich beim nächsten Mal nur kurz zu mir umdrehen, denn so stand ich wie ein Ochs vor dem Berg da", sagte der Premier-League-Coach dem TV-Sender Sky. "Ich wollte ihm die Hand schütteln und er musste erst einmal ganz Bayern die Hand geben."

Rummenigge erinnert an Aus von 1981

Derweil warnt Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge vor dem Rückspiel am 13. März vor zu hohen Erwartungen. "Wir haben die Tür für das Rückspiel ein Stück aufgestoßen. Trotzdem warne ich davor, mit zu viel Euphorie ins Rückspiel zu gehen. Es ist kein Ergebnis, das gefahrlos ist", sagte der Bayern-Boss.

Er selbst habe 1981 im Europacup zusammen mit Präsident Uli Hoeneß nach einer Nullnummer an der legendären Anfield Road schon einmal schlechte Erfahrungen gemacht. "Wir sind dann nach einem 1:1 in München ausgeschieden. Wir dürfen nicht den Fehler machen wie meine Mannschaft, wir müssen ein zweites sehr gutes Spiel machen", betonte Rummenigge vor der Partie in der Allianz Arena in drei Wochen.

Das Missgeschick im Halbfinale des Europapokals der Landesmeister war in der Tat das einzige Mal, dass der FCB nach einem 0:0 im Hinspiel auswärts noch ausschied. Damals zog also Liverpool ins Endspiel ein. Sechsmal nutzten die Bayern im Europapokal bei dieser Ausgangslage dagegen den Heimvorteil in der entscheidenden zweiten Partie in München. Und 1972 musste auch Liverpool im Pokalsieger-Wettbewerb dran glauben.

Neuer und Hummels loben Defensivarbeit

Hoffnung macht dem deutschen Rekordmeister in jedem Fall die sehr gute Vorstellung der in dieser Saison oft anfälligen Defensive. "Alle haben diesmal mitgemacht", lobte Kapitän Manuel Neuer seine Vorderleute.

"Die Viererkette war eine Viererkette. Wir haben defensiv gedacht. Der Plan hat gut funktioniert", betonte Mats Hummels, der zusammen mit Javi Martinez und Thiago die Reds-Offensive mit Mo Salah, Roberto Firmino und Sadio Mane kaum zur Entfaltung kommen ließ.

Rummenigge schwärmte von einem "großartigen Spiel. Sepp Herberger hätte große Freude daran gehabt: einer für alle, alle für einen." Für Kovac war die Leistung seiner Mannschaft schlicht "klasse".

Klopp: "Mit dem 0:0 können wir arbeiten"

Der FC Bayern habe "bewiesen, dass wir es können", ergänzte Neuer: "Das war ein tolles Signal. Aber wir können nicht sagen, dass wir durch sind." Auch Hummels bremste jegliche Euphorie. Die Ausgangssituation sei lediglich "ein klein bisschen besser" geworden.

Auf der Gegenseite nahm Klopp die Nullnummer gefasst auf. "Es ist kein ungewöhnliches Ergebnis und auch für uns kein schlechtes. Wir wollten ein Ergebnis, mit dem wir arbeiten können - und mit dem 0:0 können wir natürlich arbeiten."