Flugzeugabsturz

Retter haben keine Hoffnung mehr für Fußballprofi Sala

Emiliano Sala war mit einem Flugzeug auf dem Weg zu seinem neuen Club nach Cardiff.

Emiliano Sala war mit einem Flugzeug auf dem Weg zu seinem neuen Club nach Cardiff.

Foto: Stephane Mahe / REUTERS

Auch Satelliten- und Handydaten werden für die Suche ausgewertet. Premier-League-Spieler sendete dramatische Whatsapp.

Guernsey. Der bei einem Flug über den Ärmelkanal verschollene Fußballer Emiliano Sala kann nach Ansicht der Rettungskräfte nicht mehr lebendig geborgen werden. Das erklärte der Luftrettungsdienst Channel Islands Airsearch auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. Nach rund 40 Stunden im Wasser gebe es zu gut wie keine Überlebenschancen für den 28-jährigen Argentinier und seinen Piloten, sagte eine Sprecherin. Die Suche dauere aber an. Es handle sich nun um eine Bergungsaktion.

Noch am Morgen hatte die Polizei in Guernsey nicht ausgeschlossen, dass sich Sala und sein Pilot in einem Rettungsfloß, an Land oder an Bord eines Schiffes befinden. Drei Flugzeuge und ein Hubschrauber waren am Mittwoch im Einsatz, teilte die Polizei mit. Auch Satelliten- und Mobiltelefondaten würden ausgewertet. Bis Mittag war jedoch nichts entdeckt worden, was einen Hinweis auf das vermisste Flugzeug liefern könnte.

Dabei konzentrieren sich die Retter darauf, dass sich Sala und sein Pilot in ein Floß gerettet haben könnten, das an Bord des verschollenen Kleinflugzeugs war. Weitere Szenarien seien, dass das Flugzeug auf Land heruntergegangen sein könnte, dass die beiden Männer von einem Schiff aufgenommen wurden oder dass das Flugzeug beim Aufprall auf dem Wasser zerschellt sein könnte, so die Polizei in einer Twitter-Mitteilung. "Unser Suchgebiet ist schwerpunktmäßig auf die Rettungsfloß-Option ausgerichtet."

Sala sendete eine Whatsapp aus dem Flugzeug

Die einmotorige Propellermaschine, mit der der 28-jährige Sala von Nantes (Frankreich) nach Cardiff (Wales) unterwegs war, verschwand am Montagabend rund 20 Kilometer nördlich der Kanalinsel Guernsey von den Radars. Es wird vermutet, dass die Maschine in den Ärmelkanal gestürzt ist. Die Wassertemperatur beträgt derzeit nur rund zehn Grad.

Sala äußerte in einer Sprachnachricht große Sorge, das Flugzeug könne verunglücken. "Ich bin in einem Flugzeug, das aussieht, als würde es auseinanderfallen, und ich bin auf dem Weg nach Cardiff“, sagte der Argentinier in der Whatsapp-Nachricht, die er an Freunde und Verwandte verschickte.

Salas Vater Horacio bestätigte der Zeitung „Clarín“ die Authentizität der Aufnahme, in der es weiter heißt: „Wenn ihr in anderthalb Stunden nichts von mir hört: Ich weiß nicht, ob die jemanden schicken, sie werden mich ohnehin nicht finden. Papa, ich habe solche Angst.“ Im Hintergrund sind Motorengeräusche zu hören.

Cardiff zahlte für Sala eine Rekordablöse

Der 28 Jahre alte Stürmer Sala hatte am vergangenen Sonnabend seinen Wechsel vom französischen Erstligisten FC Nantes, für den er in 19 Spielen zwölfmal traf, zu Cardiff City in die englische Premier League perfekt gemacht. Die Waliser sollen eine Club-Rekordablöse von rund 17 Millionen Euro bezahlt haben.

Cardiff hatte seinen Neuzugang eigentlich am Dienstag zum ersten Training erwartet, sagte dieses dann aber aus Respekt vor dem Fußballer sowie den weiteren Flugzeuginsassen ab. In Nantes legten derweil bereits zahlreiche Fans Blumen nieder für ihren ehemaligen Spieler.