FC Bayern München

Uli Hoeneß: "Paul Breitner ist nicht Opfer, sondern Täter"

Paul Breitner beim Saisonabschluss 2016 – damals war er noch Markenbotschafter des FC Bayern München.

Paul Breitner beim Saisonabschluss 2016 – damals war er noch Markenbotschafter des FC Bayern München.

Foto: Imago/ActionPictures

Bayern-Präsident legt im Dauerstreit mit dem ehemaligen Markenbotschafter nach und erklärt, wann er mit seinem Freund gebrochen hat.

München. Clublegende Paul Breitner soll seinen Job beim deutschen Fußball-Rekordmeister Bayern München wegen einer Meinungsverschiedenheit mit dem Verein über einen geplanten TV-Auftritt hingeworfen haben. Breitner habe auf Wunsch des Clubs seinen Besuch bei "Blickpunkt Sport" im BR am 19. Februar 2017 abgesagt. Als dort aber dann der damals neue Markenbotschafter Hasan Salihamidzic aufgetreten sei, kündigte er laut "Sport-Bild" nach zehn Jahren seinen Vertrag.

Der FC Bayern verweist gegenüber dem Blatt darauf, dass der Auftritt von Salihamidzic, inzwischen Sportdirektor, einem internen Kommunikationsfehler geschuldet gewesen sei. Uli Hoeneß habe nichts vom Vorgang gewusst. Breitner habe die Sendung laut "Sport-Bild" nicht besuchen sollen, weil der FC Bayern damals nicht gut auf den BR zu sprechen gewesen sei.

Breitner hatte auch Streit mit Rummenigge

Clubpräsident Hoeneß (66) hatte Breitners Kündigung als Marken-Botschafter zuletzt im Streit mit seinem ehemaligen Kumpel öffentlich gemacht, ohne Hintergründe zu nennen. "Er hat Anfang 2017 diesen Vertrag nach einer Auseinandersetzung mit Karl-Heinz Rummenigge, wo es auch um Presseauftritte ging, hingeschmissen", sagte er und betonte: "Paul Breitner ist nicht Opfer, sondern Täter". Er habe mit seinem früheren Freund gebrochen, als er aus dem Gefängnis gekommen sei, ergänzte Hoeneß. Dies war Ende Februar 2017.

Auslöser des jüngsten Zwists war erneut ein Auftritt Breitners im "Blickpunkt Sport", bei dem dieser die legendäre Bosse-PK und insbesondere Hoeneß scharf kritisierte. Breitner (67) wurde daraufhin aufgefordert, sich vom Ehrengastbereich der Allianz Arena fernzuhalten, woraufhin er seine Ehrenkarten zurückgab. Seitdem versucht Bayerns Ehrenspielführer Franz Beckenbauer bislang vergebens, zwischen den Streithähnen zu vermitteln.

Die legendäre Bayern-PK der Bosse in voller Länge

Salihamidzic kündigt Wintertransfers an

Unterdessen hat Sportdirektor Salihamidzic entgegen vorherige Ankündigen von Hoeneß nun doch Wintertransfers des FCB in Aussicht gestellt. "Wenn irgendetwas auf dem Markt ist und wir der Meinung sind, dass wir etwas tun müssen und da einer ist, der und kurz- oder mittelfristig helfen kann, werden wir das tun", sagte der 41-Jährige der "Sport Bild".

Zuvor hatte Hoeneß eine "sehr offensive Transferpolitik" angekündigt – allerdings erst für Sommer. Die Kassen seien "gut gefüllt", ergänzte er. Vorstandschef Rummenigge äußerte sich in dieselbe Richtung, als er meinte: "Das Pulver ist trocken."

Doch die Bayern spüren offenbar den Druck, sofort zu handeln. In der Bundesliga rangieren sie nur auf Tabellenplatz vier, der Rückstand auf Spitzenreiter Borussia Dortmund beträgt bereits neun Punkte. Als erster Winterzugang steht der kanadische Nationalspieler Alphonso Davies (18) fest, der schon mit der Mannschaft trainiert und ab Januar spielberechtigt ist.

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