Berlin. Nationalmannschaft drohen auf dem Weg zur EURO 2020 Hochkaräter wie Frankreich oder Spanien. Boateng klärt seine Situation.

Und wieder hat das Daumendrücken nichts genutzt. Die deutsche Nationalmannschaft hat zum Abschluss der Nations League auch von Europameister Portugal nicht die erhoffte Hilfe bekommen und muss in der Qualifikation für die EM 2020 möglicherweise gegen einen Hochkaräter des europäischen Fußballs antreten.

Durch das 1:1 der Portugiesen gegen Polen am Dienstagabend im Regen von Guimaraes fiel die DFB-Auswahl im Uefa-Ranking der zwölf Teams in der Liga A wieder hinter Polen auf den elften Rang zurück. Daher wird die Auswahl von Bundestrainer Joachim Löw am 2. Dezember in Dublin bei der Auslosung der EM-Qualifikationsgruppen nur im schwächeren zweiten Topf eingeordnet.

Bereits vergangenen Freitag hatte Deutschland vergeblich auf Hilfe der Franzosen im Abstiegskampf der Nations League gehofft. Die Équipe tricolore verlor aber 0:2 gegen die Niederlande, wodurch der deutsche Abstieg in die B-Liga schon vor dem 2:2 gegen Oranje am Montagabend in Gelsenkirchen besiegelt war. „Wir sind selber schuld, dass wir in diesen Schlamassel reingeraten sind“, sagte BVB-Profi Marco Reus zu der ungewohnten Situation, auf fremde Hilfe angewiesen zu sein.

DFB in Nations League weiter in Dreiergruppe

Neben den Töpfen für die EM-Qualifikation stehen nach Abschluss der Nations League auch die möglichen deutschen Kontrahenten in der B-Liga für die nächste Auflage von September bis November 2020 fest. Dann wird Deutschland einer Dreiergruppe zugelost und würde als Gruppensieger in die A-Liga zurückkehren. Als Gruppenletzter müsste man sogar in die C-Liga absteigen. Mögliche Kontrahenten sind dann Polen, Island, Kroatien, Tschechien, Russland, Österreich, Wales, Schottland, Finnland, Norwegen und Serbien.

Das Länderspiel-Jahr 2019 beginnt im März mit dem ersten Doppel-Spieltag in der EM-Qualifikation, die mit weiteren Terminen im Juni, September, Oktober und November fortgeführt wird.

Die Töpfe für die Auslosung der EM-Qualifikation

Topf 1(gesetzt für eine Fünfer-Gruppe)

England, Schweiz, Niederlande, Portugal

Topf 1 (weitere Teams)

Frankreich, Spanien, Italien, Belgien, Kroatien, Polen

Topf 2

Deutschland, Island, Bosnien-Herzegowina, Ukraine, Russland, Dänemark, Wales, Österreich, Schweden, Tschechien

Topf 3

Türkei, Irland, Slowakei, Nordirland, Serbien, Norwegen, Finnland, Schottland, Bulgarien, Israel

Topf 4

Ungarn, Rumänien, Albanien, Griechenland, Zypern, Montenegro, Estland, Slowenien, Litauen, Georgien

Topf 5

Kosovo, Weißrussland, Mazedonien, Luxemburg, Aserbaidschan, Armenien, Kasachstan, Moldau, Gibraltar, Färöer

Topf 6 (für die fünf Sechsergruppen)

Lettland, Liechtenstein, Andorra, Malta, San Marino

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Boateng will sich zurückkämpfen

Derweil will Jerome Boateng will weiter um einen Platz in der Nationalmannschaft kämpfen. "Ich bin nicht zurückgetreten!", betonte der Abwehrspieler von Bayern München im Interview mit der Sport Bild: "Jüngere Spieler müssen Einsatzzeiten bekommen, auch auf meiner Position. Aber am Ende setzt sich die Qualität durch."

Boateng (30) hatte in den letzten beiden Länderspielen des Jahres gegen Russland (3:0) und die Niederlande (2:2) von Bundestrainer Joachim Löw ein Pause verordnet bekommen. Stattdessen durften sich unter anderem die deutlich jüngeren Niklas Süle (23), Antonio Rüdiger (25) und Matthias Ginter (24) in der Dreier-Abwehrkette beweisen.

"Man muss auch konstant spielen, kann nicht als junger Spieler nach ein, zwei guten Partien denken: Jetzt habe ich die Position auf Dauer. Das muss konstant abgerufen werden", sagte Boateng mit Blick auf seine junge Konkurrenz: "Deshalb spiele ich auch seit Jahren in der Nationalmannschaft und bei Bayern: Ich war konstant und hatte in meiner Karriere wenige Phasen, in denen es nicht so lief."