Gamingszene

Wie Hamburgs Topvereine zu E-Sport stehen

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E-Sportler wie das "Team Secret" haben weltweit Fans.

E-Sportler wie das "Team Secret" haben weltweit Fans.

Foto: Daniel Reinhardt / dpa

FC St. Pauli und SV Eidelstedt wollen sich engagieren. Mehrheit der Clubs steht dem Trend skeptisch gegenüber.

Hamburg.  E-Sport und E-Gaming: Begriffe, die in deutschen Sportvereinen und -verbänden für Diskussionen sorgen. Während Zocker aus der Gaming­szene ihre Freizeitbeschäftigung als vollumfänglichen Sport betrachten, sieht das der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) differenzierter. „In den virtuellen Sportarten sehen wir für unsere Vereine und Verbände Potenzial für eine Weiterentwicklung. E-Gaming hingegen passt nicht zu dem, was den gemeinwohlorientierten organisierten Sport prägt“, sagte die DOSB-Vorstandsvorsitzende Veronika Rücker.

Konkret bedeutet das, dass Sportsimulationen wie zum Beispiel „Fifa 19“ (Fußball), „NBA2K“ (Basketball) oder „NHL 19“ (Eishockey) von offizieller Seite anerkannt werden, die bekannten elektronischen Action-Rollenspiele „League of Legends“ oder „Dota 2“, die weltweit auf Turnierserien Millionen von Dollar erwirtschaften, dagegen von den Verbänden ignoriert werden. Dabei füllen diese Events weltweit die Hallen, in Hamburg zuletzt Ende Oktober die Barclaycard Arena beim „Dota 2“-Turnier.

13 Hamburger Topvereine sehen E-Gaming nicht als Sport

Um herauszufinden, wie Hamburgs 23 Topsportvereine zum Thema E-Sport stehen, bat das Abendblatt deren Vertreter um ihre Meinung. Davon antworteten 17, von denen 13 für E-Gaming oder E-Sport in naher Zukunft keine Abteilungen aufbauen wollen. „Wir verstehen E-Gaming nicht als Sport und schließen uns der DOSB-Meinung an. Wir beobachten das Ganze aber weiter“, sagt Claudia Conze vom Walddörfer SV. Ähnlich sieht das Dirk Hartmann vom Altonaer Turnverband von 1845: „Wir haben im Verein Diskussionen über E-Sport und E-Gaming geführt. Wir lehnen diese Form der Freizeitbeschäftigung bei uns ab. Wir sehen E-Sport und E-Gaming nicht als Sport an“, sagt er.

Für den E-Sport gibt es immerhin erste Bestrebungen bei vier Topsportvereinen. Dazu gehören die TSG Bergedorf, der Eimsbütteler Turnverband und der SV Eidelstedt. Sie wollen ihren Mitgliedern die Möglichkeit geben, organisiert „Fifa 19“ zu spielen. „Wir sind gerade in den Startlöchern im E-Sport. Wir nehmen im kommenden Jahr in der Fifa-Liga des Hamburger Fußballverbands teil. Dafür haben wir einen Raum renoviert und ihn mit entsprechenden Geräten ausgestattet, um unseren Sportlern die perfekten Bedingungen zu bieten. In drei Wochen beginnen wir mit dem Trainingslager“, sagt Arne Steenbock vom SV Eidelstedt.

Auch der zweitbekannteste Sportverein in Hamburg, der FC St. Pauli, eruiert ein Engagement im E-Sport. „Wir beschäftigen uns auch mit dem Thema, verfolgen hierbei aber einen Breitensportansatz. Allerdings sind wir mit den Planungen noch nicht so weit, um sagen zu können, dass wir E-Sport zu einem bestimmten Termin starten. Auch die Frage, wie das Thema in den Verein eingebunden werden wird, ist final noch nicht entschieden“, sagt Pressesprecher Christoph Pieper.

( hptm )

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