Fußball

Hilft der FC St. Pauli dem Stadtrivalen in der Stadionfrage?

St. Pauli (hier mit Sami Allagui) gab erst vor Kurzem seine Visitenkarte in der Adolf-Jäger-Kampfbahn ab – die Profis gewannen den Test beim Fünftligisten mit 5:0

St. Pauli (hier mit Sami Allagui) gab erst vor Kurzem seine Visitenkarte in der Adolf-Jäger-Kampfbahn ab – die Profis gewannen den Test beim Fünftligisten mit 5:0

Foto: Witters

Altona 93 muss bis 2026 die Adolf-Jäger-Kampfbahn räumen und auf Unterstützung hoffen. Rekord-Gegentor in der Oberliga.

Hamburg.  Es war nicht das Wochenende von Altona 93. Am Freitagabend trafen sich Innen- und Sportsenator Andy Grote sowie Sportstaatsrat Christoph Holstein mit Vertretern von Altona 93, darunter Präsident Dirk Barthel. Thema war das neue Stadion. Bis 2026 muss Altona die für 11,25 Millionen Euro verkaufte Adolf-Jäger-Kampfbahn räumen. Vom Kaufpreis, der erst fließt, wenn eine alternative Spielstätte gefunden ist, einen Stadionneubau zu finanzieren, wird wegen der gestiegenen Grundstückspreise immer schwieriger.

Eine der Ideen, die jetzt auf dem Tisch liegt, ist ein Ins-Boot-Holen von mindestens einem oder gar beiden Nachwuchsteams des HSV und des FC St. Pauli für einen Neubau in der Nähe der S-Bahn-Station Diebsteich im Zuge des Großprojekts Neue Mitte Altona.

Zumindest für die Kiezkicker erschiene ein solcher Schritt logisch. Die braun-weiße Nachwuchsabteilung würde ihre Heimspiele nicht mehr in Norderstedt austragen, sondern wieder im Stadtgebiet. Ihre Identität würde gestärkt. Charme hätte der Plan auch auf der Kostenseite, da Altona nicht alles selbst finanzieren müsste. Am Wochenende schien es, als läge eine Verlautbarung Altonas in der Luft. Doch der erhoffte Durchbruch blieb aus. „Wir geben keinen Kommentar ab“, sagte Altonas Pressesprecher Andy Sude.

Nach sechs Sekunden: Traumtor nach Ballverlust

Sportlich nutzte das Team die Chance zur Eroberung der Tabellenführung durch Teutonias Niederlage nicht, verlor 2:3 gegen Buchholz. „Immerhin sind wir in die Geschichte eingegangen“, sagte Altonas Trainer Berkan Algan und rang sich ein Lächeln ab. Grund war das wohl schnellste Gegentor bei eigenem Anstoß in der Amateurfußballgeschichte Hamburgs. Tolga Tüter passte zurück auf Marco Schultz, der den Ball an Ex-Altonaer Milaim Buzhala verlor, welcher ihn nach sechs Sekunden Spielzeit (!) in den Winkel knallte. „Für meinen Ex-Club tut mir das leid“, so Buzhala.

Altona entwickelte nur phasenweise Durchschlagskraft, erzielte beide Treffer durch Schultz (45.) und Lennart Müller (90.) per Elfmeter. Buchholz profitierte beim 2:1 durch Dominik Fornfeist von einem Fehlpass des sonst starken Altonaer Keepers Tobias Grubba (63.), erkonterte sich nach kluger Buzhala-Vorlage das 3:1 von Ahmed Abdurahman (85.). „Ich hätte den Ball vor dem 1:2 anders verarbeiten müssen. Und wir haben heute nicht die gewünschte Leistung gebracht“, erklärte Grubba. Der Buchholzer Trainer Thorsten Schneider war trotz des Sieges unzufrieden – mit Schiedsrichter Fabian Porsch: „Wir hätten einen Elfer kriegen müssen. In dieser Saison heißt es immer wieder: ,Im Zweifel gegen Buchholz.‘ Ich weiß nicht, was wir den Männern in Schwarz getan haben.“

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