Basketball

Mike Taylor träumt vom Aufstieg mit den Hamburg Towers

Mike Taylor, neuer Coach des Basketball-Zweitligateams

Mike Taylor, neuer Coach des Basketball-Zweitligateams

Foto: MSSP-Sportphoto

US-Trainer steht noch beim polnischen Verband unter Vertrag. Arbeitsbeginn ist Anfang August. Barloschky wird wieder Co-Trainer.

Hamburg.  Die lange Trainersuche der Hamburg Towers endet mit der Verpflichtung des Wunschkandidaten: Michael Richard „Mike“ Taylor (45) übernimmt den Basketballzweitligisten zur Saison 2018/19. Er unterschrieb einen Zweijahresvertrag. Bis zum Trainingsstart Anfang August wird Taylor noch die polnische Nationalmannschaft betreuen, die er 2014 übernommen hat. Benka Barloschky (30), der im Februar inmitten der sportlichen Krise interimistisch eingesprungen war, kehrt in seine Rolle als Co-Trainer zurück.

Taylor, der Sohn eines ehemaligen Co-Trainers der NBA, ist schon jetzt begeistert vom neuen Arbeitgeber: „Die Hamburger Basketballkultur beeindruckt mich. Trotz der nicht zufriedenstellenden Saison war die Halle vergangenes Jahr oft ausverkauft! Das ist ein attraktives Paket für viele Spieler und Trainer.“ Der US-Amerikaner begann seine Headcoach-Karriere 2001 beim BV Chemnitz 99, feierte bereits in seiner ersten Saison den Aufstieg in die Zweite Bundesliga. 2006 führte Taylor ratiopharm Ulm als Trainer zum Bundesliga-Aufstieg. Der soll ihm jetzt auch in Hamburg gelingen. „Einen Aufstieg kann man vor der Saison nie garantieren, dafür muss sehr viel zusammenkommen. Aber natürlich ist es ein Traum. Ich glaube, mit dieser Mannschaft ist es möglich.“

Exzellenter Ruf

Der Familienvater, der mit seiner Frau und seinem Sohn in die Hansestadt ziehen wird, hat sich einen exzellenten Ruf im Jugendbereich erworben. Nachdem er 2011 Ulm verlassen hatte, wurde er Co-Trainer für das Ausbildungsteam der nordamerikanischen Profimannschaft Houston Rockets. Danach ging er für zwei Jahre nach Maine, ehe er zurück nach Europa kam. „Mike ist unser Wunschkandidat. Sein Profil ist beeindruckend: Er hat nachgewiesen, dass er Mannschaften zum Aufstieg führen kann, hat bereits in der Bundesliga gecoacht, in der Ausbildungsliga der NBA Erfahrungen im Umgang mit den Besten der Besten gesammelt und sich in Europa einen hervorragenden Ruf erarbeitet. Das ist ein Portfolio, das nicht viele Trainer vorweisen können“, sagt Towers-Geschäftsführer und -Sportdirektor Marvin Willoughby (40).

Willoughby war es auch, der Taylor vor knapp zwei Wochen erstmals die Stadt zeigte. Taylor war beeindruckt. „Hamburg ist eine grandiose Stadt mit viel Charakter. Ich hatte die Chance, den Hafengeburtstag zu besuchen“, sagte er. Parallel bekam er auch die Schattenseiten Hamburgs mit. „Leider ist an dem Tag der HSV abgestiegen, ein traumatisches Erlebnis für viele Fans. Genau wie dieser Verein werden auch wir alles tun, was uns in der Macht steht, um aufzusteigen.“

Fokus liegt auf Nachwuchsspielern

Bislang stehen ihm mit Jannik Freese (30) und dem am Kreuzband verletzten Justin Raffington (27) zwei Center zur Verfügung sowie die Guards Hrvoje Kovacevic (32) und Eigengewächs René Kindzeka (22). „Eine gutes Grundgerüst“, sagt der Coach. Weitere Spieler sollen in enger Abstimmung mit ihm zeitnah zu den Wilhelmsburgern stoßen. Dabei liegt der Fokus auf Nachwuchsspielern. Mike Taylor hat bei seinen bisherigen Stationen immer wieder Jugendspieler gefördert, die den Sprung in den Profibereich schafften. Beispielsweise die Erstliga-Spieler Per Günther aus Ulm und Robin Benzing aus Würzburg. Bei seinen Neuzugängen ist dem Trainer eine Arbeitseinstellung besonders wichtig. „Fleiß, Ausdauer und Disziplin.“ Aber der Spaß dürfe natürlich auch nicht fehlen.

Mitte September wird die neue ProA-Saison losgehen, bis dahin wird Sportchef Willoughby den Kader zusammengestellt haben. „You can’t guarantee a Aufstieg“, sagt Taylor in bestem „Denglisch“. Ein Aufstieg ist nicht garantiert. „Aber wir wollen einen Kader, auf den die Fans stolz sein können.“ Das ist ein Trainer-Versprechen.

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