FC Bayern München

Neuer Wagner-Ärger und Pokalpleite trüben die Meisterfeier

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Die Meisterschale als kleiner Trost: Karl-Heinz Rummenigge (r.) verabschiedete sich von Trainer Jupp Heyckes (l.)

Die Meisterschale als kleiner Trost: Karl-Heinz Rummenigge (r.) verabschiedete sich von Trainer Jupp Heyckes (l.)

Foto: LennartPreiss / WITTERS

15.000 Bayern-Fans versammelten sich am Sonntag auf dem Marienplatz. Rummenigge rührt Heynckes mit seinen Abschiedsworten.

München. Jupp Heynckes ist zum Abschluss seiner großen Karriere auch ohne den DFB-Pokalsieg noch einmal groß auf dem Münchner Marienplatz gefeiert worden. Rund 15.000 Menschen zollten nach Angaben der Stadt dem 73 Jahre alten Trainer des FC Bayern am Sonntag mit ganz viel Applaus Respekt. Ein großes rotes Banner mit der Aufschrift „Jupp, Jupp, Jupp“ hing am Rathausbalkon.

Heynckes habe wieder „alte Werte“ wie „Menschlichkeit, Empathie“ in den Verein gebracht, lobte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. „Was für uns der kleine Wermutstropfen war, war dass wir gerne unserem Jupp, unserem Trainer, den nahezu perfekten Abgang geschenkt hätten, das ist nicht ganz gelungen“, sagte Rummenigge und rührte mit diesen Worten Heynckes sichtlich.

Katerstimmung nach dem verpassten Pokalsieg

In landestypischer Tracht und mit immer noch enttäuschten Gesichtern erschienen die Spieler des FC Bayern München auf dem Rathausbalkon vor ihren Fans. „Das fühlt sich schon extrem schlecht an, wie die Saison jetzt endet“, sagte Kapitän Thomas Müller und ärgerte sich noch mal über den beim 1:3 am Sonnabend gegen Eintracht Frankfurt von Schiedsrichter Felix Zwayer versagten Elfmeter in der Nachspielzeit. Die Mannschaft wolle jetzt aber versuchen, „tapfer zu sein.“

Zuvor hatte in Abwesenheit von Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD), der tags zuvor seinen 60. Geburtstag hatte, der zweite Bürgermeister Josef Schmid (CSU) die Mannschaft im Neuen Rathaus empfangen und ausdrücklich Bald-Rentner Heynckes gewürdigt.

„Sie haben den FC Bayern München in wenigen Monaten wieder zu alter Stärke geführt. Sie haben noch einmal gezeigt, was für ein absoluter Weltklassetrainer Sie sind, und auch Ihre menschliche Art hat uns alle wieder sehr beeindruckt“, sagte Schmid.

FC Bayern verzichtet auf große Investitionen im Sommer

Unterdessen hat Präsident Uli Hoeneß eine große Transferoffensive ausgeschlossen.„Einen 100-Millionen-Transfer werden wir dieses Jahr sicher nicht machen“, sagte Hoeneß am Rande der Meisterfeier am Sonntag in München Stattdessen werde der deutsche Rekordmeister sein vorhandenes Personal „dazu bringen müssen, besser zu spielen“ als gegen die Eintracht, ergänzte Hoeneß im Gespräch mit mehreren Medien: „Wir brauchen den ein oder anderen Spieler, der in den wichtigen Spielen Höchstleistungen bringt - und nicht, wenn wir gegen die schwachen Gegner spielen, daran müssen wir arbeiten.“

Spannungsabfall nach Aus gegen Real Madrid

Beim Champions-League-Aus im Halbfinale gegen Real Madrid oder am Sonnabend gegen die Eintracht hätten allerdings „Nuancen“ entschieden. Er lasse es nicht zu, dass jetzt „aus dieser überragenden Saison etwas Schlechtes“ gemacht werde, betonte Hoeneß. Allerdings hat auch der Präsident (66) beobachtet, dass nach dem Duell mit Real „ein bisschen die Spannung raus“ war bei den Profis.

Wagner muss nach Medaillenwurf zum Rapport

Ex-Nationalspieler Sandro Wagner hat auch zum Ende seiner ganz persönlichen "scheiß Woche" noch einmal für Ärger gesorgt. Weil der Stürmer seine Silbermedaille nach dem mit Bayern München verlorenen DFB-Pokalfinale gegen Eintracht Frankfurt (1:3) einem Fan zuwarf, droht ihm Knatsch mit den Bossen des deutschen Rekordmeisters.Präsident Uli Hoeneß fand die Aktion "nicht in Ordnung" und betonte: "Das werden wir sicherlich ansprechen." Wagner will nach der Final-Ehrung der Münchner einen Zuschauer auf der Tribüne des Berliner Olympiastadions erkannt haben, dem er die Plakette zuwarf.

Der Anhänger twitterte Bilder der Medaille mit den Worten: "Wagner wirft seine Medaille ins Publikum, ich habe sie. Für mich ist sie unverkäuflich, ich halte sie in Ehren, was er eben nicht konnte."

Wagner (30) hatte die Woche über für Schlagzeilen gesorgt, als er nach der Nicht-Berücksichtigung für den vorläufigen WM-Kader geräuschvoll aus der Nationalmannschaft zurücktrat. Bundestrainer Joachim Löw attackierte den Confed-Cup-Sieger deshalb scharf. Bei der Meisterfeier der Bayern am Sonntag sprach Wagner von einer "scheiß Woche" aus seiner Sicht.

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