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Der HSV ist nicht allein – auch der BVB geht in Bayern unter

Robert Lewandowski erzielte gegen den BVB seine Saisontore 24 bis 26

Robert Lewandowski erzielte gegen den BVB seine Saisontore 24 bis 26

Foto: Reuters

München demütigt Dortmund in der ersten Hälfte wie seit 1978 nicht. Lewandowski trifft gegen seine alten Kollegen nach Belieben.

München. Torparty statt Meisterfeier: Der FC Bayern hat sich mit einem 6:0 (5:0) im Bundesliga-Klassiker gegen eine in der ersten Hälfte erschreckend schwache Dortmunder Borussia für die Champions League warmgeballert. Durch zum Teil wunderschöne Treffer von Robert Lewandowski (5./44./87. Minute), James Rodríguez (14.), Thomas Müller (23.) und Franck Ribéry (45.+1) deklassierte der Spitzenreiter den Tabellendritten am Sonnabend vor 75.000 Zuschauern mit dem gleichen Ergebnis wie zuvor bereits den HSV. Beim Viertelfinal-Hinspiel in der Königsklasse am Dienstag beim FC Sevilla erwartet das meisterlich auftretende Starensemble von Trainer Jupp Heynckes mehr Gegenwehr.

Nach dem 2:0-Erfolg des FC Schalke gegen den SC Freiburg reichte das Schützenfest noch nicht zum Vollzug der 28. deutschen Fußball-Meisterschaft. Spaß hatten die Münchner bei der Lehrstunde für einen desaströs verteidigenden BVB aber auch ohne die nächsten Titelehren. Peter Stöger kassierte die erste Liga-Niederlage als Dortmunder Trainer; in dieser Verfassung muss die Borussia ein Scheitern beim Kampf um einen Champions-League-Platz fürchten.

"Am Ende waren die Dortmunder auf Schadensbegrenzung aus, das war dann von beiden Seiten nicht mehr so spannend", sagte Weltmeister Mats Hummels bei Sky. Er sprach vor dem Champions-League-Spiel von einer "verdammt guten Fußballmannschaft mit guter Mentalität, das große Ganze passt bei uns".

Haarsträubender Ballverlust von Castro

Im 1800. Bundesligaspiel der Münchner verzückten die Jubilare ihre Fans schnell das erste Mal. Müller passte den Ball perfekt zu Lewandowski, der Pole traf wieder einmal gegen sein Ex-Team. Ribéry erhöhte wenig später vermeintlich auf 2:0. Doch wegen einer Abseitsstellung gab Schiedsrichter Bastian Dankert nach Rücksprache mit dem Videoassistenten das Tor nicht. Nach einer Hereingabe von David Alaba auf James war dann alles regelkonform und es hieß wirklich 2:0.

Ein haarsträubender Ballverlust von Gonzalo Castro gegen James leitete das 3:0 ein. Über Lewandowski und James kam der Ball zu Müller, der die Einladung zum nächsten Bayern-Tor dankend annahm. Meistergesänge stimmten die Fans auch ohne den fixierten nächsten Titel lautstark an.

BVB so schlecht wie seit 1978 nicht

Die Münchner ließen es danach bei der Einstimmung auf Sevilla etwas ruhiger angehen. Kurz vor der Pause drehten sie aber noch einmal auf. Ribéry spielte Lukasz Piszczek links schwindelig, und nach einem gescheiterten Abwehrversuch kam der Ball zu Lewandowski. Der 29-Jährige jubelte zum 25. Mal in dieser Saison über einen eigenen Treffer. Doch es kam noch dicker für den BVB: Nach einem lockeren Doppelpass mit James hob Ribéry den Ball zum 5:0 über Schlussmann Roman Bürki hinweg ins Tor.

Erstmals seit April 1978 und dem legendären 0:12 (0:6) gegen Mönchengladbach kassierte Dortmund fünf Tore in der ersten Spielhälfte. Heynckes war damals fünffacher Torschütze.

Götze trifft den Pfosten

Die Dortmunder versuchten nach der Halbzeitpause mit einer tieferen Grundformation eine noch höhere Schmach beim Dauermeister zu verhindern und strahlten bei ihren Offensivaktionen zumindest ein bisschen Gefahr aus. Der zuletzt nicht fürs DFB-Team berücksichtigte WM-Finaltorschütze Mario Götze scheiterte bei einem Pfostentreffer (67.), Piszczek an Sven Ulreich (79.).

Die starken James und Ribéry durften sich bei ihren Auswechslungen Sonderapplaus abholen und sich schonmal für die Königsklasse schonen. Ihre Kollegen ließen auf dem Arena-Rasen Chancen für einen noch klareren Sieg aus. Erst Lewandowski legte kurz vor dem Schlusspfiff noch einmal nach.