Harvestehuder THC

„Für den Job des Präsidenten braucht man ein dickes Fell“

Cito Aufenacker
(48) führt den
Harvestehuder
THC seit 2009 als
Präsident

Cito Aufenacker (48) führt den Harvestehuder THC seit 2009 als Präsident

Foto: Klaus Bodig / HA

Am Montag gibt Cito Aufenacker sein Amt beim Harvestehuder THC ab und setzt große Hoffnung in seinen designierten Nachfolger.

Hamburg.  Er könnte darauf verweisen, dass die zehn Jahre seiner Amtszeit für die Hockeyabteilung so erfolgreich waren wie keine Dekade zuvor. Er könnte voranstellen, dass er seinem Nachfolger einen befriedeten Verein mit geordneten Finanzen übergibt. Aber Cito Aufenacker, der am Montag auf der Mitgliederversammlung des Harvestehuder THC sein Präsidentenamt zur Verfügung stellt, wäre nicht der erfolgsbesessene Getriebene, als den ihn die Hamburger Sportwelt kennt, würde er nicht das größte Versäumnis in den Mittelpunkt seiner Bilanz rücken. „Es war eins meiner Ziele, dass wir im Hockey eine deutsche Jugendmeisterschaft holen. Das hat nicht geklappt, und das wurmt mich“, sagt der 48-Jährige.

In der Retrospektive sei das Jahr 2014, in dem die Hockeyherren das nationale Double aus Feld- und Hallenmeisterschaft und den Europapokal auf dem Feld gewannen, zwar der Höhepunkt seiner Amtszeit gewesen. „Aber mir liegt es fern, diese Erfolge mit meinem Namen zu verbinden“, sagt Aufenacker, „ich habe versucht, einen Rahmen zu schaffen, in dem Erfolg möglich ist. Aber alles, was wir erreicht haben, war eine riesige Teamleistung.“

„Ohne Herzblut geht es nicht“

Und dennoch war Aufenacker, der aufgrund seiner beruflichen Belastung als Verantwortlicher der Ambulantisierungsstrategie der Alloheim Seniorenresidenzen kaum noch in Hamburg ist und deshalb seinen Posten abgibt, als Vorturner in der Öffentlichkeit gefragt, er gliederte gegen harte Widerstände die outgesourcte Tennisabteilung wieder in den Club ein, kämpfte um Sponsoren und glättete dank einer Umlage, bei der zum 125-jährigen Bestehen des Vereins 2015 jedes erwachsene Mitglied 125 Euro zahlte, die Finanzen.

„Ohne Herzblut geht es nicht. Das ist kein Job für Profilneurotiker, sondern harte Arbeit im Ehrenamt, für die man ein sehr dickes Fell braucht“, hat er festgestellt. Die größte Herausforderung sei es gewesen, „die Mitglieder für die gemeinsame Sache zu begeistern und an einem Strang zu ziehen“. Als größte Belohnung habe er deshalb die Auszeichnung als „Europas Hockeyverein des Jahres 2012“ wahrgenommen, „weil sie die Arbeit des ganzen Vereins honoriert hat“. Der Verein weiß, was er an seinem scheidenden Präsidenten hatte. „Cito ist ein Macher, der Menschen begeistert, weil er unglaublich positiv denkt und spricht“, sagt Herren-Cheftrainer Christoph Bechmann.

Er geht nicht so ganz

Dass Cito Aufenacker sich um die Fortsetzung seiner Arbeit beim HTHC keinerlei Sorgen macht, hat zwei Gründe. Zum einen sei mit Gerd Ruschmeyer, der sich als einziger Kandidat Montag zur Wahl stellt, der „perfekte Nachfolger gefunden, um nach der Dekade der Umstrukturierung nun die Dekade des Aufbaus zu realisieren.“ Zudem ist der 59-Jährige seit 1981 HTHC-Mitglied und entsprechend tief im knapp 3000 Mitglieder (je die Hälfte Hockey und Tennis) zählenden Verein verwurzelt.

Zum anderen geht Aufenacker nicht so ganz. Seine Kinder stehen vor der Aufnahme in die Bundesligakader der Damen und Herren, ihnen will er möglichst oft zuschauen. Außerdem übernimmt er mit dem ebenfalls scheidenden Hockeyvorstand Stephan von Vultejus, der durch Mike Esser ersetzt wird, den Sponsoringbereich.