Fußball-Ticker

"Kleiner Pisser": Max Eberl geht Julian Nagelsmann an

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

Schweinsteiger-Niederlage in Babypause

Ohne Bastian Schweinsteiger haben die Chicago Fire in der nordamerikanischen MLS eine erneute Niederlage kassiert. Das Team aus Illinois verlor auswärts gegen Minnesota United mit 1:2 (0:0). Nach einer torlosen ersten Halbzeit brachte der Brasilianer Ibson die Gastgeber in der 55. Minute in Führung. Chicago konnte allerdings nur vier Minuten später durch Elliott Collier (59.) den Ausgleich erzielten. Für die Entscheidung zugunsten Minnesotas sorgte dann Sam Nicholson (66.). Nach der zweiten Niederlage im zweiten Saisonspiel liegt Chicago aktuell mit null Punkten auf dem drittletzten Tabellenplatz in der Eastern Conference.

Schweinsteiger fehlte seinem Team beim Gastauftritt in Minneapolis. Der 33-jährige Mittelfeldakteur blieb in Chicago, wo er und seine Frau, die ehemalige Tennisspielerin Ana Ivanović, die Geburt ihres ersten gemeinsamen Kindes erwarten.

Mainz vertraut weiter auf Sandro Schwarz

Mainz 05 hat seinem Trainer Sandro Schwarz im Abstiegskampf das Vertrauen ausgesprochen. Das betonte Sportvorstand Rouven Schröder vor und nach der 0:3-Niederlage bei Eintracht Frankfurt.

„Sandro ist unser Trainer“ und werde dies auch beim nächsten Heimspiel nach der Länderspiel-Pause gegen Borussia Mönchengladbach sein, sagte Schröder. „Es ist ganz klar, dass wir schnellstmöglich Gespräche führen müssen, um das Schiff wieder in die richtige Richtung zu bringen.“ Bereits vor dem Anpfiff hatte der 42-Jährige in einem Sky-Interview betont: „Wenn man erkennen würde, dass die Basis zwischen Trainer und Mannschaft nicht stimmt, dann müsste man handeln. Aber das haben wir überhaupt nicht. Die Mannschaft ist zu 100 Prozent beim Trainer und beim Verein.“

Schwarz selbst ist von dem Vertrauen seiner Spieler und seines Vereins ebenfalls überzeugt. „Zu 100 Prozent, ja“, sagte er nach Spiel. Weil auch der HSV am Sonnabend gegen Hertha BSC verlor, haben die Mainzer auf Platz 16 der Tabelle vorerst weiter sieben Punkte Vorsprung auf einen direkten Abstiegsplatz.

Klopp sieht Viererpack von Salah

Der FC Liverpool hat sich dank einer starken Heimleistung und eines überragenden Mohamed Salah in der Premier League vorerst auf Tabellenplatz drei verbessert. Das Team von Trainer Jürgen Klopp schlug an der Anfield Road den FC Watford deutlich mit 5:0 (2:0) und zog zumindest vorübergehend wieder an Tottenham Hotspur vorbei.

Der Ägypter Salah erzielte dabei vier Tore (4./43./77./85. Minute). Außerdem steuerte der frühere Hoffenheimer Roberto Firmino (49.) einen Treffer zum Kantersieg der Reds bei. Salah führt mit nun 28 Saisontoren die Torschützenliste der Premier League an - vor dem derzeit verletzten Spurs-Stürmer Harry Kane, der bisher 24 Treffer erzielt hat.

Die Reds rückten mit 63 Punkten zunächst wieder näher an den Tabellenzweiten Manchester United (65 Punkte) heran. Allerdings haben sowohl Man United als auch Tottenham ein Spiel weniger absolviert als der FC Liverpool. Die Partien der Konkurrenten wurden verschoben, weil beide am Samstag im Viertelfinale des FA Cup antreten mussten.

Aufsteiger Huddersfield Town kassierte am Samstag zuhause eine bittere Niederlage gegen einen direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt. Gegen Crystal Palace verloren die Terriers mit 0:2 (0:1) und verpassten damit erneut einen Befreiungsschlag im Abstiegskampf. Huddersfield belegte am Samstag mit 31 Zählern den 15. Tabellenplatz. Crystal Palace (30 Punkte) stand auf Platz 16.

"Kleiner Pisser": Eberl entschuldigt sich

Nach einer Auseinandersetzung mit Julian Nagelsmann hat sich Borussia Mönchengladbachs Sportdirektor Max Eberl beim Trainer von 1899 Hoffenheim entschuldigt. "Ich habe einen Fehler gemacht und mich bei Julian entschuldigt", sagte Eberl nach dem 3:3 (1:1) im Borussia-Park: "Es passierte aus der Emotion heraus."

Näher ging Eberl auf die Szene während der ersten Halbzeit nicht ein. Die TV-Mikrofone am Spielfeldrand belegten aber, dass Eberl Nagelsmann als "kleinen Pisser" bezeichnet hatte. Nagelsmann äußerte sich zu dem Vorfall zunächst nicht.

Augsburgs Baum kritisiert eigene Mannschaft

Nach der enttäuschenden Leistung beim 1:3 gegen Werder Bremen hat der Augsburger Coach Manuel Baum seine Mannschaft scharf kritisiert. „Ich habe das Gefühl gehabt, dass wir uns in der ersten Halbzeit schon aus der Saison verabschiedet haben. Mit 35 Punkten sieht uns ja jeder schon dem Klassenerhalt nahe. So haben wir auch gespielt“, kritisierte Baum die insbesondere in den ersten 45 Minuten extrem schwache Leistung seines Team beim 1:3. In der zweiten Hälfte habe sein Team dann „teilweise zu viel und zu früh Harakiri“ gespielt, monierte er weiter. „Das werden wir morgen nochmal thematisieren, so können wir zuhause nicht auftreten.“

Porath trifft erneut in der Dritten Liga

Der SC Paderborn hat die nächsten drei wichtigen Punkte im engen Aufstiegskampf der 3. Liga eingefahren. Die Ostwestfalen setzten sich zu Hause dank der Treffer von Sven Michel und Philipp Tietz gegen den FSV Zwickau mit 2:0 (0:0) durch. Durch den 18. Saisonerfolg verteidigte die Mannschaft von Trainer Steffen Baumgart die Tabellenführung. Die Partie von Verfolger 1. FC Magdeburg beim FC Carl Zeiss Jena war indes wegen des Wintereinbruches abgesagt worden. Die Bördeländer liegen als Zweiter bei einem Spiel weniger drei Zähler hinter dem Spitzenreiter.

Auch der Karlsruher SC darf weiter vom direkten Wiederaufstieg träumen, wenngleich der KSC schon mehr Spiele als das Spitzen-Duo auf dem Konto hat. Karlsruhe hielt sich mit 2:0 (1:0) gegen den SV Meppen schadlos und hat ebenfalls 57 Punkte zu Buche stehen.

Für den früheren Bundesligisten FC Hansa Rostock ist unterdessen das Thema Aufstieg wohl endgültig ad acta gelegt worden. Die Norddeutschen verloren beim VfR Aalen mit 0:1 (0:0) und liegen schon zehn Punkte hinter dem KSC. Die SpVgg Unterhaching festigte mit dem 3:2 (2:0) gegen die Würzburger Kickers Tabellenrang sieben. HSV-Leihgabe Finn Porath erzielte dabei seinen vierten Treffer in den letzten sieben Spielen.

Buffon kehrt in Squadra Azzurra zurück

Torwart-Legende Gianluigi Buffon kehrt nach seinem Rücktritt in die italienische Nationalmannschaft zurück. Der 40-Jährige wurde von Interimstrainer Luigi Di Biagio für die anstehenden Länderspiele gegen Argentinien (23. März) und England (27. März) nominiert. Der Teamkollege von Sami Khedira und Benedikt Höwedes will bis zum Saisonende entscheiden, ob er seine Karriere doch noch fortsetzen will.

Buffon war mit Italiens Nationalmannschaft 2006 Weltmeister geworden. Nach dem Aus für die WM im Sommer im Playoff gegen Schweden hatte Buffon im November nach 175 Partien seinen Rücktritt aus der Squadra Azzurra erklärt. In Russland hätte er mit der sechsten WM-Teilnahme einen Rekord aufstellen können.

Norwegisches Toptalent stirbt an Blutvergiftung

Der norwegische Fußball trauert um den 20-jährigen Adrian Ovlien: Der Zweitligist Kongsvinger IL gab bekannt, dass der hochveranlagte Junioren-Nationalspieler am Freitag an den Folgen einer Blutvergiftung gestorben sei. "Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und seinen Freunden", schrieb der Club auf der Homepage. Wie er sich diese Infektion zuzog, wurde nicht bekannt. Am Montag hatte er noch für seinen Verein auf dem Platz gestanden.

Ovlien wurde als eines der größten Talente in Norwegen angesehen. Am vergangenen Montag bestritt er sein letztes Spiel im Test in Spanien gegen einen chinesischen Club.

"Das ist ein trauriger Tag für den norwegischen Fußball“, erklärte der Sprecher des nationalen Fußballverbands. Beim Länderspiel gegen Australien am kommenden Freitag werde man Ovlien gedenken. Der 20-Jährige hat 50 Länderspiele für norwegische Jugendnationalmannschaften absolviert.

Ex-Werderaner Pfeifenberger gefeuert

Der österreichische Bundesligist Wolfsberger AC hat sich nach der 1:5-Schlappe am Sonnabend bei Rekordmeister Rapid Wien von Trainer Heimo Pfeifenberger getrennt. "Der Vorstand des RZ Pellets WAC wird in den nächsten Tagen seine Nachfolge klären", teilte der Club mit.

Der geschasste Coach war auf die Entlassung vorbereitet. "Ich habe gerade mit dem Präsidenten gesprochen. Er wird handeln nach dieser Klatsche. Das ist okay", hatte der frühere Werder-Profi Pfeifenberger laut Kurier bereits auf der Pressekonferenz erklärt.

Kurze Zeit später war die Entlassung perfekt. Wolfsberg ist Tabellenvorletzter in der Bundesliga und holte aus den letzten 21 Begegnungen nur einen Sieg. Seit 2015 war Pfeifenberger Coach des WAC.

Bericht: Lewandowski mit Real einig

Die Spekulationen um einen Wechsel von Bayern-Torjäger Robert Lewandowski zu Real Madrid gehen weiter. Einem Bericht der spanischen Zeitung „El Mundo Deportivo“ zufolge soll sich der polnische Nationalspieler nun mit den Königlichen auf einen vom Sommer an gültigen Zweijahresvertrag geeinigt haben. Der Kontrakt soll eine Option auf eine dritte Saison beinhalten. Der Vertrag des 29-Jährigen in München läuft allerdings noch bis 2021. Die Bayern-Verantwortlichen haben bei Spekulationen um Lewandowski zuletzt immer wieder auf die Vertragslaufzeit verwiesen.

Im jüngsten Bericht heißt es, die Einigung zwischen Real und dem Topstürmer der Bundesliga sei nach einer Reihe von Treffen zwischen dessen neuem Berater Pini Zahavi und José Ángel Sánchez, der rechten Hand von Madrids Clubchef Florentino Pérez, getroffen worden. Pérez habe sich für eine Verpflichtung von Lewandowski entschieden, weil Wunschspieler Neymar von Paris Saint-Germain wohl für diesen Sommer keine Freigabe für einen schnellen Abschied aus Frankreich erhalten werde. Auch Tottenham-Star Harry Kane sei nicht zu bekommen.

Offen blieb die Frage, warum die Bayern ihrem besten Angreifer einen Wechsel zum Champions-League-Titelverteidiger erlauben sollten. Für den Fall, dass die Münchner Lewandowski tatsächlich ziehen lassen, dürften sie eine saftige Ablöse verlangen. Der Pole war 2014 von Borussia Dortmund nach München gewechselt.

Rehhagel glaubt an deutsche Titelverteidigung

Europameistertrainer Otto Rehhagel glaubt fest an die erfolgreiche Titelverteidigung Deutschlands bei der WM-Endrunde in Russland (14. Juni bis 15. Juli). "Wir werden Weltmeister", sagte der 79-Jährige der "Bild"-Zeitung.

Rehhagel, der Griechenland 2004 sensationell zum EM-Titel geführt hatte, sieht in Frankreich und Brasilien die härtesten Konkurrenten. Fußball sei aber "ein Spiel der Unwägbarkeiten. Innerhalb von wenigen Sekunden kann immer was passieren. Auf einmal gibt der Schiri einen unberechtigten Elfer, dann kannst du deinen Laptop wegschmeißen."

Dass die Weltmeisterschaft in Russland stattfindet, gefällt Rehhagel: "Ich finde das gut, es gibt ja alte Freundschaften mit Russland. Zum Beispiel sind wir mit Werder Bremen von Spartak Moskau immer gut behandelt worden."

Der langjährige Werder-Trainer bekommt noch immer Jobangebote. "Ich mache aber nichts mehr, ich habe genug gearbeitet", so Rehhagel.

Gogia fehlt Union wochenlang

Zweitligist 1. FC Union muss in den kommenden Wochen auf die Dienste des verletzten Akaki Gogia verzichten. Der 26 Jahre alte Mittelfeldspieler hatte das Training am Donnerstag vorzeitig abbrechen müssen, eine MRT-Untersuchung ergab eine Sprunggelenkverletzung am rechten Fuß. Das gab der Verein am Sonnabend bekannt. Nach den Verletzungen von Michael Parensen, Simon Hedlund und Sebastian Polter ist Gogia der nächste Ausfall bei den Köpenickern.

Lienen: Fußballprofis "werden ausgelutscht"

Ewald Lienen macht die Terminfülle verantwortlich für den mentalen Stress der Fußballer. Spieler müssten "jetzt bisweilen über 60 Pflichtspiele pro Saison austragen, sie werden ausgelutscht. Dieser Raubbau an der mentalen Kraft der Spieler ist unverantwortlich", sagte der Technische Direktor des FC St. Pauli dem "Spiegel".

Nachdem Per Mertesacker dem Spiegel wenige Monate vor seinem angekündigten Karriereende offenbart hatte, wie er unter dem hohen Druck des Profifußballs gelitten habe, kritisierte auch Lienen die überladenen Spielpläne der Profis. "Wir haben es geschafft, das Produkt auszuweiten, um möglichst viel Geld herauszupressen. Und das wird auf dem Rücken der Spieler ausgetragen", sagte der 64-Jährige.

Im Fußball bemühe man sich zu wenig, "völlig wertfrei herauszufinden, wie die Spieler eigentlich ticken. Dadurch gehe vieles im Tagesgeschäft unter, und man habe erst jetzt gelernt, dass die Spieler "vieles dafür tun, ihre wahren Empfindungen zu verbergen."

Seine persönliche Situation öffentlich zu schildern sei eine "sehr mutige Entscheidung" von Per Mertesacker, zu dessen ersten Profitrainern Lienen zählt, gewesen. Dadurch sei die Hemmschwelle niedriger geworden, über das Thema zu reden.

Man dürfe aber nicht generalisieren, dass alle Menschen gleich unter dem Druck leiden. "Die einen brauchen ihn, um Höchstleistungen zu bringen, andere bekommen dadurch Angst", sagte Lienen. Das mache es für Trainer als Führungskräfte so schwierig.

Reschke begrüßt Videobeweis bei der WM

Das Fifa-Votum für den Einsatz des Videoschiedsrichters bei der WM in Russland stößt bei Sportvorstand Michael Reschke vom VfB Stuttgart auf große Zustimmung. „Ich bin der festen Überzeugung, dass das die absolut richtige Entscheidung ist“, sagte Reschke am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. „Viele Fehlentscheidungen sind in der Bundesliga durch den Videobeweis korrigiert worden. Und im Vergleich dazu waren nur ganz wenige Entscheidungen unglücklich.“

Das Council des Weltverbandes hatte am Freitag bei seiner Sitzung in Zürich wie erwartet den Einsatz der sogenannten Video Assistant Referees (VAR) beim Turnier im Sommer erlaubt. In der Bundesliga kommt das umstrittene Hilfsmittel seit Beginn dieser Saison zum Einsatz. „In der Breite der Öffentlichkeit ist die Wahrnehmung viel skeptischer und negativer als das eigentliche Resultat, was total positiv ist“, sagte Reschke. „Es ist Fakt, dass mit dem Videobeweis viele falsche Entscheidungen korrigiert werden konnten.“