Florenz-Kapitän ist tot

Buffon rührt mit Gedanken an Astoris kleine Tochter

Daniele Astori (l.) und Gianluigi Buffon im März des vergangenen Jahres vor einem Länderspiel Italiens in den Niederlanden

Daniele Astori (l.) und Gianluigi Buffon im März des vergangenen Jahres vor einem Länderspiel Italiens in den Niederlanden

Foto: Imago/Pro Shots

Italiens Fußballszene steht nach dem plötzlichen Tod des Nationalspielers Daniele Astori unter Schock. Hier sind die Pressestimmen.

Udine. Der Tod von Italiens Fußball-Nationalspieler Davide Astori hat ganz Italien in einen Schockzustand versetzt: Der Kapitän des AC Florenz wurde am Sonntagmorgen in seinem Hotelzimmer tot aufgefunden. Medien vermuten, dass der 31-Jährige einem plötzlichen Herzstillstand im Schlaf erlegen ist. Der Abwehrspieler hinterlässt eine Tochter, die Liga sagte alle Spiele am Sonntag ab.

Nach Angaben des offiziellen Ermittlers in Udine, Antonio de Nicolo, sei ein "natürlicher Tod aufgrund von Herzversagen" wahrscheinlich. Dies sagte er dem Corriere della Sera. Allerdings wird auf jeden Fall noch eine offizielle Autopsie vorgenommen.

Er habe die Nachricht "mit viel Kummer und Trauer vernommen", sagte der Schweizer Fifa-Präsident Gianni Infantino, "er war immer ein beispielhafter Fußballspieler, der seinen Job liebte, der es liebte, Fußballer zu sein. Gemeinsam mit der ganzen Fußballwelt möchte ich seiner Familie und der Fiorentina mein Beileid aussprechen."

Vereinssprecher verweist auf die Autopsie

Astori befand sich mit seinen Teamkollegen im Hotel "La' di Moret" in Udine, um sich auf das Meisterschaftsspiel am Sonntagnachmittag bei Udinese Calcio vorzubereiten. Um die Mittagszeit bestätigte die Fiorentina den Tod des 14-maligen Internationalen. Ein Vereinssprecher wollte sich zu den möglichen Ursachen des Todes nicht äußern und verwies auf die Autopsie. Aus der ganzen Welt gab es Beileidsbekundungen.

Rührende Worte gab es von Torwart-Legende Gianluigi Buffon. "Vor allem Dein kleines Mädchen verdient es, zu wissen, dass ihr Vater in jeder Hinsicht eine perfekte Person war ... eine großartige, perfekte Person... Du warst der beste Ausdruck einer alten, überholten Welt, in der Werte wie Selbstlosigkeit, Eleganz, Bildung und Respekt die Leitlinien waren. Herzlichen Glückwunsch, Du warst einer der besten Sportsmänner, auf die ich gestoßen bin. R.I.P. Dein verrückter Gigi", schrieb der 40-Jährige in einem offenen Brief.

Der Präsident des Nationalen Olympischen Komitees von Italien CONI, Giovanni Malago, betonte: "Ich bin erschüttert. Diese Nachricht hat mich geschockt, ich bin einfach sprachlos." Er sei jetzt noch wichtiger denn je, dass die Spieler genauen Gesundheitschecks unterzogen werden. "Heute ist ein trauriger Tag für Italiens Fußball", meinte der CONI-Chef.

Italiens ehemaliger Ministerpräsident Matteo Renzi, ein gebürtiger Florentiner, kondolierte der Familie Astoris. "Es scheint mir alles unwirklich. Ich trauere um Astrori und bin seiner Familie nahe", schrieb Renzi bei Twitter. Auch HSV-Profi Albin Ekdal, der Astori aus gemeinsamen Zeiten bei Cagliari kannte, trauerte um seinen ehemaligen Mitspieler.

Auch die Presse reagiert mit Trauer

Mit großer Bestürzung und Betroffenheit reagierten auch die italienischen Gazetten auf den Tod Astoris. "Astori - ein stiller Held. Sein plötzlicher Tod macht den Fußball ärmer und beraubt die Fiorentina eines ihrer Symbole", schrieb Tuttosport.

Die Gazzetta dello Sport meinte: "In Astoris Fall erleben wir die Absurdität des Todes eines jungen Athleten, der im Schlaf erlischt, offenkundig ohne Grund." La Stampa kommentierte: "Niemand will glauben, dass Fiorentina seinen Kapitän mit seinem strahlendem Lachen und seinem höflichen Verhalten verloren hat."

2003 starb Kameruns Foe während Confed Cups

Astori war 2016 von Cagliari Calcio zu den Violetten, Ex-Club von Mario Gomez, gewechselt. Für die Fiorentina bestritt Astori 58 Spiele. Außerdem stand er beim AC Mailand, dem AS Rom, Cagliari Calcio und US Cremonese unter Vertrag. "Die Fiorentina muss tief schockiert den Tod ihres Kapitäns Davide Astori nach einer plötzlichen Krankheit bekannt geben", hatte der AC Florenz getwittert.

Im Fußball hatte es in den letzten vier Jahrzehnten immer wieder plötzliche Todesfälle von aktiven Profis gegeben. Zu den bekanntesten zählte der Kameruner Nationalspieler Marc-Vivien Foe (28), der im Juni 2003 beim Confed Cup im Halbfinale gegen Kolumbien zusammenbrach und später verstarb. Trainer der unzähmbaren Löwen war damals Winfried Schäfer.

Im Februar 1993 war der Rumäne Michael Klein während eines Lauftrainings mit dem Team von Bayer Uerdingen an Herzversagen verstorben. Im April 1998 erlitt Zweitliga-Profi Axel Jüptner von Carl Zeiss Jena einen Herzinfarkt und verstarb ebenfalls. Ursache war eine bis dahin unentdeckte Entzündung des Herzmuskels.

Für große Schlagzeilen internationale sorgten auch der Tod des ungarischen Nationalspielers Miklos Feher, der bei der Erstligapartie zwischen Vitoria Guimaraes gegen seinen Klub Benfica Lissabon zusammengebrochen war. Der Spanier Antonio Puerta erlitt im August 2007 in der Begegnung seines Arbeitgebers, FC Sevilla, mit dem FC Getafe einen Kollaps. Nach mehrmaligem Herzstillstand und Organversagen starb er drei Tage später im Krankenhaus.