Basketball

Hamburg Towers vor wichtigstem Spiel der Saison

Er könnte den
Unterschied
machen:
Towers-Center
Stefan Schmidt

Foto: Witters

Er könnte den Unterschied machen: Towers-Center Stefan Schmidt

Gegen die Niners Chemnitz geht es für die Wilhelmsburger Basketballer um die Play-offs. Team will Glauben "zurückerlangen“.

Hamburg.  Wenn sich jemand mit Krisenbewältigung auskennt, dann ist es Stefan Schmidt (28). Der 2,07 Meter große Center spielt seit 2015 für die Hamburg Towers. Und wie das Basketballteam, das sportlich gerade schwere Zeiten durchlebt, kennt auch Schmidt Tiefpunkte einer Karriere. Schon in seiner ersten Saison wurde er zum Leistungsträger, Publikumsliebling und Kapitän der Mannschaft. Alles schien gut. Doch drei Wochen vor dem Beginn der Play-offs 2016 riss das Kreuzband des Nürnbergers beim Auswärtsspiel in Rhöndorf – das Aus in der damaligen Saison. Und auch in der darauffolgenden kam er zu keinem Einsatz.

595 lange Tage kämpfte Schmidt in Reha-Odysseen darum, wieder Vertrauen in sein Knie zu gewinnen. In der unfreiwillig gewonnenen Freizeit beendete er sein Studium des internationalen Managements mit einem Bachelorabschluss. Den Master, den er im Sommer erhalten wird, hing er gleich noch hinten dran. „Bildung tat noch niemandem weh“, sagt er. „Mir war es immer wichtig, eine Perspektive nach dem Sport zu haben.“ Im Oktober 2017 gab er schließlich sein Comeback, beim Heimspiel vergangenen Sonnabend gegen Crailsheim (73:79) war er der Spieler mit der höchsten Effektivitätsrate. Und nun ist er bereit, die kriselnden Towers aus der Misere zu führen.

„Vertrauen in uns selbst verloren“

„Im Sport entwickelt sich schnell eine negative Eigendynamik. Durch die Niederlagenserie haben wir das Vertrauen in uns selbst verloren und dadurch wichtige Spiele“, versucht Schmidt den Abwärtstrend zu erklären. „Topteams spielen mit einem gewissen Selbstverständnis, weil sie daran glauben, ein Spiel am Ende zu gewinnen. Diesen Glauben müssen wir zurückerlangen.“ Seit dem Trainerwechsel von Hamed Attarbashi (41) zu Benka Barloschky (30) vor gut zwei Wochen hat sich, nach Einschätzung Schmidts, trotz andauernder Sieglosigkeit einiges zum Positiven verändert. „Die Art und Weise der Niederlagen war eine andere. Wir spielen schneller und dynamischer. Das ist Benkas Verdienst.“

Am Freitag (19.30 Uhr) kommt es für die Towers (Platz 11) in Chemnitz (9.) zum Showdown um den letzten der acht Play-off-Plätze in der 2. Basketball Bundesliga ProA, am Sonntag (16 Uhr) beim Tabellenvorletzten OrangeAcademy Ulm ist ein Sieg ohnehin Pflicht. „Jedes Spiel ist jetzt das wichtigste der Saison“, sagt Barloschky. Aber auch: „Nur wenn du Liebe für das empfindest, was du tust, kommt am Ende der Erfolg.“ Seine Kampfansage: „Die nächsten Spiele gewinnen wir im Kopf. Mentale Stärke und eine psychische Stabilität sind der Schlüssel dazu.“ (hpojg)

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