Basketball

Hamburg Towers: Keine Zeit für Trübsal

Towers-Trainer
Hamed Attarbashi
ärgerte sich über
katastrophale
Ballverluste
seines Teams

Towers-Trainer Hamed Attarbashi ärgerte sich über katastrophale Ballverluste seines Teams

Foto: Witters

Der Hamburger Basketball-Zweitligist ist nach der 52:80-Heimpleite gegen Vechta heute schon wieder in Hagen gefordert.

Hamburg.  Als nach dem dritten Viertel die höchste Heimniederlage in der Vereinsgeschichte der Hamburg Towers ihren unaufhaltsamen Lauf nahm, sorgte Hamed Attarbashi für den einzigen Lichtblick beim 52:80 (7:20, 15:17, 9:29, 21:14) gegen Rasta Vechta. Der Headcoach schickte Youngster Osaro Jürgen Rich Igbineweka aufs Feld. Der 19 Jahre alte Point Guard spielte bei seinem sechsminütigen Debüt in der Zweiten Basketball-Bundesliga ProA erfrischend auf, erzielte sechs Punkte und erhielt Sonderapplaus der 3400 Zuschauer in der ausverkauften Wilhelmsburger edel-optics.de-Arena.

Der Auftritt des jüngsten Kadermitglieds gegen den Tabellenzweiten verdeutlichte, warum die Towers zum Hinrundenabschluss ihre gute Bilanz im Spitzenfeld der ProA mit der zweiten Heimpleite in Folge allmählich verspielen: Die arrivierten Kräfte gönnen sich eine Auszeit zur Unzeit. „Wir haben ganz schwach angegriffen, ideenlos und ohne Mumm“, sagte Attarbashi nach einem Spiel, das „mir und der Mannschaft richtig wehtut“.

Vom Gegner gab’s die Rute

Nichts war es mit dem versprochenen Weihnachtsgeschenk am Vorabend vor Heiligabend. Stattdessen gab’s vom Gegner die Rute. „Das ist kein schönes Gefühl. Das kennen wir so auch nicht“, kommentierte Attarbashi mitgenommen. Seine Einschätzung: „Vechta war uns im ersten und im dritten Viertel haushoch überlegen.“ Bereits in den Anfangsminuten wechselte der Coach deshalb kräftig durch, in der Hoffnung, das Angriffsspiel der Seinen zu beleben. Doch die Missverständnisse auf dem Parkett wurden nur noch größer. Am Ende standen katastrophale 21 Ballverluste der Towers, eine schlechte Zweierquote von 42 Prozent, eine unterirdische Dreierquote von zwölf Prozent und lediglich sechs Assists zu Buche.

Das Zusammenspiel im Angriff sei das Problem, die Würfe würden schlecht vorbereitet, analysierte Attarbashi. Das habe sich bei der Niederlage gegen Trier in der Vorwoche bereits angedeutet „und jetzt fortgesetzt“. Bei den Assists, dem letzten Pass vor dem Korberfolg, belegen die Hamburger im Ligaschnitt den vorletzten Platz. Das Wort Krise nahm der Trainer trotz der dritten Niederlage in Serie nicht in den Mund. Die Bilanz von neun Siegen und sechs Niederlagen nach der ersten Saisonhälfte „ist ordentlich“, sagte Attarbashi.

Straffes Programm

Die zweite Hälfte beginnt für den Tabellensechsten mit der Rückrunde zudem gleich heute Abend beim Tabellenachten Phoenix Hagen (19.30 Uhr/airtango.live). „Wir geben nicht auf. Das zeichnet die Mannschaft aus“, sagte der Trainer, der jedoch keinen Hehl daraus machte, dass ihm das straffe Programm vor und nach den Festtagen überhaupt nicht gelegen kommt. „Es ist, wie es ist“, sagte Attarbashi. „Aber großartig aufarbeiten können wir in dieser kurzen Zeit wenig. Zudem ist es mental nicht einfach für die Spieler, nicht in aller Ruhe bei ihren Familien zu sein.“

Der Vorteil liege aufseiten der Gastgeber. Der nach Insolvenz mit neuer Lizenz ausgestattete Erstliga-Zwangsabsteiger der Vorsaison verlor sein vorweihnachtliches Topduell nur mit 72:76 bei Spitzenreiter Crailsheim.

Die Punkte der Towers-Spieler:
Williams 15, Kindzeka 8, Igbineweka 6,
Wolf 5, Canty 4, Kamp 4, Schmidt 4,
Gertz 4, Kovacevic 2, Raffington 2,
Logins 2.

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