Eishockey

Der langsame Weg für die Crocodiles raus aus der Krise

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Die Crocodiles Hamburg haben ihre Talfahrt in der Oberliga gestoppt. Auf Trainer Hohenberger wartet dennoch viel Arbeit.

Hamburg.  Die Erleichterung war groß bei den Crocodiles Hamburg. Eine Woche nach dem desolaten 1:9 gegen die Icefighters Leipzig zeigten die Eishockeymänner am vergangenen Wochenende die richtige Reaktion. Nach dem 5:0 bei den Black Dragons Erfurt am Freitag folgte am Sonntag ein 5:1-Erfolg gegen die Thüringer. „Es war extrem wichtig für uns, ein Sechs-Punkte-Wochenende zu haben. Das tut dem Selbstvertrauen gut. Den Schwung nehmen wir jetzt mit“, sagte Stürmer André Gerartz.

Durch das erste Sechs-Punkte-Wochenende der Saison haben die Hamburger den Anschluss an die Play-off-Ränge wieder hergestellt. Schöne heile Crocodiles-Welt? „Die Jungs machen mich fertig. Die kosten mich Nerven“, stöhnte Trainer Herbert Hohenberger mit einem Augenzwinkern. Trotz der hohen Siege offenbarten die Partien gegen Erfurt auch, dass die „Krokodile“ noch viel Arbeit vor sich haben. Die spielerische Leichtigkeit der Vorsaison fehlt ebenso, wie die Fähigkeit, über 60 Minuten die Leistung abzurufen.

Was Hoffnung macht: Die zuletzt viel gescholtene Defensive stand gegen die Black Dragons stabiler, der Einsatz – vor allem in Unterzahl – stimmte. Anteil daran hatte Fabian Calovi. Der Stürmer, der zum Verteidiger umgeschult wurde, brachte Ruhe rein und konnte so die Routiniers Christoph Schubert und Norman Martens entlasten. Ob das ein Modell mit Zukunft ist, ließ Hohenberger offen. Die Mannschaft ist sich bewusst, dass der Erfolg über kurz oder lang über eine solide Abwehrleistung führen wird. „Wir wissen, dass wir offensiv gut sind. Defensiv müssen wir alle zusammenarbeiten, da lag in der vorherigen Woche der Fokus. Es ist noch nicht perfekt, aber wir arbeiten dran“, sagt Gerartz, der sich in der Rückwärtsbewegung besser einbrachte als zuletzt.

Crocodiles-Trainer will dreckige Tore sehen

Für Crocodiles-Coach Hohenberger wird die Entwicklung seiner Mannschaft weiterhin eine Geduldsprobe werden. Während es defensiv besser lief, waren die Hamburger am vergangenen Wochenende vor dem Tor zu verspielt. „Wir versuchen das perfekte Tor zu erzielen, aber in der Torschützenliste steht nicht, wie ein Tor erzielt wurde, sondern nur die Anzahl. Es muss aus dem Kopf raus, nur schöne Tore schießen zu wollen“, fordert der 48-Jährige.

Auf schöne Tore von Brad McGowan werden die Crocodiles wohl aber auch am Wochenende verzichten müssen. Der kanadische Toptorjäger laboriert noch an den Folgen eines Muskelfaserrisses im Oberschenkel. Ein Einsatz am Freitag gegen die Hannover Indians sowie am Sonntag bei Preußen Berlin kommt wohl noch zu früh. Auch Abwehrspieler Stefan Tillert wird weiter ausfallen, soll aber nach seinem Rippenbruch in dieser Woche wieder mit dem Training beginnen. „Ich hoffe, dass ich in zwei Wochen wieder spielen kann“, so der 41-Jährige. Eine kleine Hoffnung auf einen Einsatz besteht dagegen bei Stürmer Moritz Israel, der zuletzt an einer Schädelprellung litt. Der 21-Jährige hofft, am Ende der Woche wieder mit der Mannschaft trainieren zu können. Ein Einsatz am Wochenende entscheidet sich kurzfristig.