Hockey

Leukämie-Rückschlag für Hamburger Bundesligaspielerin

"Der Optimismus hat sich kurz versteckt, aber ich habe ihn gesucht und wiedergefunden“, sagt Silja Paul

Foto: Roland Magunia / HA

"Der Optimismus hat sich kurz versteckt, aber ich habe ihn gesucht und wiedergefunden“, sagt Silja Paul

Großflottbeks Torhüterin Silja Paul hatte den Blutkrebs schon einmal besiegt. Jetzt hofft die 19-Jährige auf neue Stammzellenspender.

Hamburg. "Die Hamburger Torhüterin, die den Blutkrebs abwehrte" – so titelte das Abendblatt noch Ende Januar dieses Jahres über Silja Paul. Knapp acht Monate später erhielt die 19 Jahre alte Hockey-Bundesligaspielerin des Großflottbeker THGC (GTHGC) den schlimmen Befund: Die myeloische Leukämie (AML) ist wieder ausgebrochen. Seit zwei Wochen nun liegt Paul deshalb erneut im Universitäts­klinikum Eppendorf.

Zwar boten ihre Mannschaftskollegen am Wochenende unter dem Eindruck der Diagnose beim 0:1 gegen den Harvestehuder THC noch eine ordentliche Leistung, die Gedanken waren aber danach umgehend wieder bei der früheren U-18-Nationaltorhüterin. Deshalb taten sich die Mitspielerinnen zusammen, um mehrere Aktionen für Silja Paul zu initiieren.

Rege Anteilnahme in sozialen Netzwerken

Ein fester Besuchsplan wurde erstellt, zudem haben die Freundinnen ihrer Torhüterin eine Art Adventskalender mit kleinen Stimmungsaufhellern für jeden Tag im Krankenhaus gebastelt. Abwehrspielerin Amelie Brendel (23), die Anfang dieses Jahres mit Mittelfeldakteurin Charlotte Breucker (20) einen Nachhol-Abiball für Silja organisiert hatte, freut sich besonders über die Anteilnahme von Vereinen im gesamten Bundesgebiet.

"Unser Facebookeintrag wurde schon mehr als 33.000-mal geteilt, alle wollen helfen. Da zeigt sich, dass die Hockeyfamilie zusammenhält." Und das tut sie in der Tat: Am Freitag ging der Deutsche Hockeybund (DHB) gemeinsam mit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei DKMS erneut mit einem Aufruf zu einer Typisierungsaktion an die Öffentlichkeit.

Hockeybund reagiert umgehend

"Als wir von Siljas Schicksal gehört haben, stand für uns direkt fest, dass wir aktiv werden müssen", sagte DHB-Marketing-Direktor Jan Fischer laut Mitteilung. "Die DKMS und der DHB arbeiten schon seit vielen Jahren erfolgreich zusammen. Wir wünschen uns auch für Silja, dass wir unseren Beitrag leisten können."

Diesen hat auch GTHGC-Cheftrainer Michael Behrmann bereits geleistet, indem er seine Nachwuchskeeperin im UKE besucht und sich anschließend über deren unbändigen Lebensmut gefreut hatte. "Es ist mir ein Rätsel, wie das funktionieren kann, dass Silja trotz dieses neuen Schicksalsschlags so fröhlich ist", sagte er.

Silja Paul findet Optimismus wieder

Der positive Umgang mit der Krankheit war im vergangenen Jahr für die 19-Jährige ein Schlüssel zur Genesung gewesen. "Der Optimismus hat sich kurz versteckt, aber ich habe ihn gesucht und wiedergefunden", hat Silja Paul selbst kurz nach dem Rückschlag gesagt: "Ich will die Krankheit besiegen, denn ich habe noch viel vor. Mein größter Wunsch ist es, mit meiner Mannschaft wieder auf dem Platz zu stehen."

Daher motiviert sie alle Menschen, sich als Stammzellspender bei der DKMS registrieren zu lassen. Das ist auch notwendig, denn da bei einem AML-Rückfall keine zweite Chemotherapie durchgeführt werden kann, um den Blutkrebs zu besiegen, benötigt Silja Paul eine Knochenmarktransplantation. Um den passenden Spender zu finden, soll es bundesweit mehrere Typisierungsaktionen der Deutschen Knochenmarkspenderdatei geben.

In Hamburg findet diese am 30. September um 15.30 Uhr im Gymnasium Christianeum statt (Otto-Ernst-Straße 34). Wer es nicht zur Aktion schafft, kann sich über den Link www.dkms.de/Silja-1709 ein Registrierungsset nach Hause bestellen. Weitere Informationen zur Typisierung und allen weiteren Aktionen sind auf der Internetseite siljapaul.de zu finden, die ihre Mitspielerinnen erstellt haben.

© Hamburger Abendblatt 2017 – Alle Rechte vorbehalten.