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Liverpool fertigt Arsenal ab

Jürgen Klopp hat mit dem FC Liverpool eine grandiose Woche mit dem dritten Sieg in acht Tagen gekrönt und die Spitze in der englischen Meisterschaft ins Visier genommen. Vier Tage nach dem Einzug in die Champions League glänzten die Reds des deutschen Teammanagers beim 4:0 (2:0) gegen den FC Arsenal mit Weltmeister Mesut Özil und schoben sich auf den zweiten Rang vor.

Klopp kam nach dem 4:0 aus dem Grinsen gar nicht mehr heraus
Klopp kam nach dem 4:0 aus dem Grinsen gar nicht mehr heraus © imago/Sportimage

Roberto Firmino (17.), Sadio Mané (40.), Mohamed Salah (57.) und Daniel Sturridge (77.) erzielten die Tore für die Mannschaft um Confed-Cup-Sieger Emre Can. Der Rückstand auf Spitzenreiter Manchester United beträgt zwei Punkte.

Für Özil und die Gunners wird es nach der zweiten Niederlage im dritten Saisonspiel ungemütlich. Auf Platz 16 hinken die Londoner ihren Ansprüchen weit hinterher. Die Weltmeister Shkodran Mustafi und Per Mertesacker kamen bei den Gästen ebenso wenig zum Einsatz wie der Ex-Schalker Sead Kolasinac.

Leipzig dreht Spiel dank Werner

Torjäger Timo Werner hat RB Leipzig zurück zum Vollgasfußball der vergangenen Saison geführt. Der agile und immer anspielbare Nationalstürmer war mit einem Doppelpack (48. und 71.) maßgeblich am 4:1 (0:1)-Sieg gegen den SC Freiburg und den ersten drei Punkten auf dem Konto beteiligt. "Wenn man so am Rad dreht wie wir, wird man irgendwann belohnt", sagte RB-Trainer Ralph Hasenhüttl bei "Sky".

Torschützen unter sich: Werner (v.l.) und Orban drehten die Partie für Leipzig. Bruma erzielte den schönsten Treffer zum 4:1-Endstand gegen Freiburg
Torschützen unter sich: Werner (v.l.) und Orban drehten die Partie für Leipzig. Bruma erzielte den schönsten Treffer zum 4:1-Endstand gegen Freiburg © imago/Jan Huebner

Nachdem der Champions-League-Starter in der ersten Halbzeit wie schon zum Auftakt gegen Schalke 04 (0:2) zu wenig aus seiner Überlegenheit gemacht und sich beim Rückstand durch Florian Niederlechner (23.) konteranfällig präsentiert hatte, drehte RB in den zweiten 45 Minuten auf.

Der Lohn waren die Treffer von Werner und Kapitän Willi Orban (55.). Knapp zwei Minuten nach seiner Einwechslung erhöhte Neuzugang Bruma auf 4:1 (80.). Der Freiburger Nicolas Höfler sah wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte (81.).

Dembéle-Nachfolger? Bosz sorgt für Irritationen

Borussia Dortmunds Trainer Peter Bosz hat wegen einer missverstandenen Frage Irritationen ausgelöst. Der Niederländer antwortete am Samstag vor dem Spiel gegen Hertha BSC (2:0) bei Sky auf die Frage des früheren BVB-Profis Christoph Metzelder, ob sein Ex-Spieler Kasper Dolberg von Ajax Amsterdam ein Kandidat für die Nachfolge von Ousmane Dembélé sei: „Ja, aber wir müssen abwarten, ob das alles klappt. Ich glaube schon, aber es ist noch nicht einhundert Prozent sicher.“

Doch Bosz meinte angeblich nicht eine Verpflichtung von Dolberg, er bezog sich vielmehr auf den Verkauf von Dembélé. Beim FC Barcelona steht für den 20-jährigen Franzosen am Montag noch der obligatorische Medizincheck aus. BVB-Pressesprecher Sascha Fligge klärte in der Pressekonferenz nach dem Spiel auf, Bosz habe über Dembélé gesprochen.

BVB-Coach Bosz äußert sich eigentlich nie zu Transfergerüchten
BVB-Coach Bosz äußert sich eigentlich nie zu Transfergerüchten © dpa | Guido Kirchner

Ohnehin hatte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke einer Verpflichtung des 19-jährigen Dolbergs bereits eine Absage erteilt. „Wir suchen einen Spieler, der von außen kommt. Wenn wir einen zentralen Spieler holen wollen würden, dann wäre Dolberg sicher ein Kandidat. Wir wollen schließlich Dembélé ersetzen.“

Chelsea schlägt Rooneys Everton

Der englische Meister FC Chelsea hat in der Premier League seinen zweiten Saisonsieg im dritten Spiel gefeiert. Die Blues, die auf ihren gesperrten Kapitän Gary Cahill verzichten mussten, setzten sich zu Hause an der Stamford Bridge mit 2:0 (2:0) gegen den FC Everton durch. Die Tore für Chelsea erzielten die beiden Spanier Cesc Fabregas (27. Minute) und Alvaro Morata (40.).

Für die Gäste aus Everton, bei denen der gerade erst zurückgetretene Ex-England-Kapitän Wayne Rooney und der frühere Hoffenheimer Gylfi Sigurdsson in der Startelf standen, war es die erste Niederlage im siebten Pflichtspiel der Saison. Die Toffees hatten sich unter der Woche für die Gruppenphase der Europa League qualifiziert.

Manchester City an Aubameyang dran?

Auch nach dem feststehenden Rekordverkauf von Ousmane Dembélé kommt Borussia Dortmund nicht zur Ruhe. Laut „Sky UK“ will sich Manchester City auf der Zielgeraden des Transferfensters noch die Dienste von Stürmer Pierre-Emerick Aubameyang sichern. Angeblich ist der Club von Teammanager Pep Guardiola bereit, 70 Millionen Euro für den Torjäger aus Gabun zu bezahlen.

Eigentlich hatte der BVB einem Abgang im Juli nach der Asien-Reise bereits einen Riegel vorgeschoben und kategorisch ausgeschlossen, dass sich am Status quo in diesem Sommer noch etwas ändern würde.

Aubameyang lacht und trifft für den BVB – oder doch bald auf der Insel?
Aubameyang lacht und trifft für den BVB – oder doch bald auf der Insel? © REUTERS | RALPH ORLOWSKI

Aubameyang selbst schürte erneut Gerüchte, als er nach dem Bekanntwerden von Dembélés Abgang auf Instagram ein nachdenkliches Foto von sich und der Frage „And now???“ - zu deutsch: „Und jetzt???“ postete. Das Transferfenster schließt am Donnerstag (31. August) um 18 Uhr.

1:1 bei Union: Bielefeld weiter oben dabei

Arminia Bielefeld hat die Tabellenführung verloren, bleibt aber eines der Überraschungsteams der 2. Bundesliga: Die Mannschaft von Trainer Jeff Saibene erkämpfte sich im Spitzenspiel beim Favoriten Union Berlin ein glückliches 1:1 (0:0) und ist nach dem vierten Saisonspiel bei bisher drei Siegen weiter ungeschlagen. Auch die Berliner haben noch nicht verloren, für das ambitionierte Team von Jens Keller war es aber das zweite Remis in Folge.

Gleichzeitig hat Fortuna Düsseldorf das direkte Duell in der Spitzengruppe gegen den SV Sandhausen gewonnen und die Tabellenspitze erklommen. Die Mannschaft von Trainer Friedhelm Funkel eroberte durch einen 2:1 (0:1)-Erfolg in Sandhausen mit zehn Zählern Rang eins.

Modeste gibt „Anpassungsprobleme“ in China zu

Torjäger Anthony Modeste hat bei seinem chinesischen Club Tianjin Quanjian mit Umstellungsschwierigkeiten zu kämpfen. „Ich bin aus einem Saison-Vorbereitungsmodus in eine Liga geraten, die schon auf Hochtouren läuft. Da gibt es Anpassungsschwierigkeiten. Ich hatte Adduktorenprobleme. Aber fünf unserer acht nächsten Matches sind Heimspiele. Das stimmt mich zuversichtlich, zumal wir eine gute Defensive haben“, konstatierte der 29 Jahre alte Ex-Kölner, der in vergangenen Saison 25 Bundesliga-Tore für die Geißböcke erzielte, in der „L’Equipe“.

Der Franzose Modeste war am 12. Juli nach wochenlangem Hickhack für rund 35 Millionen Euro vom 1. FC Köln nach Tianjin gewechselt. Am Sonntag vor einer Woche hatte er seinen ersten Treffer in der chinesischen Super League erzielt. An den vorherigen sechs Spieltagen war er aus Fitnessgründen nur einmal (eine Vorlage) zum Einsatz gekommen.

Den Jubel kennt man noch aus der Bundesliga: Modeste nach seinem Premierentreffer in China
Den Jubel kennt man noch aus der Bundesliga: Modeste nach seinem Premierentreffer in China © imago/Imaginechina

Da in China nur drei Ausländer spielen dürfen, Tianjin aber vier unter Vertrag hat, muss Modeste jedes vierte Spiel pausieren: „Das Niveau würde ich zwischen 2. und 3. Liga ansiedeln. Körperlich aber geht es schon einigermaßen zur Sache. Wir spielen in der Regel vor 15.000 bis 20.000 Zuschauern.“

Kuranyi plant sein Abschiedsspiel auf Schalke

Der ehemalige Nationalspieler Kevin Kuranyi (35) plant, am 2. April 2018 in der Veltins-Arena auf Schalke sein Abschiedsspiel zu bestreiten. „Das war emotional meine schönste Station. Die Fans haben mir ein Mega-Gefühl geschenkt. Und deshalb komme ich auch bald dorthin zurück“, sagte der ehemalige S04-Profi der „Bild am Sonntag“.

Kuranyi weiter: „Da lade ich dann viele ehemalige Kollegen wie Marcelo Bordon, Manuel Neuer, Julian Draxler und Lincoln ein. Aber auch Nicht-Schalker wie Mario Götze, Roberto Carlos und Michael Ballack sollen dabei sein. Und alle Fans können kommen, Tickets gibt’s demnächst und den Erlös spende ich.“

Als Coach soll möglicherweise Bundestrainer Joachim Löw fungieren: „Überragende Idee! Wir verstehen uns seit Jahren wieder richtig gut und haben ein tolles Verhältnis. Wenn er bei diesem Spiel den Trainer macht, glauben uns auch endlich alle, dass wir keine Probleme mehr haben. Ich werde ihn einfach fragen, ob er Lust hat!“

Kuranyi war 2008 während eines Länderspiels aus dem Dortmunder Signal Iduna Park geflohen, weil ihn Löw nicht in den Kader berufen und auf die Tribüne gesetzt hatte. Der Ex-Stuttgarter machte danach kein Länderspiel mehr.

James trotz Verletzung für Kolumbien nominiert

Bayern Münchens Superstar James steht trotz seiner Oberschenkelverletzung im Aufgebot der kolumbianischen Nationalmannschaft für die WM-Qualifikationsspiele am 31. August in Venezuela und am 5. September gegen Brasilien. Dabei hatte Bayern-Trainer Carlo Ancelotti für Montag erst noch eine Untersuchung angekündigt, „danach entscheiden wir, ob er in der Nationalmannschaft spielen kann“. Wenn James fit sei, „ist das okay für mich“.

Der 26-Jährige hatte sich am 1. August einen Muskelbündelriss im Oberschenkel zugezogen und trainierte zuletzt nur individuell. James, der auch am Samstag bei Werder Bremen (2:0) ausgefallen war, würde ohne Spielpraxis zur Nationalmannschaft fliegen. Kolumbien ist derzeit Zweiter in der Südamerika-Gruppe und hat gute Chancen, sich für die WM 2018 in Russland zu qualifizieren.

WIe finden die Bayern James’ Länderspielnominierung?
WIe finden die Bayern James’ Länderspielnominierung? © dpa | Marius Becker

James hatte sich in der vergangenen Woche bei einem adidas-Termin zu dem Thema zurückhaltend geäußert. „Das muss Bayern mit dem kolumbianischen Verband abklären. Ich bin nur Angestellter. Man muss schauen, was passiert“, sagte die Leihgabe von Real Madrid. Nationalcoach José Pekerman (67) soll sich Medienberichten aus Kolumbien zufolge sogar in München mit Ancelotti getroffen haben.

Grundsätzlich sind den Bayern die weiten Reisen ihrer südamerikanischen Stars wie etwa bei Arturo Vidal (Chile) oder in der vergangenen Saison bei Douglas Costa (Brasilien) zu Länderspielen ein Dorn im Auge. Die Spieler würden „zum Teil nicht seriös behandelt“, hatte Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge zuletzt einmal moniert. Es besteht für die Vereine aber Abstellungspflicht.

Hecking mahnt zu Gelassenheit mit Videobeweis

Gladbach Trainer Dieter Hecking hat alle Beteiligten in der Bundesliga zu mehr Gelassenheit im Umgang mit dem Videobeweis aufgerufen. „Ich denke, dass wir schon wieder viel zu negativ darüber denken. Natürlich sind im Moment Probleme da. In Deutschland schreien dann gleich die Leute auf. Wir müssen da alle toleranter werden im Umgang mit dem Video-Schiedsrichter“, sagte Hecking nach dem 2:2 von Gladbach beim FC Augsburg.

„Wir versuchen jetzt schon nach dem ersten Spieltag, das Negative zu finden. Die Angriffsfläche ist natürlich da. Und wenn man nach 100 Tagen sieht, es geht nicht, dann wird es eingestampft werden. Ich denke aber, dass nach 100 Tagen die Schwierigkeiten beseitigt sein werden und wir alle die Gerechtigkeit erfahren, die wir uns davon erhoffen“, meinte Hecking.

Italien: Buffon kritisiert Videobeweis

Anders als Hecking hat Juves Kapitän Gianluigi Buffon den Einsatz des Videobeweises seit Beginn der Serie-A-Saison kritisiert. „Ich dachte, dass der Videobeweis nur in eklatanten Fällen verwendet werden würde. Dabei wird er übertrieben genutzt. Das ist falsch“, schimpfte der 39-Jährige, der sich über zu viele Spielunterbrechungen beklagte.

Dabei hatte sich Buffon anfangs positiv über die Einführung des Video-Assistenten zur Unterstützung des Schiedsrichters ausgesprochen. Juves Coach Massimiliano Allegri zeigt sich gelassener. „Man muss mit dem System Geduld haben. Man braucht eine Eingewöhnungszeit. Auch die Schiedsrichter arbeiten, um die Situation zu verbessern“, betonte Allegri.

Der Trainer vom FC Genua, Ivan Juric, der das Duell gegen Juventus am Sonnabendabend 2:4 verloren hat, sieht die Lage anders. „Ich mag den Videobeweis. Meiner Ansicht nach wird er das Spiel verbessern und mehr Fairness garantieren. Am Ende wird das Spielergebnis immer gerechter sein“, sagte Juric.