FC Bayern München

Uli Hoeneß mit mehr als 97 Prozent gewählt

Da ist er wieder: Uli Hoeneß zog im Audi Dome die Blicke der Bayern-Mitglieder und Medienvertreter auf sich

Da ist er wieder: Uli Hoeneß zog im Audi Dome die Blicke der Bayern-Mitglieder und Medienvertreter auf sich

Foto: Getty Images

Die Rückkehr des alten, neuen Präsidenten führt rund um die Jahreshauptversammlung des Meisters zu bemerkenswerten Szenen.

München. Schon beim gemeinsamen Einmarsch mit der Vereinsführung schritt der gefeierte Uli Hoeneß erhobenen Hauptes vorneweg. Begleitet von großem Beifall und ein paar „Uli, Uli“-Rufen nahm der 64-Jährige am Freitagabend im Fokus von zahlreichen Kameras lange vor seiner neuen Krönung zum Präsidenten bei der Jahreshauptversammlung des FC Bayern München in der ersten Reihe des mit 6000 Menschen vollbesetzten Audi Domes Platz. Hoeneß wirkte erwartungsfroh.

Zu Recht: Am Abend wurde der alte zum neuen Präsidenten. Mit nur 108 Gegenstimmen und 58 Enthaltungen wählten die 7152 Mitglieder ihn ins Amt. „Uli Hoeneß, Du bist der beste Mann“, skandierten seine Anhänger in der vollbesetzten Halle. „Ich möchte mich bei Ihnen allen sehr herzlich bedanken. Und ich verspreche Euch, ich werde Euch nicht enttäuschen“, rief Hoeneß den Mitgliedern strahlend zu.

Auch der scheidende Präsident Karl Hopfner wurde von der Vereinsschar mit lang anhaltendem Beifall gefeiert, als er die Versammlung in München wegen des großen Andrangs mit rund 25 Minuten Verspätung eröffnete. „Das berührt mich wirklich“, sagte Hopfner. Er und Hoeneß suchten vor der Versammlung das eigens wegen des großen Interesses vor der Halle aufgebaute Zelt für 2000 Personen auf, in das etliche Mitglieder ausweichen mussten. In der Halle war einfach nicht mehr Platz.

Beginn musste verschoben werden

Doch etliche Mitglieder wollten nicht in das Zelt gehen. Stattdessen skandierten sie "Absagen, absagen". Deshalb trat Hoeneß höchstselbst vor die Halle und versuchte im Verbund mit Hopfner die Fans zu beruhigen. "Mir tut's doch am allermeisten leid", sagte Hoeneß in ein Mikrofon.

Schon am Mittag hatten sich die ersten Mitglieder am Veranstaltungsort eingefunden, vor Öffnung der Halle um 17 Uhr drängten sich Hunderte vor den Absperrungen. Rund um den Audi Dome brach bereits drei Stunden vor dem geplanten Beginn der Veranstaltung zwischenzeitlich der Verkehr zusammen.

Bayern vermelden Rekordgewinn

Schon Stunden vor der spektakulären Rückkehr von Vereinspatron Hoeneß verkündete der deutsche Fußball-Rekordmeister Rekorde bei Umsatz und Gewinn. Der vom Verein ausgegliederte Gesamtkonzern steigerte im Geschäftsjahr 2015/16 seinen Umsatz um über 100 Millionen Euro auf eine Bestmarke von 626,8 Millionen Euro. Das sind rund 20 Prozent mehr als im Vorjahr (523,7 Millionen). Der Gewinn liegt bei 33 Millionen Euro und rund zehn Millionen Euro über der bisherigen Rekordmarke beim Überschuss nach Steuern von 23,8 Millionen aus der Saison 2014/15.

Zum 24. Mal in Serie wirtschaftet der deutsche Fußballkrösus nach eigenen Angaben profitabel. Die Zahl der Mitglieder beim weltweit größten Sportverein stieg von 270 329 auf 284 041 an. In der Saison 2015/16 gewannen die Münchner die Meisterschaft, den DFB-Pokal und erreichten das Champions-League-Halbfinale unter Pep Guardiola. Die Trophäen waren wie auch der in der aktuellen Spielzeit gewonnene Supercup auf der Bühne ausgestellt.

Auch Ancelotti huldigt Hoeneß

„Unsere steigende Finanzkraft hat vorrangig das Ziel, regelmäßig die notwendigen Investitionen in den Lizenzspielerkader zu tätigen, um weiterhin in der europäischen Top-Elite konkurrenzfähig zu sein. Dabei sind wir unserer Maxime – maximaler sportlicher Erfolg bei wirtschaftlicher Solidität – stets treu geblieben“, sagte Finanzchef Jan-Christian Dreesen. Man sei „wirtschaftlich weiterhin auf höchstem Champions-League-Niveau“.

Doch wichtiger als die Zahlen war an diesem Abend die Rückkehr des Vereinskönigs. „Es ist ein wichtiger Moment für den Club - und Uli Hoeneß ein bedeutender Mann für den Verein“, sagte Trainer Carlo Ancelotti, der am Vorabend des Topspiels gegen Bayer Leverkusen der Veranstaltung beiwohnte.

Hoeneß war im März 2014 am Tag nach seiner Verurteilung zu einer dreieinhalbjährigen Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung von seinen Ämtern als Präsident und Aufsichtsratschef des FC Bayern zurückgetreten. Hopfner, der danach eingesprungen war, trat am Freitagabend nicht mehr zur Wahl an.