Länderspiel in Hamburg

Was BVB-Star Julian Weigl vom Futsal lernte

Julian Weigl (21) von Borussia Dortmund ist einer der talentiertesten und aussichtsreichsten deutschen Nationalspieler

Julian Weigl (21) von Borussia Dortmund ist einer der talentiertesten und aussichtsreichsten deutschen Nationalspieler

Foto: Witters

Der Nationalspieler über Technik, Taktik und Tücken. Julian Weigl wurde beim Futsal von Scouts für den Profifußball entdeckt.

Hamburg. Julian Weigl von Borussia Dortmund ist einer der besten Nachwuchsspieler im deutschen Fußball überhaupt. Mit 21 Jahren blickt er bereits auf eine höchst erfolgreiche Bundesliga-Saison zurück, auf eine Berufung in die Nationalmannschaft von Bundestrainer Joachim Löw und spielt derzeit auch in der Champions League. Wir sprachen mit ihm über Futsal. Am 30. Oktober und am 1. November finden im Wilhelmsburger Inselpark die ersten beiden Länderspiele dieser Fußball-Variante statt. Gegner ist jeweils die englische Mannschaft.

Herr Weigl, es wird erzählt, dass Sie beim Futsal entdeckt wurden.

Julian Weigl: Ja, das stimmt. Mit 1860 Rosenheim habe ich damals bei der bayerischen Meisterschaft im Futsal teilgenommen. Nach den Gruppenspielen und vor dem Halbfinale kam der Chefscout von 1860 München zu mir, wir haben kurz miteinander gesprochen – und so hat es sich entwickelt. Ich bin danach von den Verantwortlichen von 1860 noch einmal angerufen und zum Training eingeladen worden.

Was waren Ihre größten Erfolge im Futsal?

Weigl: Ich weiß noch, dass ich bei der süddeutschen Meisterschaft Torschützenkönig war und zum besten Spieler gewählt worden bin. Über dieses Turnier haben wir uns für die deutsche Meisterschaft qualifiziert. Leider sind wir dabei nur Zweiter geworden. Ein tolles Erlebnis war es trotzdem. Außerdem haben wir bei den deutschen Meisterschaften im Futsal Karten für ein Spiel von Borussia Dortmund bekommen. Meinen ersten Besuch im Signal-Iduna-Park verdanke ich also dem Futsal.

Wann haben Sie zum letzten Mal Futsal gespielt?

Weigl: Nach meiner Zeit bei 1860 Rosenheim war es mit dem Futsal vorbei. Für 1860 München habe ich dann noch ein „normales“ Hallenturnier gespielt. Aber zugeschaut habe ich noch häufig beim Futsal. Eigentlich immer, wenn ich in der Heimat war. Es ist einfach ein großartige Variante – zuschauen macht da richtig viel Spaß.

Was sind die Vorzüge des Futsal?

Weigl: Futsal ist für die Entwicklung der Technik auf jeden Fall sehr, sehr gut. Man lernt, auch auf engeren Räumen fast alle Situationen spielerisch zu lösen. Da der Ball nur kaum springt wird man noch mehr gezwungen, flache Pässe zu spielen. Futsal ist eine gute Schule, eine gute Alternative.

Sind die Regeln des Futsal aus Ihrer Sicht komplett sinnvoll? Oder haben Sie Verbesserungsvorschläge?

Weigl: Manches finde ich schon extrem. Dass man nur fünf Sekunden hat, um den Ball wieder ins Spiel zu bringen zum Beispiel. Gut finde ich, dass Fouls addiert werden und es nach dem sechsten Foul einen Zehn-Meter gibt. Das Spiel wird dadurch nicht so ruppig, die Verletzungsgefahr ist also geringer als beim normalen Hallenfußball.

Seit einigen Monaten hat der DFB eine offizielle Futsal-Nationalmannschaft.

Weigl: Ja, das habe ich mitbekommen. Ein Kumpel von einem guten Freund von mir wurde dort mal zur Sichtung eingeladen, daher habe ich die Entwicklung ein wenig verfolgt. Ich halte das für sehr sinnvoll. Aber es wird wohl noch dauern, bis wir auf internationalem Top-Niveau angekommen sind. Spanien und Brasilien sind richtig stark, es ist schon krass, was die im Futsal teilweise für Aktionen drauf haben.

Ist ein Gastspiel von Julian Weigl bei der Futsal-Nationalmannschaft denkbar?

Weigl: Lust hätte ich schon mal, mit den Jungs zu kicken (lacht). Aber es ist schon sehr lange her, dass ich selber gespielt habe. Da weiß ich nicht, ob ich wirklich eine Bereicherung für das Team wäre.

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