Fussball-Ticker

Werder-Kapitän Fritz macht Politik in der Trainerfrage

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Werder-Profis wollen Nouri behalten

Interimscoach Alexander Nouri bekommt in der Trainerfrage bei Werder Bremen immer mehr Rückendeckung aus der Mannschaft. „Es gibt keinen in der Mannschaft, der sagt: Wir wollen unbedingt einen Trainerwechsel“, sagte Werder-Kapitän Clemens Fritz am Mittwoch.

Offiziell sind die Verantwortlichen in Bremen nach der Beurlaubung von Viktor Skripnik immer noch auf der Suche nach einem Nachfolger. Nouri als bisheriger Coach von Werders Drittligateam hat die Profis vorerst übergangsweise übernommen und seitdem 1:2 gegen Mainz verloren und 2:1 gegen Wolfsburg gewonnen. Auch am Sonnabend beim SV Darmstadt soll Nouri Werders Bundesligateam betreuen.

„Er ist sehr, sehr motiviert und engagiert und führt sehr, sehr viele Gespräche“, lobte Fritz den 37-Jährigen: „Wir als Mannschaft haben sehr, sehr gut mit Alexander Nouri zusammengearbeitet.“

Werder-Sportchef Frank Baumann hatte zuletzt über die Trainersuche gesagt: „Es kann sein, dass Alex Nouri das ist. Es kann aber auch sein, dass wir einen Trainer finden, der besser passt zur aktuellen Situation von Werder Bremen.“

Nach Allardyce-Skandal: weitere Enthüllungen angekündigt

Einen Tag, nachdem Reporter des britischen „Daily Telegraph“ Englands Nationaltrainer Sam Allardyce mit heimlich gefilmten Aussagen zu Fall gebracht haben, hat das Blatt weitere Enthüllungen angekündigt. Acht aktuelle und ehemalige Premier-League-Trainer hätten den Recherchen zufolge Schmiergeld für Spielertransfers erhalten, schrieb die Zeitung. Sie berief sich auf Aussagen von Spielervermittlern. Details würden in den kommenden Tagen veröffentlicht, sagte ein „Telegraph“-Sprecher am Mittwoch.

Darunter sei auch der Name eines Co-Trainers, der von Undercover-Reportern umgerechnet 5800 Euro (5000 Pfund) an Schmiergeld entgegengenommen haben soll. Das Blatt habe „umfassende Beweise“ für Korruption im Fußball gefunden, hieß es.

Am Dienstag hatte der „Telegraph“ heimlich gedrehte Aufnahmen veröffentlicht, die Ex-Nationaltrainer Allardyce im Gespräch mit vermeintlichen Geschäftsleuten zeigen. Zu hören ist, wie der 61-Jährige Tipps zum Umgehen von Transferregeln gibt und Interesse an einem lukrativen Beratervertrag zeigt. Der Vorstand des englischen Fußballverbands FA hatte sich noch am selben Tag von seinem Nationaltrainer Allardyce getrennt.

Serbien klagt wegen Kosovo

Der serbische Fußballverband geht vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS gegen die Aufnahme des Kosovo in die Uefa vor. Der CAS in Lausanne setzte nach eigenen Angaben für den 31. Oktober eine Anhörung in dem Fall an. Kosovo sei kein eigener Staat, gehöre auch nicht der UNO an und dürfe daher kein Mitglied der Europäischen Fußball-Union sein, argumentieren die Serben.

Schließlich sei die fast nur noch von Albanern bewohnte frühere Provinz nach einer Resolution des UN-Sicherheitsrates aus dem Jahr 1999 immer noch ein Teil Serbiens, heißt es weiter. Allerdings ist das vor acht Jahren von Serbien abgefallene Kosovo inzwischen von deutlich mehr als 100 Staaten völkerrechtlich anerkannt worden.

Die Anwälte des serbischen Fußballverbandes hatten bereits im Mai beim CAS einen Klage-Schriftsatz eingereicht.

Das Kosovo war zum Auftakt der WM-Qualifikation für 2018 zu einem 1:1 gegen Finnland gekommen. Zuvor hatte die Uefa das Neu-Mitglied aus Sicherheitsgründen der Gruppe I zugeteilt und damit ein Aufeinandertreffen mit Bosnien-Herzegowina in der Gruppe H vermieden.

Goretzka und Choupo-Moting fraglich

Schalke muss im zweiten Vorrundenspiel der Europa League am Donnerstag (19 Uhr/Sport1 und Sky) gegen RB Salzburg möglicherweise auf die Offensivspieler Leon Goretzka und Eric Maxim Choupo-Moting verzichten. Goretzka habe "Probleme mit der Muskulatur", sein Einsatz sei fraglich, sagte Trainer Markus Weinzierl am Mittwoch. Choupo-Moting habe einen Schlag abbekommen und nur reduziert trainiert.

Nach dem Horrorstart mit fünf Bundesliga-Pleiten forderte der Coach gegen den österreichischen Meister: "Jeder muss sich zerreißen." Sein Team müsse die Leistung vom 1:0 zum Europacup-Auftakt beim OGC Nizza wiederholen: "Das muss der Maßstab auch für die Bundesliga sein."

Mit einem Sieg gegen Salzburg soll die Mannschaft Selbstvertrauen für das nächste Bundesliga-Spiel am kommenden Sonntag (17.30 Uhr/Sky) gegen Borussia Mönchengladbach gewinnen: "Wir wollen den Schwung in die Bundesliga mitnehmen."

Hoeneß vergleicht sich mit Lahm

Uli Hoeneß sieht bei Kapitän Philipp Lahm das Bestreben, nach Ablauf der aktiven Fußballer-Karriere ein Führungsamt bei Rekordmeister Bayern München zu übernehmen. "Es gibt tatsächlich Parallelen zu meinen Anfängen als Manager", sagte Hoeneß der Sport Bild: "Ich habe mich da hineingearbeitet, weil es immer mein Traum war, bei Bayern München diesen Job zu machen. Dass ich diese Ambitionen nun auch bei Philipp sehe, freut mich da natürlich."

Lahm hängt seine Fußball-Schuhe 2018 an den Nagel. Dass er dann beim FC Bayern eine andere, wie auch immer geartete Funktion übernehmen wird, gilt nach Gesprächen mit dem designierten Präsidenten Hoeneß und Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge als sehr wahrscheinlich. "Wenn Philipp hier nicht nur der Repräsentant werden will, sondern jemand, der auch etwas zu sagen hat, dann muss er die Fähigkeit mitbringen, sich vernetzen zu können", sagt Hoeneß. Und Lahm erfülle diese Voraussetzung.

In der Philipp Lahm Holding bündelt der 32-Jährige sieben Beteiligungen an verschiedenen Unternehmen. "Je früher ich mich vorbereiten kann, desto besser", sagt er über seine Karriere nach der Karriere. Hoeneß meinte: "Was mir besonders gefällt ist, dass er nicht nur seinen Namen spazieren trägt, und hofft, dass alles mit dem Etikett 'Weltmeister Philipp Lahm' von allein läuft, sondern er sich in die Dinge richtig einarbeitet."

Der langjährige Bayern-Macher beobachtet mit Freude, wie Lahm mit Wirtschaftsbossen auf Augenhöhe agiert. Dies sei im modernen Fußball eine wichtige Eigenschaft von Führungspersonen, sagte er.

Schipplock wieder im 98-Training

Darmstadt hofft im Heimspiel gegen Werder Bremen am Sonnabend auf die Rückkehr von Aytac Sulu und Sven Schipplock. Beide Profis nahmen am Mittwoch wieder am Training der „Lilien“ teil. Kapitän Sulu hat in dieser Saison wegen Wadenproblemen noch kein Punktspiel bestritten, der vom HSV ausgeliehene Stürmer Schipplock fehlte zuletzt wegen einer Zerrung.

Allardyce zeigt nach Rausschmiss Reue

Nach dem Verlust des Postens als Teammanager der englischen Nationalmannschaft hat Sam Allardyce Fehler eingeräumt. "Es war eine Dummheit, und ich zahle dafür den Preis", sagte der 61-Jährige, der am Dienstagabend nur 68 Tage nach seiner Berufung vom Verband FA entlassen wurde: "Ich bin in eine Falle getappt."

Allardyce war im August bei einem Gespräch mit Reportern der englischen Zeitung Telegraph, die sich als Investoren ausgegeben hatten, gefilmt worden. Der Coach soll in der Unterhaltung gesagt haben, dass es möglich sei, die Regularien des englischen Verbandes FA bezüglich der Dritteigentümer-Verträge zu umgehen.

Der Weltverband Fifa und die FA haben diese Praxis verboten. Außerdem habe Allardyce mit den angeblichen Investoren einen Beratervertrag unterschrieben, der ihm 461.000 Euro einbringen sollte.

Der ehemalige Teammanager, der erst im Juli die Three Lions übernommen hatte, entschuldigte sich bei der FA für sein Verhalten und wünschte dem Interimstrainer viel Glück: "Ich wünsche Gareth Southgate und allen England-Jungs nur das Beste."

Mehr zum Fall Allardyce lesen Sie hier.

Schalke-Legenden im Twitter-Fight mit RB

Schalkes Europa-League-Gegner RB Salzburg liefert sich vor dem Duell am Donnerstag (19 Uhr/Sky und Sport1) in der Gelsenkirchener Veltins-Arena ein heißes Wortgefecht mit dem ehemaligen S04-Manager Andreas Müller, der aktuell als Sportdirektor bei Salzburgs Ligarivalen Rapid Wien fungiert.

Müller, der 1997 als Spieler Uefa-Cup-Sieger mit den Schalker Eurofightern wurde, hatte im Vorfeld der Begegnung seine Sympathien für die Königsblauen deutlich kundgetan: "Die Mannschaft muss alles tun, um gegen Salzburg den so wichtigen Heimsieg zu holen", sagte der ehemalige Mittelfeldspieler: "Ich bin auch überzeugt davon, dass ihnen das gelingt. Zumindest drücke ich ihnen die Daumen."

Die Salzburger reagierten mit einem bittersüßen Tweet, in dem sie auf die Uefa-Fünfjahreswertung und die Solidarität unter österreichischen Klubs anspielten: "#PunktefürÖsterreich Wir wünschen Rapid Wien fürs Europa-League-Auswärtsspiel am Donnerstag in Bilbao alles Gute! #AllesMülleroderwas", schrieb der österreichische Meister.

Der Konter von Rapid, wo mit Mike Büskens auch ein ehemaliger Eurofighter als Trainer arbeitet, folgte prompt: "Aus österreichischer Sicht gönnen wir jedem rot-weiß-roten Teilnehmer möglichst viele Punkte, wenn aber eine Vereinslegende, die mehr als zwei Jahrzehnte für ihren Club ... tätig war, diesem die Daumen drückt, ist das nicht überraschend und ehrlich, wenn es ... auch gesagt wird!"

Auch Overath vergleicht FC mit Leicester

Nach Lukas Podolski hat auch Wolfgang Overath den 1. FC Köln mit dem englischen Sensations-Champion Leicester City verglichen. "Im Fußball ist alles drin, das hat man zuletzt wieder an Mainz und in England an Leicester City gesehen. Alles, was in der Bundesliga nach den ersten drei, vier Mannschaften kommt, ist qualitativ relativ gleich, das gilt auch für den FC", sagte Kölns 72 Jahre alte Ikone Overath im Interview der "Sport Bild".

Am Sonnabend müssen die noch ungeschlagenen Rheinländer allerdings bei Tabellenführer Bayern München (15.30 Uhr antreten. Overath war 2011 als Präsident des ersten Bundesliga-Meisters zurückgetreten.

Für den aktuellen Erfolg macht der einstige Weltklasse-Mittelfeldspieler Sportdirektor Jörg Schmadtke und Trainer Peter Stöger verantwortlich. Overath: "Schmadtke ist das Beste, was dem FC passieren konnte, wenn man sich seine Transfers anguckt und wie es läuft in Zusammenarbeit mit Stöger. Was Stöger aus diesen Spielern herausholt, imponiert mir."

Schalke macht mehr Verlust als 2015

Schalke hat im ersten Halbjahr 5,9 Millionen Euro Verlust gemacht, rund eine Million mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Bundesligist machte für das Minus die unterschiedliche Verteilung der Einnahmen vor allem in den Pokalwettbewerben in Hin- und Rückrunde verantwortlich.

Der Umsatz zwischen dem 1. Januar und dem 30. Juni 2016 belief sich auf 102,3 Millionen Euro und lag damit etwa so hoch wie im selben Zeitraum des Vorjahres. Dabei konnten die Sponsoringerlöse auf 35,9 Millionen Euro (Vorjahr: 32,6) sowie die Erlöse bei den medialen Verwertungsrechten auf 32,6 Millionen Euro (Vorjahr: 28,0) gesteigert werden, wie Schalke am Mittwoch mitteilte.

Der um das außerordentliche Ergebnis bereinigte Gewinn vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern (EBITDA) stieg im Berichtszeitraum auf 13,9 Millionen Euro (Vorjahr: 12,7). Für das Gesamtjahr 2016 rechnet der Verein mit Umsätzen auf Vorjahresniveau sowie mit einem Jahresüberschuss im unteren zweistelligen Millionenbereich.

Pizarro zurück im Werder-Training

Werders Serge Gnabry wird derzeit im Training geschont. Der Neuzugang des FC Arsenal pausierte auch am Mittwoch, nachdem er am Dienstag aufgrund von Kniebeschwerden das Training abbrechen musste. Nach Clubangaben handelt es sich jedoch nur um eine Vorsichtsmaßnahme. Der 21-Jährige soll am Donnerstag wieder einsteigen. Ein Einsatz am Sonnabend beim SV Darmstadt 98 sei nicht gefährdet.

Dafür ist Torjäger Claudio Pizarro wieder zurück. Der 37-Jährige trainierte am Mittwoch zumindest wieder individuell. Der Routinier kämpfte in den vergangenen Wochen mit muskulären Problemen. Sein Saisondebüt dürfte noch auf sich warten lassen.

Düsseldorf macht Millionenverlust

Fortuna Düsseldorf hat das am 30. Juni 2016 beendete Geschäftsjahr bei einem Umsatz von rund 29 Millionen Euro mit einem Verlust von 1,88 Millionen Euro abgeschlossen. Wie der Zweitligist am Mittwoch bekanntgab, seien dafür unter anderem die unter den Erwartungen gebliebenen Zuschauerzahlen verantwortlich. Statt der kalkulierten 27.500 hatten in der vergangenen Saison im Schnitt nur 23.000 Fans die Fortuna-Heimspiele besucht. Zudem seien die Merchandising-Einnahmen um 600.000 Euro unter dem Plan geblieben.

Dennoch sieht Robert Schäfer den Club auf einem guten Weg: „Wir wollen im Juni 2017 einen ausgeglichenen Etat vorlegen“, sagte der Vorstandsvorsitzende. So seien die Kosten für das Team von zuletzt zwölf Millionen Euro auf knapp über zehn Millionen Euro gesenkt worden. „Wir haben deutlich eingespart, bislang klar zugunsten der Leistung“, kommentierte Finanzvorstand Paul Jäger. Die Düsseldorfer hatten die vorige Saison als Tabellen-14. abgeschlossen. Derzeit rangiert das Team von Trainer Friedhelm Funkel auf Platz acht. Das Eigenkapital des Traditionsclubs beträgt knapp 4,2 Millionen Euro.

China will unbedingt die WM

China will spätestens im Jahr 2030 die WM ausrichten. "Jeder chinesische Fan hat diesen Traum", sagte Verbands-Vizepräsident Zhang Jian der Nachrichtenagentur AFP. China würde die Endrunde am liebsten schon 2026 ausrichten, das Rotationsprinzip des Weltverbandes Fifa verbietet dies allerdings. Da die WM bereits 2022 in Asien (Katar) stattfindet, ist 2026 laut den Fifa-Regularien ein anderer Kontinent an der Reihe.

Dritter Trainerwechsel in Spanien

Der spanische Erstligist FC Granada hat sich am Mittwoch von Trainer Paco Jemez getrennt. Die Andalusier sind nach sechs Spieltagen der Primera Division noch sieglos und Tabellenvorletzter. Ein Nachfolger ist noch nicht bestimmt worden.

Es ist der dritte Trainerwechsel in La Liga nach dem Rauswurf von Trainer Pako Ayestarán beim FC Valencia und der Beurlaubung von Marcelino beim FC Villarreal, der sogar schon vor dem Saisonstart dem Coach den Laufpass gab.

Altkanzler Schröder mit 96-Appell

Altkanzler Gerhard Schröder (72) wünscht sich mehr Unterstützung lokaler Unternehmen für Hannover 96. "Ich finde, dass die Hannoveraner Wirtschaft sich mehr engagieren könnte und auch sollte", sagte 96-Fan Schröder der "Sport Bild": "Wir haben große Unternehmen in der Stadt. Warum steigt beispielsweise die Continental AG nicht groß ein? Das verstehe ich nicht."

Zugleich warnte Schröder mit Blick auf den Wiederaufstieg vor zu viel Optimismus. "Da wäre ich vorsichtig. Hannover 96 hat eine gute Mannschaft und einen guten Trainer. Aber es ist eine völlig absurde Vorstellung, dass der Wiederaufstieg ein Selbstläufer ist", sagte der SPD-Politiker: "Wer immer das aufbringt, hat keine Ahnung von Fußball."

Nach sieben Spieltagen liegt die Mannschaft von Daniel Stendel mit 14 Punkten auf Rang drei und hat vier Zähler Rückstand auf Tabellenführer Eintracht Braunschweig.