Fussball-Ticker

Nach nur einem Spiel: Englischer Nationaltrainer muss gehen

Sam Allardyce, ehemaliger englischer Nationaltrainer

Sam Allardyce, ehemaliger englischer Nationaltrainer

Foto: Peter Powell / dpa

Aktuelle Meldungen, heiße Gerüchte, scharfe Zitate, Verletzungen und Transfergeflüster. Der Fußball-Ticker hält Sie auf dem Laufenden.

England trennt sich von Sam Allardyce

Nach nur einem Spiel haben sich Englands Fußball-Verband FA und Nationaltrainer Sam Allardyce im gegenseitigen Einvernehmen getrennt. Das gab der Verband nach einem Gespräch mit dem 61-Jährigen am Dienstagabend bekannt. Zuvor hatte die Zeitung „Daily Telegraph“ berichtet, Allardyce habe bei einem Treffen mit verdeckt recherchierenden Reportern Tipps zur Umgehung von Transferregeln gegeben. Die Journalisten hatten sich als Geschäftsleute ausgegeben und filmten heimlich mit. Allardyce war erst am 22. Juli als Nachfolger von Roy Hodgson verpflichtet worden, der nach Englands 1:2 im EM-Achtelfinale gegen Island zurücktrat.

Klaus Allofs lobt Julian Draxler

Wolfsburgs Sportdirektor Klaus Allofs rechnet von nun an mit einem befreit aufspielenden Julian Draxler. Das sei das Ergebnis einer 75-minütigen Aussprache des Teams am Dienstag. „Wer ihn heute in der Sitzung gesehen hat, der hat jemanden gesehen, bei dem man nicht auf die Idee kommt, dass er sich nicht mit der Sache identifiziert“, sagte Allofs bei einer Medienveranstaltung im niedersächsischen Ehra-Lessien. Draxler hatte am Sonntag erstmals seit fast zwei Monaten wieder mit Medienvertretern gesprochen, nachdem er im Sommer in einem Interview seinen Wechsel gefordert hatte. Dies hatte der VfL abgelehnt. Allofs wertete Draxlers jetzige Offenheit als „Befreiung“. Draxler hatte am Sonntag Darstellungen widersprochen, er habe ein grundsätzliches Problem mit der Stadt oder dem Club VfL. Allerdings hatte Draxler auch ein klares Bekenntnis zum Club vermissen lassen und keine Reue gezeigt. Für Allofs ist dies offenbar aber kein Problem: „Im täglichen Umgang mit ihm bekommen wir Bekenntnisse genug.“

Champions League: Hummels fit für Atletico

Der FC Bayern will seine schwarze Spanien-Serie beenden und beim Wiedersehen mit Atlético Madrid einen wichtigen Schritt zum Gruppensieg in der Champions League machen. „Wir treten überall an, um das Spiel zu gewinnen. Wir wollen gewinnen, aber selbst mit einem Punkt kann man sehr gut leben bei Atlético“, sagte Kapitän Philipp Lahm am Dienstag in Madrid. Nach acht Pflichtspielen mit acht Siegen steht für die Münchner der erste echte Härtetest in der Amtszeit von Carlo Ancelotti an. Ancelotti sagte, Mats Hummels sei einsatzbereit. Letztmals konnten die Bayern im Mai 2013 in Spanien gewinnen, damals mit 3:0 beim FC Barcelona.

HSV-Gegner Hertha mit Verletzungssorgen

Hertha BSC muss im Heimspiel am Sonnabend gegen den Hamburger SV höchstwahrscheinlich auf Außenverteidiger Peter Pekarik verzichten. "Peka hat einen kleinen Muskelfaserriss. Wir müssen abwarten, wie es sich bei ihm entwickelt", sagte Trainer Pal Dardai am Dienstag. Auch Ondrej Duda (Aufbautraining), Vladimir Darida (Außenbandriss) und Salomon Kalou, der sich derzeit aus privaten Gründen in der Elfenbeinküste befindet, konnten am Dienstag nicht am Mannschaftstraining teilnehmen. Wieder eine Alternative im Abwehrzentrum ist US-Nationalspieler John Anthony Brooks, der nach Adduktorenbeschwerden am Dienstag ins Training einstieg.

Heftige Krawalle bei Köln-Leipzig

Das Heimspiel des 1. FC Köln gegen Aufsteiger RB Leipzig (1:1) wurde – wie erst nachträglich bekannt wurde – von heftigen Krawallen überschattet. Die Polizei stellte laut eigenen Angaben 16 Strafanzeigen wegen Raubes, Widerstands gegen die Staatsgewalt, Landfriedensbruchs, Körperverletzung und Sachbeschädigung.

Auf dem Gästeparkplatz waren die Reifen von sieben Kleinbussen zerstochen worden, die Polizei setzte Schlagstöcke und Pfefferspray gegen Rowdys ein, ein Beamter wurde verletzt und bleibt eine Woche dienstunfähig. Nach dem Abpfiff hatten insgesamt 100 Kölner Hooligans versucht, in Richtung Gästeblock durchzubrechen. Dies konnte durch massiven Polizei-Einsatz verhindert werden.

"Es ist sehr bedauerlich, dass der erfolgversprechende Start des 1. FC Köln in die Saison durch das beschämende Auftreten dieser Straftäter überschattet wird", sagte Polizeipräsident Jürgen Mathies, "die Polizei Köln wird konsequent gegen diese Gewalttäter vorgehen, nicht zuletzt zum Schutz der zahlreichen echten FC-Fans."

Köln-Präsident Werner Spinner kritisierte das Verhalten der Chaoten auf das Schärfste, aber "es war seit Langem der erste Rückfall bei Heimspielen. Wenn es strafrechtlich relevante Taten gegeben hat, sind wir sehr an den Namen interessiert, damit diese von allen Seiten zur Rechenschaft gezogen werden können".

Schubert verlängert bei Gladbach

Ex-St.-Pauli-Trainer André Schubert hat seinen Vertrag bei Borussia Mönchengladbach vorzeitig um zwei Jahre bis 2019 verlängert, wie die Fohlen bekannt gaben. Der 45-Jährige hatte im September 2015 den zurückgetretenen Lucien Favre zunächst als Interimscoach beerbt und zwei Monate später einen Vertrag als Cheftrainer erhalten. "André macht sehr gute Arbeit. Er hat die Mannschaft in die Champions League geführt, in den 34 Bundesligaspielen unter seiner Regie haben wir 65 Punkte geholt. Das ist eine herausragende Bilanz", sagte Sportdirektor Max Eberl.

Höwedes stellt die Mentalitätsfrage

Kapitän Benedikt Höwedes hat die Krise bei Schalke 04 auf die Denkweise der Spieler zurückgeführt. Hauptsächlich sei es „eine Mentalitätsfrage“, sagte der Weltmeister Sport1. Klar sei, je mehr Spiele man am Stück verliere, desto schwieriger werde es. Schalke hat in der Bundesliga in fünf Spielen noch keinen einzigen Punkt geholt. Die Gelsenkirchener sind mit ihrem neuen Trainer Markus Weinzierl so schlecht wie noch nie in eine Saison gestartet.

Deswegen seien die Beine schwerer. „Es ist irgendwie schwieriger, einen Pass zu spielen. Aber jetzt ist die Zeit gekommen, wo wir alle unseren Mann stehen müssen. Dann kommen einfachste Dinge auch wieder zum Tragen und das Glück kommt wieder zurück“, sagte Höwedes.

Schon im Europa-League-Heimspiel am Donnerstag gegen RB Salzburg soll es besser werden. Zum Auftakt der Gruppenphase gab es einen Sieg in Nizza. Da sei all das besser gewesen, was momentan kritisiert werde, sagte Höwedes. „Wir hatten eine hohe Mentalität, eine große Laufbereitschaft und einen guten Zug zum Tor.“ Wenn man das wieder umsetze, werde man auch gegen Salzburg gewinnen und auch danach erfolgreich sein. „Das sind Grundtugenden, die wir einfach auf den Platz bringen müssen. Das hat zuletzt ein wenig gefehlt.“

Englands Trainer sorgt für Skandal

Schwere Vorwürfe gegen Englands Nationaltrainer Sam Allardyce: Der 61-Jährige soll heimlich dabei gefilmt worden sein, wie er Tipps zum Umgehen der Transferregeln gibt. Das berichtete der „Daily Telegraph“.

Allardyce war wohl im August bei einem Gespräch mit angeblichen Investoren aus dem Fernen Osten gefilmt worden. Der Coach soll in dem Gespräch gesagt haben, dass es möglich sei, die Regularien des englischen Verbands FA bezüglich der Dritteigentümer-Verträge zu umgehen. Die FA und auch der Weltverband Fifa haben diese Praxis verboten.

Bei den Investoren soll es sich in Wirklichkeit um verdeckte Reporter des „Telegraph“ handeln. Wie die BBC berichtet, liegt das Filmmaterial bereits dem englischen Verband vor, der Ermittlungen aufgenommen hat. Laut „Telegraph“ soll sich Allardyce auch über seinen Vorgänger Roy Hodgson lustig gemacht und einen Beratervertrag mit den „Investoren“ abgeschlossen haben.

Wendell erstmals in Selecao berufen

Der Leverkusener Außenverteidiger Wendell ist erstmals in die brasilianische Nationalmannschaft berufen worden. Der 23 Jahre alte Linksverteidiger rückt als Ersatz des verletzten Marcelo von Champions-League-Sieger Real Madrid für die anstehenden WM-Qualifikationsspiele gegen Bolivien (6. Oktober) und in Venezuela (11. Oktober) in die Selecao nach.

Neben Marcelo und dessen Clubkollegen Casemiro musste auch Flügelstürmer Douglas Costa von Bayern München mit einer Muskelverletzung im rechten hinteren Oberschenkel für den Eliminatorias-Doppelspieltag absagen. Als Nachrücker berief Nationaltrainer Tite zudem Taison von Schachtjor Donetzk (Ukraine) sowie Rafael Carioca vom brasilianischen Erstligisten Atlético Mineiro aus Belo Horizonte.

Champions League: Dortmund empfängt Real

Rund 66.000 Fans werden im ausverkauften Stadion auf einen Heimsieg der Gelb-Schwarzen gegen das Königliche Star-Ensemble rund um Ronaldo, Benzema und Bale hoffen.
Champions League: Dortmund empfängt Real
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