Kommentar

Ein Plädoyer für die Vielfalt im Sport

Notwendig ist das Box-Bundesligateam nicht, aber schön. Immerhin ist Hamburg 2017 Ausrichter der WM im olympischen Boxen.

Kennen Sie die St. Pauli Buccaneers? Den DUC Hamburg? Komba Holstein Pinneberg? Wenn nicht, sollten Sie sich nicht allzu sehr grämen, auch wenn Sie Sportfan sind. Buccaneers (Flagfootball), DUC (Unterwasserrugby) und Komba (Kegeln) sind zwar drei der 51 Bundesliga- und 36 Zweitligateams, die Hamburg im Spieljahr 2015/16 in ihren Sportarten auf höchster nationaler Ebene vertraten. In die Nische allerdings, in der Leistungssport oft stattfindet, fällt das Scheinwerferlicht der großen Bühne zu selten, als dass man jeden Exoten kennen könnte.

Nun soll in der Spielzeit 2016/17 mit den Hamburg Giants ein Bundesligateam im Boxen dazukommen. Natürlich darf man sich fragen, ob es notwendig ist, einen weiteren Fisch in den überschaubaren Sponsorenpool zu werfen, der abseits des erdrückenden Königs Fußball geblieben ist. Die Antwort lautet: Notwendig ist es nicht, aber schön. Immerhin ist Hamburg 2017 Ausrichter der WM im olympischen Boxen. Einem solchen steht es gut zu Gesicht, auch auf nationaler Ebene mitzuschlagen.

Außerdem sollte eine Stadt, die sich Sportstadt nennt, jede Chance wahrnehmen, um die Vielfalt der Sportlandschaft zu pflegen, zumal mit dem Eishockeyteam der Freezers und den Handballern des HSV zwei Bundesliga-Aushängeschilder verloren gegangen sind. Und wer weiß, welch wichtigen Beitrag die Hamburger Boxvereine in der Integration von Flüchtlingen und Jugendlichen aus sozial benachteiligten Familien leisten, der kann nur unterstützen, dass sie eine neue Plattform erhalten.

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