Deutsche Meisterschaft

UHC Hamburg verteidigt Feldhockey-Titel der Damen

Janne-Müller Wieland (l.) und Nicola Scharlau jubeln

Janne-Müller Wieland (l.) und Nicola Scharlau jubeln

Foto: ThorstenWagner / WITTERS

Der Titelverteidiger setzte sich am Sonntag im Finale in Mannheim gegen Rot-Weiss Köln mit 3:1 im Penaltyschießen durch.

Mannheim/Hamburg. Die Damen vom Uhlenhorster HC sind erneut deutscher Hockey-Meister. Der Titelverteidiger setzte sich am Sonntag im Finale in Mannheim gegen Rot-Weiss Köln mit 3:1 im Penaltyschießen durch und sicherte sich damit den fünften Titel der Clubgeschichte. Den entscheidenden Penalty verwandelte Nationalspielerin Jana Teschke. Zuvor hatte Kölns Lea Stöckel 46 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit den 3:3 (2:2)-Ausgleich erzielt. Vorher hatten Charlotte Stapenhorst (9./40. Minute) und Nina Notman für den UHC getroffen, doch Rebecca Grote (10.) und Franzisca Hauke (29.) jeweils wieder für die Rot-Weissen ausgeglichen.

Hauke: "Trotz Niederlage überragende Saison gespielt"

Große Sportler zeichnet aus, dass sie auch in Momenten bitterer Enttäuschung in der Lage sind, den Blick bereits wieder in die Zukunft zu richten. Und so ließ sich Tobias Hauke am Sonnabendnachmittag nach dem Halbfinale der deutschen Feldhockeymeisterschaft in Mannheim gegen Titelverteidiger Rot-Weiß Köln das Saisonfazit nicht von der 2:4-Niederlage verhageln. „Natürlich ist die Enttäuschung riesig, weil wir hier unbedingt ins Finale wollten. Aber mit dem Halbfinaleinzug und dem dritten Platz in der Euro Hockey League haben wir wieder eine überragende Saison gespielt“, sagte der Welthockeyspieler von 2013.

Natürlich hatte der 28-Jährige, der mit seinen beiden Treffern gegen die Rheinländer den 0:2-Rückstand egalisiert und auch sonst gewohnt dynamisch das Spiel der Schwarz-Gelben gelenkt hatte, recht mit seiner Analyse. Bedenkt man, dass Cheftrainer Christoph Bechmann im vergangenen Sommer zehn Spieler ersetzen musste, darunter die in die niederländische Topliga abgewanderten Leistungsträger Benjamin Stanzl und Johan Björkman sowie der langjährige Kapitän Christopher Borchard, war die Leistung des HTHC wieder beeindruckend.

Im Halbfinale wurde allerdings auch die Schwäche deutlich, die sich durch die gesamte Spielzeit gezogen hatte. Der Angriff ist insgesamt einfach zu harmlos, um gegen die absoluten Topteams bestehen zu können. Aus dem Spiel heraus strahlt der HTHC zu wenig Gefährlichkeit aus. Und wenn dann, wie am Sonnabend, auch noch Standardspezialist Michael Körper nicht die gewohnte Präzision abrufen kann – der Österreicher vergab vier Strafecken – , dann fehlen die nötigen Tore, um enge Entscheidungsspiele zu gewinnen.

"Der Gegner war besser"

„Kölns Sturmreihe war einfach spritziger unterwegs, das hat heute den Unterschied gemacht“, sagte Bechmann, der dennoch die Willensstärke seines Teams lobte. „Nach dem 2:2 waren wir dran, aber letztlich muss man anerkennen, dass der Gegner besser war.“ Das sah auch Tobias Hauke so: „Wir sind nicht gut ins Spiel gekommen, und als wir dann die Kontrolle hatten, sind wir ausgekontert worden. Das ist sehr schade, dennoch können wir stolz auf unsere Saison sein“, sagte der Nationalspieler, der die Spielzeit im August als einziger HTHC-Spieler mit Olympiagold in Rio beschließen kann.

Wie sich das Team im Sommer verändern wird, konnte Bechmann noch nicht sagen. Ein großer Umbruch wie im vergangenen Jahr ist aber ausgeschlossen. Fest stehen bislang nur die Abgänge von Brendan Creed und David Goodfield, die beide zum Perspektivkader Englands für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio zählen und deshalb in die Heimat zurückkehren müssen.