Tennis

Lisicki weint, Witthöft raus - Brown und Beck weiter

Dustin Brown feiert den Sieg bei den French Open

Dustin Brown feiert den Sieg bei den French Open

Foto: Christophe Petit Tesson / dpa

Am Montag war bereits Sabine Lisicki überraschend mit 2:6, 2:6 an Qualifikantin Veronica Cepede Royg (Paraguay) gescheitert.

Paris. Auf ein Mal konnte Sabine Lisicki die Tränen nicht mehr zurückhalten. Während die einstige Wimbledon-Finalistin ihr Erstrunden-Aus bei den French Open erklärte, fing sie ganz unvermittelt an zu weinen. „Ich hoffe einfach, die Freude am Sport wiederzufinden“, sagte Lisicki nach ihrer ganz schwachen Vorstellung. Mit dem 2:6, 2:6 gegen Qualifikantin Veronica Cepede Royg aus Paraguay setzte sich die sportliche Krise am Montag in Paris fort. Damit schied Lisicki als erste von zehn deutschen Damen aus. Für den Lichtblick nach dem Regen sorgte Dustin Brown, dem mit einem Fünf-Satz-Sieg als erstem Deutschen der Sprung in Runde zwei gelang.

Die Hamburgerin Carina Witthöft konnte ihre Satzführung hingegen nicht in einen Sieg ummünzen. Sie scheiterte mit 6:2, 4:6, 2:6 an Sarina Dijas aus Kasachstan.

Annika Beck hat als erste von zehn gestarteten deutschen Tennis-Damen ihr Erstrundenmatch bei den French Open gewonnen. Die Weltranglisten-39. aus Bonn siegte am Montag in Paris 6:1, 6:2 gegen die Qualifikantin Marina Sanewska aus der Ukraine. Beck musste streckenweise allerdings hart für den letztlich deutlichen Erfolg arbeiten. In der nächsten Runde trifft die 22-Jährige entweder auf US-Open-Finalistin Roberta Vinci aus Italien oder Kateryna Bondarenko aus der Ukraine. Im vorigen Jahr hatte Beck bei den French Open die dritte Runde erreicht.

Davon konnte Lisicki zu keinem Zeitpunkt träumen. „Ich habe kein gutes Gefühl gehabt auf dem Platz, ich habe keinen Spaß gehabt“, räumte sie ein - dann bekam sie plötzlich feuchte Augen. „Das Wichtigste ist, die richtigen Leute um sich herum zu haben“, sagte die 26-Jährige, die zuletzt auch durch private Schlagzeilen und die Trennung von Entertainer Oliver Pocher für Aufsehen gesorgt hatte.

Auf dem Platz soll anstelle des bisherigen Trainers Christopher Kas nun der Spanier Salvador Navarro helfen, der auch schon die letztjährige US-Open-Siegerin Flavia Pennetta aus Italien betreute. Eine Probezeit zuletzt in Rom verlief zur Zufriedenheit, seit Sonntag war in Navarro in Paris, wo auch Lisickis Vater half. Zudem gab es zuletzt auch helfende Gespräche mit Bundestrainerin Barbara Rittner.

Als 51. in der Weltrangliste zählt Lisicki nicht mehr zu den Top 50 der Welt und konnte auch im Stade Roland Garros an einem ungemütlichen Nachmittag nicht beweisen, dass sie derzeit zur Elite gehört. Die eigentlich schon für Sonntag angesetzte, wegen Regens aber verschobene Partie begann zweieinhalb Stunden später als geplant, weil über der französischen Hauptstadt seit der Nacht ein Dauerregen niederging. Als es endlich trocken war, sahen die Zuschauer bei zwölf Grad auf der kleinen Tribüne am Platz 15 eine einseitige Partie - zugunsten der Außenseiterin aus Paraguay, die in der Weltrangliste nur an Position 161 geführt wird.

Nach dem ersten Spielgewinn zum 1:4 im zweiten Durchgang musste Lisicki sogar lächeln - es wirkte wie Galgenhumor, während ihre Kontrahentin wie bei jedem Seitenwechsel den Kopf unter einem Handtuch verbarg. Nach nur 59 Minuten und dem 34. unerzwungenen Fehler war der trostlose Auftritt vorbei.

Brown kämpft sich durch

Als sich etwas später die Sonne zeigte, gewann Brown das im vierten Satz beim Stand von 1:1 wieder aufgenommene Match gegen Sela 6:7 (5:7), 6:4, 7:6 (7:5), 6:4. Nach 3:33 Stunden beendete er die am Sonntag abgebrochene Partie und durfte nach geschaffter Qualifikation über den ersten Fünf-Satz-Sieg seiner Karriere jubeln. „Das ist viel mehr, als ich erwartet hatte von diesem Turnier. Wir hatten beide recht viel mit den Nerven zu tun am Ende“, berichtete der 31-Jährige. Nächster Gegner ist der an Nummer 23 gesetzte Amerikaner Jack Sock. Insgesamt sieben deutsche Herren stehen im Hauptfeld, Benjamin Becker war am Sonntag schon ausgeschieden.

Titelverteidiger Stan Wawrinka aus der Schweiz machte es spannend, setzte sich aber letztlich noch 4:6, 6:1, 3:6, 6:3, 6:4 gegen den Tschechen Lukas Rosol durch.